C.S. Forester: Tödliche Ohnmacht

verfasst am 01.01.2014 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Forester, C. S., Kriminalromane

Als Marjorie Grainger durch die Türe ihres Hauses tritt kann sie es gleich riechen: Gas! Als sie dann, voller entsetzlicher Vorahnungen, die Küche im Erdgeschoß betritt, kann, muss sie es sehen: da liegt Dot, ihre jüngere Schwester. Der Kopf im Gasherd, genau so, wie man es bei einem Selbstmord erwarten könnte. Aber warum Selbstmord? Warum Dot? Sie war gekommen, um an diesem Abend auf die Kinder aufzupassen und nun ist sie tot.

Kurz nach Marjorie kommt auch Ted, ihr Ehemann, nach Hause. Genau wie sie selbst ist er erschüttert, ja die Angelegenheit scheint ihn derart mitzunehmen, dass bei Marjorie beinahe die alte, lange vergessene Zuneigung für Ted wieder erwacht. Ein Gefühl, das in der darauf folgenden Nacht aber gleich wieder verschwindet und der gewohnten Abneigung und dem kaum zu verbergenden Widerwillen Platz macht. Ted, der ausgerechnet in der Nacht, als ihre Schwester stirbt, von Marjorie eheliche Pflichten einfordert.

Bei der Autopsie stellt sich Unerwartetes heraus: Dot war schwanger, im dritten Monat und sie hatte viel Alkohol im Blut. Marjorie und ihre Mutter sind zutiefst erschüttert, denn das alles passt nicht zu Dot.

Und noch etwas kommt durch Zufall heraus, als der kleine Derrick, Marjories Sohn, davon erzählt, wie an jenem Abend Tante Dot und Papa in der Küche gesessen waren, lachten und sich vergnügten und sich am Rotwein labten. Ted hingegen hatte behauptet, den ganzen Abend mit Billard spielen verbracht zu haben.

In Marjorie und ihrer Mutter erwächst der ungeheure Verdacht, dass Ted der Vater des Kindes wäre, dass er Dot, um sie zum Schwiegen zu bringen, getötet hätte. Als die Polizei den Fall als Selbstmord zu den Akten legt, fasst Mrs. Claire, Marjories Mutter, den Plan, den Tod ihrer jüngeren Tochter zu rächen; denn sie und Marjorie sind bald absolut sicher, dass Ted ein Mörder ist.

Doch während Mrs. Claire schon heimlich das Netz spinnt, in dem sich Ted verfangen soll, sucht Marjorie lediglich nach einem Weg, ihn zu verlassen; sie ahnt dabei nicht, wie sehr schon alles den von ihrer Mutter geplanten Weg geht. Ein verliebter junger Mann gerät dabei ahnungslos in eine Leidenschaft mit ungewissem Ausgang.

Die Charaktere sind allesamt sehr pointiert, um nicht zu sagen übermäßig, gezeichnet. Jede/r wird in eine Schublade gezwängt, womit die Rollen von Beginn an klar verteilt sind. Ted, der Unsympatische, Marjorie, die Leidende, Mrs. Claire, die Rachsüchtige und George Ely, der Blind-Verliebte. Auch Anne und Derrick, die beiden Kinder, handeln klischeehaft und erwartbar.

Darunter leiden Handlung und Spannung, denn es lässt sich immer erraten, was als nächstes geschehen wird. Überdies merkt man dem Roman an, dass er in den 1930ern geschrieben wurde: der Stil ein wenig verstaubt, die Vorgänge etwas zu simpel und überdies die ganze Geschichte verworren. Merkbar ist Foresters Versuch, eine Art Psychothriller zu verfassen. Das scheitert aber leider völlig am schablonenhaften Verhalten der Protagonisten

Kein Krimi, den man unbedingt gelesen haben muß.


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