Daniel Kehlmann: F

verfasst am 19.05.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kehlmann, Daniel, Romane

Drei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein können. Ein Tag im Leben von Martin, Erik und Iwan, deren Lebensgeschichten in drei Kapiteln erzählt und schlussendlich zusammen geführt werden. Was sie verbindet? Sie sind alle auf ihre Weise Betrüger, Fälscher, Hochstapler!

Die drei Halbbrüder Erik, Iwan und Martin gehen unterschiedlichen Berufen nach. Der Vater der Familie Friedland ist nicht (mehr) präsent. Nachdem dieser mit seinen drei halbwüchsigen Söhnen einen Hypnotiseur besucht, verlässt er seine Familie, um irgendwo eine Lebenserkenntnis niederzuschreiben.

Geld, Kirche und Kunst sind die Berufsfelder, in denen die drei Brüder mehr oder weniger zur Berühmtheit gelangen.

Erik ist in der Finanzbranche aktiv. Seine Kundinnen und Kunden sind die Reichen der Gesellschaft. Für sie verwaltet er deren angehäuften Reichtum, doch: er vergreift sich an dem ihm anvertrauten Geld und verspielt es. Bald schon wird klar, der Bankrott lässt sich nur durch ein Wunder aufhalten.

Beruflich völlig anders orientiert ist Martin. Er dient der Kirche. Als katholischer Priester sucht er nach dem Glauben, doch er zweifelt Tag für Tag. Martin beschäftigt sich ständig mit einem Rubik-Würfel. Damit kommt er zwar dem Glauben nicht näher, bringt ihm allerdings in einem Wettbewerb einen ziemlich guten Platz ein.

Der dritte im Bunde ist Iwan, Eriks Zwillingsbruder. Er verdient sein Geld als Künstler. Als Maler ist er persönlich gescheitert, hat nie seine eigene „Handschrift“ eigenständig auf Papier oder Leinwand gebracht. Finanziell schafft er sich eine Basis durch Fälschung von Bildern. Und das auf perfide Tour: er malt unter dem Namen seines verstorbenen Geliebten, der zu Lebzeiten ein berühmter Künstler war. Doch auch Iwan stirbt. Getötet durch Ron, der unbewusst bei Martin im Beichtstuhl landet um sich von der Sünde freisprechen zu lassen.

Iwan, Martin und Erik, tätig in den Bereichen Finanz, Religion und Kunst – leben alle durch Fälschung. Durch Täuschung. Durch das Vorspielen falscher Tatsachen.

Das ist das, was die drei Brüder eint – ihr Leben als Hochstapler.

Wofür „F“ steht? Für den Familiennamen Friedland? Für Fälschung?

Ein Roman, der sich flüssig liest und dessen Themen mit ihrem Bezug zu Betrug aktuell sind. Überzeugt hat mich das Buch allerdings nicht – vermutlich habe ich etwas ganz anderes erwartet?


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