Buchbesprechung/Rezension:

Nicole Stranzl: Waldgeheimnis

Waldgeheimnis
verfasst am 11.02.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Wenn die Autorin gleich zu Beginn die Leserinnen und Leser davor warnt, dass es in der Story gelegentlich recht brutal zugeht, dann ist das eine überaus passenden Einstimmung auf das, was folgt.

Der Start mag zunächst etwas unübersichtlich wirken, man steigt ohne große Einleitungen direkt in Geschehen ein (so wie man zu einem Gespräch dazu kommt, dass schon einige Zeit im Gange ist). Zuerst eine Mordszene, deren Hintergrund man aber erst sehr viel später erfahren wird. Gleich im folgenden Kapitel erfährt man aber, wer das Opfer des Verbrechens ist und wer diesen Fall aufklären soll. 

Das Opfer ist der IT-Unternehmer Tristan Wittmann, der erschlagen in seiner äußerst luxuriösen Villa liegt. Der Tote war kein Kind von Traurigkeit, wie die beiden Ermittler Alina Fink und Alexander Thaler bald herausfinden. Der Golfschläger als Mordwaffe ist in dieser Szenerie überaus passend.

Szenenwechsel 1:
Rückblick auf den grausamen Alltag, den ein kleines Mädchen ein paar Jahrzehnte zuvor durchleben musste. Es werden noch weitere solcher Erinnerungen folgen, die allesamt eine Tat beschreiben, die sich wohl allzu oft auch in der realen Welt zuträgt.

Szenenwechsel 2:
In der Strafanstalt Graz-Karlau sitzt der Massenmörder Nikolaus Novak ein. Ein psychopathischer Triebtäter, der es meisterhaft versteht, sein Umfeld zu manipulieren. Während der Gefängnispsychiater erkennt, dass dieser Mann weiterhin und wahrscheinlich für immer eine Gefahr für den Menschen um ihn herum darstellt, arbeitet Novak schon an dem Plan für seine Flucht. Denn in Novaks Hirn sitzt der Gedanke fest, dass er sein Werk nicht beenden konnte, als ihn Alina Fink ein paar Jahre zuvor überführen und verhaften konnte. Novaks Flucht markiert dann den Beginn einer weiteren Eskalation.

Wenn man nun nach ein paar Kapiteln noch immer dabei ist, die verschiedenen Ereignisse zu überblicken und zu verbinden, dann heißt es nur noch ein wenig Geduld zu haben. Es wird sich alles passend zusammenfinden. Und es wird noch dramatischer und schonungsloser, als man es wahrscheinlich erwartet hat. 

Der Begriff „Hard-Boiled“ ist zwar nicht zur Gänze, aber doch in vielen Details eine überaus passende Charakterisierung dieses Krimis.

Denn Nicole Stranzl geht gnadenlos mit ihren Protagonisten um. Man wird auf fast niemanden treffen, der nicht von Ängsten oder Träumen oder Dämonen verfolgt wird. Das alles, während über die Steiermark mit dem Brennpunkt Graz ein wahrer Tsunami an Verbrechen hereinbricht, der nicht nur Alina und Alex, sondern die Polizei insgesamt an ihre Grenzen bringt.

Ungeklärte Morde, ein Massenmörder auf der Flucht und die Gewissheit, dass damit noch lange nicht das Ende der Verbrechen erreicht ist.

Obwohl in der Steiermark angesiedelt, würde die Bezeichnung „Regionalkrimi“ zu falschen Erwartungen verleiten, denn die Handlung ist nicht wirklich ortsgebunden, sondern könnte auch in einer anderen Region spielen.

Vor allem aber ist „Waldgeheimnis“ temporeich und packend und hat mich (nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung – siehe oben) nicht mehr losgelassen, bis ich am Ende alles erfahren hatte. Ein Ende übrigens, das nur zum Teil vorhersehbar ist, tatsächlich aber noch weit dramatischer abläuft, als man es sowieso schon erwarten könnte.

Ein Cliffhänger, natürlich, weist den Weg für eine Fortsetzung; die wird man sich nach diesem Thriller nicht entgehen lassen – ich jedenfalls bin dann wieder dabei!




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