Steve Airstone: Brüderchen fein

verfasst am 22.12.2013 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Airstone, Steve, Kriminalromane

Brüderchen feinKnecht sein beim Bauernehepaar Schlager, in deren guter Stube heute noch das Hitler-Bild hängt, verheißt grundsätzlich schon nicht Gutes. Da wundert die Haltung eines Sklaven wenig. Seine Schlafstätte ist bei den Schweinen. Das hat ihm nie etwas ausgemacht. Diese Tiere waren seine einzigen Freunde, die einzigen Lebewesen, mit denen er sich „unterhalten“ konnte.

Die hämische Freude des Bauers, wenn er eine Sau abgestochen hat, mit der sich der Knecht besonders angefreundet hat, war nur ein kleiner Beitrag für die Eruption seines Hasses gegen die Landwirtsfamilie.

Dass Dr. Sebastian Ehrenberger in Linz genau von jenen Kreaturen aufgefressen wird wirft dir Frage auf, an wen richtet sich Alfreds Rache? An den Schweinen? Oder geht es um seinen Zwillingsbruder Anton?

Vor Jahrzehnten war Dr. Sebastian Ehrenberger ein ehrgeiziger Student und ein seine politische Karriere genau kalkulierender Emporkömmling. Seine damalige Freundin hat sich mit einem Juden eingelassen. Das Ergebnis waren Zwillinge.

Kinder von einem Juden gezeugt!

Das passte weder in die Geschichtsideologie der honorigen Familie Ehrenberger, noch hätte es dem politischen Aufstieg des Sohnes gedient. Also war es deren Logik, sich der Söhne zu entledigen. Beide, Anton und Alfred, landeten in einem Wiener Waisenhaus. Dort erfuhren sie schwerste Misshandlungen und Demütigungen. Das Schlimmste war aber ihre Trennung. Alfred kam zu den Schlagers auf den Bauernhof und fristete dort ein menschenunwürdiges Leben. 

Doch wie es der Zufall so will, bekommt Alfred eines Tages von Familie Schlager eine Zeitschrift zu lesen, quasi als Belohnung, um den Knecht bei Laune halten. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf…

Kommissarin Tanja Kröll, in das finstere Familiengeheimnis aufgrund einer von ihr aufgeklärten Mordserie im Mühlviertel bestens eingeweiht, ermittelt wieder frech wie immer.

So nimmt die Geschichte rasant Geschwindigkeit auf und endet ganz unerwartet…

Der Autor spickt sein zweites Werk wieder mit Seitenhieben auf Proporz, Polizei und schrägen Charakteren!

Diesmal bedankt sich der Autor eingangs bei Frau Mag. phil. Barbara Moser. „Sie hat sich dem heroischen Kampf mit meinem Fehlerteufel tapfer gestellt und das ganze Buch nach hinterhältigen Rechtschreibfehlern durchforstet. Perfide, völlig abartig degenerierte Buchstabengebilde, die sich in all meinen Formulierungen hinterhältig und manchmal schon extrem perfekt getarnt vor ihr verschanzen wollten. Ich denke, sehr viele von ihnen haben es trotzdem nicht geschafft zu überleben.“ :)



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