Francis, Dick: Gambling

verfasst am 14.07.2009 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Francis, Dick, Kriminalromane

Sid Halley, ehemaliger Jockey, ist jetzt Privatdetektiv. Nach einem Reitunfall verlor er eine Hand und musste den Sport aufgeben. Doch seine Kontakte hat er behalten und nützt sie nun bei seiner Arbeit.

Gerade genießt er es, einmal an keinen Aufträgen arbeiten zu müssen, denn das verschafft ihm die Zeit, sich um Marina, seine große Liebe, kümmern zu können. Lange hält diese Zustand allerdings nicht. Auf der Rennbahn in Cheltenham beobachtet er zwei alte Bekannte, die sich nach einem Rennen lauthals in aller Öffentlichkeit streiten. Der eine hat als Jockey gerade das Rennen gewonnen, der andere ist der Trainer, der augescheinlich nicht sehr glücklich mit diesem Sieg ist. Als kurz darauf  der Jockey  erschossen auf dem Parkplatz gefunden wird, fällt der Verdacht natürlich auf den anderen.

Sid Halley sieht sich zu mit einem Mal mit viel Arbeit konfrontiert: ist Wettbetrug das Motiv für den Mord? Ist der Verdächtige wirklich der Mörder? Es scheint, als ob gleich mehrere Verbrechen stattgefunden haben, denn Halley wird von mehreren Leuten engagiert. Einer will seine Unschuld beweisen, der andere vermutet Wettbetrug, weil seine Pferde immer viel schlechter abschneiden, als es eigentlich ihrem Leistungsvermögen entspricht, der dritte möchte erfahren, wer seinen Sohn getötet hat. Und so nebenbei soll er für die Regierung auch noch das Wettgeschäft überprüfen.

Die Polizei ist dabei keine große Hilfe, denn die muss alle ihre verfügbaren Kräfte auf die Suche nach einem Kindesmörder konzentrieren und möchte den Fall auf der Rennbahn so rasch wie möglich abschließen.

Bei den Ermittlungen geraten mit einem Mal Sid Halley und Marina selbst ins Visier der Verbrecher.

Dick Francis ist schon ein alter Hase im Krimigenre. Schon seit 1957 schreibt er Krimis, die alle im Umfeld des Pferdesports spielen. Davor war er selbst erfolgreicher Jockey. Wie seine Romanfigur Sid Halley musste er nach einem schweren Sturz seine Karriere beenden. Gambling ist sein erstes Buch nach einer mehrjährigen Schreibpause, die er nach dem Tod seiner Frau einlegte. Die Geschichte der großen Liebe zwischen Sid Halley und Marina ist wohl auch eine Aufarbeitung des Verlustes, den er erlitten hat.

Gambling liest sich sehr flüssig und rund. In vielen Rück- und Seitenblicken erfahren wir auch einiges über die Reiterszene und das Wettgeschäft. Francis bringt viel seines Insiderwissens ein und das lässt die Geschichte fast wie einen Bericht über die wahren Geschehnisse auf einer Rennbahn wirken. Ist ja vielleicht auch genau so.



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