Volker Klüpfel & Michael Kobr: Milchgeld. Kluftingers erster Fall

Kommissar Kluftinger ist Mitte Fünfzig, ein etwas träger Charakter, der in der hiesigen Dorfkapelle die Trommel schlägt. Wenn auch nicht, bzw. vor allem meist dann nicht, wenn gerade Probe der gesamten Kapelle angesagt ist. Kluftinger ist kein sehr redseliger Typ. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika lebt er im Allgäu, genauer in Altusried. Er liebt Käsespatzen, fett und mit viel Zwiebeln angerichtet.

Doch bald wird ihm dieser lukullische Genuss gründlich verdorben. Ein Lebensmittelchemiker des Milchwerkes Krugzell wird stranguliert aufgefunden. Ein handfester Milchskandal trübt die Idylle, mit ihren grünen Wiesen, ihren sauberen Kühen und (angeblich) vor Ort produzierten Milch.

In seinen Ermittlungen kann Kommissar Kluftinger in der Mordsache zunächst weder Motiv noch Tatverdächtige finden. Hinweise gibt es erst, als auf dem Begräbnis des Lebensmitteldesigners ein Fremder auftaucht…

Die Autoren beschreiben die Charaktere aller Beteiligten als sehr liebenswert mit all ihren unterschiedlichen Macken. Dazwischen lesen sich die bayrischen Dialekt-Einlagen sehr witzig. Allerdings übertreibend in der Weise, dass vor allem die Macken und  das Getue der Protagonisten sehr im Vordergrund stehen, dagegen wird die Geschichte rund um den Milchskandal dabei zu wenig in Szene gesetzt. Gäbe aber meines Erachtens ein unerschöpfliches Thema her.

Da bleibt mir nur mehr zu schreiben „Na Mahlzeit…“ (aus heutiger Sicht mit dem Listerien-Skandal eine passende Lektüre!)




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