Diana Beate Hellmann: Ich fang nochmal zu leben an

verfasst am 18.01.2012 von | 2 Kommentare
Rubriken: Biographie, Hellmann, Diana Beate

Sie ist schön, sie ist erfolgreich, sie verdient viel Geld, und sie säuft sich beinahe zu Tode. In diesem Buch der Autorin von „Zwei Frauen“ kann Diana Beate Hellmann erneut all jene Talente ausspielen, die sich in ihren Romanen nur so schwer finden lassen: Ehrlichkeit, Klarheit im Ausdruck und eine Geschichte, der die Leserin/der Leser sich kaum entziehen kann.

Die knapp 40jährige lebt in ihrer Wahlheimat Los Angeles. Und sie trinkt täglich mindestens eine Flasche Wodka. Das fängt schon morgens an: Um aus dem Bett zu kommen, muss zuerst einmal ein Schluck aus der Pulle genommen werden.

Lange Zeit, sehr lange Zeit gelingt es ihr, ihre Sucht vor ihren FreundInnen und ihrer Mutter, die in Deutschland lebt, zu verbergen. Aber irgendwann einmal kommt sie an den Punkt an dem sie merkt: Jetzt geht es nicht mehr. Und: Ich brauche Hilfe.

Sie checkt in der wohl berühmtesten Entzugsklinik der Welt ein: Betty Ford und erlebt, ihren eigenen Angaben zufolge, wie sehr sich AmerikanerInnen und EuropäerInnen voneinander unterscheiden. Im Mittelpunkt der Therapie in der Betty Ford Clinic stehen die Anonymen AlkoholikerInnen und die Tatsache: In der Gruppe bist du aufgehoben, allein bist du verloren.

Nun, wenn eine solche Theorie auf eine Person trifft, die eigentlich liebend gern mit sich allein ist, kann das fast nur schiefgehen. Und so erlebt die Autorin es auch. Sie hasst die gezwungene Gruppenatmosphäre, sie dürstet förmlich danach, allein mit ihren vielen neuen, nüchternen Gedanken zu sein. Denn nüchtern ist sie inzwischen. War sie noch volltrunken in der Entzugsklinik angekommen, hatte sie den körperlichen Entzug relativ rasch hinter sich gebracht.

Wie knapp die Zeit war, erfährt sie im Laufe ihres Aufenthalts: Hätte sie weiter getrunken, wäre sie wohl relativ rasch gestorben. Nun ist sie aber nüchtern. Und sie weiß: Ich halte das hier nicht aus. Freiwillig – in Österreich würde man sagen „Auf revers“ verlässt sie die Entzugsklinik.

Und was jetzt? Sie weiß, sie darf nicht mehr trinken – und sie will auch nicht mehr. Dennoch verfällt sie in eine tiefe Depression. Die sehr enge Bindung an die Mutter (ihr Vater ist vor vielen Jahren an seiner Alkoholkrankheit zugrunde gegangen) hilft ihr auch nicht bei ihrer Gesundung. Also tut sie etwas, von dem sie gedacht hätte, dass sie es niemals tun würde: Sie besucht einen Psychiater. Und hat – zum ersten Mal in ihrem Leben – die Möglichkeit, den Ursachen für ihre Alkoholkrankheit auf den Grund zu gehen.

In ihrem Nachwort schreibt sie als letzten Satz: Am Ende ist unwichtig, wie man es schafft. Was zählt, ist einzig und allein, dass man es schafft.



RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 2 Kommentare


  • Kommentar von  Evalina am 06.01.2016 um 22:17 Uhr Uhr

    2. Teil nicht, aber ein Buch mit Plänen und Anweisungen, wie man trocken bleiben kann. Ihr weiters Leben nach dem Trinken und dem Entzug beschreibt Frau Hellmann ja in dem Buch „Aus Liebe zu ihm“.

    Ich wüsste gern, wie es ihr und ihrem Mann heute, im Jahr 2016 geht.

  • Kommentar von  Heim Angelika am 20.11.2015 um 21:15 Uhr Uhr

    ich würde eigentlich gerne wissen ob es ein 2. teil von diesem buch gibt und wo ich es bestellen kann . ich wäre für eine Antwort dankbar

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