Donovan, Gerard: Winter in Maine

verfasst am 03.12.2009 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Donovan, Gerard, Romane

Gleich zu Beginn: Winter in Maine, das ist ein Titel, der in die Irre führt, genau so wie das Cover des Buches. Romantik im Schnee, Wanderungen durch den Winterwald, knisterndes Kaminfeuer – schön, aber darum geht es ganz und gar nicht.

Julian Winseome lebt seit mehr als 50 Jahren in seiner Hütte in den Wäldern von Maine, sein ganzes Leben schon. Sein Großvter und sein Vater leben in seinen Erinnerungen mit ihm. Vom einen hat er die Erinnerungen an Krieg und Tod geerbt, aus der Zeit des ersten Weltkrieges. Vom anderen tausende Bücher, sorgfältig archiviert und voll von Gedichten, Geschichten und Poesie.

Vor ein paar Jahren erschien Claire vor seiner einsam gelegen Hütte, zufällig und auf der Suche nach dem Heimweg, wie sie sagte. Claire kam wieder, eine Zeit lang zumindest, und füllte sein ansonsten an Kontakten zu Menschen armes Leben für einige Monate aus.

Eines Tages kam sie nicht wieder, zurück blieb Julian gemeinsam mit Hobbes, dem Hund, den er und Claire gemeinsam aus dem Tierheim geholt hatten.

Es war Claires Idee gewesen, die fand, zu einer Hütte mitten im Wald und zu einem einsam lebenden Mann gehöre ein Hund. Hobbes war noch ganz klein, als er bei Julian sein neues Heim fand und für den wurde Hobbes im Laufe der kommende vier Jahre  zum Freund – dem einzigen, den er hatte.

Ein Schuß in der Nähe seiner Hütte, viel zu nahe um von einem der im Wald umherstreifenden Jäger abgefeuert worden zu sein, bedeutet das abrupte Ende dieser Freundschaft Mensch – Hund. Denn als Julian nach einiger vergeblicher Suche Hobbes findet, gibt es für den keine Rettung mehr. Aus nächster Nähe erschossen, wie der Tierarzt feststellen muss. Ein Schuss der auch mitten durch Julian hindurch ging, seine Welt zerreisst und er gerät in eine ganz andere Welt, in der der Mord an Hobbes gesühnt werden muss. Julius verschwindet immer weiter in seiner eigenen Welt, die eigene Gedanken, eigene Regeln und eine eigene Sprache hat.

Fast beschaulich – so könnte man den Stil des Buches beschreiben. Beschaulich und dicht.  Keine aufgeregten Sätze, nur eine Geschichte, die dahin rollt,  sich auftürmt und mitreisst. So eindruckvoll erzählt, dass es mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nahm.



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