Buchbesprechung/Rezension:

Eva Reichl: Mühlviertler Feuer
Chefinspektor Oskar Stern (9)

Mühlviertler Feuer
verfasst am 19.10.2026 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor:
Genre:
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Online bestellen:   zum Thalia online-Shop zum Amazon online-Shop
Schon selbst gelesen? Gib hier Deine Bewertung zum Buch ab!
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

Im Mühlviertel brennt es. Nach einem Müllcontainer, einer Scheune und einem Auto ist es jetzt ein Haus.

Bisher blieb es bei Sachschäden, diesmal gibt es Tote. Im Haus werden drei Leichen gefunden. Zunächst sieht alles nach erweitertem Suizid aus. Doch schon bald ist klar, dass das kein normales Unglück und auch nicht einfach nur eine weitere Brandstiftung mit tödlichem Ausgang war: Hier wurden drei Menschen mit Vorsatz umgebracht.

Wie und warum, soll Chefinspektor Oskar Stern mit seinem Team klären.

Und er soll es schnell klären, denn im oberen Mühlviertel rund um Rohrbach-Berg haben die Menschen Angst, dass es sie als Nächstes treffen könnte. Und von der Angst zur Panik und von der Panik zur Selbstjustiz ist der Weg ja bekanntlich nicht besonders weit.

Weil Stern und seine Leute das natürlich ganz genau wissen, ist manchmal auch eine nicht so ganz korrekte Vorgangsweise angebracht, um bei den Ermittlungen schnell voranzukommen. Denn so wie es aussieht, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder brennt bald wieder irgendwo etwas – und wer weiß, ob es dann nicht wieder Opfer gibt – oder eine selbsternannte Bürgerwehr versucht, die Sache auf eigene Faust zu regeln.

Zuerst muss aber festgestellt werden, wer die Toten überhaupt sind. Bei einer Person gibt es rasch einen Verdacht, aber wer sind die anderen? Dank einiger Hinweise und DNA-Analysen gibt es bald Ergebnisse. Nun weiß Stern zwar, wer da ums Leben gekommen ist, aber die Frage nach dem WARUM ist deshalb nicht leichter zu beantworten.

Hat sich ein wütender Kunde an seinem Versicherungsmakler rächen wollen? Ist eine Scheidung zu einem Scheidungskrieg geworden? Oder gibt es etwas in der gemeinsamen Vergangenheit der drei Opfer, das zu dieser Eskalation geführt hat?

Es geht rasant zu in diesem neuen, neunten Krimi mit Oskar Stern und seinem Team aus Mara Grünbrecht, Martin Heinze und Hermann Kolanski – feurig quasi.

Eva Reichl mag durch einige tatsächlich stattgefundene Serien von Brandstiftungen in Oberösterreich auf das Thema dieses Krimis gekommen sein. Zumindest gab es in den vergangenen Jahren auch im Mühlviertel mehrere solcher Fälle. Neben der direkten Krimihandlung schimmert in der Erzählung etwas von der Urangst der Menschen durch, selbst einmal von einem Feuer betroffen zu sein. Und natürlich wächst mit jedem weiteren Brand das Misstrauen: Wer ist der Täter? Einer von uns?

Für mein Empfinden gelingt es Eva Reichl sehr gut, beides sinnvoll zusammenzubringen: den Kriminalfall und die zunehmend angespannte Stimmung in der Region, in der sich das alles zuträgt.

Dabei fehlt natürlich auch die private Seite nicht. Die Reihe rund um Oskar Stern ist eine Krimiserie „mit Familienanschluss“. Mit jedem Roman lernt man die Hauptfiguren besser kennen und freundet sich immer mehr mit ihnen an. Das alleine ist schon ein Grund, sich beim Lesen des aktuellen Bandes auch gleich auf den nächsten zu freuen.

Der dauert aber noch ein Jahr – wahrscheinlich. Und außerdem fehlt noch die Zusammenfassung zu Mühlviertler Feuer: Temporeich und spannend aufgebaut, sodass die Lösung des Falles am Ende durchaus logisch erscheint, aber gar nicht so leicht vorhersehbar ist.

Vielleicht ist das kein besonders origineller Schlusssatz, aber er stimmt einfach:
Beste Krimiunterhaltung für einige Stunden!




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Top