Claudia Rossbacher: Steirerzwist
Sandra Mohrs 15. Fall
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
Joggen in Graz die Mur entlang kann das Leben kosten. Dabei wäre Mimi Waldner doch gewarnt gewesen, warum ist sie so leichtsinnig und macht sich frühmorgens auf den Weg?
Es war wie ein Countdown, diese tägliche Drohung, die auf ihrem Handy ankam. Es begann mit „In sieben Tagen bist Du tot“ und endete am gestrigen Tag, ohne dass etwas geschah. Warum Mimi die Polizei nicht einschaltete, bleibt unverständlich, auch angesichts des Umstandes, dass Mimi die Chefin den bestens Hotels der Stadt ist; und als solche steht sie sowieso immer mehr in der Öffentlichkeit als andere.
Jetzt läuft sie das letzte Mal die Mur entlang, aufmerksam zwar, aber doch viel zu sorglos.
Der Unbekannte mit dem Messer in der Hand taucht wie aus dem Nichts auf, es bleibt ihr keine Zeit, um Hilfe zu rufen.
Als eine Frauenleiche im Strom gefunden wird, sind es Sandra Mohr und ihr Vorgesetzter Sascha Bergmann vom LKA in Graz, die den Fall übernehmen. Ein Selbstmord wird rasch ausgeschlossen, die Stichwunden bedeuten, dass es Mord war. Zunächst eine unbekannte Tote, stellt sich kurz darauf heraus, dass eine bekannte Geschäftsfrau ermordet wurde – ein Fall, über den aller Voraussicht nach ausführlich in den Medien berichtet werden wird.
Sandra doch recht verzwicktes Privatleben nimmt einen nicht zu kleinen Teil der Story ein. Ihre Mutter ist gestorben und darüber informiert sie ausgerechnet ihr Halbbruder Mike, der ihr gegenüber schon gewalttätig war. Andererseits entwickelt sich ihre noch junge Beziehung mit Georg wunderbar. Sandra ist in diesen Tagen also hin- und hergerissen zwischen Glück und Trauer, Optimismus und Verachtung.
„Steirerzwist“ ist schon der 15. Krimi der Reihe, Mohr und Bergmann sind den regelmäßigen Leserinnen und Lesern der Reihe somit wohl gut bekannt. Dennoch schafft es Claudia Rossbacher für alle, für die dies der erste Krimi der Reihe ist, mit wenigen Sätzen, die beiden Hauptdarsteller so deutlich zu charakterisieren, dass man sich auskennt. Zwar gibt es ein paar Verweise auf zurückliegende Fälle (unter anderem die Geschichte mit Mike), man versäumt aber nicht für diesen neuen Fall, wenn man die alten Fälle nicht kennt.
Wobei es kein optimaler Zeitpunkt ist, gerade jetzt neu einzusteigen: denn wie Claudia Rossbacher selbst schreibt, ist jetzt einmal Pause für ihr Ermittler-Team, weitere Fälle sind zu einem späteren Zeitpunkt aber nicht ausgeschlossen.
Damit bleiben aber jedenfalls die 14 schon erschienenen Krimis zum Nachlesen. Auch keine schlechte Idee, denn was man damit bekommt, das sind Regionalkrimis mit den erwartbaren Beschreibungen der Orte, ein wenig mehr oder weniger unauffälliger Tourismuswerbung und viel Menschlichem rund um die Protagonisten der Reihe insgesamt und der Beteiligten am jeweiligen Kriminalfall.
Unaufgeregter Lesestoff, der wirklich gut unterhält und dabei, trotz Mord und Totschlag, bestens passt für ein paar entspannte Stunden mit einem Buch.