Reginald Hill: Mord in Dingley Dell

verfasst am 07.10.2020 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Hill, Reginald, Kriminalromane

Zum Weihnachtsfest versammelt man sich im Landhaus Dingley Dell, nur ein paar Meilen von London entfernt: Eine bunt gemischte Gesellschaft hat ein paar Tage Urlaub  samt Weihnachtsfeier auf dem Land gebucht. Man freut sich auf eine Inszenierung ganz im Stil des Charles Dickens, die passenden Kostüme inklusive.

Standesgemäß werden die Gäste mit der Kutsche vom Bahnhof abgeholt. In Dingley Dell sind dann die Herren Jack Wardle und Oscar Boswell die Gastgeber, die sich alle Mühe geben, den Gästen ein Feeling wie im 19. Jahrhundert zu vermitteln.

Schlittschuhlaufen, Punsch, die opulent gedeckte Tafel; alles scheint perfekt, bis sich die Stimmung aber bald trübt. Alle können beobachten, wie ein Mitarbeiter leblos in Haus gebracht wird; zwar wird auf Nachfrage versichert, dass es dem Mann gut ginge, doch stimmt das wirklich? Die Engländerin Arabella Allen ist besonders neugierig und muss entdecken, dass es in Dingley Dell nicht mit rechten Dingen zugeht, denn – buchstäblich – hinter den Kulissen trägt sich mehr zu als die Gäste ahnen. Die Zimmer werden überwacht und in einem versteckten Raum findet sie auch noch die Leiche des Angestellten.

Was zunächst wie ein typisch englischer Krimi beginnt, stellt sich nach kurzer Zeit als eine ganz andere Geschichte heraus. Denn, wie Arabella erfährt, findet hier ein geheimes Treffen von Industriemanagern statt; ob dann aber diese Information tatsächlich der Wahrheit entspricht, das bleibt abzuwarten. Die nachfolgenden Ereignisse lassen jedenfalls Zweifel aufkommen …

Es ist schon rund ein Drittel des Romanes gelesen, bis ich endlich ein wenig Überblick über das Geschehen bekomme. Viele Namen, seltsame Momente, verwirrende Ereignisse. Dies ist kein Buch, das es den Leserinnen leicht machen möchte, sich hineinzufinden. Sehr zu meinem Bedauern wird die Handlung im weiteren Verlauf aber nicht übersichtlicher, sondern immer zerrissener und holpriger, eine einigermaßen glaubhafte und/oder nachvollziehbare Geschichte wird es leider nicht.

Dingley Dell wird zum Schauplatz wilder Schießereien und unerklärlicher Verwicklungen. Warum und weshalb bleibt weitgehend unklar bzw. nur sehr vage erklärt. Vom erhofften und angekündigten (und auch das Buchcover vermittelt das) humorvollen Landhauskrimi mit Weihnachtsflair ist leider bis zum Schluss nichts zu entdecken.

„Red Christmas“ – so der Originaltitel – erschien im Jahr 1972, wobei Reginald Hill das Buch damals unter dem Pseudonym Patrick Ruell veröffentlichte. Erst mit dieser Ausgabe von 2020 erscheint der Roman erstmals in deutscher Sprache.



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