Ingrid Poljak: Diabellis Inferno

verfasst am 03.08.2017 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Poljak, Ingrid J.

Zu Beginn ist meine Verwirrung ziemlich umfassend: wer spielt welche Rolle; so viele Namen und so oft keine erkennbare Verbindung; welche Bedeutung hat diese 16 Jahre alte Geschichte für diesen aktuellen Fall?

Es fängt auf den ersten Seiten noch recht überschaubar an, als Chefinspektor Bertram Behringer in Graz einen Anruf seines ehemaligen Kollegen aus Wien erhält. Ein Name aus der Vergangenheit, ein Name aus einem ungelösten Fall, ist im Umfeld eines neuen Mordfalles wieder aufgetaucht: Luc Diabelli. Behringer reist nach Wien, denn der Mann, der diesen Name trägt, ist möglicherweise noch weit enger mit ihm verbunden, als alle anderen wissen. Und Behringer möchte Gewissheit.

Nach diesem noch überschaubaren Einstieg ist es mit meinem Durchblick aber bald vorbei. Erst ist der neue Nachbar Diabellis, der vom Dach seines unfertigen neues Hauses fällt. Dann ist es Diabelli selbst, der ohne Erinnerung an die letzten Stunden im Krankenhaus aufwacht, mit Verletzungen, deren Herkunft er nicht kennt. Dann ziehen Unbekannte immer weitere Kreise rund um Diabelli und vermeintlich Beteiligte sterben.

Diabelli scheint seltsam unbeteiligt und unberührt bei diesen Verbrechen, obwohl für Behringer so vieles darauf hinweist, dass Diabelli ein Mörder ist. Das glaubt er schon seit jenem Fall vor 16 Jahren, doch damals führten persönliche Gründe dazu, dass der Mörder des Paters nicht überführt wurde.

Und die Verwirrungen gehen weiter, weitere kommen hinzu . Das Kloster in der Nähe des neuen Tatortes; die Architektin, die zuerst von Diabelli schier unwiderstehlich angezogen wird doch dann Behringer um seinen Beistand bittet. Die – es sind wohl mindestens zwei – Männer, die auf Motorrädern die Beteiligen verfolgen und die genauso als Täter in Frage kommen können. Nur einige der Beteiligten, über deren Rolle man lange im Unklaren gelassen wird

Verschlungen und undurchschaubar ist alles und dann ist es Behringer selbst, dessen Leben auf dem Spiel steht.

Meine anfängliche Verwirrung legte sich langsam. Doch der Lösung kam ich deshalb noch lange nicht näher. Wie die Rollen der einzelnen Protagonisten miteinander verwoben sind, das ist schon sehr gut aufgebaut – so gut, dass sich die wahre Geschichte lange verborgen halten kann, obwohl man sie – wenn man am Ende alles weiß – schon längst hätte erkennen können.

PS: Die Grundlage der Handlung dieses Krimis ist etwas, das uns in den vergangenen Jahren mit erschütterenden Details und mit einer unglaublichen Anzahl an Opfern beschäftigt hat und noch immer beschäftigt. Den Hinweis dazu gibt es übrigens schon weiter oben im Text …


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