Beckett, Simon: Leichenblässe

verfasst am 22.02.2009 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Beckett, Simon, Thriller

Der dritte Fall mit David Hunter, dem forensischen Anthropologen (mein Alternativtitel dazu: CSI für Arme). Vielleicht liegt es daran, dass ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe und mir das Wissen um  die Zusammenhänge fehlt. Vielleicht liegt es aber einfach daran, dass dieses Buch schlicht und ergreifend nur SCHLECHT ist.

Klischeehafte Leute sprechen klischeehafte Sätze und handeln klischeehaft. Einserseits ist  die Handlung banal und vorhersehbar beschrieben, andererseits ergeben sich dann  und wann Wendungen, von denen der Autor sichtlich selbst überrascht war, so ohne Zusammenhang stehen sie mit einem Mal da.

In einer Sprache, die man doch eher in einem Groschenroman vermuten würde, erkennt man einige vergeblich bemühte Ansätze, Spannung zu erzeugen. Funktioniert aber nicht. Überhaupt nicht. (ein Highlight ist da schon die sich alle paar Seiten wiederholende Frage, ob irgendjemand Kaffee will)

Vergebliches Bemühen, mit Handlungseinschüben die Psyche des Täters zu charakterisieren. Banales forensisches Wissen, oberflächlich beschrieben (da schau ich mir lieber CSI an). mißlungene Ansätze mit grausigen Szenen von den Tatorten so etwas wie Entsetzen bei den LeserInnen hervorzurufen. Mann trifft Frau und schon werden sie voreinander angezogen. Hilflose Dialoge aus unzusammenhängenden Sätzen. Die Liste der fehlgeschlagenene Versuche, einen Thriller zu produzieren, könnte ich noch lange fortsetzen.

Die Handlung verbraucht viele Buchstaben, ohne dabei zu einer Story zu werden. Ende absehbar. Der Versuchung rasch einmal ans Ende zu blättern um schneller fertig zu werden, konnte ich oft nur mit Mühe widerstehen.  Einzig das Vorhaben, hier eine Rezension zu schreiben, hielt mich davon ab. Immerhin kommt es dann noch zu einem überraschenden Ende. Das taucht aber genauso zusammenhanglos in der Handlung auf wie Vieles davor.

Zusammengefasst: David Hunter kommt nach Tennessee, stolpert über viele Leichen, sieht viele menschliche Knochen und wird von vielen der Tennesseeaner gemobbt.

Das erste Buch seit sehr langer Zeit, bei dem ich mich ärgere, es gekauft zu haben



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