Flix: Lucky Luke - Die Grimm Brothers
Eine Lucky-Luke-Hommage von Flix und Reinhard Kleist (8)
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Wenn eine erfundene Geschichte nur überzeugend genug erzählt wird, dann kann es schon geschehen, dass viele sie für wahr halten.
Wieso kommt uns das so bekannt vor?
Vor 150 Jahren sorgten Märchen für den Stoff aus dem die Fantasiewelten entstanden, heute haben den Job wohl die „Influencer“ übernommen, von denen die meisten auch irgendwelche Geschichten aus ihren Fantasiewelten erfinden; und die Leute nehmen es für bare Münze …
Die Gebrüder Grimm („Märchen-Influencer“?) sind auf Marketing-Tour im Wilden Westen, denn was in Europa funktioniert, das muss doch auch bei den Cowboys Erfolg haben. Eine ganze Wagenladung Bücher haben sie im Gepäck, was sich schnell als zu optimistisch herausstellt. Denn die beiden haben nicht damit gerechnet, dass man bei den rauen Typen der Prärie mit Geschichten über Feen und Prinzessinnen gar nicht gut ankommt.
Ein Glück, dass die beiden gleich zu Beginn ihrer Lesereise Lucky Luke als Reisebegleiter, Guide und – wie sich herausstellt – Bodyguard engagiert haben. Der rettet sie nämlich oft davor, geteert und gefedert aus einer Stadt gejagt zu werden.
Lucky Luke weiß Rat, wie die ratlosen Gäste aus Europa ihr Publikum gewinnen könnten: Er bringt die Grimm-Brüder zu Ma Dalton, denn die kennt ganz sicher die richtigen Geschichten aus dem Wilden Westen. Doch das geht schief, denn Ma Dalton erfindet (!) Geschichten von ihren vier ach so gutherzigen und liebenswerten Söhnen.
Als die Grimm-Brüder das bei ihren folgenden Lesungen zum Besten geben, ist das Publikum zwar vollauf begeistert, aber sobald die Dalton-Brüder das erfahren, sind es gar nicht. Zerstören diese Wohlfühl-Storys doch ihren Ruf als böse Ganoven.
Eine nette Geschichte, wie gewohnt mit eingestreuten Verweisen auf unsere reale Gegenwart und natürlich einer gut dosierten Portion Geschichtsunterricht (beides zeichnet die Lucky-Luke Bände ja durchwegs aus!).
Mehr als nett ist „Die Grimm Brothers“ aber auch nicht, es fehlt mir insgesamt ein zündender Funke, der mich für die Story begeistern könnte. Dazu tragen auch die Illustrationen bei, die den ganzen Band mit oft allzu schreienden Farben für meinen Geschmack unruhig wirken lassen. Und weil ich schon bei der Grafik bin: Die Schriftgröße empfinde ich als viel zu klein, es wäre auch Platz gewesen, eine größere zu nehmen.
Zusammengefasst:
Für die Vollständigkeit der Lucky Luke-Sammlung ist dieser 8. Band der „Hommage-Reihe“ in Ordnung, für sich alleine aber begeistert er mich aber nicht sehr.