Beate Maxian: Die Tote vom Weihnachtsmarkt
Der 17. Fall für Sarah Pauli - Ein Wien-Krimi
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Die Krimireihe rund um die Journalistin Sarah Pauli vermittelt schon nach wenigen gelesenen Bänden so etwas wie eine familiäre Atmosphäre – Krimi mit Familienanschluss quasi.
Dieses Gefühl wird im mittlerweile 17. Roman der Reihe noch stärker, spielt er doch mitten in der Adventzeit. Zimt und Sterne kommen noch dazu, was will man mehr für eine entspannte Stimmung? Wenn nun alle an eine friedliche Zeit denken, so gibt es allerdings jemanden, der ganz andere Gedanken hegt: solche, in denen Feuer und Mord die Hauptrolle spielen!
Feuer, als vor dem Geschäft der renommierten Glasmanufaktur Herzog in der Kärntner Straße die Weihnachtsdekoration verbrannt wird, und Mord, als eine Angestellte eben jener Firma tot auf den Stufen von Schloss Schönbrunn gefunden wird. Auch dort wurde etwas verbrannt: Weihrauch in einer Feuerschale, die neben der Toten steht. Schnell stellt sich die Frage, ob es sich dabei um eine zufällige Inszenierung handelt oder ob jemand ganz bewusst auf alte Bräuche und Vorstellungen anspielen will.
Grund genug für Kommissar Stein, sich an Sarah Pauli zu wenden. Nachdem sich die Zusammenarbeit der beiden schon in so vielen Fällen als überaus erfolgreich erwiesen hat, bittet er sie diesmal gleich von Anfang an um ihre Mithilfe. Denn die ganze Szenerie – die Art, wie das Mordopfer abgelegt wurde, die Feuerschale und der Weihrauch – lässt ihn an alte Mythen und Rituale denken. Und dafür ist Sarah genau die Richtige. Immerhin schreibt sie in ihrer Zeitung auch eine Kolumne, in der sie sich regelmäßig mit Aberglauben, alten Überlieferungen und ungewöhnlichen Bräuchen beschäftigt.
Sarah beginnt nachzuforschen, und bald führt eine Spur aus dem vorweihnachtlichen Wien hinaus ins Waldviertel. Dort stößt sie auf einen alten Mordfall, der plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheint. Was zunächst wie ein einzelnes Verbrechen wirkt, reicht damit weit in die Vergangenheit zurück.
Während sich also der eine Teil von Sarahs Familie mit großer Vorfreude auf Weihnachten vorbereitet – und natürlich auf die nahende Geburt des Kindes ihres Bruders und ihrer Schwägerin –, wirft sich der andere Teil mit vollem Elan in die Aufklärung des Falles: Sarah und ihr Dauer-Lebensgefährte David.
Wie immer ist auch die ganze Redaktion des Wiener Boten mit an Bord und stellt ebenfalls Nachforschungen an. Über die Verbindungen von Sarahs Kolleginnen und Kollegen lässt sich, das wissen wir aus früheren Fällen, oft mehr erfahren, als selbst die Polizei zustande bringt. Genau dieses Zusammenspiel gehört mittlerweile zum vertrauten Inventar der Reihe und trägt viel zu jener familiären Atmosphäre bei, die diese Krimis auszeichnet.
Zwar beginnt das Buch gleich im ersten Kapitel mit einem Toten, dessen Verbindung zum Mord in Schönbrunn sich erst viel später zeigt. Aber trotz zweier Mordopfer ist ein Krimi rund um Sarah Pauli eine weitgehend unblutige Angelegenheit, verzichtet Beate Maxian doch auf allzu bildhafte Darstellungen der Verbrechen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Krimi ohne Spannung auskommt. Die Frage nach der Bedeutung der Inszenierung, die Verbindung zur Vergangenheit und die Spur ins Waldviertel sorgen dafür, dass es genügend zu rätseln gibt. Beate Maxian kombiniert das mit dem inzwischen vertrauten Privatleben ihrer Figuren und viel Wiener Atmosphäre.
Ein Wohlfühlkrimi also, bei dem diesmal sogar eine beinahe wohlige Vorweihnachtsstimmung aufkommt. Nun ja, für die Mordopfer zwar nicht, aber ansonsten bietet Die Tote vom Weihnachtsmarkt ein angenehmes Lesevergnügen, das die Nerven nicht übermäßig belastet, dafür aber ein paar Stunden beste Unterhaltung bietet.
Obwohl es sich bereits um den 17. Roman der Reihe handelt, ist das Buch auch für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger bestens geeignet. Wer Sarah Pauli schon kennt, trifft viele vertraute Figuren wieder; wer sie noch nicht kennt, findet sich schnell zurecht.
Eine klare Leseempfehlung für Fans von Cosy Crime – besonders für jene, die ihren Krimi in der Adventzeit gerne mit etwas Wiener Charme, Familienleben und Weihnachtsstimmung serviert bekommen.