Eva Reichl: Zwei Leichen zum Prosecco
Chefinspektorin Lotta Meinich (2)
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Haben sich die vier Freundinnen etwa zu einem Mordkomplott verschworen? Von der Hand zu weisen ist das nicht, denn gerade hat eine von ihnen, Elke Froschberger heißt sie, mitgeteilt, dass sie von ihrem Ehemann andauernd betrogen wird und die anderen drei haben sich mit Lösungsvorschlägen geradezu überboten.
(Hier kommt auch gleich der Prosecco aus dem Buchtitel ins Spiel, denn die vier Freundinnen gönnen sich bei diesem Treffen reichlich davon.)
Wenn besagter Ehemann tags darauf im Kürnbergwald nahe Linz ermordet aufgefunden wird, dann ist das schon ein seltsamer Zufall, oder? Gemordet wurde zudem mit 22 Messerstichen, was auf außerordentliche Leidenschaft seitens der Mordperson hinweist, typische Beziehungstat. Rasch hat die Polizei festgestellt, dass es sich bei dem Toten um Elkes Ehemann Martin Froschberger handelt, Juwelier mit Geschäften in Linz und Steyr und seines Zeichens stadtbekannter (oder heißt das in die Fall „städtebekannter“?) notorischer Fremdgeher.
Ins Rollen kommt alles, als Lotta und Papa Gustav auf einem Spaziergang im Kürnbergwald unterwegs sind und Gustavs Hund Johann Strauss die Leiche entdeckt.
Es ermitteln Chefinspektorin Lotta Meinich und ihr Kollege Daniel Prischko und in spezieller Art und Weise auch Lottas Vater Gustav, seinerseits pensionierter Chefinspektor. Die privaten und beruflichen Verwicklungen der drei stehen einerseits auf einem anderen Blatt (vieles ist darüber nachzulesen), einiges davor erweist sich aber andererseits auch nicht unbedeutend in Bezug auf die spätere Auflösung des Falles.
Zwei Tage später geht es weiter: im selben Wald an andere Stelle wird ein weiterer Toter gefunden, 23 Messerstiche haben seinem Leben ein Ende bereitet. Schon wieder ist offensichtlich Leidenschaft im Spiel und schon wieder gibt es keine Spur und keinen Ermittlungsansatz, weil alle möglichen Verdächtigen ein bombenfestes Alibi haben. Weil eine alte Polizeiweisheit lautet „es gibt keine Zufälle“ ist klar, dass beide Taten zusammenhängen. Doch wie, das bleibt beinahe unentdeckt …
Dieser zweite Fall für Lotta Meinich ist von Beginn an unterhaltsam und schwungvoll erzählt. Auch wenn man den ersten Fall nicht gelesen hat, wird man sehr schnell in die sie Story hineinfinden und auch die handelnden Personen nehmen schnell Gestalt an.
Es bleibt bis zum Finale turbulent – zum Schluss stelle ich fest, dass meine Ahnung über die Auflösung zu 100 % gestimmt hat. Es wäre also in diesem Krimi durchaus möglich beim Lesen schon früh herauszufinden, wie die verschiedenen Spuren und Hinweise zusammenhängen. Dann ergibt sich die Spannung eben aus der Frage, ob man selbst richtig ermittelt hat, oder Eva Reichl noch eine Finte eingebaut hat, die in eine andere Richtung führt.
„Zwei Leichen zum Prosecco“ überfordert seine Leserschaft nicht, der Krimi ist ein vielmehr bestens geeignet für ein paar sehr entspannte Lesenstunden: keine grausigen Details stören das Vergnügen und – siehe oben – mit ein wenig mitraten (Krimi-Vielleser wie ich sind hier klar im Vorteil) klärt man den Fall auch selbst.