Div. Autorinnen: Das Ende der Nacht
Lichtsmog: Gefahren Perspektiven Lösungen

verfasst am 03.10.2013 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Naturwissenschaft

Das erste, was einem Ausserirdischen beim Anflug auf unseren Planeten die Anwesenheit von intelligentem Leben verrät: das Lichtermeer, das man auf der Nachtseite der Erde vom Weltall aus  sehen kann. Dem Ausserirdischen wird es vielleicht gefallen und er wird sich von diesem Lichtspektakel wahrscheinlich anziehen lassen.

Was für so jemanden ein Erlebnis sein mag, das ist für die Mehrheit des Lebens auf der Erde in Wahrheit eine Störung des Natürlichen, die bis hin zur Gefährdung führt. Während wir Menschen ohne Licht nicht mehr auskommen (können), würden Tiere und Pflanzen liebend gerne darauf verzichten.

Warum das so ist und was zu viel Licht für Auswirkungen auf die Umwelt hat und warum auch wir Menschen unter Nebenwirkungen zu leiden haben, das steht in diesem Buch.

Niemand denkt wohl an Umweltverschmutzung, wenn das Licht aufgedreht wird. Vielleicht im Zusammenhang mit Energieeinsparung, LED, Energiesparlampen, mehr aber auch nicht. Und in den Städten fällt uns das Problem auch gar nicht mehr auf; dass dort der Sternenhimmel nicht sichtbar ist, das ist schon lange selbstverständlich.

Ausserhalb hell erleuchteter Ballungszentren jedoch kann man es immer wieder beobachten: man nähert sich bei Dunkelheit auf der Landstraße zB. einer Tankstelle  schon von weitem sieht man einen Lichtdom, der das Gelände umhüllt. Und fährt man auf eine größere Ortschaft zu dann sieht man diesen Schein umso stärker, bei geschlossener Wolkendecke zu mehr. Das ist Lichtsmog.

Das Buch ist nicht leicht zu lesen, denn der Themenbogen spannt sich von historischen Fakten über Statistiken, Studien, die Technik bis hin zu den Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensformen. Wissenschaftlich untermauert und vielfach mit Grafiken und Tabellen unterlegt, ist dieses Buch fast so etwas wie ein populärwissenschaftliches Grundlagenwerk zum Thema Lichtverschmutzung und beinhaltet auch umfangreioche Listen mit Verweisen zu weiterführender Literatur.

Abseits der wissenschaftlichen Betrachtung liefert es aber auch sehr praktische Ideen, Anregungen, Vorschläge, wie man es besser machen kann. Und wie so oft, bedeutet besser machen ( = umweltfreundlicher machen) gleichzeitig auch die Chance, Kosten zu reduzieren. Wer Licht nur dort verwendet, wo es wirklich gebraucht wird und dafür die Technik einsetzt, die dafür optimal ist, spart sich eine ganze Menge ein; kurzum: wenn sich das Geldbörsel freut, dann freut sich in diesem Fall auch die Umwelt.

(Die GRÜNEN haben bei der Nationalratswahl 2013 den Slogan verwendet: Schwarze Zahlen mit Grüner Politik; Vermeidung von Lichtsmog ist ein sehr praktisches Beispiel dafür.)

Alles zusammen baut „Das Ende der Nacht“ eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Aufarbeitung und Vermittlung der Erkenntnisse an uns Laien und Betroffene. Es ist nicht notwendig, jede Tabelle, jede Grafik genau zu lesen, das Wissen erhält man auch ohne diese. Ein positiver Aspekt dabei ist, dass die Texte mit teilweise tollen Fotos reich aufgelockert sind.

CO2-Ausstoß, Klimaerwärmung, ansteigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, leckende Atomkraftwerken, Abholzung der Wälder, Lebensmittel aus dem Labor: nur ein paar der Themen, die täglich für Schlagzeilen in den Medien sorgen. Gerade in den letzten Tagen wurde ein Studie veröffentlicht, mit der bewiesen wurde, dass die Lärmverschmutzung nicht nur Menschen krank macht, sondern auch in den Meeren gefährtdete Arten bedroht.

Dass das Thema Licht, das weitgehend wohl als positiv eingestuft wird, auch Umweltverschmutzung umfasst, das wird nur wenigen bekannt sein. Und gegen die vielen anderen, akuten Umweltprobleme ist es auch nicht leicht, sich dafür Gehör bei den Menschen zu verschaffen.

Information, Grundlagen und Lösungsansätze: „Das Ende der Nacht“ beinhaltet beinahe alles, was man zu diesem Thema wissen muss, um besorgt zu sein; und um umgehend selbst etwas zur Vermeidung des Lichtsmogs zu unternehmen.

PS: nett fand ich, dass Einbrecher befragt wurden, ob sie in beleuchtete Objekte lieber einbrechen als in unbeleuchtete :-)



Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top