Dostojewski, Fjodor: Schuld und Sühne

verfasst am 15.05.2009 von | 1 Kommentar
Rubriken: Dostojewski, Fjodor, Romane

Was bewegt jemanden, sich durch die 800 bzw 1600 Seiten schwere Werke „Schuld und Sühne“ und „Krieg und Frieden“ zu quälen? Sicherlich zum Einen, dass die beiden Bücher die Meisterstücke von Dostojewski und Tolstoi sind und zu den Klassikern der (russischen) Literatur zählen. 

Zum Anderen sicher auch, dass sie simultan (Mitte des 19. Jh) und in ähnlicher Form (als Fortsetzungsroman in Zeitschriften) veröfftenlicht wurden (was zur Interaktion führte, da Dostojewski in Schuld und Sühne auf Teile von Krieg und Frieden reagiert und Stellung nimmt).

Neben dem Umfang haben beide Werke auch die Gemeinsamkeit, dass sie durch die russische Namensgebung sehr verwirrend sind, da die einzelnen Charaktere oftmals durch 3 verschiedene Namen beschrieben werden. Deshalb war mein Hauptgrund, mich endlich über die beiden Werke zu machen, 2 Auslandsreisen, bei denen ich viel Zeit im Flugzeug verbringen musste.

Nun aber zum ersten der beiden Bücher  (und hier enden für mich die Gemeinsamkeiten):

Schuld und Sühne ist eine sehr detailierte Geschichte über einen verarmten Studenten, der der Versuchung des Raubmordes an einer, für ihn nicht lebenswerten Pfandleiherin, nicht widerstehen kann. Die Frage, ob ein Leben nützlicher als ein anderes sei und deshalb Mord ein legitimes Mittel ist, wird für mich ausgezeichnet behandelt. Nach dem Mord, der Schuld in Dostojewskis Werk, beginnt der Teil der Sühne. Die Reaktionen seines sozialen Umfelds auf den Mord und erste Schuldgefühle stürzen den Studenten in verschiedenste Gefühlslagen, die sehr gut nachvollziehbar von Dostojewski gezeichnet werden. Die verschiedensten Nebencharaktere die D. in seinem Werk auftauchen lässt, insbesondere der ermittelnde Polizeibeamte, der eine sehr ausgeklügelte Taktik verfolgt um den Studenten zu überführen und ein Mann der dem Studeten helfen will um die Gunst seiner Schwester zu erlangen, kreieren in Schuld und Sühne ein stetes Auf und Ab und lassen beim Leser die verschiedensten Gefühle entstehen.

Dostojewski gelingt es meines Erachtens hier ausgezeichnet Mitleid, Hass, Verwunderung beim Leser für den Studenten zu erzeugen und durch die genaue Beschreibung der Gedanken des Studentens und seines Umfelds entstehen viele interessante Überlegungen beim Leser.

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RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  Jatman am 13.04.2011 um 15:26 Uhr Uhr

    Wunderbar. Sie haben nahezu ein Kunststück vollbracht. Schuld und Sühne auf seinen absolut wesentlichen Inhalt heruntergebrochen. Dazu wäre ich auch gern in der Lage. Ich verheddere mich jedoch immer wieder in den vielen „Nebenschauplätzen“. Zu Dostojewski gibt es hier noch mehr zu erfahren: dostojewski.npage

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