Carl Nixon: Fish ’n’ Chip Shop Song und andere Geschichten

verfasst am 30.05.2016 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kurzgeschichten, Nixon, Carl

Carl Nixon erzählt Geschichten so, als ob es die Protagonisten tatsächlich gäbe, vielleicht tun sie das ja auch.

Das ist meine erste Begegnung mit dem Autor, und es war eine sehr gute Entscheidung dieses Buch zu lesen. Nixon  ist Neuseeländer und erzählt von Beziehungsschicksalen zwischen Vätern und Söhnen, zwischen Eltern und Kindern. Seine Geschichten sind teilweise traurig schön, melancholisch, manchmal ein bisschen verwirrend, aber es gelingt ihm immer, sich beim lesen  in die Schicksale der Menschen hineinzufühlen, zumindest war es bei mir so.

Die Geschichte um Ron, den Kriegsveteranen, ist ein berührendes Erlebnis. Ron wird zu einem Veteranentreffen nach Kreta eingeladen. Nicht mehr Viele sind noch in der Lage an diesem Treffen teilzunehmen. Auch Ron zweifelt anfangs daran, dass es eine gute Idee sei nach Kreta zu fliegen. Ist es doch ein langer Flug von Neuseeland bis nach Europa. Doch seine Tochter Margret überzeugt ihn davon, noch einmal etwas zu erleben. Sie begleitet ihn mit ihrem Mann Peter auf dieser Reise.

Der Zwist zwischen Vater und Sohn, der Sohn beschuldigt den Vater den Tod seines kleinen Sohnes verschuldet zu haben. Zum Leidwesen des Rests der Familie zerstört das das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Letztendlich finden die beiden in der Todesstunde des Vaters wieder zueinander. Eine sehr sensible Erzählung.

Die Eltern, die ein Kind adoptieren wollen und dazu die weite Reise nach China antreten, um dort ihre zukünftige Tochter abzuholen  Die Mutter wird plötzlich von Zweifeln geplagt. Das Kind verhält sich abweisend.  Nixon spannt einen Bogen bis zu der Zeit, wo eine zufriedene Familie mit Tochter in Harmonie lebt. Diese Geschichte hat mich besonders berührt.

Der Sohn, der seinen Vater bestiehlt, ihm ein wertvolles Bild entwendet um mit dem Erlös sein zügelloses Leben zu finanzieren. Er lebt in den Tag hinein, hat seine schwangere Freundin aus dem Haus geworfen.  Oder die Erzählung von Eyelash, Coutts, Lars und John. Lars, ein Seemann legte sich zu Eyelash ins Bett, das Ergebnis war John. Ihre Eltern, speziell ihr Vater  wollten von der Tochter nichts mehr wissen und wiesen sie aus dem Haus. Coutts, der Obstverkäufer nahm sie bei sich auf. Eines Tages erschien Lars im Geschäft. Er nahm Eyeless und John mit nach Norwegen.

Nixon erzählt sehr lebensnahe Geschichten, das könnte alles so gewesen sein. Es könnte so passieren. Seine Figuren könnten die Nachbarn sein, denen eines der Schicksale widerfährt. Die Erzählungen sind von einer Intensität, voll von Leben  und Leidenschaft. Ein lesenswertes Buch.

Am Ende des Buches gibt es eine Leseprobe aus Nixons Buch/Krimi Rocking Horse Road. Liest sich spannend und animiert dazu, das Buch  zu lesen. Das ist das erste Buch von Carl Nixon, mit dem er auch in Deutschland sehr erfolgreich war.



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