Maria Grund: Krakenkind
Die Berling-und-Pedersen-Reihe Band 4
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Buchbesprechung verfasst von: Britta
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Mit „Krakenkind“ setzt Maria Grund ihre düstere Skandinavien-Thrillerreihe fort und entführt die Leser erneut in die Abgründe einer scheinbar idyllischen schwedischen Kleinstadt. Auch im vierten Band bleibt sie ihrem Stil mit der Schaffung einer beklemmenden Atmosphäre, dunklen Geheimnissen und komplexen Figuren treu.
Es ist August 1996 in Småland. In dem kleinen Ort Kalmar scheint zunächst alles friedlich, doch der Schein trügt. Die Polizistin Sanna Berling steht eigentlich kurz davor, ein neues Leben zu beginnen. Sie möchte der Liebe wegen nach Gotland zurückkehren. Doch als sich ein grausiger Fall von Vergewaltigung ereignet und eine Hundeleiche gefunden wird, ändert sie ihre Pläne.
„Wie im Flug sind die Jahre vergangen. Vor zehn Jahren hat sie als Polizeianwärterin angefangen, zwar auf einem anderen Revier in Småland, aber trotzdem. Vor zehn Jahre hat sie ihren ersten Fall gelöst und wurde hierher versetzt, nach Kalmar. Doch es kommt ihr schon wie ein ganzes Leben vor, wenn sie an alles denkt, was seither passiert ist.“
Die Ermittlungen verlaufen schleppend, Hinweise sind rar. Je tiefer Sanna gräbt, desto deutlicher wird, dass viele etwas zu verbergen haben.
Und es bleibt auch nicht bei nur einem Opfer. Ein Netz aus Lügen, Schuld und verdrängter Vergangenheit beginnt sich immer enger zuzuziehen.
Mein Fazit:
Auch den vierten Band der „Berling-Pedersen-Reihe” habe ich mit einigem Unbehagen gelesen. Alle Figuren darin scheinen auf die eine oder andere Weise mit dem Leben zu kämpfen. Als Hundebesitzerin machte mir am meisten der tote Hund zu schaffen.
Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und beinhalten flotte Szenenwechsel. Es hat etwas Zeit gebraucht, bis sich bei mir ein guter Lesefluss eingestellt hat.
Meiner Ansicht nach ist es ein düsterer, schwerer und bedrückender Krimi. Jetzt im Frühling war es für mich in Ordnung, ihn zu lesen, aber in einer dunklen Jahreszeit ist er sicher schwerer verdaulich. Obwohl der Erzählstil der Autorin ruhig ist, baut er unterschwellig immer mehr Spannung auf. Das diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmt, begleitet einen durch das gesamte Buch. Im Nachwort sind sogar mehrere Notfall-Telefonnummern für Betroffene von Gewalt und Menschen in Krisensituationen aufgelistet.
Zusammengefasst ein Krimi mit eher ruhigem Erzählstil, also nicht geeignet für Leser, die viel Action erwarten.