Raimund Perkonigg: Kein Büchsenlicht
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Eine temporeiche Geschichte über Land und Leute, deren Eigenheiten und Gebräuche – mit angeschlossenem Krimi. Angesiedelt ist das alles rund um den Semmering, dort, wo Niederösterreich und die Steiermark aufeinandertreffen.
Warum angeschlossener Krimi? Weil Raimund Perkonigg in Wahrheit vor allem über die Leute schreibt, die einem dort begegnen können, samt ihren Traditionen und Streitereien. Insgesamt herrscht zwischen diesen beiden Grundthemen des Romans aber dann doch annähernd Seiten-Gleichstand. Zwischen den humorvollen Blicken auf und in das Leben der „Eingeborenen“ rund um den Semmering und jenem Teil, in dem es um einen ermordeten Biojäger geht.
Ein Mountainbiker, ein Hindernis und eine Leiche
Also einmal der kriminelle Teil, der so beginnt: Hubert Zottel, seines Zeichens Gruppeninspektor, fliegt mit Schwung zu Boden. Gerade noch sitzt er auf seinem Marken-Mountainbike, im nächsten Moment liegt er leicht lädiert am Boden. Wieder so ein Mountainbiker-Hasser, der ein Hindernis auf den Weg gelegt hat. Das kann Hubsi schnell wegräumen.
Das geht aber gar nicht so einfach, denn darunter verbirgt sich eine Leiche: der Biojäger Doktor Mühlrad, ganz offensichtlich ermordet.
Wer hat den Mühlrad erschossen? Eine eifersüchtige Ehefrau? Einer aus der traditionellen Jägerschaft, mit der den Rechtsanwalt Mühlrad eine innige Feindschaft verband? Eine verschmähte Geliebte? Ein eifersüchtiger Ehemann? Oder jemand ganz anderer?
Aber um das alles kann Hubsi sich gerade jetzt nicht kümmern. Denn als Polizist möchte er hier und jetzt nicht ertappt werden – nämlich beim illegalen Mountainbike-Rasen durch den Wald.
Erst am nächsten Tag ist er wieder am Tatort. Diesmal offiziell. Er spielt den Überraschten und stürzt sich in die Ermittlungen, unterstützt von seiner Kollegin Stefi Schois.
Wenn selbst in CSI-Zeiten keine brauchbaren Spuren zu finden sind (außer denen eines unbekannten Mountainbikers), dann haben es die beiden bei ihrer Arbeit nicht leicht. Da kann ihre Chefin noch so sehr antreiben, es geht einfach nichts weiter. Weshalb Hubsi auch das eine oder andere unternimmt, das nicht so ganz den Vorschriften entspricht.
Land, Leute und allerlei Eigenheiten
Da kann er reden, mit wem er will. Womit sich die Tür zum schon erwähnten eigentlichen Thema des Buches öffnet: die kleinen Geschichten über die Leute der Gegend, über gastronomische Traditionen, das seltsame Treiben der Jäger und die Gerüchteküche, die es mitunter so weit treiben kann, dass Schlimmes passiert.
Und überhaupt über das Leben rund um den Semmering, so im Allgemeinen.
Zusammengefasst: Landkomödie mit Krimibeilage
„Kein Büchsenlicht“ ist alles in allem eine Landkomödie mit Krimibeilage. Der Mord an Doktor Mühlrad ist quasi die Unterlage für eine Vielzahl von Geschichten über Land und Leute. Witzig, flott formuliert, dann und wann aber für meinen Geschmack etwas zu ausgiebig.
Wenn ich das alles richtig lese und interpretiere, dann hat Raimund Perkonigg eine ganze Menge seiner eigenen Ansichten zu alledem augenzwinkernd in den Rahmen des Buches gepackt und auf den Punkt gebracht – und einiges davon kommt mir überaus bekannt vor 😉
Ein Buch, das Spaß macht, auch wenn der Krimiteil ruhig etwas mehr Raum einnehmen könnte.