Buchbesprechung/Rezension:

Michael Jensen: Totenreich
Ein Jens-Druwe Roman (3)

Totenreich
verfasst am 13.04.2026 | einen Kommentar hinterlassen

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Endlich ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Die Siegermächte beginnen mit dem großen Aufräumen und versuchen der zahlreichen Nazi-Verbrecher habhaft zu werden. Durch eine gezielte Intrige gerät Jens Druwe auf die Liste der Kriegsverbrecher und wird inhaftiert.

Es sieht so aus, als ob ihm niemand helfen könnte. Weder Freundin Eva noch deren Bruder, der Kommunist, der desillusioniert einen Schnaps nach dem anderen in sich hineinkippt. Druwe wird zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Dann eröffnet sich eine kleine Chance: Er soll hier im Zuchthaus für den britischen Geheimdienst arbeiten, um untergetauchte Nazis ausfindig zu machen. Der Not gehorchend, nimmt er den gefährlichen Auftrag an.

Meine Meinung:

In diesem dritten Krimi nimmt sich Autor Michael Jensen eines schwierigen Themas an. Die Siegermächte sind ob der Gräueltaten des NS-Regimes teilweise überfordert. Sie sind bei der Jagd nach den NS-Schergen natürlich Aussagen und Listen angewiesen.

Viele Nazis benützen das, um entweder mit falschem Namen unterzutauchen oder sich selbst in besserem Licht darzustellen. Einige nützen ihr altes Netzwerk, um sich bei den neuen Machthabern anzubiedern, und führen ihre alten Gewohnheiten, nämlich ihnen unliebsame Menschen ans Messer zu liefern, munter weiter. Vor allem die Amerikaner gehen ihnen in die Falle. Zudem zeigt sich, dass die Allianz der Siegermächte eine sehr fragil ist und bald auseinander bricht. Die Briten sind mit ihrem internen Kleinkriegen beschäftigt. Während die Russen als Reparationsleistung Maschinen und Menschen abtransportieren, sind die Amerikaner mehr an den Wissenschaftlern interessiert und sehen bei einigen sehr großzügig über deren NS-Vergangenheit weg. Denn den Amerikanern sind ehemalige Nazis lieber, als Kommunisten ….

Als sich dann die Westmächte zusammenschließen, um in den zuvor verbündeten Russen den neuen (alten) Feind zu sehen, freuen sich zahlreiche Nazis über deren laxe Entnazifizierungsmaßnahmen.

In genau diesem Spannungsfeld befindet sich Jens Druwe. Nur mit viel Glück und zahlreichen Klimmzügen gelingt es ihm, seine Haft zu überleben.

In dieser Zeit will jeder nur nach vorne sehen. Die Vergangenheit vergessen. Egal ob jemand Opfer, Täter, Mitläufer oder nur jemand, der schweigend weggeschaut hat, war.

Autor Michael Jensen hat einen sehr fesselnden dritten Teil geschrieben. Die eigentlichen Ermittlungen, wie wir es von einem Krimi gewöhnt sind, tritt zu Gunsten der Zeitgeschichte in den Hintergrund.

Diese Zeit, unmittelbar nach dem Ende des Krieges, in dem das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht etabliert ist, finde ich, ist äußerst spannend erzählt.

Fazit:

Penibel recherchiert und spannend erzählt, ein fesselnder Krimi über die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.




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