Arjouni, Jakob: Der heilige Eddy

verfasst am 05.01.2011 von | 1 Kommentar
Rubriken: Arjouni, Jakob, Kriminalromane

Für einen wie Eddy ist das die ultimative Katastrophe: direkt vor seinen Augen kippt Horst König – verhasster Kapitalist, Millionär, Imbisskaiser, stadtbekannt –  um, schlägt mit dem Kopf gegen ein gusseisernes  Dekorationsstück und ist mausetot. Gut, der kleine Schlag, der dazu führte, dass König umkippte kam von Eddy, aber das, nein das wollte er sicher nicht. Und ausgerechnet heute musste dieses Ding dort stehen …

Eddy kommt gerade gut gelaunt nach Hause, die Beutezüge dieses Tages haben ihm für die nächsten Wochen ein sorgenfreies Leben beschert und niemand hat bemerkt, wie er fremde Taschen geleert hat. Beim  vertrauensseligen Herrn Dreger, der wahrscheinlich immer noch bei seinem Kaffee sitzt und sich über seine sympatische Gesellschaft freut, konnte Eddy so richtig abräumen.

Einmal abgesehen von seinem Edelganoven-Dasein ist Eddy ein mehr oder weniger wertvolles Mitglied der Gesellschaft in seinem Viertel in Berlin-Kreuzberg, schüttelt Hände, ist immer freundlich. Und im Nebenberuf verschaffte er sich gemeinsam mit seinem Kumpel Arkadi auch noch einen kleinen Zuverdienst als Straßenmusiker.

Alles palleti, abgesehen vom toten Horst König vor seiner Wohnungstüre. Was tun mit der berühmten Leiche? Arkadi muss her! Doch weil der mit den zwielichten Machenschaften seines bestens Freundes Eddy nichts zu tun haben will, muss in dieser heiklen Situation auch noch ein kleines Versteckspiel aufgezogen werden.

Sobald Eddy alles in die Wege geleitet hat, geht es richtig rund. Wie in einer Action-Komödie folgt eine witzige Szene der anderen und kommt ein Unglück selten allein. König ist tot, dem weint keiner eine Träne nach, doch was ist mit seiner Tochter. Genau diese Tochter wohnt nämlich im selben Haus wie Eddy und genau vor ihrer Türe fiel der Papa (wenn auch mit Eddys unfreiwilliger Hilfe) um und lebte nicht mehr.

Kein Wunder, dass sich da die gute Seele in Eddy Sorgen macht um das arme Mädchen. Armes Mädchen? Na ja. Erstens dauert es lange bis er sie endlich zu Gesicht bekommt und zweitens ist es dann um ihn geschehen: ein erster Blick, ein zweiter und so umgefähr beim dritten verknallt er sich in das umwerfende Wesen, das dem Vater so gar nicht ähnlich ist. Dabei wollte er sie doch nur aus einem Anflug schlechten Gewissens heraus kennen lernen.

Witzig, spritzig, flott, originell – in dieser Kategorie gibt es sicher noch eine ganze Menge an ähnlichen Eigenschaften und wahrscheinlich treffen sie alle auf dieses Buch zu. Es macht einfach nur Spaß, die knapp 250 Seiten zu lesen und es ist schade, dass es nur so wenige (Seiten) sind. Tschüss Eddy, vielleicht bis zum nächsten!



RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  dorle am 05.01.2011 um 21:57 Uhr Uhr

    Mir hat dieses Buch auch sehr gut gefallen.

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