Paasilinna, Arto: Die Giftköchin

verfasst am 16.04.2010 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Paasilinna, Arto

Die Offizierswitwe Linnea Ravenska fristet ihr Pensionistinnen-Dasein in Harmisto allein in ihrem Häuschen ohne modernen Komfort.  Einmal monatlich bekommt sie Besuch. Am Tag ihrer monatlichen Rentenauszahlungen wird sie von ihrem Neffen Kake Nyyssönen quasi überfallen, damit sie ihm ihr Geld rausrückt. Jahrelang lässt sie sich dies gefallen, doch eines Tages beschließt Linnea  sich zu wehren.

Wieder ist Monatsbeginn und Linnea erhält neben ihrer monatlichen Rentenauszahlung auch unliebsame Gäste aus Helsinki. Kake Nyyssönen und seine beiden Freunde Jari Fagerström und Pertti Lahtela kommen in einem gestohlenen Auto, stinkend nach Schweiß und abgestandenem Bier, um ihren Lebensunterhalt aufzufetten.

Zuerst lassen sich die drei Männer volllaufen, dann mutig, weil betrunken, nötigen sie Linnea, ihnen den Briefumschlag mit dem heiß ersehnten Bündel Scheine auszuhändigen. Nebenbei muss sie auch noch ihr eigenes Testament unterschreiben, natürlich zugunsten des Neffens.

Im Besitz der Rente betrinken sich die drei zunächst  weiterhin heftig,  damit wächst auch die Aggressivität der Besucher. Die drei Jungs  veranstalten die ganze Nacht einen Höllenlärm, sowohl im Haus als auch im Freien, trinken, brüllen herum und jagen Linnea mächtig Angst ein.

Linnea reicht es. Nicht nur die Angst treibt sie nach Helsinki zu ihrem alten Arzt, zu Jaakko Kivistö, mit dem sie nach dem Tod ihres Mannes eine Beziehung hatte, sondern auch die Suche nach einem Ausweg aus diesem Terror. So kocht sie ihr eigenes Giftsüppchen, mit dem sie sich eigentlich selbst umbringen, ihr eigenes Leiden sozusagen abkürzen, möchte. Allerdings sterben daran die drei kleinkriminellen Männer, die Linnea  nach ihrem Vermögen trachten und  das durch eher ungewollte Zwischenfälle. Groteskerweise waren die drei aufgrund ihres gestörten Unrechtsempfinden gegenüber alten Menschen  der Ansicht, dass eher  die Alten und Kranken sterben sollten, seien ja sowieso zu nichts mehr zu gebrauchen.

„Die Giftköchin“ ist tiefschwarzer und skurriler Kriminalhumor. Wie sich Linnea gegenüber den drei Halunken durchsetzt ist lesenswert!



Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top