Olivier Rolin: Letzte Tage in Baku

verfasst am 18.03.2014 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Rolin, Oliver, Romane

Rolin reist im Jahr 2009 von Paris nach Baku, in die aserbaidschanische Hauptstadt,  um sich dort im Hotel Abscheron einzumieten. Zu seiner Überraschung gibt es dieses Hotel nicht mehr, es wurde zwei Monate vor seiner Ankunft in Baku abgerissen.

Der Grund für Olivier Rolin’s Reise nach Baku ist ein von ihm im Jahr 2004 veröffentlichter Roman, in dem sich ein Schriftsteller gleichen Namens im Hotel Abscheron, im Zimmer 1123 einmietet, und sich dort  mit einer Pistole das Leben nimmt.

Nun möchte Rolin herausfinden, ob tatsächlich der Tod auf ihn wartet. Rolin führt uns mit seinem Roman in eine Welt, die geprägt ist von ihrer Vergangenheit. Baku befindet sich in einem ambivalenten Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Rolin lernt berühmte Künstler kennen, unterhält sich mit vollbusigen Frauen von Ministern. Er wandelt auf den Spuren von Jossif Dschugaschwili, als dieser noch nicht „Stalin“ genannt wurde. Er speist im berühmten Texas Cafe. Rolin erzählt über die Ölfelder am Kaspischen Meer, deren Fördertürme wie riesige verrostete Nägel aus der Erde ragen. Der Märtyrer Friedhof  mit seinen stehenden Toten auf ihren Gräbern zieht ihn in seinen Bann.

Besonders angetan hat es ihm der Grabstein mit dem Bildnis einer wunderschönen Frau. Er besucht Moscheen, die aussehen wie riesige Ostereier. Er geht mit Mehmet angeln, fährt alleine in einer Riesenrad-Gondel. Rodin feiert seinen zweiundsechzigsten Geburtstag.

„Letzte Tage in Baku“ ist kein einfach zu lesendes Buch, das ich sicherlich ein zweites Mal lesen werde, lesen muss.

Rodin packt in dieses kleine Büchlein soviel Informationen, so viele Hinweise auf Personen des kulturellen Lebens,  der Politik, das es mir schwer gefallen ist, immer „am Ball“ zu bleiben. Trotzdem empfehle ich das Buch ob seiner Informationsdichte und seinen, teilweise schmerzvollen Schilderungen.

Es ist ein spannendes Buch, ein hochinteressantes Buch.


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