Buchbesprechung/Rezension:

Andreas Gruber: Die letzte Fahrt der Enora Time

Die letzte Fahrt der Enora Time
verfasst am 15.05.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Andreas Grubers Kurzgeschichtensammlung „Die letzte Fahrt der Enora Time“ vereint Geschichten aus unterschiedlichen Genres – Science-Fiction, Fantasy und Suspense oder wie man sie einordnen möchte  – und lässt in die schriftstellerische Bandbreite Grubers blicken.

Gerade diese abwechslungsreiche Mischung macht den besonderen Reiz der Sammlung aus: Mal futuristisch und fantasievoll, mal dunkel und geheimnisvoll, dann wieder spannend und sogar romantisch.

Besonders hervorzuheben ist jedoch die ungewöhnliche Form der Aufbereitung des Buches. Zwischen den Geschichten gewährt Gruber immer wieder persönliche Einblicke in die Entstehung der Texte. Er erzählt, wann und unter welchen Umständen einzelne Ideen entstanden sind, welche Themen ihn damals beschäftigt haben und welche Bücher, Filme oder Autoren ihn beeinflusst haben. Dadurch entsteht beinahe der Eindruck, nicht nur eine Kurzgeschichtensammlung, sondern zugleich eine literarische Reise durch die kreative Entwicklung des Schriftstellers anzutreten.

Gerade für Leserinnen und Leser, die sich für Science-Fiction begeistern, sind diese Hintergrundinformationen äußerst spannend. Andreas Gruber beschreibt offen, wie sich seine Leidenschaft für das Genre entwickelt hat und welche Inspirationsquellen ihn geprägt haben. Man spürt dabei seine große Begeisterung für fantastische Welten und außergewöhnliche Ideen. Diese persönliche Ebene verleiht dem Buch eine besondere Nähe und Authentizität, die man in klassischen Anthologien selten findet.

Und nebenbei finde ich in seiner Auflistung auch viel Autoren und Bücher aus meiner eigene Lesehistorie. Und weil Andreas Gruber, das dezidiert erwähnt: im Gegensatz zu ihm war ich früher ein absoluter Fan der Perry Rhodan-Heftreihe. Aber auch die Silberbände, die sagen Gruber mehr zu, sind es wert, gelesen zu werden.

Die Geschichten in dieser Sammlung selbst überzeugen durch unterschiedliche Stimmungen und Themen. Manche Texte setzen auf typische futuristische Konzepte und technische Visionen, andere leben stärker von Atmosphäre, Spannung oder überraschenden Wendungen. Dabei zeigt Gruber ein gutes Gespür die  Figuren und kompakte Erzählweise – eben genau das, was es im Kurzgeschichtenformat braucht.

Nicht jede Geschichte ist gleich stark, doch die Vielfalt sorgt dafür, dass die Sammlung niemals eintönig wird. Manches spielt in der fernen Zukunft, manches in der Gegenwart, manches in der Nachbarschaft und manches in den Tiefes des Weltraums. 

*„Die letzte Fahrt der Enora Time“* ist nicht nur Lesevergnügen für eingefleischte Fans von Andreas Gruber, sondern auch für alle Leserinnen und Leser, die einen Blick in unkomplizierte fantastische Literatur werfen möchten.

Für mich ist diese Sammlung überhaupt das erste Buch von Gruber das ich lese, den ich dabei als sehr gradlinig erzählenden Autor kennenlerne. Schnörkel oder verwinkelte Sätze sind nicht seines, was zu einem flotten  Lesetempo einlädt.

Besonders gelungen ist hier die Verbindung aus spannenden Geschichten und sehr persönlichen Kommentaren des Autors. Dadurch erhält das Buch fast den Charakter eines literarischen Tagebuchs – eine Mischung aus Unterhaltung, Werkstattbericht und Liebeserklärung an die fantastische Literatur.




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