Buchbesprechung/Rezension:

Michael Hjorth, Bjarni Thorsson: Schlafende Vulkane
Helga & Bjarki (1)

Schlafende Vulkane
verfasst am 04.08.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Helga Jónsdóttirs erster Fall im Dezernat für Gewaltverbrechen in Reykjavík stellt sich rasch als Mordserie heraus, die von einem bestens organisierten Täter begangen wird. Mehr als einmal stellt sie in den folgenden Tagen sich die Frage, ob sie der Aufgabe gewachsen ist, doch Kollegen und Vorgesetzte bestärken Helga darin, dass sie genau die richtige dafür ist.

Zuerst wird eine ermordete Frau in einem Reitstall gefunden. Dass es ein Gewaltverbrachen war, das ist sofort klar, doch wie dieses verübt wurde, kann später erst die Gerichtsmedizin genau bestimmen. Zunächst muss sich Helga mit dem zufriedengeben, was sie selbst am Fundort der Leiche erkennen und  deuten kann. Was sie aber schnell herausfindet ist, dass die Ermordete einen zehnjährigen Sohn Sohn hat, der verschwunden ist. In der Wohnung finden sich die Spuren eines Kampfes und einiges scheint darauf hinzuweisen, dass der Junge geflohen ist. Er muss schnell gefunden werden, denn vielleicht hat er den Täter ja gesehen, vielleicht ist der Junge auch in Gefahr?

Zur Unterstützung bei der Suche holt sie den Verkehrspolizisten Bjarki , der mit seiner Schäferhündin eine Spur findet.

Einen ersten Verdächtigen gibt es auch bald und Helgas erster Fall scheint innerhalb weniger Stunden geklärt zu sein. Richtig: scheint, denn nach 80 Seiten ist der Krimi natürlich noch lange nicht zu Ende.

Nicht nur, dass der erste Verdächtige nicht der Mörder ist, findet wenig später ein weiterer Mord statt, der unverkennbar vom selben Täter verübt wurde. Die gleichen Spuren, die gleiche Methode, das Opfer in ähnlicher Weise zurückgelassen.

Zu dieser Methode gehört auch etwas, dass alles noch erschütternder macht. Die Polizei folgt einer Spur, die den Täter in die Nähe der berüchtigten Tate-Brüder rückt. Hat man es mit einem Täter zu tun, der in irrem Männlichkeitswahn und aus Frauenhass seine Opfer auswählt? Diese Spur führt das Team rund um Helga in die anonyme Welt des Darknets und dort zu einer Adresse, die etwas noch brutaleres zeigt, als es die Morde schon gewesen sind.

Es ist rasant von Anfang an, man merkt, wie routiniert die beiden Autoren die Story aufbauen. Da bleibt beinahe keine Zeit für Verschnaufpausen, dicht auf dicht folgen neue Wendungen, Informationen, Ereignisse und das von Anfang bis zum Ende.

Diese Routine ist zugleich auch etwas, das mit dann nicht ganz so gut gefällt. Die Handlung ist vorhersehbar und – ACHTUNG SPOILER – dass als Höhepunkt eine ermittelnde Polizistin selbst ins Visier des Täters gerät ist auch nicht mehr wirklich originell, weil ich ähnliches schon viel zu oft in Krimis und Thrillern gelesen habe.

Es ist zusammenfassend für mich dennoch eine überaus positive Wertung, die ich abgebe. Spannende Unterhaltung, ein wahrer Pageturner, den man nur schwer beiseitelegen kann.




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