Andreas Pittler:

verfasst am 30.03.2013 von | 1 Kommentar
Rubriken: Kriminalromane, Pittler, Andreas

Der Fluch der SirtePolizeioberst Paul Zedlnitzky hat Bereitschaftsdienst und wird mitten in der Nacht zu einem vermeintlichen Tatort an die Donau gerufen. Ein Ertrunkener, vermutlich arabischer Herkunft, wirft folgendes Rätsel auf: Suizid oder wurde er ins Wasser gestoßen? Zedlnitzky, seine Mitarbeiterin Barbara Schreiber und Andreas Cerny der neue Kollege, dessen Urgroßvater schon in der Zwischenkriegszeit bei der Wiener Kripo gearbeitet hat, ermitteln in einer äußerst delikaten Angelegenheit, die selbst der Innenministerin und der europäischen Politik bald auf den Magen schlägt.

Nachdem die Identität des Toten nicht eruiert werden kann, lässt die Polizei Fotos im Fernsehen veröffentlichen und es dauert nicht lange meldet sich auf den Beitrag im ORF die libysche Botschaft. Der Tote, Herr Schukri, geboren in Sirte – auch Geburtsort des ehemaligen Regimeführers Gaddafis – war Spitzenpolitiker in dessen Regierung. Erdölminister!

Doch da gab es irgendwie einen Knick in Schukris politischer Karriere, er verschwand kurz von der Bildfläche und tauchte in Wien als Botschafter wieder auf. Er kehrte allerdings nach Libyen zurück und war als Verteidungsminister live dabei, als in Bengasi der Aufstand gegen Gaddafi begann. Sehr brisant!

Oberst Zedlintzky und sein Team werden von Arbeit nur so überschüttet. Ein ermordeter Anwalt und weitere mysteriöse Todesfälle im Umfeld einer betuchten Gesellschaft, die ihr Geld nur bedingt dem Fiskus zur Steuerabgabenzahlung vorlegen möchte, legen eine Spur in Richtung dubioser Stiftung. Stiftungen – tolle Wortkreation – sind Einrichtungen, die mithilfe eines Vermögens einen vom „Stifter“ festgelegten Zweck verfolgt. Nun denn, manch festgelegter Zweck – so erscheint es zumindest dem Ermittlertrio – ist nun mal Geldwäsche.

Die Stiftung „Donau-Sirte“ war unter dem ertrunkenen Schafik Schukri gegründet worden, und Stiftungsvorstand Kommerzialrat Albert Peternell, der seinen Berufstitel ehrenhalber für besondere Verdienste um die Republik Österreich erworben hat, wird von  Barbara Schreiber und Cerny des Mordes verdächtig! Und frech wie sie sind, lassen sie diese Persönlichkeit – ohne ihren Vorgesetzten davon in Kenntnis zu setzen – festnehmen, und versuchen mit ihren ganz eigenen Methoden, den Kommerzialrat zum Reden zu bringen. Gelingen tut das nicht, dafür hagelt es eine Suspendierung, die sich gewaschen hat. Zedlnitzky, der nur mehr ein paar Jährchen seiner Pension entgegensieht, ist das ja egal, ein paar Monate früher oder später keinen Polizeidienst mehr, das macht das Kraut auch nicht fetter. So lässt er die beiden jungen KollegInnen weiter recherchieren und sie beweisen einen wirklich guten Riecher.

Ein toller Krimi, der sich spannend und mit Humor gespickt an einem Ereignis orientiert, das – zumindest behaupten es diverse Medien – tatsächlich stattgefunden hat.

Denn was lese ich heute in einem Online-Magazin?? Vor knapp einem Jahr ist in der Neuen Donau in Wien der ehemalige libysche Ölminister Shukri Ghanem, enger Vertrauter des früheren libyschen Machthabers Gaddafi, ertrunken. Er soll von einer norwegischen Düngemittelfirma Bestechungsgelder in Millionenhöhe erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

So ein Zufall.

Schreibt der Autor doch, dass alle Personen und Handlungen frei erfunden sind, eventuelle Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen und wirklichen Ereignissen, soweit diese nicht historisch belegt, rein zufällig und nicht beabsichtigt sind.

Und: Auch Krimineser lesen! Kriminalromane! Als hätten sie nicht schon genug im Alltag mit Mord zu tun. Die erwähnten Bücher „Zores“ und „Winzertod“… ah ja…!!! Kommen mir irgendwie bekannt vor :o)



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  • Kommentar von  Elke am 30.03.2013 um 20:02 Uhr Uhr

    Das Lektorat würde ich allerdings mal unter vier Augen sprechen!!!
    Seite 150, 170…

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