Agatha Christie: Mord auf dem Golfplatz
Ein Fall für Hercule Poirot (2)
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Paul Renauld, ein wohlhabender Geschäftsmann, sendet Poirot ein Brief, in dem er um dringende Hilfe ersucht. Er fürchtet um sein Leben und will dem belgischen Detektiv offenbar etwas Wichtiges anvertrauen.
Der Inhalt des Briefs und vor allem der zum Schluss noch hinzugefügte Satz erregen Poirots Interesse. Der Entschluss, nach Frankreich zu reisen ist sofort gefasst.
Doch als Poirot gemeinsam mit seinem Freund Captain Hastings dort eintrifft, kommt er zu spät: Renauld ist tot. Seine Leiche wird auf einem Golfplatz gefunden, und schon bald zeigt sich, dass dieser Mordfall alles andere als eindeutig ist. Es gibt einige verdächtige Personen, widersprüchliche Aussagen, rätselhafte Spuren, ein altes Geheimnis und natürlich jede Menge falscher Fährten.
Ebenso natürlich wird Hercule Poirot am Ende alles aufklären und er wird dabei alle Wendungen schon in seine Überlegungen einbezogen haben. Außer ihm folgen aber alle anderen meistens den falschen Spuren, wobei: ob die wirklich falsch sind, oder ob die anderen, die in dem Mordfall ermitteln, einfach durch Zufall auch die richtige Lösung finden, das muss sich noch herausstellen.
Unterhaltsam ist der Wettbewerb zwischen Poirot und dem französischen Kommissar Giraud, der in seinem Land einen legendären Ruf genießt. Giraud tritt überaus selbstbewusst, ja schon überheblich auf, hält er sich doch für unbesiegbar. Das wird aber, wir ahnen es, nicht reichen, um den belgischen Detektiv am Ende auszustechen.
Mitten drin ist auch noch Captain Hastings, der sich allzu leicht von den beiden beeinflussen lässt und einmal den Erkenntnissen Poirots, dann wieder jenen Girauds zuneigt. Seine Begeisterung für die so modern wirkenden Methoden von Giraud lässt ihn aber oft vergessen, dass das wahre Genie nur Poirot sein kann.
Agatha Christie hat in diesen zweiten Fall für Poirot aus dem Jahr 1923 wirklich viele Wendungen eingebaut. So viele, dass in diesem Krimi Hercule Poirot sogar noch während der Ermittlungen einige Einblicke in seine Überlegungen und Schlussfolgerungen gibt; wahrscheinlich, damit am Ende nicht alles auf einmal auf die Leserschaft einstürzt. Denn selbst auf den letzten Seiten ergibt sich noch Neues, das man so nicht vorhergesehen hat.
Natürlich weiß man als Christie-Leser, worauf man sich einlässt. Am Ende wird Poirot erklären, was wirklich geschehen ist, und wie so oft wird man feststellen, dass viele Hinweise durchaus vorhanden waren. Nur hat man sie entweder übersehen oder falsch bewertet.
Genau darin liegt für mich die Freude an diesen klassischen Krimis: Man liest nicht nur, um die Lösung zu erfahren, sondern auch, um sich unterwegs möglichst elegant täuschen zu lassen … aber das lässt sich letztendlich über jeden Agatha Christie-Krimi sagen.
Ein überaus unterhaltsamer Krimi aus Agatha Christies Anfangsjahren als Autorin und eine der Stufen auf ihrem Weg zum Weltruhm.