Buchbesprechung/Rezension:

Günter Neuwirth: Mord an der Weinstraße

Mord an der Weinstraße
verfasst am 15.07.2026 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor:
Genre:
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Online bestellen:   zum Thalia online-Shop zum Amazon online-Shop
Schon selbst gelesen? Gib hier Deine Bewertung zum Buch ab!
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

Günter Neuwirth gibt zunächst der Beschreibung der Ausgangslage zu dem Verbrechen, das folgen wird, ausgiebig Raum:

Heidrun, die Alleinerbin einer ertragreichen Kartonagenfabrik, die nicht nur ihre Eltern, sondern vor kurzer Zeit auch ihre jüngere Schwester verloren hat. Ihr Ehemann Patrick, der sich gemeinsam mit Heidruns bester Freundin Elke einen seltsamen Plan ausgedacht hat, um seine Frau aus ihrer Depression zu holen. Der Psychiater, der mehr für Heidrun empfindet, als es sein Berufsethos zulässt. Der Anwalt, der keine Skrupel hat, sich an den Vermögen seiner Klienten zu bedienen.

Und natürlich Christina Keyserling, die sich nach ihrem Abschied von der Kriminalpolizei und dem Umzug in die Südsteiermark auf ihren rundum renovierten Winzerhaus ihr Leben genießt. 

Alles sehr idyllisch und doch schon voller Anspannung bevor überhaupt noch ein Verbrechen geschieht.

Aber stimmt das überhaupt?
Ist wirklich noch nichts geschehen?

Wenn das erste Drittel des Krimis gelesen ist, beginnen sich die Vorgeschichten schön langsam zu einem Bild zusammenzufügen. Es ist Christina, die ein Mordopfer findet. Ausgerechnet sie, die doch mit solchen Dingen nichts mehr zu tun haben wollte; und doch kann sie es nicht lassen und beginnt mit eigenen Ermittlungen. Mit dem Fund des Toten stoßen sie und die Polizei auf eine ganze Reihe von verdächtigen Vorgängen, deren Umfang noch ganz nicht überschaubar ist.

Mit diesem Krimi lässt Günter Neuwirt nach vielen Jahren seine Ermittlerin Christina Kayserling wieder einen Fall lösen. Neun Jahre sind seit dem letzten Krimi (Totentrank, 2017) vergangen, in denen Neuwirth zuletzt die historischen Triest-Krimis mit Inspector Bruno Zabini veröffentlichte. Noch ein paar Jahre länger her ist es, dass ich mit „Moorhammers Fest“ den letzten Kayserling-Krimi gelesen habe.

Jetzt geht es nach den Ausflügen ins Triest der Kaiserzeit also wieder zurück in die Gegenwart und nach Österreich. Eine gelungene Rückkehr, wie ich finde. Da man davon ausgehen kann, dass seine Leserinnen und Leser die Details der früheren Kayserling-Krimis wegen der langen Pause nicht mehr parat haben, baut Neuwirth das, was aus der Vergangenheit für die Gegenwart wichtig ist, sehr unauffällig in die Handlung ein.

Die Handlung wird, nachdem das Wesentliche beschrieben ist, dann schrittweise immer temporeicher und mit dem Tempo stellen sich auch viele zuvor als sicher angenommen Details als doch nicht so sicher heraus. Im Mittelpunkt steht, neben Christina Kayserling natürlich, eine Frau, die von ihrem Umfeld manipuliert wird und von sich aus gar nicht erkennt, erkennen kann, was tatsächlich um sie herum vorgeht. Denn wem sie vertrauen kann und wer nur egoistische Ziele im Umgang mit ihr verfolgt, lässt sich nicht so einfach feststellen. Sie ist auf die Unterstützung wohlmeinender Menschen angewiesen, doch von diesen wird sie konsequent abgeschirmt. 

Auch wenn es vorrangig um Mord- und Totschlag geht: Neuwirth schreibt mit diesem Krimi auch eine Story über Abhängigkeiten und Manipulationen und kommt damit einem in unserer Gegenwart sehr präsenten Thema nahe; ist doch beides in der Zeit der exzessiven Nutzung von Social Media (auch wenn die im Krimi nicht Thema ist) etwas, das eine immer größer werdende Gruppe von Menschen betrifft.

Das Setting, die Atmosphäre, die Protagonisten rund um Christina Kayserling finde ich sehr sympathisch und wirklich gut gelungen – alles zusammen bietet das ganz sicher noch genügend Stoff für weitere Fälle in der Südsteiermark.

Zusammengefasst:
„Mord an der Weinstraße“ bietet sich unbedingt als Sommerlektüre für Strand, Pool und Terrasse an!




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Top