Ethan Bayce: Mount Maroon

verfasst am 09.03.2012 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Bayce, Ethan, Science Fiction

Da soll man nicht verwirrt sein: ein Junge ist in einem brennenden Auto gefangen. Zwei Freunde werden auf einer Wanderung von einem unhemlichen Gewitter überrascht. Ein Experiment geht schief und zwei Männer sterben. Ein Mann taucht auf, der nicht zu existieren scheint.

Es beginnt am Mount Maroon, dem Kastanienberg. Nicht nur ein Paradies für Wanderer, die ursprüngliche Natur erleben wollen, auch der Schauplatz höchst geheimer Experimente und Forschungen und das schon seit vielen Jahrzehnten. Und die um sich greifende Verwirrung ist durchaus angebracht. Denn, so findet man schon bald heraus, was in dem geheimen Labor abläuft, das basiert auf einer komplexen Physik und verfolgt schier unglaubliche Ziele – und das ist verwirrend.

Peter Saunders, der Mann, der nach dem Gewitter unvermittelt und wie aus dem Nichts am Ort der Experimente auftaucht ist in einem unwirklichen Netz gefangen, in dem ihm einiges vertraut scheint, viel mehr aber völlig fremd ist. Hier ist ein Expermient ist fehlgeschlagen und er wurde, als völlig Unbeteiligter, mitten hineingezogen (Das ganze Szenario erscheint mir fast so, wie die Warnungen vor der Inbetriebnahme von CERN vor zwei Jahren, als selbst manche gestandene WissenschaftlerInnen mit dem Schlimmsten und gleich dem Untergang der Erde rechneten).

Was würden sie alle wohl von den Vorgängen am Mount Maroon halten? Vorprogrammierter Weltuntergang? Verheissungsvolle Zukunftsperspektive?  Wissenschaftlicher Irrweg? Denn hier geht es um nicht weniger als um die Grundfesten von Zeit und Raum und wer bei Quanten- Astro- und sonstiger Physik sattelfest ist, ist jetzt zweifelsfrei im Vorteil. Nur so viel sei angedacht: Ist Peter Saunders durch ein Raum/Zeitexperiment in eine parallele Realität gezogen worden, oder ist gar er selbst für einen Durchgang zwischen den Realitäten verantwortlich?

Fest zu stehen scheint nur, dass Peter Saunders zur falschen Zeit, am falschen Ort und mit einer falschen Erinnerung lebt. Doch wer weiß, ob selbst das sicher ist, denn wenn Zeit und Raum einmal in Fluß geraten, dann versagen jede Erfahrung und jedes Wissen.

Man sollte sich durch die anfängliche Flut an Informationen nicht entmutigen lassen. Nach einigen Kapiteln (die jeweils nur ein paar Seiten lang sind) hat man soweit den Überblick, um der Story folgen zu können und muss dafür auch nicht Physik studiert haben. Es wird immer schwungvoller, wird eine Art von  Science und/oder Fiction-Thriller, in dem sich wirkliches Wissen mit, wie soll man es nennen, „phantastischen Anwendungsbeispielen?“ vermengt.

Ein Vorbild dazu – Das Philadelphia-Experiment – wird im Buch selbst erwähnt und dabei auch gleich als Ausgangbasis für diese neue Geschichte definiert, die sich damit als Fortsetzung der geheimnisvollen Experimente aus der Zeit des 2. Weltkrieges entpuppt. Damit hat man auch gleich die richtige Einordnung des Buches gefunden und kann sich über einen ideenreichen Mix aus Realität und Utopie freuen!

PS: und ein bisserl hat es mich auch an die Fernsehserie „Time Tunnel“ aus den 1960er-Jahren erinnert



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