John Niven: Gott bewahre

verfasst am 19.07.2012 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Niven, John, Romane

Im Jahr 2011 scheint Gott aus allen Wolken zu fallen. Während seines Angelurlaubs hat ER seine Agenden an sein Management übertragen. Auf der Erde schaut es gar nicht gut aus. Genozid, Hungersnöte, Ozonloch, Kriege, Taliban, ethnische Säuberungen und, und, und. Das war nicht sein Plan!

Jesus, gerade Kreuzigung und Auferstehung hinter sich gebracht, braucht allerdings mal ein wenig Entspannung. Dies gelingt ihm am besten, wenn er ein paar Joints raucht und mit Jimi Hendrix Blues auf seiner Gibson spielt. Gott beruft eine Konferenz ein. Die Heiligen Petrus, Matthäus, Andreas und Johannes beraten gemeinsam mit Gott und seinem Sohn in dicken Dope-Schwaden, wie sie diese Katastrophe beenden können.

Gott ist der Meinung, in der Hölle schaut es sogar besser aus, als auf der Erde. Ehebrecherinnen werden gesteinigt, Schwule diskriminiert, ökologisch betrachtet steht die Erde kurz vor dem Kollaps und die Katholiken meinen sie wären Christen?

Während einem Diner mit Luzifer persönlich hat ER eine Idee. Jesus muss einen zweiten Durchgang machen.Er wird zurück auf die Erde geschickt und materialisiert sich 1979 im Bauch einer jungen Frau. Im Jahr 2011, mittlerweile – genau genommen wieder – muss JC mit 32 Jahre das wieder gut machen, was er während Gottes Anglerurlaub vergeigt hat.

Das einzige was JC gut kann ist Obdachlosen beim Dumpstern helfen und Gitarre spielen. Für die Wiederverwendung unverdorbener Lebensmittel, „gefunden“ in einem Müllcontainer eines Lebensmittelmarktes, muss er auch ins Gefängnis.

JC bewirbt sich in Los Angeles bei der Casting-Show „American Pop Star“ und wird ausgewählt. Die Macher der Show erwarten sich von JC – für die Manager nur ein Spinner, der meint er sei Gottes Sohn Jesus Christus – viel Geld. Die Einschaltquoten sind fulminant. Auch wenn seine Auftritte nicht ganz dem Konzept entsprechen, lassen sie dem Musiker ein wenig die freie Hand in den Choreographien und der Auswahl der Songs. JC covert Kurt Cobain und andere Berühmtheiten der Rock- und Bluesszene. Gleichzeitig nutzt er die Bühne dazu, im Anschluss an seine Auftritte kritische Statements über die Kapitalisten, Katholiken, die Fremdenhasser und Ausgrenzer von Homosexuellen und Obdachlosen über das TV quer über das Land ausstrahlen zu lassen. Das hat in Amerika schwerwiegende Folgen für JC…

Ein absolut geniales Buch! Gesellschaftskritik, Ironie, Tragik und Spaß verbunden zu einem tollen Plot!
Und nicht vergessen: Seid lieb!
Dieses Buch verdient für mich die Höchstnote!



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