Buchbesprechung/Rezension:

Toni Rivera: Die Familie sehen und sterben
Mörderisches Lugano (1)

Die Familie sehen und sterben
verfasst am 06.03.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Zwei Tote an einem Tag, aufgefunden an entgegengesetzten Orten rund um die Stadt Lugano im Tessin. Zwei Fälle, die man bei oberflächliche Betrachtung als Unglücksfälle, die nichts miteinander zu tun haben, schnell zu den Akten legen könnte. Mehr durch Zufall erkennt Capitano Enzo Rossi, dass er es mit zwei Morden zu tun hat, die jemand eben als Unfälle tarnen wollte.

Zunächst einmal bin ich ein wenig verwirrt und muss mich erst in der Handlung zurechtfinden. Capitano Rossi ist der Ich-Erzähler und dabei blickt man tief in seine Gedankenwelt. Sprunghaft vermischen sich jetzt Rückblicke auf seine Familiengeschichte mit den Fällen, an denen er arbeitet. Schnell erkennt man, mit wem man es bei Capitano Rossi zu tun hat.

Rossi steht wenige Jahre vor seiner Pensionierung und genießt wegen des Einflusses seinen Bruders Fabrizio so etwas wie Narrenfreiheit in der Polizeibehörde. Dennoch hegt er Misstrauen gegen seine Assistentin, der er bei jeder Gelegenheit unterstellt, an seinem Sessel sägen zu wollen. Enzo Rossi weiß selbst, dass er wichtiges immer öfter vergisst und sich allzu leicht durch Nebensächlichkeiten ablenken lässt. Was ihm aber immer noch geblieben ist, das ist sein Instinkt. Wichtiger Teil von Enzos Leben ist sein Bruder Fabrizio, einer der reichsten Einwohnern von Lugano, ein Selfmade-Milliardär, der mit allen einflussreichen Leuten der Stadt und des Kantons enge (zu enge?) Beziehungen pflegt – und damit sind nicht nur Politik und Behörden, sondern auch die Mafia gemeint. Nicht zu vergessen noch Enzos Schwester Alessia, Inhaberin eines Restaurants in Lugano. 

Enzo zur Seite steht die schon erwähnte Assistentin Ispettrice Gemma Crivelli, die er, das passt zu seiner unsteten Gefühlswelt, zugleich als Freundin, wie auch als Konkurrentin um seinen Posten als Capitano betrachtet.

Die ersten Kapitel vermitteln mir noch nicht das Bild, von dem, was kommen wird, selbst die Sprache ändert sich später. Der, nach meinem Geschmack verunglückte, stellenweise leicht saloppe Stil zu Beginn wandelt sich in einen überschaubaren und ernsthaften Erzählstil und das begrüße ich sehr. Damit finde ich immer besser in die Story hinein und lese einen immer rasanter werdenden Roman, der zugleich Krimi, Familiengeschichte und Thriller über die Verwicklungen von Politik und Unterwelt ist. 

Es ist absehbar, dass sich alle diese Elemente irgendwann zu einem gemeinsamen Finale vereinigten werden. Bis es so weit ist, entwickelt sich eine dichte, fesselnde Story, in der erkennt, dass ein dramatisches Ereignis aus der Vergangenheit das Geschehen in der Gegenwart bestimmt; hat man zudem  die Protagonisten kennengelernt und weiß um ihre Eigenheiten und Geheimnisse Bescheid, wird aus dem zu Anfang (siehe oben) etwas störrischen Krimi ein richtig gehender Pageturner.

Und wie es sich für einen solchen Pageturner gehört, mündet alles in einen Showdown – samt Cliffhanger, der praktisch alle Optionen für den zweiten Band der Reihe (erscheint im Frühling 2027) offen lässt.

Die Familie sehen und sterben ist, zusammengefasst, ein toller Start für die neue Krimi-/Thriller-Reihe. Ein ungewöhnlicher Krimi, der sich in Stil und Inhalt deutlich von der Masse der Neuerscheinungen deutlich abhebt! 




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