Buchbesprechung/Rezension:

Alex Lèpic: Lacroix und der Flussschiffer von der Seine
Ein Fall für Lacroix (9)

Lacroix und der Flussschiffer von der Seine
verfasst am 05.05.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Der Ausflug einer Schulklasse aus Frankfurt in die Hauptstadt des Nachbarlandes Frankreich wird jäh unterbrochen von der Entdeckung einer Leiche auf dem Oberdeck eines Flussschiffes auf der Seine.

Der Pariser Commissaire Lacroix übernimmt diesen Fall. Zusammen mit seiner Kollegin Jade Rio beginnt er zu ermitteln. Die Besatzung des Schiffes behauptet, die Leiche nicht bemerkt zu haben, obwohl der Tote schon einige Stunden zuvor verstorben ist und dort liegt. Die Untersuchungen führen die beiden Ermittler entlang der Seine bis in die Region der Normandie. Dort wurde Laurent Poissy von seinem Bruder Sylvain Poissy als vermisst gemeldet. Die Leiche auf dem Flussschiff kann als der vermisst gemeldete Bruder identifiziert werden.

Die beiden Brüder waren ihr Leben lang gemeinsam auf dem Schiff „Romantica“ unterwegs gewesen. Laurent setzte sich dabei sehr für die Sauberkeit der Seine ein, darüber hinaus engagierte er sich stark gegen Drogenhandel, Schmuggel und Korruption auf der Seine. Dieses Engagement brachte ihm viele Feinde ein. Lacroix nimmt deshalb an, dass in dieser Szene der Mörder von Laurent Poissy zu finden ist. Im Laufe der Ermittlungen entdecken die beiden ein Netz aus Korruption und versteckter Kriminalität.

„Seit zwanzig Stunden? Das ist ja …“ Lacroix war selten um Worte verlegen, aber jetzt stotterte er doch, weil ihn dieser Umstand verwunderte. „Und seitdem hat er hier auf dem Schiff gelegen und ist unter zig Brücken durchgefahren, ohne jemandem aufzufallen?“

Lacroix und Jade Rio entdecken einen Zusammenhang zwischen dem Mord und den illegalen Geschäften, die auf der Seine eine unerwartete Größenordnung angenommen haben. Dies und die zwischenmenschlichen Konflikte unter Brüdern auf engem Raum eines Binnenschiffes sind spannend erzählt, wobei die Lösung erst auf den letzten Seiten erfolgt.

Fazit

Dieser kleine und relativ kurze Krimi hat mich von Anfang an an die Maigret-Romane erinnert. Sein ruhiger Stil hat mir sehr gefallen. Der Autor lässt den Leser an der Gedankenwelt des Commissaire und seiner Kollegin nur so weit teilhaben, dass man stets gespannt auf die Lösung des Falles bleibt.

Der Autorenname „Alex Lèpic“ ist das Pseudonym für Alexander Oetker. Der Vielschreiber unter den deutschsprachigen Krimiautoren zeigt keine Ermüdungserscheinungen im Entwickeln spannender Kriminalfälle. Ein Buch, das neugierig auf die acht vorherigen und auf zukünftige Fälle macht.




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