Buchbesprechung/Rezension:

Gabriele Hasmann, Andrea Schuh: Die Bastarde der Habsburger

Die Bastarde der Habsburger
verfasst am 01.10.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Das bekannteste Gspusi aus der Habsburgerzeit ist wohl die Liaison zwischen Franz Joseph I und Katharina Schratt. Ob auch seine geliebte Sisi eine Affäre hatte, nämlich eine mit den Grafen Andrássy, das ist nicht ganz so eindeutig belegt.

Affären sind das eine, dass die oft nicht ohne Folgen bleiben, das ist das andere. Wenn es dann noch so eine tief-katholische Familie wie die Habsburger betrifft, dann wird das ganz gleich noch pikanter.

Die Autorinnen Gabriele Hasmann und Andrea Schuh haben sich die Aufgabe geteilt, alle Gspusis, Affären und die daraus entsprungenen manchmal mehr, manchmal weniger geheim gehaltenen Nachkommen aufzulisten.  (Wenn das diese „Bastarde“ sind, wie der Buchtitel sie bezeichnet, dann mag das mehr dem Sprachgebrauch vergangener Zeiten entsprechen).

Der erste Teil des Buches befasst sich quasi mit den „alten“ Habsburgern, mit der Zeit der Römisch-Deutschen Kaiser, die im Jahr 1806 mit Franz II als letzten Herrscher endete. Da tummelten sich einige Herrscher, die ihre Begierden nicht unter Kontrolle halten konnten. Unter diesen auch der legendäre Kaiser Maximilian I. Obwohl der seine große Liebe und erste Ehefrau in der in jungen Jahren bei einem Reitunfall ums Leben gekommenen Maria von Burgund gefunden hatte, hinderte ihn das nicht, es auf gerüchteweise 70 uneheliche Nachkommen zu bringen. Damit mag er vielleicht der Rekordhalter unter den Habsburgern sein, aber es gab noch sehr viel andere, die sich nicht zurückhalten konnten oder wollten. So wurden die Gene der Habsburger zwar weit verbreitet, aber nur vereinzelt fand es die Geschichte wert, einen dieser Nachkommen zu erwähnen.

Besonders interessant sind dabei auch die spanischen Habsburger. Dort wurden uneheliche Nachkommen keineswegs immer nur versteckt. Manche erhielten finanzielle Unterstützung, kirchliche Ämter, militärische Aufgaben oder Adelstitel und wurden sogar gezielt für die Interessen der Dynastie eingesetzt. Das Schicksal eines solchen Kindes hing also ganz wesentlich davon ab, ob es für das Herrscherhaus als nützlich oder als störend angesehen wurde.

Der zweite Teil des Buches wurde von Andrea Schuh verfasst und widmet sich der Zeit des Kaisertums Österreich, die 1804 mit Franz I. begann und 1918 mit Karl I. endete. In dieser Ära gelang es den Habsburger sichtlich besser, ihre Liebschaften und deren Folgen zu verbergen, denn die Autorin musste sich sehr oft der Wörter „könnte“, „sollte“,  „dürfte“ oder „wahrscheinlich“ bedienen, wenn es um mögliche oder wahrscheinliche Affären und Nachkommen ging.

Die Folgen habsburgischer Gspusis wirkten teilweise noch weit über die Kaiserzeit hinaus. Vermeintliche oder tatsächliche Nachkommen diverser Liebschaften versuchten bis ins 20. Jahrhundert hinein, ihre Abstammung nachzuweisen und sich mitunter auch über Gerichte in den Stammbaum der Habsburger hineinzureklamieren. Erfolg hatten sie damit selten, und so blieb vielen nur das Schicksal des Vergessenwerdens.

In Summe ist es eine schier unüberschaubare Zahl an Nachkommen, über die im Buch nachzulesen ist. Manche – es waren nur wenige – wurden anerkannt und konnten sich in einflussreichen Positionen behaupten. Einige fanden ihren Platz im Militär, in der Verwaltung oder in der Kirche. Für viele andere blieb ihre Herkunft unklar oder wurde bewusst verschwiegen. Sie führten ein bürgerliches Leben außerhalb jener offiziellen Familiengeschichte, die in den Stammbäumen der Dynastie festgehalten wurde.

Insgesamt gesehen zeigt sich mit den hier zusammengetragenen Daten und Biografien am Ende vor allem eines: Über Jahrhunderte hinweg präsentierten sich die Habsburger nach außen als gottesfürchtige, sittsame Herrscherfamilie, deren Ehen vor allem der Dynastie, der Macht und der Erbfolge dienten. Im Privaten waren die moralischen Maßstäbe offenbar oft wesentlich großzügiger.

Eine sehr detailreiche Chronik und ein Buch für alle, die sich auch für die weniger bekannten Seiten der Habsburger und damit auch der Geschichte Österreichs interessieren.

Das bekannteste Gspusi aus der Habsburgerzeit ist wohl die Liaison zwischen Franz Joseph I. und Katharina Schratt. Ob auch seine geliebte Sisi eine Affäre hatte, nämlich eine mit Graf Andrássy, das ist nicht ganz so eindeutig belegt.

Affären sind das eine, dass sie oft nicht ohne Folgen bleiben, das andere. Wenn es dann noch eine so tief katholische Familie wie die Habsburger betrifft, dann wird das Ganze gleich noch pikanter.

Die Autorinnen Gabriele Hasmann und Andrea Schuh haben sich die Aufgabe geteilt, all die Gspusis, Affären und die daraus hervorgegangenen, manchmal mehr, manchmal weniger geheim gehaltenen Nachkommen aufzulisten. (Wenn das diese „Bastarde“ sind, wie der Buchtitel sie bezeichnet, dann mag das mehr dem Sprachgebrauch vergangener Zeiten entsprechen.)

Der erste Teil des Buches befasst sich quasi mit den „alten“ Habsburgern, mit der Zeit der römisch-deutschen Kaiser, die im Jahr 1806 mit Franz II. als letztem Herrscher endete. Da tummelten sich einige Herrscher, die ihre Begierden nicht unter Kontrolle halten konnten. Unter ihnen auch der legendäre Kaiser Maximilian I. Obwohl er in seiner ersten Ehefrau Maria von Burgund, die in jungen Jahren nach einem Reitunfall ums Leben kam, seine große Liebe gefunden hatte, hinderte ihn das nicht daran, es auf gerüchteweise 70 uneheliche Nachkommen zu bringen. Damit mag er vielleicht der Rekordhalter unter den Habsburgern sein, aber es gab noch sehr viele andere, die sich nicht zurückhalten konnten oder wollten. So wurden die Gene der Habsburger zwar weit verbreitet, aber nur vereinzelt fand es die Geschichte wert, einen dieser Nachkommen zu erwähnen.

Besonders interessant sind dabei auch die spanischen Habsburger. Dort wurden uneheliche Nachkommen keineswegs immer nur versteckt. Manche erhielten finanzielle Unterstützung, kirchliche Ämter, militärische Aufgaben oder Adelstitel und wurden sogar gezielt für die Interessen der Dynastie eingesetzt. Das Schicksal eines solchen Kindes hing also ganz wesentlich davon ab, ob es für das Herrscherhaus als nützlich oder als störend angesehen wurde.

Der zweite Teil des Buches wurde von Andrea Schuh verfasst und widmet sich der Zeit des Kaisertums Österreich, die 1804 mit Franz I. begann und 1918 mit Karl I. endete. In dieser Ära gelang es den Habsburgern sichtlich besser, ihre Liebschaften und deren Folgen zu verbergen, denn die Autorin musste sich sehr oft der Wörter „könnte“, „sollte“, „dürfte“ oder „wahrscheinlich“ bedienen, wenn es um mögliche Affären und Nachkommen ging.

Die Folgen habsburgischer Gspusis wirkten teilweise noch weit über die Kaiserzeit hinaus. Vermeintliche oder tatsächliche Nachkommen diverser Liebschaften versuchten bis ins 20. Jahrhundert hinein, ihre Abstammung nachzuweisen und sich mitunter auch über Gerichte in den Stammbaum der Habsburger hineinzureklamieren. Erfolg hatten sie damit selten, und so blieb vielen nur das Schicksal des Vergessenwerdens.

In Summe ist es eine schier unüberschaubare Zahl an Nachkommen, über die im Buch nachzulesen ist. Manche – es waren nur wenige – wurden anerkannt und konnten sich in einflussreichen Positionen behaupten. Einige fanden ihren Platz im Militär, in der Verwaltung oder in der Kirche. Für viele andere blieb ihre Herkunft unklar oder wurde bewusst verschwiegen. Sie führten ein bürgerliches Leben außerhalb jener offiziellen Familiengeschichte, die in den Stammbäumen der Dynastie festgehalten wurde.

Insgesamt lassen die hier zusammengetragenen Daten und Biografien vor allem einen Schluss zu: Über Jahrhunderte hinweg präsentierten sich die Habsburger nach außen als gottesfürchtige, sittsame Herrscherfamilie, deren Ehen vor allem der Dynastie, der Macht und der Erbfolge dienten. Im Privaten waren die moralischen Maßstäbe offenbar oft wesentlich großzügiger.

Eine sehr detailreiche Chronik und ein Buch für alle, die sich auch für die weniger bekannten Seiten der Habsburger und damit auch für die Geschichte Österreichs interessieren.




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