Buchbesprechung/Rezension:

Luc Ferry, Clotilde Bruneau: Gilgamesch
Mythen der Antike (18)

verfasst am 04.11.2022 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Bruneau, Clotilde, Comic & Graphic Novels, Ferry, Luc
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Die Götterwelt der Griechen, Römer und Germanen begegnet uns in unzähligen Sagen udn Geschichten immer wieder. Es gibt aber einen Pantheon, der weitaus älter ist und der nicht nur die Inspiration für die meisten nachfolgenden war, sondern dessen Sagen zum Teil auch die Basis für Erzählungen in anderen Religionen sind.

Gilgamesch selbst war, so scheint es die Forschung zu bestätigen, ein real existierender Herrscher rund um 2.650 v.Chr. Womit das Gilgamesch-Epos tatsächlich die älteste niedergeschriebene Erzählung der Menschheit ist. Ein für sich alleine schon Ehrfurcht gebietende Umstand.

Gilgamesch war Herrscher der Sumerer und residierte in deren Hauptstadt Uruk. Mit der Zeit wurde er den Göttern zu mächtig und zu selbstherrlich und sie suchten einen Weg, ihn besser unter Kontrolle halten zu können und seine ausufernde Macht zu beschränken. Sie erschufen ein gleichwertiges Wesen – Enkidu – der sich dem Herrscher entgegenstellen sollte. Doch anstatt einander in die Schranken zu weisen, werden Gilgamesch und Enkidu die engsten Freunde, wie Brüder. Anstatt sich zu mäßigen, trachten sie nun gemeinsam nach einem noch höheren Ziel: der Unsterblichkeit, die nur den Göttern vorbehalten ist.

Das Motiv des Menschen, der sich mehr anmaßt, als ihm zusteht, beschäftigte also schon die Bewohner Mesopotamiens vor rund 45 Jahrhunderten so sehr, dass es wert war, auf Keilschrifttafeln niedergeschrieben zu werden.

Teil des Gilgamesch-Epos ist auch eine Sintflut, womit dem Epos das Copyright für die Noah-Geschichte im Alten Testament gebührt.

Die grafische Aufbereitung unter der Ägide von Luc Ferry und Clotilde Bruneau macht aus der Sage ein höchst dramatisches Geschehen mit fantasievollen Figuren. Was aber für meinen Geschmack etwas zu simpel umgesetzt ist, das ist die äußerst klischeehafte Darstellung der Helden Gilgamesch und Enkidu als eine Art muskelbepackter Frühzeit-Hulks und der Göttinnen als kurvenreiche Verführerinnen.




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