Buchbesprechung/Rezension:

Agatha Christie: Ein gefährlicher Gegner
Ein Fall für Tommy & Tuppence (1)

Ein gefährlicher Gegner
verfasst am 06.08.2026 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor:
Genre:
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Online bestellen:   zum Thalia online-Shop zum Amazon online-Shop
Schon selbst gelesen? Gib hier Deine Bewertung zum Buch ab!
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

Dieses erste „Abenteuer“ (das ist wörtlich zu nehmen) wurde im Jahr 1922 veröffentlicht und ist erst der zweite Roman, den Agatha Christie veröffentlichte.

Das Geschehen ist im und in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg angesiedelt. Wahrscheinlich wurde die Handlung auch vom gerade erst zu Ende gegangen irischen Unabhängigkeitskrieg beeinflusst. Denn es geht um nichts weniger als einen möglichen Umsturz im United Kingdom, der von Verschwörer im Land, die von ausländischen Agenten unterstützt werden, geplant wird.

Es beginnt an Bord der Lusitania, als diese nach einem Torpedotreffer zu sinken beginnt. Ein Amerikaner steckt einer Landsfrau einen Umschlag mit immens wichtigen Dokumenten zu und beschwört sie, diese an die amerikanische Botschaft zu übergeben. Doch dazu kommt es nicht: Der Bote geht mit der Lusitania unter und die junge Frau verschwindet spurlos, nachdem sie sicher an Land gebracht wurde.

Einige Jahre später, der Krieg ist zu Ende, geraten Tuppence und Tommy rein zufällig in den Strudel der Affäre, als sie sich Gedanken darüber machen, wie sie zukünftig Geld verdienen können. Entsprechend dem Charakter der beiden entschließen sie sich, sich für Aufgaben engagieren zu lassen, die von den Auftraggebern nicht selbst erlegt werden können. Ganz egal worum es geht, Hauptsache es wird ein Abenteuer daraus.

Das Gespräch der beiden hört ein nicht allzu sympathischer Mann mit, der Tuppence ein Angebot macht, dass sie nicht ablehnen kann. Denn die Entlohnung ist außerordentlich hoch und die Geldbörsen der beiden sind außerordentlich leer. Gefunden werden soll eine junge Frau, doch die Verhandlung mit dem Auftraggeber verläuft seltsam und endet abrupt. Warum? Weil Tuppence, nach ihrem Namen gefragt, sich „Jane Finn“ nennt, was den Auftraggeber über alle Maßen in Rage bringt. Wenigstens gibt es eine ordentliche Abschlagszahlung, aber der Auftrag selbst kommt wohl nicht zustande.

Dass die Angelegenheit mehr als suspekt ist merken Tuppence und Tommy spätestens dann, als sie von Mr. Carter, einem Agenten des britischen Geheimdienstes engagiert werden, in eben jener Sache zu ermitteln.

Es entwickelt sich eine turbulente Handlung, voller unerwarteter und oft auch amüsanter Wendungen. Tuppence und Tommy finden dabei, rein zufällig, noch weitere Mitstreiter: einen Kronanwalt seiner Majestät mit besten Verbindungen in Regierunsgkreise und einen amerikanischen Milliardär. Gemeinsam nimmt man die Spur einer Verschwörerbande auf, die – so sieht es aus – die verschwundenen Dokumente finden möchte, um mit deren brisantem Inhalt die Regierung zu stürzen und die Macht im Land zu übernehmen. Dass das nicht ohne brenzlige Situationen abgeht, ist zu erwarten.

Ein früher Agatha Christie-Roman den man als eine Art Spionagethriller bezeichnen könnte. Dass es ein früher Roman ist, lässt sich auch an den manchmal noch etwas holprigen Handlungssprüngen erkennen und daran, dass es den Protagonisten durch viele Zufälle manchmal allzu leicht fällt, Probleme zu lösen und Hindernisse zu umschiffen.

Es wirkt also über weitere Teile des Romanes zwar alles etwas improvisiert, doch wird es sich am Ende bis ins kleinste Detail aufklären; und damit dem zuvor gelesenen erst richtig Sinn geben,

Eine überaus unterhaltsame Geschichte. Vielleicht nicht der beste Agatha Christie-Roman, aber auf jeden Fall ein Lese-Abenteuer wert!




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Top