Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt

verfasst am 18.01.2009 von | 1 Kommentar
Rubriken: Kehlmann, Daniel, Romane

kehlmann-vermessung-der-welMathematikgenie Carl Friedrich Gauß und der Gelehrte und Naturforscher Alexander Humboldt treffen sich 1828 in Berlin auf einem Kongress. Die Reise zu damaligen Zeiten ist beschwerlich, was Gauß veranlasst viel zu murren. Er dürfte überhaupt ein Mensch gewesen sein, der an der Menschheit selbst kein gutes Haar lassen konnte.

Beide Denker haben sich der Vermessung der Welt gewidmet.  Humboldt kämpft sich durch Südamerika, befährt den Orinioko-Fluss, probiert in Eigenversuch Gift, kostet Pflanzen, forscht in Höhlen und besteigt die Berge. Die knappe Luft in den Höhen der Berge führt ihn in so manchen Höhenrausch (Yeti hat ER zwar nicht gesehen, aber seltsame Erscheinungen trotzdem…). Alle Erkenntnisse und Entdeckungen werden studiert, verkostet, vermessen und katalogisiert.

Der Mathematiker, Physiker und Astronom Gauß, widmete sich einer (scheinbar) gänzlich gegensätzlichen Wissenschaft. Fasziniert von Zahlen und Formeln versucht er mathematisch die Krümmung des Raumes zu beweisen. Seine Idee der Vermessung der Welt konnte angeblich so weit gehen, dass er nächtens von seiner Geliebten aus dem Bett flüchtet, um eine ihm gerade durch den Kopf jagende Zahlenkombination aufzuschreiben.

Auf dem Kongress in Berlin kreuzen sich die Wege beider alternden Forscher. Sie mögen sich nicht wirklich, doch anerkennen sie die jeweiligen Erkenntnisse der Wissenschaft ihres Gegenübers.

Was habe ich als Schülerin unter diesen beiden Wissenschaftlern gelitten. Heute noch graust mir, wenn ich an das Gauß’sche Eliminationsverfahren in Mathematik denke. Der Autor dürfte gut recherchiert haben und macht durch die witzige, teils biografische und philosophische Beschreibung die beiden Forscher nachträglich wieder sympathisch.



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