Max Bronski: Schampanninger

verfasst am 29.12.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Bronski, Max, Kriminalromane

Es weihnachtet. Irgendwie. Doch Wilhelm Gossec, Antiquitätenhändler in München, kann die Vorweihnachtszeit nicht richtig genießen. Er hat beruflich gerade viel zu tun. Auf dem Heimweg zurück in seinen Laden – er hat ein paar wirklich lukrative Einzelstücke für das Weihnachtsgeschäft erstanden – trifft er auf einen Mann im Nikolauskostüm. Einem völlig betrunkenen!

Es ist Vierthaler, ein bekannter Münchner Obdachloser, der nervlich völlig am Ende ist. Die Kombination – Betrunken und Nikolaus – das kommt ganz, ganz schlecht. Gossec soll ihn als Nikolaus vertreten, er müsse nur eine Rede halten und Spenden für die Obdachlosen sammeln. Diesem wohltätigen Zweck widmet sich Wilhelm Gossec nur unter Druck und stimmt dann dieser wahrlich wichtigen Vertretung nicht ganz unfreiwillig zu. Prompt wird er niedergeschlagen und landet in einem vorweihnachtlichen Kriminalfall!

Vierthaler wurde von einer Altenstiftung als Nikolaus gebucht und nun soll Gossec in seiner Vertretung eine Rede halten. Immerhin sollen Nikoläuse ihren Job als ehrenvolle Aufgabe betrachten. Betrunken ist das so eine Sache. Denn auch Kinder sind zu beschenken, damit ist auch die Vorbildwirkung eine Wichtige! Ein guter Eindruck soll bestehen bleiben. Gossec übergibt sein Antiquitätengeschäft vertrauensvoll seinem Freund Julius. Dann macht er sich dann auf den Weg, Spenden für die Münchner Obdachlosen zu sammeln und findet sich in der beschaulichen Adventzeit niedergeschlagen und seiner Freiheit beraubt wieder, anstatt seine Rede halten zu können.

Nix mit Glühwein und losem Geplänkel mit den SenionrInnen. Schneller als er denken kann, ist er verwickelt in Bankraub, Kokainhandel und Spendenunterschlagung.

Damit legt sich Gossec allerdings mit dem bekannten Münchner Gastronomen, dem Sternekoch und Liebling der Münchner Schickeria Berni Bernhammer und seinem wohltätigen Verein an. Aber Gossec verhilft charmant den Münchner Obdachlosen zu einer exquisiten Weihnachtsspende!

„In der Schickeria, do samma daham….“ sang einst auch Fendrich… damals – noch kritischer Denker – war er selbst noch nicht Teil dieser  Gesellschaftsschicht. Mittlerweile…???

Auch der Autor Max Bronski demaskiert auf charmante Art und Weise die Münchener Schickeria und den ganzen weihnachtlichen Wohltätigkeitszirkus, der doch nur eine willkommene Gelegenheit für die Herrschaften ist, gesehen zu werden und mit vorgeschobener Wohltätigkeit protzen zu können. Hauptsache den Leuten gefällt das!
Show must go on!

Ein toller und wunderbar ironischer Krimi! Dazu braucht es nicht Kenntnis der Münchner Szene, es genügt, ÖsterreicherIn zu sein :o)



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