Simone Paganini, Claudia Paganini : Von wegen Heilige Nacht!
Der große Faktencheck zur Weihnachtsgeschichte

Nicht mehr lange und wir haben schon wieder Weihnachten. Alleine die Erwähnung des Namens lässt uns an den Weihnachtsbaum denken, an eine Krippe mit Hirten, Maria und Josef, das Christkind in der Krippe, die drei Weisen aus dem Morgenland.

Das, was seit scheinbar ewigen Zeiten für die meisten von uns das Weihnachtsfest versinnbildlicht, das muss aber irgendwann entstanden sein, irgendwann verband irgendjemand alles das erstmals mit dem 24. Dezember.

Abseits religiöser Orientierung begeben sich Claudia Paganini & Simone Paganini, die übrigens im Privatleben miteinander verheiratet sind, auf die Spurensuche: wie entstanden unsere Weihnachtsbräuche, was davon basiert auf geschichtlichen Fakten und was kommt einzig aus dem Bereich der Legenden.

Die erste und wesentliche Herausforderung liegt in der Suche nach zweifelsfreien Quellen. Während sich rund um das für die christliche Religion zentrale Thema der Kreuzigung auch historische Quellen abseits der schriftlichen Aufzeichnungen (Evangelien) finden, ist die Geburt des Knaben Jesus Christus historisch nicht eindeutig belegbar.

Die Sache mit der „Jungfrau“ Maria lässt sich (wenn man die biologischen Tatsachen einbezieht) auch ohne viel Recherche als Legende einordnen; hingegen muss man sich bei Ort, Zeit und bei den äußeren Umständen schon auf eine längere Suche begeben. War es Bethlehem oder Nazareth? War das Leben des Kindes wirklich durch Herodes‘ angeblichen Befehl, alle Neugeborenen zu töten, in Gefahr? Was machte Josef eigentlich beruflich? War wirklich ein Stall der Geburtsort?

Sehr allgemein betrachtet, wird man trotz intensiver Recherche zu den meisten Details der Weihnachtsgeschichte keine belastbaren Fakten finden. Die erste udn wesentliche Schwierigkeit liegt einfach in dem Zeitraum von rund 2.000 Jahren begründet, in dem sich in der Erzählung die Details ganz unvermeidbar veränderten. Zuerst die mündliche Überlieferung, dann niedergeschrieben, immer wieder kopiert und neu übersetzt – es ist so wie stille Post nur viel länger.

Dazu kamen über die Jahrhunderte auch die sich verändernden Glaubensgrundsätze der Kirche, mit denen Fakten geschaffen und verändert wurden, die dann oftmals nur noch wenig oder gar nichts mit den wirklichen Geschehnissen zu tun hatten.

Ein Beispiel aus dem Buch: es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass der Geburtstag von Jesus weder der 24. Dezember noch das Jahr Null (mit dem unsere heutige Zeitrechnung begann) waren. Anhand von verfügbaren Aufzeichnungen, einer Art von Rückabwicklung von Übersetzungen bis zurück zum wahrscheinlich verwendeten ursprünglichen Wort in einem lange verlorenen Originaltext, Dokumenten aus dem Römischen Reich und dem von Rom okkupierten Land, näheren sich die Autoren, so weit wie es eben möglich ist, dem Ursprung dieser Daten.

Am Ende bleibt es dabei: Vieles lässt sich nicht – und wird sich wohl niemals – 100%ig nachvollziehen lassen. Aber auch dieser fernen Vergangenheit lässt sich durch Vergleiche und akribische Arbeit und durch wissenschaftlich basierte Interpretation einiges aufklären. Das ist zwar meist weniger romantisch als die überlieferte Weihnachtsgeschichte, kommt jedoch recht dicht an die realen Ereignisse heran.

Es ist eine spannende Entdeckungsreise durch Sprachen, Kirchenpolitik und Legenden; schwungvoll und amüsant geschrieben.

Am Weihnachtsabend sollte man, im Sinne einer stillen Zeit, aber doch dabei bleiben, den Kindern die Weihnachtsgeschichte vorzulesen (falls man das vorhatte). Die ist einfach romantischer :-)



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