Benedict Wells: Fast genial

verfasst am 09.01.2012 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Romane, Wells, Benedict

Francis Dean, knapp achtzehn Jahre alt, wohnt mit seiner manisch-depressiven Mutter Katherine in einem Trailerpark am Stadtrand von New Jersey. Hier leben Penner, Verrückte und kaputte Familien. Francis fühlt sich als Loser, vergeigt die Schule und hat Angst, in diesem Kaff ohne Zukunftsperspektive hängen zu bleiben. Seinen leiblichen Vater kennt er nicht. Seine Mutter meinte, sie hätte mit ihm eine kurze Affäre gehabt, könne sich nicht mehr wirklich an ihn erinnern. Nachdem Francis seine Mutter wieder mal mit Hilfe des psychiatrischen Notdienstes in der Klinik unterbringen lassen muss erfährt er von ihr, dass er ein Retortenbaby ist. Gezeugt bei einem Experiment zur Züchtung menschlicher Genies. Francis begibt sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater. 

Francis besucht täglich seine Mutter in der Klinik und lernt dort Anne-May kennen. Sie ist aufgrund eines Suizidversuches untergebracht. Er ist fasziniert von ihrer Persönlichkeit und stattet ihr bald ebenfalls täglich einen Besuch ab. Nur zögerlich bildet sich zwischen beiden ein Band.

Eines Tages versucht Francis Mutter sich das Leben zu nehmen und hinterlässt ihm einen Brief, in dem sie ihm die Wahrheit über seinen leiblichen Vater erklärt. Francis ist ein Retortenbaby, gezeugt in einem Experiment, in dem die Gene hochintelligenter Menschen zur Züchtung einer neuen Elite weitergegeben werden sollten. Sein Vater soll ein Wissenschaftler aus Harvard sein.

Francis gibt seinem Stiefvater Rayn die ganze Schuld an der Misere seiner Mutter. Dieser hat nach der Scheidung seinen Bruder alleine mitgenommen und ihn zurück gelassen. Doch auf der Suche nach seiner wahren Identität springt er über seinen Schatten und sucht den ihm verhassten Stiefvater auf. Er borgt sich 5000 Dollar, um sich auf den Weg zu machen, seinen leiblichen Vater zu finden. Dabei begleiten ihn sein Freund Groover und das Mädchen Anne -May, in die er sich mittlerweile verliebt hat.

Auf dem Weg nach Los Angeles erleben die drei jungen Menschen eine aufregende Zeit. Allen gibt das Gefühl von Freiheit und Zukunft den nötigen Antrieb, um diese Reise durchzuhalten. Francis setzt alles daran, in der Klinik, in der die Experimente durchgeführt wurden, den Namen seines Vaters zu erfahren.  Dabei erlebt er eine überraschende Wende.

Ein flüssig geschriebener Roman über drei junge Menschen auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens und der Erkenntnis, dass Sozialisation und eigene Anstrengung wichtige Voraussetzungen sind, ein zufriedenes Leben gestalten zu können. Da helfen weder Gene genialer Erzeuger noch ein überdurchschnittlicher IQ.

Die letzten Kapitel des Buches wäre meines Erachtens nicht notwendig gewesen. Dadurch erhält das Buch den Touch „jetzt wusste der Autor nicht mehr, wie er den Abschluss genial hinbekommt.“ 



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