Buchbesprechung/Rezension:

John Garth: Die Erfindung von Mittelerde
Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte


verfasst am 28.03.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Garth, John
LiteraturBlog Bewertung:

Was für ein wunderbares Buch!

Generationen von Leserinnen und Lesern aller Altersgruppen haben sich in die Romane J.R.R. Tolkiens vertieft und sind mit den Helden der Geschichten durch sagenhafte Landschaften gezogen. Unzählige Filme und Illustration haben zu den Erzählungen die Bilder geliefert und unsere Vorstellung von Tolkiens Welten geprägt.

In diesem Band geht um es die Ursprünge aller diese fantasievollen Beschreibungen: Tolkiens Quellen der Inspiration, der Einflüsse von Orten und Ereignissen, die sein Leben begleiteten.

„Die Erfindung von Mittelerde“ ist ein Buch für sehr viele Menschen und kann auf ganz unterschiedliche Weise gelesen werden, es ist quasi ein analoges Tolkien-Wiki für alte und zukünftige Fans. Kein Buch für „ein Mal lesen und dann ins Regal stellen“, sondern (auch) ein Nachschlagewerk, das man immer wieder zur Hand nehmen wird.

  • Variante 1: Man liest einen Tolkien-Roman (oder sieht einen Film der auf einem Tolkien-Roman basiert) und legt dieses Buch daneben.
    Dann findet man über das umfangreiche Stichwortverzeichnis direkt zu dem, was Tolkien zu dem, was man gerade liest – ein Ort, eine Landschaft, ein Wesen – inspirierte.
  • oder Variante 2: Man hat einen Hobbit- oder Herr Der Ringe-Film gesehen
    Nun findet man mit diesem Buch zahlreiche Hintergründe, erfährt, wie Tolkien seine sagenhaften Erzählungen und Landschaften entwickelte und kann vergleichen, wo die Regisseure sich an das Original gehalten haben und was darüber hinaus geht.
  • oder Variante 3: Man möchte etwas über J.R.R. Tolkien lesen.
    „Die Erfindung von Mittelerde“ ist auch eine sehr ausführliche Biografie, die die Lebenstationen und Einflüsse anschaulich und lebendig präsentiert.
  • oder Variante 4: Man hat noch gar nichts von Tolkien gelesen.
    Wer mit den Begriffen wie Auenland, Frodo, Elben oder Mordor noch gar nichts anfangen kann (und vielleicht nur den unvergleichlichen Schauspieler Andy Serkis als Gollum den Satz „Mein Schaaaatz“ sprechen gehört hat), findet mit diesem Buch den Einstieg in ein ganzes Fantasy-Universum.
  • oder, oder …

Egal wie: es ist spannend und interessant zu lesen, auf welchen realen Vorbildern die mystischen Welten entstanden, in denen bis heute die Hobbits, die Elben und alle die sagenhaften Wesen wohnen. Diese unglaublich vielen Details, aus denen sich diese Welten zusammensetzen, verschaffen zugleich auch einen Einblick in die Fantasie und überwältigende Vorstellungskraft, die J.R.R. Tolkien besessen haben muss, um alles das über Jahre und Jahrzehnte hinweg zu einem sinnvollen, sich immer weiter entwickelnden Ganzen zusammenzufügen.

Für richtige Fans ist das Buch ein Muss. Für solche, die es werden könnten, ein sinnvoller, wenn auch zu Beginn durch den Detailreichtum sehr anspruchsvoller Einstieg.




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