Buchbesprechung/Rezension:

David Acheson: Das Wunder der Geometrie
Eine kurze Geschichte der Mathematik


verfasst am 29.06.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Acheson, David, Naturwissenschaft
LiteraturBlog Bewertung:

So ist es wahrscheinlich vielen ergangen: kaum hat man die letzte Mathematikstunde und die letzte Mathematikaufgabe seines Schullebens hinter sich gebracht, beginnt das erworbene Wissen wundersam rasch zu verblassen, um im Laufe der Zeit beinahe gänzlich aus dem Gedächtnis zu verschwinden.

Dabei ist doch alles Mathematik (und Geometrie), was uns umgibt. Um das zu begreifen, zu verstehen und anwenden zu können, gibt es, zu unserem Glück, Forscher wie Euklid, Pythagoras und Mathematiker wie eben David Acherson, den Verfasser dieser „Hilfefibel für Mathematik-Dummys“, also für einen wie mich.

Bei Lesen taucht so manches wieder aus den dunklen Tiefen meines Gedächtnisses auf, unter anderem auch, warum es mir damals, im Gymnasium so schwerfiel, mich für das Thema zu begeistern.

Da war erstens (meine Lieblings-Ausrede), dass ich eben eher dem Musischen zuneige und zweitens, dass der Unterricht ganz einfach langweilig, spröde und selten mit Bezug zum wirklichen Leben war. Um sich als normaler Mensch für Mathematik zu begeistern, bedarf es eben eines Lehrers/einer Lehrerin, der/die selbst mit Begeisterung dabei ist und das entsprechend vermitteln kann.

Womit man bei diesem Buch landet.

David Acheson ist Fellow am Jesus College in Oxford und Autor mehrerer wissenschaftlicher sowie populärer Bücher zum Thema Mathematik – also einer derjenigen, die sich auskennen; kann er es auch vermitteln?

Dreieck, Ellipse, Umfang, Flächeninhalt, Radius, Quadrat, Höhe, Breite, Winkel – das alles beschreibt und erklärt dieses Buch und es sind immer wieder Beispiele aus Gegenwart und Geschichte dabei, mit denen die praktischen Anwendungen gezeigt werden. Was mir mit diesem Buch klar wird (und das ist tatsächlich viel mehr als meine geretteten Erkenntnisse aus dem Mathematik-Unterricht) ist, dass es nicht reicht, einfach anzunehmen, dass etwas so ist, wie es aussieht, sondern wie wichtig es ist, den wissenschaftlichen Nachweis zu führen. Denn eben nur dann lässt sich Geometrie als unverzichtbares Werkzeug im Alltag verwenden.

Zusammengefasst: Vieles im Buch gräbt alte Erinnerungen an vergessenes eigenes Wissen aus, einiges führt dazu, dass ich es erstmals (spät aber doch und herzliche Grüße an dieser Stelle an meine Mathematik- und Geometrieprofessorinnen) verstehe und manches ist für mich beim besten Willen weiterhin ein spanisches Dorf.

Spannend und lehrreich einerseits und andererseits eine Einladung, die Dinge um uns herum einmal aus einer anderen, eben der grundlegenden Perspektive zu betrachten.




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