Johanna Wagmeier: Donauschwabe und Mostschädel
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Buchbesprechung verfasst von: Britta
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Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Josef Burger, dem Großvater der Autorin. Er wird im Jahr 1937 in Cerić, einem Dorf im heutigen Kroatien, geboren. Die Geschichte beginnt idyllisch. Josef Burger erzählt von seiner Kindheit, dem Leben in seinem Dorf und davon, wie die Menschen dort ihren Alltag bewältigen. Doch durch den Zweiten Weltkrieg verändert sich schließlich alles grundlegend.
„Kritik gegen Hitler durfte man damals nicht offen äußern, mein Großvater mütterlicherseits etwa war recht katholisch, der grüßte nicht ‚Heil Hitler‘, sondern immer mit ‚Grüß Gott‘. Er war zwar grundsätzlich schon für die Deutschen, aber nicht mit allem einverstanden. Im Ort gab es allerdings viele Nazis, und da hieß es dann schon, dass er geholt werden solle. Das geschah aber nicht mehr, weil wir zuvor evakuiert wurden.“
Die Familie bricht mit einem Planwagen nach Österreich auf. Sie soll evakuiert werden. Was das wirklich bedeutet, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Außerdem wird der Familie gesagt, dass sie nur für kurze Zeit fortbleiben müsse. Ihre Reise führt sie zunächst nach Steyr und anschließend in die Nähe von Bad Hall, nach Waldneukirchen. Dort werden die Familienmitglieder auf verschiedene Bauernhöfe aufgeteilt, wo sie für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen.
Trotz aller Schwierigkeiten bewahrt sich Josef Burger seine Lebensfreude und verliert weder seine Bodenständigkeit noch seine familiären Wurzeln. Nach und nach wird aus dem Donauschwaben ein oberösterreichischer „Mostschädel“.
Mein Fazit
Als ich las, wie die Autorin im Vorwort ihren Großvater beschreibt, musste ich unweigerlich an meinen eigenen Vater denken, der auf mich ebenso aufgeweckt und lebensfroh wirkt. Auch deshalb hat mich das Buch von der ersten Seite an abgeholt.
„Obwohl ich manches schon immer wusste, musste ich erst erwachsen werden, um nachzufragen, um mir bewusst zu werden, was für ein besonderer Mensch er ist. Denn jemanden, der mit über 70 Jahren das Badezimmer umbaut, um eine schwellenlose Dusche statt einer Badewanne zu haben, mit der Begründung ‚Wenn ich einmal alt bin, ist es einfacher so‘, und dem man auch glaubt, dass er noch lange nicht alt ist, so jemanden findet man nicht so leicht.“
Der Aufzählung in der „Ahnentafel“ zu folgen, war für mich zwar etwas mühsam, als die Autorin dann ihren Großvater in der Ich-Form seine Geschichte erzählen lässt, war ich aber wieder mit voller Aufmerksamkeit dabei.
Mir gefiel besonders, wie lebensfroh und bodenständig Josef Burger trotz seines schwierigen Lebens und der großen Veränderungen bleibt. Obwohl er seine Wurzeln nie vergisst, findet er seinen Platz in Oberösterreich und schafft es, sich dort ein neues Leben aufzubauen. Auch die zahlreichen Fotos im Buch haben mir sehr gut gefallen.
Ich empfand dieses Buch ausgesprochen berührend. Es bewahrt eine Lebensgeschichte für kommende Generationen und bietet zugleich einen authentischen Einblick in die damalige Zeit.
Im Buch finden sich außerdem einige Rezepte. Obwohl ich nicht weit entfernt von Herrn Burgers neuer Heimat lebe, kannte ich nicht jedes der vorgestellten Gerichte. Vor allem jene Variante der Erdäpfelnudeln, die laut Autorin traditionell „Saufraß“ genannt wird, möchte ich gerne einmal ausprobieren.
Zusammengefasst ist das Buch eine berührende, authentische und sehr persönliche Lebensgeschichte.