Peter Ustinov: Der Alte Mann und Mr. Smith

verfasst am 15.05.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Romane, Ustinov, Peter

Gott und der Teufel besuchen die Erde um Nachschau zu halten, wie sich denn die Menschen auf dem Planeten seit dessen Erschaffen entwickelt haben. Der Alte Mann und sein Widersacher, der Teufel, erleben ihre Wunder. Mit Vielem haben sie gerechnet, bevor sie sich entschlossen haben, gemeinsam diese Welt am eigenen Leib zu erfahren. Doch die „Realität“ ist für beide unfassbar.

Gott und Satan sind gemeinsam in Menschengestalt auf der Erde unterwegs. Kaum angekommen, sind sie damit konfrontiert, dass ihnen niemand abnimmt, jene zu sein, als sie sich selbst bezeichnen.

G-O-T-T und Mr. Smith werden nicht ernst genommen, wenn sie sich vorstellen. Zwei Verrückte… Der Teufel in Menschengestalt, mit schmierigen langen Haaren, in einem T-Shirt, das er in einem Schwulenlokal gestohlen hat. Gott dagegen in weißem Gewand. Beide irritieren als höchst selbstsame Erscheinungen.

Dass hier mit Geld Leistungen bezahlt werden, ist Gott völlig fremd. Beim Einchecken in ein Hotel sehen sich die beiden mit einem ersten Problem konfrontiert. Aber nicht umsonst wird Gott als der „Allmächtige“ verehrt, schon lässt er Münzen aus seiner Hosentasche entwischen. Dummerweise stammt das Zahlungsmittel aus der Antike und damit werden der Alte Mann und Mr. Smith nicht nur mehr als „Verrückte“ wahrgenommen, sondern auch als „Kriminelle“.

Gejagt vom FBI – immerhin haben die beiden Falschgeld in Umlauf gesetzt – führt sie die Flucht vor Haft quer über die Kontinente. Ein skurriles Abenteuer!

Nicht alles, was die beiden erleben, heißen sie gut. Die politischen Entwicklungen, der Betrug und die Hinterhältigkeit der Regierungen in Russland und Amerika, ja, selbst Israel ist verkommen! Und erst der Lebenswandeln der Menschen. So war das alles nicht im göttlichen Plan vorgesehen.

Manches gefällt auch. Satan zeigt sich höchst erfreut, dass es Fernsehen gibt und Filme gesendet werden, die seinen teuflischen Ansichten sehr entsprechen. Gott hat längst den Überblick verloren, inwieweit sich seine Schöpfung von seinem „guten“ Plan abgewandt hat.

In ihren Dialogen philosophieren Gut und Böse in menschlicher Gestalt über Fortschritt, Fehltritt und Lebenswandel der Menschen und halten uns damit die Dummheit der Menschheit vor Augen. Ein tolles Buch!

Würde dieses Buch – 15 Jahre nach seinem Erscheinen – um ein paar Kapitel erweitert erscheinen – es wäre um einige skurrile politische, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Facetten reicher.


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