Hovden, Magne: Scheiß-Rentiere

verfasst am 01.09.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Hovden, Magne, Romane

Roy und Lef angeln gerne an einem See in der Nähe von Kirkenes, im Norden Norwegens. Dort überlegen die beiden Postler auch spontan, wie sie möglichst schnell zu möglichst viel Geld kommen könnten. Und das – jawohl – auf ganz legale Art und Weise. Die beiden Männer sind sicher ihrer genialen Ideen immer sehr sicher. Allerdings sind einige ihrer höchst intelligenten Einfälle schon gescheitert. Beispielsweise die Produktion von „Artic Power Powder“, eine männlich-potenzfördernde Mischung aus gemahlenem Rentiergeweih und Staubzucker. Doch am See haben sie einen Gedankenblitz. Sie wollen ein Samenresort gründen.

Zielgruppe sind Touristen, die gerne die Mitternachtssonne betrachten möchten, in Originaltrachten der Samen joiken und in des Lavvos wohnen. Die Besucher sollen das Gefühl bekommen, in der Tradition der Samen aus ihrem eigenen Alltag ausgestiegen zu sein.Zeitgleich revoltiert Audun gegen die Samen. Sie haben ihm als Kind sein Liebstes genommen. Die Samen haben seinen einzigen Freund, seinen Golden Retriever, getötet. Das schreit nach Rache!

Audun kippt nächtens bei Wohnhäusern Fahnenstange mit der Flagge der Samen, zündet ihre Hütten an und genießt es, seinen Hund Jahrzehnte nach seinem Tod noch zu rächen.

Von Beruf ist er Rechnungsprüfer einer öffentlichen Behörde und eines Tages landet auf seinem Schreibtisch ein Förderantrag für ein Projekt namens „Samenland“. Er empfiehlt die Bewilligung eines Zuschusses. Wenn „Samenland“ realisiert werden würde, könnte er die Kultur der Samen international schlecht machen. Er würde sich als Same gekleidet unter die Touristen mischen, sie dann ordentlich schockieren, die Kultur aufs Schlimmste bleidigen, damit sie dann zuhause erzählen können, wie gefährlich und verrückt die Samen seien. Was für ein toller Plan…

Inzwischen sind Roy und Lef hart am arbeiten und ihre Touristenattraktion beginnt zu wachsen. Sie borgen sich Renntiere aus, suchen sich einen Schamanen um die Kultur so authentisch wie möglich  vermitteln zu können. Dann wird „Samenland“ endlich eröffnet.  Ein Chaos nach dem anderen lässt den Traum von möglichst schnell viel Geld machen platzen. Oder doch nicht?

Für all jene, die ein Buch suchen, in dem die Kultur der norwegischen Samen beschrieben ist, der sollte es nicht lesen. Der Roman ist ein kurzweiliges Vergnügen ohne Tiefgang, ideal  für einen Nachmittag in der Hängematte :o)



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