Simon Mason: Das kalte Herz von Oxford
Ein Fall für DI Wilkins
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Buchbesprechung verfasst von: Gertie
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An einem sonnigen Nachmittag verschwindet die 4-jährige Poppy Clarke während ihre Mutter kurz mit der Erzieherin spricht, aus dem Kindergarten. Nachdem Poppys Eltern getrennt leben, steht sofort die Kindesentziehung durch den Vater im Raum, der nur ein eingeschränktes Besuchsrecht hat. Die Suche nach dem Kind verläuft erfolglos und DI Ray Wilkins, der smarte aus Nigeria stammende Ermittler, wird von Presse und Social Media ebenso angefeindet wie die Mutter. Wenig später wird die Leiche des kleinen Mädchens gefunden und der Täter nach wie vor unbekannt.
In einem parallel laufenden zweiten Handlungsstrang richtet Autor Simon Mason den Fokus auf Ray Wilkins‘ Namensvetter Ryan Wilkins, der unehrenhaft aus dem Polizeidienst entlassen worden ist, und nun den Lebensunterhalt für sich und seinen kleinen Sohn Ryan jr. als Nachtwächter verdient. Als ein früherer Bekannter ermordet aufgefunden wird, beginnt er zu recherchieren und entdeckt einen möglichen Zusammenhang mit dem Mord an Poppy.
Gleichzeitig läuft ein Verfahren für Ryans Wiederaufnahme in den Polizeidienst. Bis zum Schluss wissen weder Ryan Wilkins noch wir Leser, ob die Wiedereinstellung gelingen wird, oder nicht.
Die Ermittlungen zu Poppys Ermordung sind komplex, denn nicht alles ist so, wie es scheint.
Meine Meinung:
Ehrlich gesagt hat mir der erste Band von Wilkins & Wilkins besser gefallen, weil die Ermittler durch ihre höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten sowie ihre verschiedenen Ermittlungsansätze sich gegenseitig ergänzen. Diesmal sind die beiden mehr oder weniger solo unterwegs. Zudem nervt mich Ray Wilkins‘ Ehefrau, die mit Zwillingen schwanger ist, was ihr einige gesundheitliche Probleme bereitet. Aber muss sie, weil er die Schwangerengymnastik, wegen eines dringenden Anrufs verlassen muss, so ein Theater machen? Ich weiß ja nicht, wie es mit der medizinischen Betreuung von Schwangeren in Großbritannien bestellt ist, aber sollte sie, statt Ray zu tyrannisieren, nicht lieber fachliche Hilfe aufsuchen?
Ein interessanter neuer Aspekt dieses zweiten Bandes ergibt sich dadurch, dass Superintendent Dave Wallace sich für eine Wiedereinsetzung von Ryan in den aktiven Dienst bemüht. Leider überlagern die Schilderungen der privaten Probleme Rays mit seiner Frau, das ungewöhnliche Vorhaben von Wallace.
Wenn Kinder Opfer von Verbrechen werden, ist die Empörung groß und Verdächtige schnell bei der Hand. Doch nicht immer sind Beweise vorhanden bzw. leicht zu beschaffen. Für die Öffentlichkeit und Angehörigen sieht es häufig so aus, als ob die Polizei untätig wäre. Simon Mason beschreibt den oft mühsamen Ermittlungen, die auch die Polizisten gehörig fordern und den einen oder anderen an seine Grenzen bringt. Da muss der eine oder andere Ermittler zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Erst als Wilkins & Wilkins inoffiziell, aber gemeinsam auf Tätersuche sind, kehrt Autor Simon Mason zu seiner früheren Form zurück.
Fazit:
Für mich persönlich ist dieser zweite Fall für Ryan Wilkins und Ray Wilkins nicht ganz so fesselnd wie der erste Fall, weshalb es diesmal nur 4 von 5 Sternen gibt.