Buchbesprechung/Rezension:

Rob Reef: Die Poltergeist-Morde
Ein Stableford-Krimi aus Schottland

Die Poltergeist-Morde
verfasst am 03.07.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Ein altes Schloss in Schottland, eine düstere Stimmung, rätselhafte Vorfälle und ein Mord, der eigentlich gar nicht möglich sein dürfte: „Die Poltergeist-Morde“ von Rob Reef bedient sich ganz bewusst klassischer Zutaten des traditionellen Kriminalromans. Der Schauplatz passt dabei hervorragend zu einer typischen Gruselgeschichte. Ein altes Schloss in Schottland ist schließlich ein gut gewählter Ort – denn dass es an so einem Ort spukt, darf man ja wohl getrost annehmen.

Die Handlung spielt im Jahr 1939 auf Dundounie, dem Anwesen des Burgbesitzers und Thriller-Autors Rune Dahl. Als dort ein Gast spurlos verschwindet, legt sich bald eine unheimliche Stimmung über das Schloss. Dahl, der dem Okkulten offenbar nicht ganz abgeneigt ist, sucht nicht nur auf nüchternem Weg nach einer Erklärung, sondern versucht bei einer Séance, die Geisterwelt um Auskunft zu bitten. Statt einer brauchbaren Antwort auf das Verschwinden des Mannes erhält er jedoch beunruhigende Morddrohungen. Als schließlich die Stablefords und das Ehepaar Holmes eintreffen, bemühen sie sich, Ordnung in die rätselhaften Ereignisse zu bringen und den Fall mit Vernunft, Beobachtungsgabe und kriminalistischem Scharfsinn anzugehen.

Doch damit ist es nicht getan. Bald erschüttert ein grausiger Fund die Runde: Eine Leiche wird entdeckt, und alles deutet darauf hin, dass der Mord in einem Raum geschehen ist, der eigentlich hermetisch abgeschlossen war. Genau hier greift die Geschichte auf ein oft verwendetes, aber im Krimi immer wieder reizvolles Motiv zurück: den Mord hinter verschlossener Tür. Ein Raum, aus dem niemand entkommen sein kann, ein Opfer, für dessen Tod es keine natürliche Erklärung zu geben scheint, und eine ganze Reihe von Verdächtigen, die zwar Motive haben könnten, aber offenbar keine Gelegenheit zur Tat. Kein Wunder also, dass manche Bewohner des Schlosses schnell den Poltergeist verantwortlich machen. Stableford dagegen verweigert sich jeder übernatürlichen Erklärung – auch wenn ihn der Fall dadurch erst recht vor ein kniffliges Rätsel stellt.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Das Schloss, die Séance, das schottische Umfeld und die Frage, ob hier tatsächlich etwas Unerklärliches vor sich geht, bilden einen stimmigen Rahmen. Die Geschichte spielt mit klassischen Gruselelementen, bleibt im Kern aber dem traditionellen Detektivroman verpflichtet. Nicht der Schock steht im Mittelpunkt, sondern das Rätsel. Die übernatürliche Möglichkeit schwebt über der Handlung, doch gerade daraus entsteht der Reiz: Man möchte wissen, ob sich hinter dem angeblichen Spuk nicht doch ein sehr menschlicher Plan verbirgt.

Ganz ohne Schwächen ist der Roman allerdings nicht. Die Handlung müht sich abschnittsweise etwas dahin, und die Spannung bleibt gelegentlich auf der Strecke. An manchen Stellen hätte die Geschichte etwas straffer erzählt werden können. 

In Summe ist „Die Poltergeist-Morde“ dennoch ein unterhaltsamer Krimi im Stil guter, alter englischer Kriminalromane. Das bekannte Motiv der verschlossenen Tür hat Rob Reef zwar nicht neu erfunden, aber solide eingesetzt (Krimi-Vielleser so wie ich werden aber schon recht bald einen Verdacht haben). Wer Freude an alten Schlössern, verdächtigen Gästen, rationalen Ermittlern und scheinbar übernatürlichen Morden hat, bekommt hier genau das, was der Titel verspricht: einen klassischen Rätselkrimi mit Gruselkulisse, Poltergeist-Verdacht und genügend kriminalistischem Flair.




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