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	<title>Das Literatur Blog</title>
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	<description>Buchbesprechungen von LeserInnen für LeserInnen</description>
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	<item>
		<title>Rob Reef: Die Poltergeist-Morde</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/07/rob-reef-die-poltergeist-morde/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Reef, Rob]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Dryas Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Rob Reef]]></category>
		<category><![CDATA[Stableford & Holmes]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein altes Schloss in Schottland, eine düstere Stimmung, rätselhafte Vorfälle und ein Mord, der eigentlich gar nicht möglich sein dürfte: &#8222;Die Poltergeist-Morde&#8220; von Rob Reef bedient sich ganz bewusst klassischer Zutaten des traditionellen Kriminalromans. Der Schauplatz passt dabei hervorragend zu einer typischen Gruselgeschichte. Ein altes Schloss in Schottland ist schließlich ein gut gewählter Ort – [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein altes Schloss in Schottland, eine düstere Stimmung, rätselhafte Vorfälle und ein Mord, der eigentlich gar nicht möglich sein dürfte: &#8222;Die Poltergeist-Morde&#8220; von Rob Reef bedient sich ganz bewusst klassischer Zutaten des traditionellen Kriminalromans. Der Schauplatz passt dabei hervorragend zu einer typischen Gruselgeschichte. Ein altes Schloss in Schottland ist schließlich ein gut gewählter Ort – denn dass es an so einem Ort spukt, darf man ja wohl getrost annehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Handlung spielt im Jahr 1939 auf Dundounie, dem Anwesen des Burgbesitzers und Thriller-Autors Rune Dahl. Als dort ein Gast spurlos verschwindet, legt sich bald eine unheimliche Stimmung über das Schloss. Dahl, der dem Okkulten offenbar nicht ganz abgeneigt ist, sucht nicht nur auf nüchternem Weg nach einer Erklärung, sondern versucht bei einer Séance, die Geisterwelt um Auskunft zu bitten. Statt einer brauchbaren Antwort auf das Verschwinden des Mannes erhält er jedoch beunruhigende Morddrohungen. Als schließlich die Stablefords und das Ehepaar Holmes eintreffen, bemühen sie sich, Ordnung in die rätselhaften Ereignisse zu bringen und den Fall mit Vernunft, Beobachtungsgabe und kriminalistischem Scharfsinn anzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch damit ist es nicht getan. Bald erschüttert ein grausiger Fund die Runde: Eine Leiche wird entdeckt, und alles deutet darauf hin, dass der Mord in einem Raum geschehen ist, der eigentlich hermetisch abgeschlossen war. Genau hier greift die Geschichte auf ein oft verwendetes, aber im Krimi immer wieder reizvolles Motiv zurück: den Mord hinter verschlossener Tür. Ein Raum, aus dem niemand entkommen sein kann, ein Opfer, für dessen Tod es keine natürliche Erklärung zu geben scheint, und eine ganze Reihe von Verdächtigen, die zwar Motive haben könnten, aber offenbar keine Gelegenheit zur Tat. Kein Wunder also, dass manche Bewohner des Schlosses schnell den Poltergeist verantwortlich machen. Stableford dagegen verweigert sich jeder übernatürlichen Erklärung – auch wenn ihn der Fall dadurch erst recht vor ein kniffliges Rätsel stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Das Schloss, die Séance, das schottische Umfeld und die Frage, ob hier tatsächlich etwas Unerklärliches vor sich geht, bilden einen stimmigen Rahmen. Die Geschichte spielt mit klassischen Gruselelementen, bleibt im Kern aber dem traditionellen Detektivroman verpflichtet. Nicht der Schock steht im Mittelpunkt, sondern das Rätsel. Die übernatürliche Möglichkeit schwebt über der Handlung, doch gerade daraus entsteht der Reiz: Man möchte wissen, ob sich hinter dem angeblichen Spuk nicht doch ein sehr menschlicher Plan verbirgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz ohne Schwächen ist der Roman allerdings nicht. Die Handlung müht sich abschnittsweise etwas dahin, und die Spannung bleibt gelegentlich auf der Strecke. An manchen Stellen hätte die Geschichte etwas straffer erzählt werden können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Summe ist &#8222;Die Poltergeist-Morde&#8220; dennoch ein unterhaltsamer Krimi im Stil guter, alter englischer Kriminalromane. Das bekannte Motiv der verschlossenen Tür hat Rob Reef zwar nicht neu erfunden, aber solide eingesetzt (Krimi-Vielleser so wie ich werden aber schon recht bald einen Verdacht haben). Wer Freude an alten Schlössern, verdächtigen Gästen, rationalen Ermittlern und scheinbar übernatürlichen Morden hat, bekommt hier genau das, was der Titel verspricht: einen klassischen Rätselkrimi mit Gruselkulisse, Poltergeist-Verdacht und genügend kriminalistischem Flair.</p>
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		<title>Frank Tallis: Die Seele suchen</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/07/frank-tallis-die-seele-suchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 03:55:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Tallis, Frank]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Tallis]]></category>
		<category><![CDATA[Liselotte Prugger]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag btb]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das außergewöhnlich Paradoxon der Psychoanalyse besteht darin, dass sie rückwärts schaut, um vorwärtszukommen.“ (Kapitel 15) Der Romanautor und klinische Psychologe Frank Tallis, den viele durch seine historischen Liebermann-Krimis kennen, beleuchtet auf brillante Weise Sigmund Freud (1856-1939) und seine Zeit. Wir erhalten in diesem Buch, das in 21 Kapitel gegliedert ist, Einblick in die Gedankenwelt eines [&#8230;]]]></description>
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<blockquote>
<p>„Das außergewöhnlich Paradoxon der Psychoanalyse besteht darin, dass sie rückwärts schaut, um vorwärtszukommen.“ (Kapitel 15)</p>
</blockquote>
<p>Der Romanautor und klinische Psychologe Frank Tallis, den viele durch seine historischen Liebermann-Krimis kennen, beleuchtet auf brillante Weise Sigmund Freud (1856-1939) und seine Zeit. Wir erhalten in diesem Buch, das in 21 Kapitel gegliedert ist, Einblick in die Gedankenwelt eines vielseitig interessierten Mannes, der als Erfinder der Psychoanalyse gilt. Dabei enthüllt der Autor, dass Freud nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern auch in der Nachwelt polarisiert, wie kaum ein anderer. Trotzdem bemüht sich Frank Tallis, ein möglichst sachliches Porträt zu entwerfen. Er greift dazu auf den umfangreichen Briefwechsel Freuds, seine Tagebücher und die zahlreiche Patientenakten sowie Meinungen von Weggefährten und Gegnern zurück. Obwohl Freud die Namen in seinen Aufzeichnungen verklausuliert hat, ist es zahlreichen Forschern im Laufe der Jahre gelungen, die Klarnamen der meisten Patientinnen und Patienten zu enthüllen.</p>
<p>Vor uns entsteht ein Abbild eines brillanten, obsessiven und ehrgeizigen Person, die wenig Rücksicht auf andere nimmt. Selbst seine Patientinnen und Patienten sind davon nicht ausgenommen. Zunächst ist der junge Freud als Neurologe tätig und entwickelt die Hypothese, dass psychische Störungen als Folge traumatischer Erlebnisse anzusehen sind. Bislang hat man psychische Störungen als körperliche Krankheiten des Gehirns angesehen. Mit seiner Annahme der traumatischen Erinnerungen als Ursache ist er nicht der erste, aber derjenige, der diese Hypothese zu beweisen versucht.</p>
<p>Frank Tallis widmet sich neben dem Arzt und Psychoanalytiker auch dem Privatmenschen, der an manchen Stellen als gar nicht so freundlich und konziliant beschrieben wird und deshalb nicht gar so gut wegkommt. Vor allem seine Beziehung und spätere Ehe mit Martha Bernays, die in den verschiedenen Biografien über Freud unterschiedlich beurteilt wird, wird von Tallis als nicht besonders harmonisch beschrieben. Zudem gibt es mehr oder weniger deutliche Anspielungen auf eine Bisexualität von Sigmund Freud. Auffallend ist, dass in diesem Porträt die Rolle seiner Tochter Anna (1895-1982) kaum Erwähnung findet. Die unverheiratete Anna hat ja zahlreiche Rollen für ihn übernommen: Privatsekretärin, Übersetzerin, Vertretung bei Vorträgen und bis zu seinem Tod im Exil 1939 in London auch Krankenpflegerin. Und das alles ohne Bezahlung oder auch nur ein Wort der Anerkennung. Ihre eigenen Ideen werden vom Vater nicht immer ganz ernst genommen. So mancher Leser wird jetzt einwerfen, dass das zu jener Zeit einfach üblich war, dass unverheiratete Töchter, gegen Kost und Logis,  die Care-Arbeit zu übernehmen hatten.</p>
<p>Dieses Porträt von Sigmund Freud kann nicht von der Epoche losgelöst betrachtet werden. Ohne das Fin de Siècle mit seinem (jüdischen) Großbürgertum, ohne der Wende zum 20. Jahrhundert, ohne die Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Habsburger-Monarchie hätte Freud vermutlich nie diese Bedeutung erlangt.</p>
<p>Manche Thesen und Behandlungsmethoden von Sigmund Freud mögen heute vielleicht überholt sein. Sigmund Freud ist ein Kind seiner Zeit und ein Sohn einer Großstadt zwischen Tradition und Moderne.</p>
<blockquote>
<p>„Auch wenn wir nicht mit Freud übereinstimmen, ist es unmöglich, seinen Einfluss zu leugnen.“</p>
</blockquote>
<p>Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich dieser detaillierten und penibel recherchierten Biografie, die durch sachliche Kompetenz besticht, 5 Sterne.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Ingeborg Arvola: Zeit der Wale</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/ingeborg-arvola-zeit-der-wale/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 01:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arvola, Ingeborg]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Ingeborg Arvola]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina Martl]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag btb]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Roman ist der zweite Band von Ingeborg Arvolas Eismeertrilogie und setzt unmittelbar dort fort, wo „Der Aufbruch“ geendet hat: Mit der Verurteilung von Mikko und Brita Caisa wegen Ehebruchs. Man schreibt das Jahr 1863. Weil Brita Caisa die Geldbuße nicht bezahlen kann, muss sie ebenso wie Mikko ins Gefängnis. Er muss seinen Hof verkaufen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Roman ist der zweite Band von Ingeborg Arvolas Eismeertrilogie und setzt unmittelbar dort fort, wo „Der Aufbruch“ geendet hat: Mit der Verurteilung von Mikko und Brita Caisa wegen Ehebruchs. <span id="more-33695"></span>Man schreibt das Jahr 1863. Weil Brita Caisa die Geldbuße nicht bezahlen kann, muss sie ebenso wie Mikko ins Gefängnis. Er muss seinen Hof verkaufen, um die Geldstrafe zu leisten und bekommt zusätzlich noch einige Monate Haft aufgebrummt.</p>
<p>Während die schwangere Brita nach Verbüßen der Haft bei Bekannten unterkommt, hätte Mikko die Möglichkeit zu seiner Frau Gretha zurückzukehren, die ihn scheinbar mit offenen Armen empfangen würde. Doch er weigert sich und versucht, mit Brita und der neugeborenen Tochter ein neues Leben zu beginnen. Doch das ist an der norwegischen Eismeerküste nicht so einfach. Es gibt kaum Arbeit, außer jener als Fischer. Deshalb beschließen mehrere Familien nach Amerika auszuwandern, um in den Kupferminen von Copper Country in Michigan zu arbeiten. Lange Zeit ist nicht klar, ob sich deren Erwartungen auch wirklich erfüllen.</p>
<p>Gleichzeitig setzt Brita ihre Kenntnisse in der Heilkunde ein, um Menschen und Tiere zu kurieren. Kaum ist das neue, unter unsäglich schwierigen Bedingungen errichtete Holzhaus fertig, droht abermals Ungemach, denn Gretha will sich scheiden lassen und fordert eine großzügige Unterstützung. Als Mikko zwar einer Scheidung zustimmt, aber die geforderte Summe nicht zahlen kann, beginnt ein Rufmord an Brita, der kaum unter Kontrolle zu halten ist. Sie wird der Hexerei bezichtigt und es gibt einige, die sie gerne auf dem Scheiterhaufen brennen sehen wollen. Grethas Hass, der Brita entgegenschlägt macht auch vor der kleinen Tochter nicht Halt, die nur knapp einem Versuch von Gretha das Baby zu töten, gerettet werden kann. Selbst jene, denen Brita zuvor geholfen hat, wenden sich nun von ihr ab, steht doch der Pfarrer auf Grethas Seite.</p>
<p>Wieder bleibt nichts anderes übrig, als die Gemeinschaft wieder zu verlassen und zunächst einmal in die Wälder zu fliehen &#8230;</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Auch dieser zweite Teil der Trilogie wird von Brita Caisa als Ich-Erzählerin erzählt. Daher wirken die Ereignisse noch viel stärker.</p>
<p>Es ist echt ein Drama! Mikko und Brita Caisa können nicht ihr Leben miteinander führen. Die beiden sind durch ein archaische Band von Liebe, sexueller Anziehung und einem übergroßen Anteil an Sturheit miteinander verbunden. Zudem sind sie den gesellschaftlichen Zwängen unterworfen. Frauen sind ohne Ehemann nichts wert. Unverheiratete Mütter werden als Prostituierte angesehen, die man zur Läuterung ins Gefängnis steckt, Ehebrecher noch vor kurzem gesteinigt (vor allem die immer als Verführerin geltende Frau). Doch auch ein Ehefrau wie Gretha, die kein Kind zur Welt bringen kann, gilt als minderwertig. Es scheint klar, dass die Kinderlosigkeit an Gretha liegen muss, hat ja Mikko seine Zeugungsfähigkeit durch die Tochter, die er mit Brita hat, hinreichend bewiesen. Mit diesem Gefühl der Unzulänglichkeit lässt Gretha ihre ganze Verzweiflung und Hass an Brita aus. Ob Grethas Wiederverheiratung da helfen wird?</p>
<p>Wieder ist es die Kirche, die sich anmaßt, sich zum Richter aufzuspielen. Gleichzeitig huldigen die meisten Bewohner noch dem alten Glauben, in dem sie dem „Alten Volk“ Opfergaben bringen, obwohl für sie selbst oft nur wenig Nahrung bleibt. Man glaubt auch, dass ausgesprochene Gedanken Wirklichkeit werden können.</p>
<blockquote>
<p>„Eure Worte können Schaden anrichten.“</p>
</blockquote>
<p>Diese Mechanismen lassen auch für den dritten Teil wenig Hoffnung auf ein gutes Ende aufkommen. Es sei denn, Mikko und Brita packen ihre wenigen Habseligkeiten und wandern mit den Kindern ebenfalls nach Amerika aus.</p>
<p>Wie schon im ersten Band der Trilogie ist das Leben an der Eismeerküste von harter Arbeit und strengen Regeln bestimmt. Neben dem üblichen Fischfang versucht man nun mittels Granaten und Kanonen auf Walfang zu gehen, der nicht immer von Erfolg gekrönt ist und zahlreichen Beteiligten das Leben kostet. Zum Ausgleich schildert Ingeborg Arvola die wohltuende Hitze der Sauna sowie die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Natur, auch wenn sie zahlreiche Opfer fordert.</p>
<p>Um sich von der norwegischen Eismeerküste ein Bild machen zu können, gibt es gleich zu Beginn Abbildungen der Landkarte von 1824. Zusätzlich gibt es ein Personenverzeichnis, das die Namen zweisprachig angibt. Ohne dieses ist es vielleicht schwierig, den vielen Personen zu folgen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich diesem eindringlichen Roman, der mit historischen Einblicken in die Welt an der norwegischen Eismeerküste im 19. Jahrhundert, aufwartet, 5 Sterne und warte geduldig auf den Abschluss der Trilogie.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Oliver Pötzsch: Der Totengräber und der Orden des Teufels</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/oliver-poetzsch-der-totengraeber-und-der-orden-des-teufels/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 01:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Pötzsch, Oliver]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Pötzsch]]></category>
		<category><![CDATA[Ullstein Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren Séancen äußerst beliebte gesellschaftliche Ereignisse in den Wiener Salons. Von einer gruseligen Séance zum blutigen Okkultismus ist es dann nicht mehr weit. Genau darum scheint es in Leo von Herzfeldts neuem Fall zu gehen, bei dem ein Sohn aus adeligen Familie in Verdacht steht, eine junge [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren Séancen äußerst beliebte gesellschaftliche Ereignisse in den Wiener Salons.</p>
<p>Von einer gruseligen Séance zum blutigen Okkultismus ist es dann nicht mehr weit. Genau darum scheint es in Leo von Herzfeldts neuem Fall zu gehen, bei dem ein Sohn aus adeligen Familie in Verdacht steht, eine junge Frau nach einem grausamen Ritus getötet zu haben.</p>
<p>Leo ist gerade in Graz beim Begräbnis seines Vaters, als er einen dringenden Anruf aus Wien erhält. Da das Verbrechen in Adelskreisen stattfand, soll Leo, als einziger adeliger Inspektor bei der Polizei in Wien, den richtigen Zugang zu den Beteiligten finden. Der Rückruf kommt ihm auch nicht ganz ungelegen, denn das erste Zusammentreffen zwischen ihm uns seiner Verlobten Julia endete in einer Auseinandersetzung mit seinem Bruder. </p>
<p>Es ist ein Fall, der zwei einflussreiche Familien betrifft: die es vermeintlichen Mörders und die des Mordopfers. Im kaiserlichen Wien muss das zwangsläufig zu Interventionen von höchster Stelle führen, man kennt ja jemanden, der genügend Einfluss dafür hat. Ein Umstand, der es nicht gerade einfach macht, die Wahrheit aufzudecken, denn Leo muss um jeden Preis verhindern, allzu vorschnell eine Lösung zu präsentieren. Dabei scheint die doch auf der Hand zu liegen. Denn der vermeintliche Mörder wurde in eine Nervenklinik eingeliefert, ist nicht ansprechbar, im Übrigen aber aufgrund der Spurenlage auch der einzige mögliche Täter.</p>
<p>Alles ist eingebettet in das historische Wien des Jahres 1896. Nicht die Stadt selbst liefert dabei den Hintergrund, sondern die gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit. Wenn wir heute mit zunehmender Polarisierung der Gesellschaft zu kämpfen haben, so ist das kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Das späte 19. Jahrhundert war die Brutstätte von Antisemitismus und Populismus, die in Wien in dem offen antisemitischen Bürgermeister Lueger eine unrühmliche Galionsfigur hatte. Lueger war aber nur die Spitze des Eisberges, &#8222;die Juden&#8220; für alles Schlechte verantwortlich zu machen, war damals alltäglich und niemand stieß sich daran (und es war dieses Umfeld, in dem ein gewisser Adolf Hitler geprägt wurde).</p>
<p>Oliver Pötzsch führt seinen Hauptdarsteller durch dieses Wien, er lässt ihn mit historischen Persönlichkeiten zusammentreffen. Darunter eben Lueger, aber auch der junge Sigmund Freud, der zu dieser Zeit noch ein unbekannter Nervenarzt war, der mit seiner Psychoanalyse noch lange nicht anerkannt war. So misslingt auch Freuds Versuch, den jungen Mann in der Nervenklinik aus seinem Trauma zu holen so dramatisch, dass die ganze Karriere des jungen Arztes gefährdet scheint.</p>
<p>Leo muss durch sich durch einen Irrgarten von falschen Behauptungen und Verschwörungstheorien durcharbeiten und beginnt selbst auch langsam daran zu glauben, dass das, was ihm eingeflüstert wird, tatsächlich der Wahrheit entspricht. Doch seltsam bei alledem ist, dass alles so eindeutig in genau eine bestimmte Richtung weist. Eine Richtung, die genau jenen passt, die von Anfang an den Juden und Freimaurern das Verbrechen zuschreiben wollten.</p>
<p>Es ist eine Kleinigkeit, die Leo von Hertzfeld dann davon überzeugt, dass es doch eine ganz andere Lösung gibt, als alle ´glauben oder wünschen. Diese Kleinigkeit entdeckt Leos Freund, der Totengräber Augustin Rothmayer. </p>
<p>Oliver Pötzsch lässt mit diesem fünften Fall für Leopold von Hertzfeld keinen Zweifel daran, dass ein Teil der Handlung in seinen, in unser aller Erfahrungen aus dem Alltag der 2020er-Jahre basiert. Wie sich immer wieder wiederholt, was zu Konfrontationen innerhalb unserer Gesellschaft führt; Konfrontationen, die in Wahrheit durch nichts außer durch Unwissen, Neid und Dummheit entstehen. Es ist zwar ein Zufall, aber die gerade wieder aufflammende Diskussion über das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dr.-Karl-Lueger-Denkmal">Lueger-Denkmal</a> in Wien passt auch genau dazu.</p>
<p>Die Krimihandlung selbst vermittelt einen Teil dieser Grundstimmung. Denn wenn alle zu wissen glauben, dass es eine ganz bestimmte Gruppe war, die für das verantwortlich ist (der Mord während der Séance bleibt nicht das einzige Verbrechen), dann wird es schwer nicht Mitstreiter dafür zu finden, die sich nicht der allgemeinen Stimmung anschließen. </p>
<p>Bei allen vermeintlichen oder wahren Hinweisen und Spuren stellt sich nur eines als sicher heraus: Es geht nicht nur um grausame Morde; es geht auch um einen Anschlag auf das Herz der Monarchie.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong>:</p>
<p>Man könnte beinahe meinen, dass Autor Oliver Pötzsch nicht nur in Wien zu Welt gekommen, sondern hier sein Leben verbracht und dabei die Atmosphäre der Stadt zeitlebens geatmet hätte. Für einen, der aber tatsächlich in Bayern geboren und aufgewachsen ist und dort lebt, gelingt ihm mit dieser Krimi-Reihe eine umso bemerkenswertere Charakterisierung der Stadt und der Zeit. Chapeau!</p>
<p>Ein spannender Krimi, geschickt eingebettet in die historischen Verhältnisse; Cliffhanger inklusive &#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kathryn Stockett: Der Club der Unbeugsamen</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/kathryn-stockett-der-club-der-unbeugsamen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2026 02:32:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Stockett, Kathryn]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Holfelder-von der Tann]]></category>
		<category><![CDATA[Kathryn Stockett]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag btb]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Roman entführt uns in das Jahr 1933 in die USA. Noch herrscht die Prohibition und die Weltwirtschaftskrise hat auch die USA fest im Griff. Die Menschen verlieren ihre Arbeit, Vermögen seinen Wert und Kinder werden einfach ausgesetzt oder unverheirateten Müttern behördlicherseits abgenommen, um die Moral aufrecht zuerhalten. Diese Kinder werden selten gut und liebevoll [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Roman entführt uns in das Jahr 1933 in die USA. Noch herrscht die Prohibition und die Weltwirtschaftskrise hat auch die USA fest im Griff. <span id="more-33589"></span>Die Menschen verlieren ihre Arbeit, Vermögen seinen Wert und Kinder werden einfach ausgesetzt oder unverheirateten Müttern behördlicherseits abgenommen, um die Moral aufrecht zuerhalten. Diese Kinder werden selten gut und liebevoll versorgt.</p>
<p>Kathryn Stockett erzählt diese Geschichte, die aus mehreren Handlungsstränge besteht, aus der Sicht von Meg, die im Waisenhaus lebt, und aus der Perspektive von Birdie, die vom Delta (also des Mississippis) nach Oxford kommt, um Frances, ihre mit einem Banker verheiratete Schwester um Geld zu bitten, um die fällige Grundsteuer bezahlen zu können. Sie und ihre Mutter würden sonst das Elternhaus verlieren. Während Birdie auf eine Zusage von Rory, Frances‘ Ehemann wartet, lernt sie die elfjährige Meg im örtlichen Waisenhaus kennen, als sie dort für wenige Cent die Buchhaltung in Ordnung bringt, weil eine Inspektion in Haus steht.</p>
<p>Noch weiß niemand, dass Rory das Vermögen seiner Mutter verzockt hat, in der Bank gekündigt worden ist und das Haus vor der Zwangsversteigerung steht.</p>
<blockquote>
<p>„&#8230;Auf dem Papier heiße ich Margot, aber für gewöhnlich werde ich Meg genannt. Ich bin wie gesagt seit zwei Geburtstagen hier…“</p>
</blockquote>
<p>Mit diesen Worten stellt sich die elfjährige Meg vor, wenn an den sogenannten Besuchstagen adoptionswillige Ehepaare in das Waisenhaus von Oxford/Mississippi kommen und sich ein Kind aussuchen. Leider werden fast immer Babys und Kleinkinder adoptiert, denn sie sind, wie es so schön heißt „noch formbar“.</p>
<p>An den älteren Mädchen wie Meg hat kein Ehepaar Interesse, außer man braucht eine billige Arbeitskraft. Zusätzlich ist Meg fortwährend den sichtlich religiös motivierten Schikanen von Mrs. Garnett, die Leiterin des Waisenhauses, ausgesetzt. Nach außen hin präsentiert sich Mrs. Garnett als fürsorgliche Person, die die Mädchen auf den „rechten Weg zurückführen will“.</p>
<p>Als Birdie entdeckt, dass Meg vom Unterricht ausgeschlossen ist, obwohl sie leicht und gerne lernt, beginnt sie sich gegen Mrs. Garnetts Anweisungen hinwegzusetzen und in Abwesenheit Garnetts, das Los der Kinder zu verbessern.</p>
<p>Birdies Wahlspruch ist</p>
<blockquote>
<p>“&#8230; manchmal ist es besser, nachher um Verzeihung zu bitten als vorher um Erlaubnis….“</p>
</blockquote>
<p>Wenig später spitzt sich die Situation zu: Meg wird zur Überraschung aller an Stelle eines Babys adoptiert, Frances und ihre Schwiegermutter müssen feststellen, dass Rory das Haus von allen Wertsachen „befreit“ und sie mit einem Haufen Schulden sitzengelassen hat. Als sich dann noch herausstellt, dass Rory schwul ist und ihre Ehe eine schlechte Farce, schlägt dem Fass den Boden aus. In dieser Situation taucht Megs Mutter Charlie auf, die die letzten beiden Jahre in einer Anstalt verbracht hat. Die Hintergründe werden erst später offenbart.</p>
<p>Jedenfalls will Charlie ihre Tochter zurück, braucht aber dafür Geld. Sie macht Birdie einen unkonventionellen Vorschlag &#8230;.</p>
<p>Und dann kreuzt noch als weitere Verbündete die Krankenschwester Victoria bei Charlie und Birdie auf. Sie will Medizin studieren, was damals Frauen nur an wenigen Universitäten in den USA erlaubt ist und als Ärztin vorrangig Frauen betreuen will. Sie hat es satt, wie männliche Ärzte über Frauen bestimmen und eine Einweisung in eine Anstalt und/oder eine Zwangssterilisation anordnen können.</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Dieses Buch ist das erste von Kathryn Stockett für mich.</p>
<p>Obwohl es in den 1930er-Jahren spielt, erinnern mich einige Stellen an das hier und jetzt. Sei es, dass Homosexualität seitens der Behörde und zahlreicher Ärzte als behandelbare Krankheit angesehen wird oder sei es, dass sich einzelne, wie die bigotte Mrs. Garnett als einzige moralische Instanz im Lande halten und nur ihre eigene Meinung gelten lassen. Rassismus hat im Bundesstaat Mississippi eine lange Tradition, Abwertung von Frauen ebenso. So erhält Birdie für ihre Arbeit nur 25 Cent, während ein angelernter Jüngling 75 Cent für die gleiche Tätigkeit bekommt. Unverheiratete Frauen werden ohne viel Federlesens als Prostituierte gebrandmarkt und selbst ein Gespräch mit einem Farbigen zieht eine Anzeige und Haft nach sich. Ehefrauen aus ihren Dienstverhältnissen bei der Post etc. werden entlassen, weil die Arbeitsplätze den Männern zustehen.</p>
<p>Obwohl mich das Buch an manchen Stellen ziemlich wütend macht, muss ich auch immer wieder darüber schmunzeln, mit welcher Chuzpe Charlie und Birdie den bigotten Einwohnern von Oxford die Stirn bieten. Welche Aktionen das sind, müsst ihr selbst lesen.</p>
<p>Der Roman lässt sich flüssig lesen, was auch an der gelungenen Übersetzung liegt. Die 848 Seiten sind im Nu gelesen. Kathryn Stockett erzählt straff, raffiniert und detailliert zugleich. Sie entlarvt dabei messerscharf die Heuchelei und Bigotterie jener Zeit. Die Charaktere sind fein herausgearbeitet. Auf der einen Seite, jene Frauen, wie Charlie oder Viktoria, denen das Leben nichts geschenkt hat, und die sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren wissen. Zum anderen jene wie Birdie, die über sich hinauswächst und ihre Schwester und Schwiegermutter, die viel zu lange den Kopf in den Sand gesteckt haben, letztlich aber mit Hilfe von Charlie &amp; Co. ihr erstmals Leben selbst indie Hand nehmen. Die starken Frauenfiguren wachsen einem schnell ans Herz. Der Ton ist schonungslos offen und dennoch heiter.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich diesem Roman, der in den USA von 1933 spielt und in manchen Bereichen durchaus Ähnlichkeiten mit der Gegenwart aufweist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.</p>
<p> </p>
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		<title>Bernhard Aichner: Man sieht nur mit der Schnauze gut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 04:50:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aichner, Bernhard]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bernhard Aichner]]></category>
		<category><![CDATA[Haymon-Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Hundegeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Tiergeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Buch, das zur Gänze nur verstehen kann, wer selbst (mindestens) einen Hund hat; also ich verstehe es :-) Für alle anderen wird es nettes, fröhliches, positives Buch sein, aber sie werden sich fragen, ob Bernhard Aichner nicht allzu sehr übertreibt mit der Beschreibung der Gedankenwelt eines Hundes. Ein bisserl übertreibt er, ja schon, aber [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Buch, das zur Gänze nur verstehen kann, wer selbst (mindestens) einen Hund hat; also ich verstehe es :-)<span id="more-33683"></span></p>
<p>Für alle anderen wird es nettes, fröhliches, positives Buch sein, aber sie werden sich fragen, ob Bernhard Aichner nicht allzu sehr übertreibt mit der Beschreibung der Gedankenwelt eines Hundes. Ein bisserl übertreibt er, ja schon, aber es steckt viel mehr in unseren Hunden als man auf den ersten Blick wahrnehmen kann.</p>
<p>Und genau darüber schreibt Aichner in diesem Cosy-Crime-Roman (womit sich die Story von Aspro sehr von seinen &#8222;Totenfrau-&#8220; und anderen Thrillern unterscheidet).</p>
<p>Aspro (den Namen bekommt er, weil beim Spazieren mit seiner neuen Chefin ihre Migräne verschwindet) ist zu Beginn ein Hund ohne Herrl. Denn der (der alte Chef) ist kein guter Mensch und eine seiner Untaten kostet ihn selbst das Leben. Bei der Polizistin, auf die Aspro am Ort des Geschehens trifft, findet er aber im Handumdrehen ein neues, viel besseres Heim. </p>
<p>Ob das alles genau so im Kopf eines Hundes stattfindet? <br />Aber natürlich, wir Hundemenschen sind uns da ganz sicher :-)</p>
<p>Nun gut, vielleicht nicht ganz genau so, aber jedenfalls können wir uns alle darauf einigen, das Hunde viel mehr von der Welt rundherum wahrnehmen als wir Menschen.</p>
<blockquote>
<p>Die Menschen sind ja keine Nasentiere, da unterhält sich der Bergsee mit dem Meer, wenn ein Mensch mit einem Hund spricht.<br /><em>Seite 92</em></p>
</blockquote>
<p>Kleine, witzige Alltagsgeschichten aus Aspros Leben. Weil er quasi einen Job als Polizeihund hat, erlebt er zwar mehr als die meisten seiner Artgenossen. Aber die hätten auch viel zu Erzählen, könnten sie erzählen.</p>
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		<title>Martina Parker: Eintunkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 01:19:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Parker, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Klub der Grünen Daumen]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Turbulent und humorvoll In ihrem 5. Gartenkrimi entführt uns Martina Parker nach Bildein, einem 350-Seelen-Dorf im nordöstlichsten Zipfel des burgenländischen Bezirks Güssing, der nur wenige hundert Meter von der ungarischen Grenze entfernt ist. Bekannt ist Bildein durch das Musikfestival „picture on“, das auch in echt seit 2000 alljährlich Anfang August stattfindet (siehe www.pictureon.at).  Und dieses [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Turbulent und humorvoll</strong></p>
<p>In ihrem 5. Gartenkrimi entführt uns Martina Parker nach Bildein, einem 350-Seelen-Dorf im nordöstlichsten Zipfel des burgenländischen Bezirks Güssing, der nur wenige hundert Meter von der ungarischen Grenze entfernt ist. <span id="more-33368"></span>Bekannt ist Bildein durch das Musikfestival „picture on“, das auch in echt seit 2000 alljährlich Anfang August stattfindet (siehe www.pictureon.at). </p>
<p>Und dieses Musikfestival bildet auch den Hintergrund für diesen Krimi, der wie alle seine Vorgänger durch die Beschreibung von Land und Leute, die durchaus schrullig sein dürfen, Tipps und Tricks für den Garten sowie für humorige Einlagen, die immer wieder im tiefsten burgenländischen Dialekt von sich gegeben werden, punktet. Keine Sorge, die Dialektpassagen werden in Fußnoten gleich übersetzt, sodass auch Leser aus anderen Regionen keine Mühe haben, das Gesagte zu verstehen.</p>
<p>Herzlich lachen musste ich nicht nur über den Werbeslogan des Bestattungsunternehmens „Gut gebettet mit Betty“, sondern auch über die illustre Schar der Gartenfreundinnen. </p>
<p>Über den Inhalt verrate ich nichts, sonst ginge die Spannung flöten. Wir lesen uns wieder beim 6. Band „Anbandelt“.</p>
<p>Das Cover passt wie immer zu den Vorgängern, weshalb die einzelnen Bände einen hohen Wiedererkennungswert haben. </p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Eine perfekte Fortsetzung dieser Reihe, die hoffentlich noch lange weitergehen wird. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.</p>
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		<title>Christina Morina: Das amerikanische Beben</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/christina-morina-das-amerikanische-beben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 01:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Morina, Christina]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Morina]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Siedler]]></category>
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					<description><![CDATA[Christina Morina beschreibt und analysiert in &#8222;Das amerikanische Beben&#8220; die politischen und gesellschaftlichen Erschütterungen, die mit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten verbunden waren. Dabei richtet sie ihren Blick weniger auf die Person Trump selbst als auf die Reaktionen der amerikanischen Gesellschaft und auf die möglichen Folgen für demokratische Systeme – neben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Christina Morina beschreibt und analysiert in &#8222;Das amerikanische Beben&#8220; die politischen und gesellschaftlichen Erschütterungen, die mit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten verbunden waren.<span id="more-33636"></span></p>
<p>Dabei richtet sie ihren Blick weniger auf die Person Trump selbst als auf die Reaktionen der amerikanischen Gesellschaft und auf die möglichen Folgen für demokratische Systeme – neben denen für die USA insbesondere auch für Deutschland.</p>
<p>Im Zentrum steht die Frage, wie es zu einer politischen Entwicklung kommen konnte, die zu einem massiven Konflikt mit demokratischen Traditionen und liberalen Werten führte. <em>Morina</em> beschreibt die tiefen gesellschaftlichen Spaltungen in den USA, das schwindende Vertrauen in politische Institutionen, die Folgen wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit sowie die zunehmende Polarisierung der öffentlichen Debatte. Diese Entwicklungen bilden nach ihrer Analyse den Nährboden für den Erfolg Trumps.</p>
<p>Besondere genau betrachtet und beschreibt die Autorin die Reaktionen jener Menschen, die sich liberalen, demokratischen und pluralistischen Werten verpflichtet fühlen. Sie schildert die Verunsicherung, den Schock und die Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger angesichts der politischen Veränderungen, aber auch die vielfältigen Formen des gesellschaftlichen und politischen Engagements, die als Antwort darauf entstanden. Protestbewegungen, neue politische Initiativen und eine verstärkte Auseinandersetzung mit demokratischen Grundwerten werden als Ausdruck einer aktiven demokratischen Zivilgesellschaft dargestellt.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Gedanke des Buches betrifft die unterschiedliche politische Einheit der gesellschaftlichen Lager. <em>Morina</em> zeigt, dass rechtspopulistische Bewegungen von einer bemerkenswerten Geschlossenheit ihrer Anhängerschaft profitieren. Selbst offensichtliche Widersprüche, demokratiepolitisch problematische Äußerungen, offensichtliche Lügen, Beleidigungen oder Korruptionsvorwürfe führen meist nicht zu einem nennenswerten Verlust an Unterstützung.</p>
<p>Demgegenüber erscheint das liberal, progressiv oder eher links orientierte politische Spektrum vielfach zersplittert. Unterschiedliche Prioritäten und innerparteiliche Konflikte erschweren regelmäßig die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie gegen rechtspopulistische Herausforderungen. Das Buch verdeutlicht damit ein strukturelles Problem demokratischer Kräfte: Während sie von Meinungsvielfalt und kritischer Selbstreflexion geprägt sind, kann gerade diese Vielfalt ihre politische Handlungsfähigkeit beeinträchtigen.</p>
<p>Dazu ein im Buch angeführtes Beispiel: Es gibt Analysen, dass beinahe ein Drittel der potenziellen Wählerschaft von Kamala Harris ihr die Stimme verweigerte wegen ihrer Unterstützung für Israel unter Joe Biden. Dass die mit einem Präsidenten Trump noch massiver werden würde, kümmerte diese Gruppe nicht &#8211; womit eine große Anzahl an eher linksorientierte Wählern wohl einen bedeutenden Anteil am Sieg Trumps hatten.</p>
<p>Ausführlich beschreibt Morina zudem die Besonderheiten des amerikanischen Wahlsystems, das aus europäischer Perspektive nur eingeschränkt demokratisch wahrgenommen wird.</p>
<p><em>Die Präsidentenwahl wird nicht unmittelbar durch die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen entschieden, sondern über das sogenannte Electoral College, das Wahlmännergremium. In den meisten Bundesstaaten gilt dabei das Prinzip „The Winner Takes It All“: Wer auch nur knapp die Mehrheit der Stimmen eines Bundesstaates gewinnt, erhält sämtliche dort vergebenen Wahlmännerstimmen. Dadurch kann es dazu kommen, dass ein Kandidat landesweit mehr Stimmen erhält, die Wahl aber dennoch verliert.</em></p>
<p>Dieses Phänomen trat in der jüngeren Geschichte mehrfach auf, unter anderem bei den Wahlen von 2000 und 2016. Morina verweist darauf, dass dieses System die politische Polarisierung verstärkt und den Eindruck erweckt, dass einzelne Stimmen weniger Gewicht besitzen als andere. Die Diskussion über demokratische Legitimation und Reformbedarf des Wahlsystems bildet deshalb einen wichtigen Bestandteil ihrer Analyse der amerikanischen Demokratie.</p>
<p>Morina betrachtet die amerikanischen Entwicklungen zugleich als Warnsignal für Europa und Deutschland. Die Erfahrungen in den USA zeigen ihrer Ansicht nach, wie verletzlich demokratische Institutionen sein können, wenn gesellschaftliche Konflikte ungelöst bleiben und populistische Bewegungen an Einfluss gewinnen. Daraus leitet sie die Notwendigkeit ab, demokratische Strukturen zu stärken, politische Bildung zu fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.</p>
<p>Das Buch überzeugt durch seine differenzierte Analyse und seine Verknüpfung historischer mit gegenwärtigen politische Entwicklungen. Morina vermeidet einfache Schuldzuweisungen und versucht stattdessen, die komplexen Ursachen des politischen Wandels verständlich zu machen. Besonders gelungen ist die Darstellung der Perspektive jener liberal und demokratisch orientierten Menschen, die die Machtübernahme Trumps als tiefgreifende Herausforderung für ihre politischen Überzeugungen erlebten. Dadurch vermittelt das Buch nicht nur ein Verständnis der politischen Ereignisse, sondern auch ihrer gesellschaftlichen und emotionalen Auswirkungen.</p>
<p>Insgesamt ist &#8222;<em>Das amerikanische Beben</em>&#8220; eine lesenswerte Analyse der Trump-Ära und ihrer Bedrohung für Demokratien. Das Buch zeigt auch sehr deutlich, dass die Entwicklungen in den USA nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden sollten, sondern wichtige Erkenntnisse für die Zukunft demokratischer Gesellschaften in Europa und Deutschland bereithalten.</p>
<p>PS: Bei aller bedenklichen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit gibt es jedoch auch eine, die optimistisch stimmen wird, wegen des Erscheinungstermins des Buches aber darin nicht einfloss. Die Abwahl des Parade-Populisten und Parade-Antidemokraten Viktor Orbán in Ungarn lässt jedenfalls hoffen, dass korrupte Systeme, die aktiv an der Zerstörung der Demokratie arbeiten, auch überwunden werden können.</p>
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		<item>
		<title>Flix, Reinhard Kleist: Lucky Luke &#8211; Die Grimm Brothers</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/flix-reinhard-kleist-lucky-luke-die-grimm-brothers/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 01:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic & Graphic Novels]]></category>
		<category><![CDATA[Flix]]></category>
		<category><![CDATA[Kleist, Reinhard]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Comic Collection]]></category>
		<category><![CDATA[Lucky Luke]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn eine erfundene Geschichte nur überzeugend genug erzählt wird, dann kann es schon geschehen, dass viele sie für wahr halten. Wieso kommt uns das so bekannt vor? Vor 150 Jahren sorgten Märchen für den Stoff aus dem die Fantasiewelten entstanden, heute haben den Job wohl die &#8222;Influencer&#8220; übernommen, von denen die meisten auch irgendwelche Geschichten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenn eine erfundene Geschichte nur überzeugend genug erzählt wird, dann kann es schon geschehen, dass viele sie für wahr halten.<span id="more-33630"></span><!--more--></p>
<p>Wieso kommt uns das so bekannt vor?</p>
<p>Vor 150 Jahren sorgten Märchen für den Stoff aus dem die Fantasiewelten entstanden, heute haben den Job wohl die &#8222;Influencer&#8220; übernommen, von denen die meisten auch irgendwelche Geschichten aus ihren Fantasiewelten erfinden; und die Leute nehmen es für bare Münze &#8230;</p>
<p>Die Gebrüder Grimm (&#8222;Märchen-Influencer&#8220;?) sind auf Marketing-Tour im Wilden Westen, denn was in Europa funktioniert, das muss doch auch bei den Cowboys Erfolg haben. Eine ganze Wagenladung Bücher haben sie im Gepäck, was sich schnell als zu optimistisch herausstellt. Denn die beiden haben nicht damit gerechnet, dass man bei den rauen Typen der Prärie mit Geschichten über Feen und Prinzessinnen gar nicht gut ankommt.</p>
<p>Ein Glück, dass die beiden gleich zu Beginn ihrer Lesereise Lucky Luke als Reisebegleiter, Guide und &#8211; wie sich herausstellt &#8211; Bodyguard engagiert haben. Der rettet sie nämlich oft davor, geteert und gefedert aus einer Stadt gejagt zu werden.</p>
<p>Lucky Luke weiß Rat, wie die ratlosen Gäste aus Europa ihr Publikum gewinnen könnten: Er bringt die Grimm-Brüder zu Ma Dalton, denn die kennt ganz sicher die richtigen Geschichten aus dem Wilden Westen. Doch das geht schief, denn Ma Dalton erfindet (!) Geschichten von ihren vier ach so gutherzigen und liebenswerten Söhnen. </p>
<p>Als die Grimm-Brüder das bei ihren folgenden Lesungen zum Besten geben, ist das Publikum zwar vollauf begeistert, aber sobald die Dalton-Brüder das erfahren, sind es gar nicht. Zerstören diese Wohlfühl-Storys doch ihren Ruf als böse Ganoven.</p>
<p>Eine nette Geschichte, wie gewohnt mit eingestreuten Verweisen auf unsere reale Gegenwart und natürlich einer gut dosierten Portion Geschichtsunterricht (beides zeichnet die Lucky-Luke Bände ja durchwegs aus!).</p>
<p>Mehr als nett ist &#8222;Die Grimm Brothers&#8220; aber auch nicht, es fehlt mir insgesamt ein zündender Funke, der mich für die Story begeistern könnte. Dazu tragen auch die Illustrationen bei, die den ganzen Band mit oft allzu schreienden Farben für meinen Geschmack unruhig wirken lassen. Und weil ich schon bei der Grafik bin: Die Schriftgröße empfinde ich als viel zu klein, es wäre auch Platz gewesen, eine größere zu nehmen.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Für die Vollständigkeit der Lucky Luke-Sammlung ist dieser 8. Band der &#8222;Hommage-Reihe&#8220; in Ordnung, für sich alleine aber begeistert er mich aber nicht sehr. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Onyxpalast &#8211; Wo die Welten sterben</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/der-onyxpalast-wo-die-welten-sterben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 01:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Lasthaus, Stefanie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Stefanie Lasthaus]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Penhaligon]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Onyxpalast – Wo die Welten sterben ist der dritte Band der Totengötter-Saga und bildet den Abschluss der Reihe. Die Handlung ist auch diesmal im Totenreich Annwyn angesiedelt. Gwen trägt nun die „Alte Energie“ in sich. Anfangs verleiht sie ihr zusätzliche Kraft, doch die Urmacht fordert ihren Preis. Zudem ist Annwyn aus dem Gleichgewicht geraten: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Onyxpalast – Wo die Welten sterben ist der dritte Band der Totengötter-Saga und bildet den Abschluss der Reihe.<span id="more-33392"></span></p>
<p>Die Handlung ist auch diesmal im Totenreich Annwyn angesiedelt. Gwen trägt nun die „Alte Energie“ in sich. Anfangs verleiht sie ihr zusätzliche Kraft, doch die Urmacht fordert ihren Preis. Zudem ist Annwyn aus dem Gleichgewicht geraten: Überall entstehen Risse und das Reich verdorrt zunehmend. Gemeinsam mit ihrem Geliebten Aran, dem Totengott, versucht Gwen, Annwyn zu retten. Dabei reisen sie in die vergessenen Welten, wo sie zahlreiche Abenteuer bestehen müssen. Auch viele andere Götter sind wieder mit von der Partie. Glenys und Gwens Bruder Vander erweisen sich ebenfalls als wichtige Wegbegleiter.</p>
<blockquote>
<p>„Wenn Annwyn fiel, würden Vander und ich nach Cardiff zurückkehren. Aber was würde uns Jahre später erwarten, wenn wir wirklich starben? Wohin würden wir gelangen, wenn wir uns von der Welt der Lebenden verabschiedeten? Und vor allem: Was würde aus Aran werden?“</p>
</blockquote>
<p>Gelingt es Gwen gemeinsam mit Aran und den anderen Göttern das drohende Ende aufzuhalten? Und schaffen es die beiden ein gemeinsames Leben zu leben?</p>
<p><strong>Mein Fazit</strong></p>
<p>Leider konnte mich der dritte Band nicht überzeugen. Möglicherweise hat auch die Tatsache dazu beigetragen, dass ich Band zwei nicht gelesen habe, weshalb es für mich eine Herausforderung war, in die Geschichte hineinzufinden.</p>
<p>Die Erzählperspektive wechselt zwischen Aran und Gwen. Die Handlung wird also aus der Sicht beider Hauptfiguren erzählt. Grundsätzlich ist das eine interessante Herangehensweise, doch mich konnte diesmal weder die Sprache noch die Handlung begeistern. Außerdem wurde mir die Hauptfigur im Verlauf der Geschichte zunehmend unsympathisch, da sie auf mich gegen Ende ziemlich überheblich wirkte.</p>
<p>Zwar wächst Gwen im Laufe der Handlung über sich hinaus, beweist großen Mut und tritt sehr selbstbewusst auf, dennoch konnte ich keine echte Verbindung zu ihr aufbauen.</p>
<p>Insgesamt empfand ich diesen Abschluss der Totengötter-Saga als wenig mitreißend. Die Geschichte konnte mich weder fesseln noch emotional erreichen.</p>
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		<title>Christiane Antons: Des Campers Fluch sind Tote und Besuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Harald]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 03:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antons, Christiane]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Christiane Antons]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[KBV Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf einem Campingplatz an der Weser hat sich die lebensfrohe Hippie-Oma Margot als Dauercamperin niedergelassen. In den Sommerferien macht ihr Enkel Max mit seinem Vater ebenfalls Urlaub auf dem Campingplatz. Max und seine Oma Margot sind ein eingespieltes Team. Margot kann sich gut auf ihren Enkel einlassen und hat dadurch eine enge Bindung zu ihm [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf einem Campingplatz an der Weser hat sich die lebensfrohe Hippie-Oma Margot als Dauercamperin niedergelassen. In den Sommerferien macht ihr Enkel Max mit seinem Vater ebenfalls Urlaub auf dem Campingplatz. <span id="more-33633"></span>Max und seine Oma Margot sind ein eingespieltes Team. Margot kann sich gut auf ihren Enkel einlassen und hat dadurch eine enge Bindung zu ihm aufgebaut.</p>
<p>Nachdem Max mit seinem Metalldetektor einen Ehering am Strand des Sees findet, machen sich beide den Spaß, eine Geisterbeschwörung durchzuführen. Zu ihrer großen Überraschung liegt auf einmal der Geist des verstorbenen Herrn Deutschmann im Bett des Wohnwagens. Deutschmann, der selbst ernannte Platzwart des Campingplatzes, hat ein Problem: Er möchte herausfinden, wer ihn ermordet hat um aus seiner Zwischenwelt herauszukommen. Ab jetzt gehen die drei gemeinsam auf Mördersuche, wobei es immer wieder zu humorvollen Konflikten zwischen ihnen kommt. Auf der einen Seite steht der pedantische Geist Herr Deutschmann, auf der anderen Seite die unkonventionelle Margot und ihr Enkel Max.</p>
<p>Bei ihren Ermittlungen stoßen die drei auf verdeckte Konflikte und Geheimnisse innerhalb der Platzgemeinschaft. Sehr schnell wird deutlich, dass Deutschmann äußerst unbeliebt war und viele Menschen gegen sich aufgebracht hat. Dadurch hatten mehrere Personen bereits zu seinen Lebzeiten durchaus ein Motiv für einen Mord.</p>
<p>Durch die Ermittlungen lernen wir den Campingplatzalltag mit seinen oft sonderbaren Bewohnern kennen. Dem Schein eines schönen und harmonischen Miteinanders stehen Konflikte und menschliche Abgründe gegenüber.</p>
<p>Margot und Max suchen mit allen Mitteln nach dem Mörder von Herrn Deutschmann, damit er eine Chance auf Gerechtigkeit erhält und aus seiner Zwischenwelt befreit wird.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Den Plot dieses Krimis finde ich sehr gelungen. Diese beiden besonderen Detektive haben mir viel Spaß beim Lesen bereitet. Ein vergnüglicher Cosy-Krimi. Auf der einen Seite die typische Spannung eines Krimis, auf der anderen Seite viel Humor. Eine schöne Verbindung, die neugierig auf mehr macht. Ein rundum gelungener und spaßiger Krimi.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Cay Rademacher: Bedrohliche Alpilles</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/cay-rademacher-bedrohliche-alpilles/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 01:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Rademacher, Cay]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas' Favoriten 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Capitaine Roger Blanc]]></category>
		<category><![CDATA[Cay Rademacher]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Provence]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Dumont]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit diesem 13. Fall gibt es so etwas wie einen Neustart für die Karriere von Capitaine Roger Blanc: Er wird, niemand ist davon mehr überrascht als er selbst, in eine neue Abteilung versetzt. Unter der Leitung seines alten Vorgesetzten Colonel Nkoulou sollen Cold Cases neu aufgerollt und gelöst werden. Es haben sich zu viele davon [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mit diesem 13. Fall gibt es so etwas wie einen Neustart für die Karriere von Capitaine Roger Blanc: Er wird, niemand ist davon mehr überrascht als er selbst, in eine neue Abteilung versetzt. Unter der Leitung seines alten Vorgesetzten Colonel Nkoulou sollen Cold Cases neu aufgerollt und gelöst werden. Es haben sich zu viele davon angesammelt, so viel, dass es an der Zeit war, dafür die besten Leute zusammenzuholen und endlich Antworten zu finden.<span id="more-33517"></span></p>
<p>Mit dabei ist ein Teil seinen alten Teams, ergänzt um zwei Neue, die sich schon bald in die Arbeitsweise von Blanc und seinen Leuten integrieren. Mehr Leute, mehr Köpfe, mehr Ideen: reicht das aus, um den ersten Fall der neuen Abteilung zu lösen?</p>
<p>Dieser erste Fall hat sich sechs Jahre zuvor zugetragen. Er betrifft den ungeklärten Mord an einem Ehepaar und einem zufällig am Ort des Geschehens anwesenden Radfahrer. Nur durch Glück überlebte die damals sechsjährige Tochter des Ehepaares schwer verletzt. </p>
<p>Soweit es damals ermittelt werden konnte, wollte das Ehepaar Damian und Ute Mayer, das schon viele Jahre zuvor aus Deutschland in die Provence übersiedelte, eine Wanderung unternehmen, als ein Unbekannter an Ihr Auto trat und mit gezielten Pistolenschüssen durch das geöffnete Fenster zuerst den Ehemann und dann die Ehefrau ermordete. Der zufällig anwesende Radfahrer wurde Zeuge, wollte, so die Annahme, helfen und wurde dabei quasi hingerichtet. Erst dann habe der Täter die Tochter auf dem Rücksitz bemerkt und zuerst auf sie geschossen und dann auf sie eingeschlagen. Hielt er auch sie für tot? </p>
<p>Das ist jedenfalls das Szenario, das die Polizei damals als das wahrscheinlichste annahm und die Ermittlungen danach ausrichtete.</p>
<p>Was der Truppe um Roger Blanc bei der ersten Durchsicht der alten Unterlagen gleich auffällt: alle Beteiligten, alle damals einvernommen Zeuginnen und Zeugen sind in irgendeiner Art und Weise miteinander verbunden. Ob durch ihre Arbeit oder privat, es gab eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten. Und dennoch konnte damals kein Täter ermittelt werden.</p>
<p>Eine Herausforderung für die neue Abteilung der Polizei, nach so langer Zeit zu einer Lösung zu kommen. Wer kann sich noch und wie genau erinnern? Gibt es überhaupt neue Spuren, die damals unentdeckt blieben?  Ist der Mörder weiterhin vor Ort und beobachtet die Arbeit der Polizei?</p>
<p>Beinahe akribisch beschreibt Rademacher wie ein Cold Case neu aufgerollt wird.</p>
<p>Die Handlung und der Fortgang der Ermittlung wirken so glaubhaft und realistisch, es könnte alles auch auf einem tatsächlichen Kriminalfall basieren (was ja auch, wenigstens was die Idee betrifft, der Wahrheit entspricht).</p>
<p>Zudem basiert die Handlung des Romans einerseits auf den örtlichen Gegebenheiten, andererseits basiert vieles auf tatsächlich stattgefundenen Ereignissen (mehr dazu im Nachwort des Buches).</p>
<p>Orte, Straßen, Häuser und die Landschaft sind so detailreich beschrieben, dass man sich richtiggehend h in das südliche Flair der Provence hineinversetzen kann. Wie immer in seinen Romanen hat Cay Rademacher dabei wohl viel von seinen persönlichen Eindrücken aus seiner Wahlheimat im Süden Frankreichs mit verarbeitet.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong></p>
<p>Mit der Versetzung von Roger Blanc erfährt die Buchreihe so etwas wie einen neuen Schub. Nicht, dass es nach den bisherigen zwölf Krimis langweilig geworden wäre, das hat Cay Rademacher mit immer wieder gut dosiert eingebrachten Wendungen in der Handlung und im Lebensumfeld seiner Protagonisten schon bisher nicht zugelassen. </p>
<p>Mit der neuen Abteilung ändert Rademacher unter anderem auch die Erzählperspektive und den Stil der Ermittlungen. Jetzt geht es nicht mehr darum, rasch Ergebnisse zu erzielen, bevor die Spuren erkalten. Alles dreht sich um das Durchforsten der alten Akten, die Suche nach dem, was damals übersehen wurde und die Inspiration, aus den Erkenntnissen zu neuen Schlüssen zu kommen.</p>
<p>Es lässt sich gewissermaßen hautnah miterleben, wie erst mühselig neue Ansätze gefunden werden müssen, bevor sich ein Erkenntnis-Stück in das nächste fügt. Falsche Spuren sind auch dabei, aber es entsteht ein immer deutlicheres Bild davon, was damals geschah.</p>
<p>Das alles gelingt wirklich perfekt und mit zunehmender Spannung wird die Handlung auch immer interessanter und noch überzeugender.</p>
<p>Für mich macht das in Summe aus dem 13. Fall mit Capitaine Roger Blanc den bisher besten Krimi einer Reihe, die ich auch bisher schon immer mit Freude und Begeisterung gelesen habe.</p>
<p><strong>&#8222;Bedrohliche Alpilles&#8220; gehört für mich zu den Top-Krimis des Jahres 2026!<br /></strong>(Noch mehr als bisher schon freue ich mich auf das nächste Buch der Reihe)</p>
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		<title>Emile Gaboriau: Die Affäre Lerouge</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/emile-gaboriau-die-affaere-lerouge/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 01:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gaboriau, Emile]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Emile Gaboriau]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Flonger]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
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					<description><![CDATA[160 Jahre ist dieser Kriminalroman bereits alt und wirkt mit seiner Grundidee und seinem Spannungsbogen doch moderner als viele Krimis unserer Gegenwart. &#8222;Die Affäre Lerouge&#8220; wird als einer der ersten richtigen Kriminalromane bezeichnet. Der Autor Emile Gaboriau schuf mit seinem Roman eine Art Vorlage für viele weitere Krimiklassiker, die nachfolgten. Eine Figur aus dem Roman [&#8230;]]]></description>
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<p>160 Jahre ist dieser Kriminalroman bereits alt und wirkt mit seiner Grundidee und seinem Spannungsbogen doch moderner als viele Krimis unserer Gegenwart.<span id="more-33494"></span></p>
<p>&#8222;Die Affäre Lerouge&#8220; wird als einer der ersten richtigen Kriminalromane bezeichnet. Der Autor Emile Gaboriau schuf mit seinem Roman eine Art Vorlage für viele weitere Krimiklassiker, die nachfolgten.</p>
<p>Eine Figur aus dem Roman wirkt tatsächlich wie das Urmodell berühmter Ermittler: Monsieur Tabaret ist ein älterer Herr, dem man seine Kombinationsgabe und seinen wachen Geist auf den ersten Blick so gar nicht ansieht. Als er auf Wunsch von Inspektor Lecoq am Ort des Verbrechens erscheint, sind der Kriminalkommissar und der Untersuchungsrichter so gar nicht begeistert. </p>
<p>Denn was soll dieser Mann denn schon zur Auflösung des Falles beitragen?</p>
<p>Der Fall, das ist der Tod der Witwe Lerouge. Die alte Dame wurde in ihrem Haus ermordet. Ein simpler Fall, der sich nach ein paar Fragen in der Nachbarschaft einfach wird lösen lassen? Jedenfalls analysiert Monsieur Tabaret scharfsinnig die Spuren und präsentiert schon bald einen logischen Ablauf des Geschehens. Damit scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der Täter dingfest gemacht wird.</p>
<p>Doch ganz so simpel ist es nicht, denn auch Monsieur Tabaret könnte sich irren. Hat er am Ende gar den falschen Mann als Täter identifiziert? Es folgt eine Ermittlung voller Überraschungen und vermeintlich deutlicher Spuren, während der ein Unrecht aus Tageslicht kommt, das schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Was jetzt geschehen ist, ist ganz unzweifelhaft die Folge davon &#8211; nur die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen erweist sich als nicht einfach, denn einer der Beteiligten spielt ein überaus raffiniertes Spiel mit falschen Hinweisen.</p>
<p><strong>Der Roman ist für mich eine überaus positive Überraschung.</strong></p>
<p>Da ist einmal die aus dem Jahr 1972 stammende Übersetzung ins Deutsche, die viel von der Atmosphäre, den Umgangsformen und dem Charakter der Polizeiarbeit der 1860er-Jahre vermittelt. Dazu der überaus gelungene Spannungsaufbau, der sich &#8211; wie auch im Nachwort beschrieben &#8211; aus der ursprünglichen Erscheinungsform als Fortsetzungsroman ergibt. Das Ende jedes Kapitels musste die Leserschaft so sehr fesseln, dass sie auch die nächste Ausgabe kaufte. Es ist also nicht nur zum Ende zu, sondern auch von Kapitel zu Kapitel spannend.</p>
<p>Die Story selbst ist raffiniert aufgebaut; auch wenn man selbst versucht, die Lösung zu erahnen, so wird man doch immer wieder schwankend werden, ob es denn nun wirklich so ausgehen könnte. Jede Wendung scheint ganz logisch zu sein, auch wenn sie doch ein anderes Ende erwarten lässt</p>
<p>Zum Schluss noch die Figur des Monsieur Tabaret, in dem man schon Wesenszüge einiger seiner später in die Krimiwelt eintretenden berühmten Detektive wie Sherlock Holmes oder Hercule Poirot erkennen kann.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Für Fans klassischer Kriminalromane ist &#8222;Die Affäre Leroge&#8220; eine eindeutige Empfehlung wenn nicht sogar ein unbedingtes Muss!</p>
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		<title>Martina Parker: Ausgstochen</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/06/martina-parker-ausgstochen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 01:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Parker, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Klub der Grünen Daumen]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Hier, im Südburgenland, kommen alle Geheimnisse ungeschönt ans Tageslicht &#8230; Martina Parker hat es also schon wieder getan! Nämlich einen Gartenkrimi veröffentlicht, den vierten rund um Vera Horvath. Diesmal ist der Krimi in der Vorweihnachtszeit angesiedelt und enthält südburgenländische Bräuche sowie Gartentipps für den Winter.  Worum geht’s?  Unter dem Weihnachtsbaum des Pannonischen Adventmarkt liegt eine [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Hier, im Südburgenland, kommen alle Geheimnisse ungeschönt ans Tageslicht &#8230;</strong></p>
<p>Martina Parker hat es also schon wieder getan! Nämlich einen Gartenkrimi veröffentlicht, den vierten rund um Vera Horvath.<span id="more-33364"></span></p>
<p>Diesmal ist der Krimi in der Vorweihnachtszeit angesiedelt und enthält südburgenländische Bräuche sowie Gartentipps für den Winter. </p>
<p>Worum geht’s? </p>
<p>Unter dem Weihnachtsbaum des Pannonischen Adventmarkt liegt eine Leiche. Es ist der Bürgermeister, der mit vielen seiner Mitbürger im Clinch liegt. Sofort wird der Dunkel-Tom verdächtigt, denn der hat kurz zuvor eine mehr als verbale Auseinandersetzung mit dem Dorfchef.  </p>
<p>Vera Horvath, die Lokalreporterin und on/off-Freundin von Tom, beginnt zu recherchieren. Dabei kommen interessante Tatsachen ans Licht. Zum einen verfasst die Witwe des Bürgermeisters erotische Bücher und zum anderen macht ein Zuagroaster aus einer Madonnenstatue Kleinholz. Und wer ist jener Unbekannte, der mit einem Schmuckstück von Haus zu Haus zieht und eigenartige Fragen stellt? </p>
<p>Die Damen des Klubs der grünen Daumen haben es aber nicht nur mit den Spekulationen rund um den toten Bürgermeister zu tun, sondern auch mit dem Backen von Weihnachtskeksen, Aussuchen der Weihnachtsbäume und Tipps für den winterlichen Garten zu tun.   </p>
<p><strong>Meine Meinung: </strong></p>
<p>Auch der vierte Gartenkrimi ist sehr gut gelungen. Martina Parker versteht es, der dörflichen Gemeinschaft das eine oder andere Geheimnis zu entreißen. Ob es sich dabei um ein Kochrezept oder die Folgen einer vorehelichen Beziehung handelt, ist dabei einerlei. Am Ende kommt alles ans Licht &#8211; ungeschönt. </p>
<p>Wie schon in den Vorgängern wird jedem Kapitel ein Gartentipp vorangestellt. Diesmal gibt es noch Gedanken eines vorerst Unbekannten, die dann im Laufe des Krimis zugeordnet werden können. </p>
<p>Ich bin recht bald hinter das Geheimnis des toten Bürgermeisters gekommen.  </p>
<p>Die Charaktere sind wie immer sehr gut gelungen. Diesmal erhält die schrullige Hilda, Veras Mutter, noch ein bisschen mehr Raum, nervt allerdings nicht ganz so wie sonst. Mit ihrer Art sorgt sie für skurrile Auftritte und zeigt, dass man auch im fortgeschrittenen Alter auf TikTok präsent sein kann.  </p>
<p>Ich mag die Dialektpassagen, die natürlich (in den Fußnoten) ins Hochdeutsche übersetzt werden. </p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich diesem Krimi, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Bitte die Reihe unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen und bei Band 1 („Zuagroast“) beginnen. Man brächte sich sonst um ein großes Lesevergnügen. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Deon Meyer: Der Tag des Skorpions</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/05/deon-meyer-der-tag-des-skorpions/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 01:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Meyer, Deon]]></category>
		<category><![CDATA[Aufbau Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Deon Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Stefanie Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rütten & Loening]]></category>
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					<description><![CDATA[Gleich vorweg: &#8222;Der Tag des Skorpions“ ist ein Thriller, der weniger auf spektakuläre Action dafür mehr auf beharrliche Ermittlungsarbeit setzt. Und gerade darin findet sich die Spannung dieses Romans. Denn diesmal stehen Vaughn Cupido und Bennie Griessel gleich vor zwei Fällen, die zunächst kaum greifbar erscheinen: ein Mord und eine Brandstiftung – und in beiden [&#8230;]]]></description>
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<p>Gleich vorweg: &#8222;Der Tag des Skorpions“ ist ein Thriller, der weniger auf spektakuläre Action dafür mehr auf beharrliche Ermittlungsarbeit setzt. Und gerade darin findet sich die Spannung dieses Romans. <span id="more-33514"></span></p>
<p>Denn diesmal stehen Vaughn Cupido und Bennie Griessel gleich vor zwei Fällen, die zunächst kaum greifbar erscheinen: ein Mord und eine Brandstiftung – und in beiden Fällen verlieren sich die wenigen vorhandenen Spuren bald im Nichts.</p>
<p>Die Ermittlungen verlaufen deshalb nicht entlang klarer Hinweise oder genialer Geistesblitze, sondern über mühsame Polizeiarbeit. Cupido und Griessel müssen sich durchfragen, an Türen klingeln, Gesprächspartner aufsuchen und immer wieder feststellen, dass sich eine vermeintlich heiße Spur kurz darauf doch wieder als Sackgasse entpuppt. Genau diese zähe, oft frustrierende Suche nach Zusammenhängen macht den Roman glaubwürdig. Meyer zeichnet Polizeiarbeit nicht als glamouröse Jagd, sondern als mühevollen Prozess, bei dem Geduld und Erfahrung wichtiger sind als spektakuläre Methoden.</p>
<p>Dabei gelingt es ihm, die Spannung kontinuierlich zu steigern. Denn im Hintergrund läuft bereits der Countdown zu einem Treffen der BRICS-Staaten in Südafrika. Je näher dieses politische Großereignis rückt, desto größer wird der Druck auf die Ermittler. Ein Hinweis deutet nämlich darauf hin, dass ein Attentat geplant sein könnte. Sobald die internationalen Vertreter zusammentreffen, könnte es zu spät sein. Dadurch erhalten selbst scheinbar belanglose Gespräche und kleine Hinweise plötzlich ein enormes Gewicht; denn was wäre, wenn es während des Treffens tatsächlich zu einem erfolgreichen Attentat kommen würde? </p>
<p>Wie in vielen seiner Romane verbindet Meyer auch diesmal die Kriminalhandlung eng mit der politischen und gesellschaftlichen Situation Südafrikas. Dabei geht es nicht nur um die Themen, die man willkürlich mit Südafrika verbindet, wie Korruption oder Machtstrukturen. Es geht auch um grundsätzliche moralische Fragen.</p>
<p>Der Roman stellt die Überlegung in den Raum, wie weit ein demokratischer Staat in seinen außenpolitischen Beziehungen gehen darf. Ist es angemessen, enge Partnerschaften mit Staaten zu pflegen, in denen Menschenrechte missachtet werden und Gewalt ein selbstverständliches Mittel staatlicher Interessenpolitik darstellt? Betrachtet man die Zusammensetzung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BRICS">BRICS-Vereinigung</a>, sieht, wer dort am Tisch sitzt, dann wirkt diese Frage alles andere als theoretisch.</p>
<p>Meyer formuliert diese Kritik jedoch nicht belehrend. Vielmehr lässt er unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallen und bindet politische Diskussionen organisch in die Handlung ein. Dadurch bleibt der Roman auch dort spannend, wo es um gesellschaftliche und moralische Themen geht.</p>
<p>Ebenso eindringlich ist eine weitere Frage, die mit Fortdauer der Handlung immer deutlicher wird: Wie weit darf jemand gehen, wenn das Rechtssystem versagt? Wann wird aus nachvollziehbarer Wut Selbstjustiz? Und kann persönliches Leid ein Recht auf Rache begründen? Meyer liefert darauf keine einfachen Antworten. Gerade dadurch gewinnen viele Figuren an Tiefe, weil ihre Motive nachvollziehbar bleiben, auch wenn ihre Entscheidungen problematisch sind.</p>
<p>Neben der inhaltlichen Ebene sind natürlich auch die beiden Hauptfiguren Garanten für einen gelungenen Roman. Bennie Griessel wirkt erneut als erfahrener Ermittler mit Ecken und Kanten, während Vaughn Cupido mit seiner direkteren und oft emotionalen Art für Dynamik sorgt. Die Dialoge zwischen den beiden bringen immer wieder trockenen Humor in die Handlung und verhindern insgesamt, dass der Roman zu pessimistisch wirkt.</p>
<p>„Der Tag des Skorpions“ ist also, alles zusammen genommen, mehr als ein klassischer Krimi. Der Roman verbindet die detailgenaue Beschreibung präziser Ermittlungsarbeit mit politischen Fragen und moralischen Grauzonen.</p>
<p>Gerade weil die Fälle zunächst kaum greifbar sind und sich Hinweise immer wieder auflösen, entsteht eine Spannung, die bis zum Ende anhält. &#8222;Der Tag des Skorpions&#8220; ist ein Thriller, der nicht nur fesselt, sondern ein wenig auch zum Nachdenken über Recht, Verantwortung und politische Moral motiviert.<br /><br /><strong>Typisch Deon Meyer eben!</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gabriele Reiterer: Anna Plochl</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/05/gabriele-reiterer-anna-plochl/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 01:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Reiterer, Gabriele]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Buchreihe: Reihenweise kluge Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriele Reiterer]]></category>
		<category><![CDATA[Habsburger]]></category>
		<category><![CDATA[Molden]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Biografie der Anna von Meran, geborene Plochl ist der 11. Teil der Serie „Reihenweise kluge Frauen“ aus dem Verlag Molden.  Zu Anna Plochl (1804 –1885), die im Alter von 15 Jahren Erzherzog Johann (1782-1852) begegnet ist, gibt es zahlreiche romantische Filme und einige Romane, jedoch bislang kaum als historisch verbürgte Fakten einzustufende Informationen. Fast [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Biografie der Anna von Meran, geborene Plochl ist der 11. Teil der Serie „Reihenweise kluge Frauen“ aus dem Verlag Molden. </p>
<p>Zu Anna Plochl (1804 –1885), die im Alter von 15 Jahren Erzherzog Johann (1782-1852) begegnet ist, gibt es zahlreiche romantische Filme und einige Romane, jedoch bislang kaum als historisch verbürgte Fakten einzustufende Informationen. Fast alles, was über sie geschrieben und erzählt wird (und wurde), endet mit der Hochzeit mit dem Habsburger im Jahr 1829. Über ihren weiteren Lebensweg an der Seite des als Reformer der steirischen Landwirtschaft und Gründer zahlreicher Schulen bekannten Erzherzogs, ist bislang wenig bekannt. Welchen Anteil sie an den Reformen der Landwirtschaft, die Johann zugeschrieben werden, hat, enthüllt die Kunsthistorikerin Gabriele Reiterer in dieser umfassenden Biografie. Dafür hat Reiterer in unzähligen Archiven geforscht und hat erstmals Zugriff auf das Familienarchiv der Familie Meran erhalten.</p>
<p>Wer ist sie nun, diese Anna Plochl, die als kleinbürgerliche Posthalterstochter in eine der mächtigsten Dynastien des 19. Jahrhunderts einheiratet?</p>
<p>Nach dem Intro erfahren wir in zehn Kapiteln sowie einem Epilog bislang Unbekanntes aus dem Leben der Anna Plochl, die Landwirtin, Pionierin und Habsburgerin gewesen ist:</p>
<ul>
<li>1885 Aussee &#8211; Abschied und Neubeginn</li>
<li>Die Dynastie am Abgrund</li>
<li>Das „gamsaugete“ Mädchen</li>
<li>Das ehelose Zusammenleben</li>
<li>Eine andere Art der Ehe</li>
<li>„Ich empfehle dir das Ganze“</li>
<li>Die „persona dubia“ wird Freifrau von Brandhofen</li>
<li>Anna, die Aristokratin</li>
<li>Wetterleuchten</li>
<li>Wende und Abschied</li>
</ul>
<p>Aus den zahlreichen Briefen, Tagebucheintragungen und Dokumenten gewinnt die Autorin ein interessantes Bild der Beziehung zwischen Anna und Johann, die sehr modern anmutet. Johann, der Bruder von Kaiser Franz II./I. (1768-1835), muss nicht für dynastischen Nachwuchs sorgen. Das hat der Kaiser mit 13 Kindern, davon 4 Söhne, selbst erledigt. Daher darf er, nach zehn Jahren des brüderlichen Widerstandes, die nicht standesgemäße Bürgerliche endlich heiraten. Allerdings sind beide zahlreichen Einschränkungen unterworfen. Vor allem zahlreiche Hofschranzen lassen Anna ihre Herkunft spüren, indem man sie herablassend behandelt. Dass Kinder aus einer morganatischen Ehe keinen Herrschaftsanspruch haben, ist spätestens 1918 ohnehin obsolet. Dieses Schicksal teilt ihr Sohn Franz von Meran (1839-1891) mit den Kindern des 1914 in Sarajevo ermordeten Thronfolgerpaares Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Ehefrau Sophie von Hohenberg, geborene Chotek.</p>
<p>In Laufe der Jahre wird Anna Plochl zunächst als Freifrau von Brandhofen und dann als Gräfin von Meran geadelt. Welche Rolle hier der allseits bekannte (und teils verhasste) Fürst Metternich gespielt hat, kann man hier nachlesen.</p>
<p>Anna von Meran wird ihren Mann um 26 Jahre überleben. Letztlich werden Anna und Johann im Mausoleum auf ihrem Südtiroler Anwesen, dem Schloss Schenna, beigesetzt.</p>
<p>Aufgrund der ständigen Abwesenheit ihres Ehemanns „schupft“ die bodenständige Anna die weit verzweigten landwirtschaftlichen Betriebe mit erstaunlicher Wirtschaftskompetenz und ist hoch angesehen. Man hat ja unter anderem Besitzungen in Gußwerk (Brandhof), das Radwerk in Vordernberg, in Stainz (ein Schloss mit 365 Fenstern) sowie ein großes Weingut im heutigen Slowenien. Völlig unüblich für das 19. Jahrhundert kutschiert Anna selbst, lernt schießen und schlachtet das Vieh selbst. Mit Fug und Recht kann Anna von Meran, geborene Plochl, in erster Linie als Landwirtin und Pionierin bezeichnet werden.</p>
<p>Das Buch aus dem Verlag Molden ist, ist wie die anderen Biografien dieser Reihe, als gediegenes Hardcover erschienen und eignet sich daher bestens als Geschenk. Zahlreiche Abbildungen von zeitgenössischen Gemälden, auf denen Anna verewigt ist sowie Fotos von ihren Wohnsitzen, ergänzen diese Biografie.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie einer Frau, die bislang nur romantisiert dargestellt worden ist, aber in Wirklichkeit eine Pionierin des Fortschritts gewesen ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Simon Mason: Das kalte Herz von Oxford</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/05/simon-mason-das-kalte-herz-von-oxford/</link>
					<comments>https://www.literatur-blog.at/2026/05/simon-mason-das-kalte-herz-von-oxford/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2026 01:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Mason, Simon]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Goldmann Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Mason]]></category>
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					<description><![CDATA[An einem sonnigen Nachmittag verschwindet die 4-jährige Poppy Clarke während ihre Mutter kurz mit der Erzieherin spricht, aus dem Kindergarten. Nachdem Poppys Eltern getrennt leben, steht sofort die Kindesentziehung durch den Vater im Raum, der nur ein eingeschränktes Besuchsrecht hat. Die Suche nach dem Kind verläuft erfolglos und DI Ray Wilkins, der smarte aus Nigeria [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>An einem sonnigen Nachmittag verschwindet die 4-jährige Poppy Clarke während ihre Mutter kurz mit der Erzieherin spricht, aus dem Kindergarten. <span id="more-33523"></span>Nachdem Poppys Eltern getrennt leben, steht sofort die Kindesentziehung durch den Vater im Raum, der nur ein eingeschränktes Besuchsrecht hat. Die Suche nach dem Kind verläuft erfolglos und DI Ray Wilkins, der smarte aus Nigeria stammende Ermittler, wird von Presse und Social Media ebenso angefeindet wie die Mutter. Wenig später wird die Leiche des kleinen Mädchens gefunden und der Täter nach wie vor unbekannt.</p>
<p>In einem parallel laufenden zweiten Handlungsstrang richtet Autor Simon Mason den Fokus auf Ray Wilkins‘ Namensvetter Ryan Wilkins, der unehrenhaft aus dem Polizeidienst entlassen worden ist, und nun den Lebensunterhalt für sich und seinen kleinen Sohn Ryan jr. als Nachtwächter verdient. Als ein früherer Bekannter ermordet aufgefunden wird, beginnt er zu recherchieren und entdeckt einen möglichen Zusammenhang mit dem Mord an Poppy.</p>
<p>Gleichzeitig läuft ein Verfahren für Ryans Wiederaufnahme in den Polizeidienst. Bis zum Schluss wissen weder Ryan Wilkins noch wir Leser, ob die Wiedereinstellung gelingen wird, oder nicht.</p>
<p>Die Ermittlungen zu Poppys Ermordung sind komplex, denn nicht alles ist so, wie es scheint.</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Ehrlich gesagt hat mir der erste Band von Wilkins &amp; Wilkins besser gefallen, weil die Ermittler durch ihre höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten sowie ihre verschiedenen Ermittlungsansätze sich gegenseitig ergänzen. Diesmal sind die beiden mehr oder weniger solo unterwegs. Zudem nervt mich Ray Wilkins‘ Ehefrau, die mit Zwillingen schwanger ist, was ihr einige gesundheitliche Probleme bereitet. Aber muss sie, weil er die Schwangerengymnastik, wegen eines dringenden Anrufs verlassen muss, so ein Theater machen? Ich weiß ja nicht, wie es mit der medizinischen Betreuung von Schwangeren in Großbritannien bestellt ist, aber sollte sie, statt Ray zu tyrannisieren, nicht lieber fachliche Hilfe aufsuchen?</p>
<p>Ein interessanter neuer Aspekt dieses zweiten Bandes ergibt sich dadurch, dass Superintendent Dave Wallace sich für eine Wiedereinsetzung von Ryan in den aktiven Dienst bemüht. Leider überlagern die Schilderungen der privaten Probleme Rays mit seiner Frau, das ungewöhnliche Vorhaben von Wallace.</p>
<p>Wenn Kinder Opfer von Verbrechen werden, ist die Empörung groß und Verdächtige schnell bei der Hand. Doch nicht immer sind Beweise vorhanden bzw. leicht zu beschaffen. Für die Öffentlichkeit und Angehörigen sieht es häufig so aus, als ob die Polizei untätig wäre. Simon Mason beschreibt den oft mühsamen Ermittlungen, die auch die Polizisten gehörig fordern und den einen oder anderen an seine Grenzen bringt. Da muss der eine oder andere Ermittler zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Erst als Wilkins &amp; Wilkins inoffiziell, aber gemeinsam auf Tätersuche sind, kehrt Autor Simon Mason zu seiner früheren Form zurück.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Für mich persönlich ist dieser zweite Fall für Ryan Wilkins und Ray Wilkins nicht ganz so fesselnd wie der erste Fall, weshalb es diesmal nur 4 von 5 Sternen gibt.</p>
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		<title>Karen Sander: Die Tiefe &#8211; Verloren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 01:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sander, Karen]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Karen Sander]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rowohlt]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Spannung und Vorfreude habe ich ihn erwartet, den dritten und letzten Band der “Tiefe”-Trilogie aus der Krimireihe „Engelhardt &#38; Krieger ermitteln“. Nun ist er endlich da und bringt hoffentlich die Auflösung der Serienmorde. „Der Täter hatte inzwischen mindestens sechs Menschen ermordet und seinen Opfern verschlüsselte Briefe geschickt. Die dechiffrierte Botschaft bestand aus einem einzigen [&#8230;]]]></description>
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<p>Mit Spannung und Vorfreude habe ich ihn erwartet, den dritten und letzten Band der “Tiefe”-Trilogie aus der Krimireihe „Engelhardt &amp; Krieger ermitteln“. Nun ist er endlich da und bringt hoffentlich die Auflösung der Serienmorde.<span id="more-33484"></span></p>
<blockquote>
<p>„Der Täter hatte inzwischen mindestens sechs Menschen ermordet und seinen Opfern verschlüsselte Briefe geschickt. Die dechiffrierte Botschaft bestand aus einem einzigen Wort: Zahltag, gefolgt von einer Ziffer. Der Brief an Toms Opfer, eine ganze Familie, die auf ihrer Segeljacht erschossen worden war, trug die Nummer eins, Holgers, eine Ärztin, die zwei. Ein weiteres Opfer war in Teterow gefunden worden, bei ihr zu Hause der Brief Nummer drei. …“</p>
</blockquote>
<p>Der Fall, den das Ermittlerteam um Mascha und Tom Engelhardt lösen muss, ist wirklich kompliziert und herausfordernd. Es scheint keine Verbindung zwischen den Opfern zu geben, Zeugenaussagen widersprechen sich und es gibt weitere Morde. Außerdem drohen die Ermittler auf eine falsche Fährte zu geraten. So steigert sich während des Lesens die Spannung kontinuierlich.</p>
<p>Mascha ermittelt mit sehr viel Geschick, gerät dabei selbst aber immer mehr in Gefahr und am Ende geht es sogar um ihr Leben. Bei ihren Ermittlungen wird sie natürlich wieder von ihrem Freund Tom Engelhardt unterstützt. Die beiden haben nun auch ihre Beziehung gegenüber ihren Arbeitskollegen öffentlich gemacht. Holger, der Stiefbruder von Mascha, ist darüber sehr verärgert. Er kann Tom überhaupt nicht ausstehen und bezeichnet ihn gerne als „Loser aus Berlin“.</p>
<p>Ich hatte auch die Hoffnung, dass Maschas Versuch, etwas über ihre leibliche Mutter zu erfahren endlich Früchte trägt. Noch ist sie nicht am Ziel, aber sie gibt nicht auf und kommt der Sache immer näher.</p>
<p>Obwohl es der letzte Band der Serie ist, endet er mit einem Cliffhanger, für den sich die Autorin sogar in ihrem Nachwort entschuldigt. Immerhin ist damit klar, dass es eine Fortsetzung geben wird und das freut mich sehr. Der Roman ist der Autorin zufolge übrigens in Südamerika entstanden, was man gar nicht glauben mag, da er so realistisch deutsch wirkt.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong></p>
<p>Der Krimi beginnt recht entspannt. Die Autorin versteht es auch diesmal wieder hervorragend, den/die Leser(in) schnell wieder mit der Story aus den vorangegangenen Bänden vertraut zu machen. Und so machte es gar nichts aus, dass ich zu Beginn das Gefühl hatte, alles vergessen zu haben.</p>
<p>Auch diesmal wusste ich den flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil der Autorin sehr zu schätzen. Die Figuren wirken wieder sehr glaubwürdig und überhaupt ist die ganze Geschichte sehr gut durchdacht und äußerst realitätsnah.</p>
<p>Erst plätschert die Geschichte eher unaufgeregt dahin, aber das Ende hat es wirklich gewaltig in sich. Diesen Mörder hatte ich definitiv nicht auf dem Schirm und auch nicht die wirklich spannende Auflösung, die ganz schön an meinen Nerven gezerrt hat.</p>
<p>Zusammengefasst ist “<em>Die Tiefe: Verloren</em>” ein toller Abschluss der Serie, der für den ein oder anderen Nervenkitzel sorgt und definitiv Lust auf einen weiteren Band</p>
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		<title>Ingrid Carlberg: Marionetten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 01:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Carlberg, Ingrid]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ingrid Carlberg]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Dahmann]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag btb]]></category>
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					<description><![CDATA[»Propaganda wirkt nur, solange sie nicht als solche entlarvt wird.« Die schwedische Journalistin Ingrid Carlberg bekommt es in ihrem Beruf sehr häufig mit Lügen und Halbwahrheiten zu tun, als politische Propaganda sowie Desinformationskampagnen verwendet werden und die zahlreiche Politiker wie Marionetten von gefinkelten Strippenziehern wirken lassen. Was liegt daher näher, sich mit dem historischen Ursprung [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>»Propaganda wirkt nur, solange sie nicht als solche entlarvt wird.«</strong><span id="more-33431"></span></p>
<p>Die schwedische Journalistin Ingrid Carlberg bekommt es in ihrem Beruf sehr häufig mit Lügen und Halbwahrheiten zu tun, als politische Propaganda sowie Desinformationskampagnen verwendet werden und die zahlreiche Politiker wie Marionetten von gefinkelten Strippenziehern wirken lassen. Was liegt daher näher, sich mit dem historischen Ursprung von Fake News zu beschäftigen?</p>
<p>Gleich vorweg, die Autorin startet ihre Reise in die politische Propaganda mitten im Ersten Weltkrieg, der gleich drei Monarchien ein Ende bereitet, obwohl Propaganda viel älter ist.</p>
<p>Im Mittelpunkt dieses Buches steht ein Mann, dessen Namen die meisten Leserinnen und Leser noch nicht kennen: Willi Münzenberg (1889-1940). Münzenberg, Sohn eines Gastwirtes in Erfurt, ist Sozialist, der in der Schweiz Lenin kennenlernt und sich für die Ideen der russischen Oktoberrevolution begeistert. Wenig später schließt er sich dem Spartakusbund an und gründet 1919 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und errichtet während der Weimarer Republik ein Medienimperium, das vom Gold des ehemaligen Zarenreiches finanziert wird. Hier nimmt uns Ingrid Carlberg auf die verschlungenen Wege, die das zaristische Gold genommen hat, um die Weltrevolution auszulösen, mit. Dabei deckt sie auch die Rolle Schwedens auf, das Goldbarren mit dem zaristischen Adler einschmilzt mit einer neutralen Signatur versieht und über zahlreiche Kanäle nach Deutschland und (natürlich auch) in die Schweiz bringen lässt.</p>
<p>Obwohl Münzenberg nur wenig Schulbildung hat, verfügt über ein großes Talent für meinungsbildende Statements, die für zahlreiche Machthaber wie Lenin und Stalin nützlich sind. Er schafft es, die oft hölzern und wenig mitreißende Sprache der Bolschewiki in eine damals zeitgemäße Sprache zu übersetzen und die Intellektuellen (vor allem in Europa) für den Kommunismus zu gewinnen. Das schützt ihn in seinen späten Jahren nicht, von Stalin und seinen Schergen verfolgt zu werden. Er gilt als Gegner der Nationalsozialisten, fördert aber ein nicht minder brutales Regime. Über seinen Tod im Jahr 1940 wird auch heute noch immer wieder spekuliert. Mord oder Selbstmord? Wenn Mord, wer und in wessen Auftrag? Feinde hat Willi Münzenberg genug. Denn er gilt sowohl im Westen als auch im Osten als Unperson. Im Westen, weil er bis zu seinem Tod ein revolutionärer Sozialist gewesen ist und im Osten, weil er Stalin offen kritisiert hat.</p>
<p>Bei ihren Recherchen steigt Ingrid Carlberg tief in zahlreiche bislang wenig beachtete Archive ein und fördert historische Zahlen, Daten und Fakten zu Tage. Gleichzeitig wirft sie aufschlussreiche Blicke auf die Gegenwart, die zahlreiche Parallelen zu Münzenberg aufweisen. So berichtet sie gleich im ersten Abschnitt über einen französischen Influencer, der 2021 in seinem Podcast einen Videoclip mit gefälschtem Inhalt unter seinen Followern verbreiten soll. Dieser Influencer ist allerdings nicht der einzige, der gegen Bezahlung, Fake New abgeben und die Menschen verunsichern soll.  In Zeiten von sozialen Netzwerken erreichen Nachrichten (egal ob echt oder falsch) ihre Empfänger in Sekundenschnelle und haben einen Multiplikator, bei dem einem schwindlig wird. Hier eröffnet sich wieder jene Frage, die schon zu Münzenbergs Zeiten von Hjalmar Branting gestellt worden ist:</p>
<p><strong>„Und man fragt sich manchmal, wer das alles bezahlt.“ </strong></p>
<p>Die Antwort darauf ist vielschichtig. Zum einen Medienimperien, die dem jeweiligen Agitator nahe stehen, Firmen, die sich Gewinne versprechen, wenn sie den entsprechenden Politiker unterstützen und zum anderen bezahlen jene, die eine andere Meinung haben oder die Machenschaften aufdecken, mit Verleumdung, Verfolgung und mitunter mit ihrem Leben.</p>
<p>Dieses Sachbuch von Ingrid Carlberg ist aufschlussreich, zeigt es doch, dass sich Politiker aller Zeiten der politischen Propaganda bedienen. Selbst die Ziele ähneln einander: Gewinn von Macht und Einfluss. Dass damit auch pekuniäre Vorteile für den einzelnen Strippenzieher einhergehen, ist ein offenes Geheimnis.</p>
<p>Willi Münzenbergs Methoden der politischen Propaganda werden nach wie vor kopiert und angewendet, um Desinformation zu großflächig zu verbreiten. Statt Flugzettel nun Podcast und Videoclips. Kaum jemand kann sich der Propaganda entziehen, auch wenn sie gerne als „PR-Maßnahme“ oder „Marketing“ verkauft wird. Erst kürzlich abgehaltene Wahlen in mehreren westlichen Staaten zeigen deutlich, dass auch Demokratien nicht von Propagandisten verschont werden.</p>
<p>Doch wir sind denen, die Politiker wie Marionetten am Gängelband führen nicht hilflos ausgesetzt. Fundiertes Wissen über die Mechanismen der Propaganda hilft, denn</p>
<p><strong>»Propaganda wirkt nur, solange sie nicht als solche entlarvt wird.«</strong></p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Wer sich mit Propaganda einst und jetzt beschäftigt, ist hier richtig. Ich habe dieses aufschlussreiche Buch sehr gerne gelesen und gebe ihm 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung.</p>
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		<title>Antonio Scurati: M. Das Ende und der Anfang</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/05/antonio-scurati-m-das-ende-und-der-anfang/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2026 01:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Scurati, Antonio]]></category>
		<category><![CDATA[2.Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas* Favoriten 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Scurati]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Verena von Koskull]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Klett-Cotta]]></category>
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					<description><![CDATA[Der grandiose Abschluss der grandiosen Buchreihe über Aufstieg und Fall von Benito Mussolini. Buch 5 beginnt mit Mussolini Sturz. Was für eine Schmach, als er von seinen ehemaligen Gefolgsleuten verhaften wird. Ohne die Hilfe der Deutschen wäre er im Gefängnis verrottet oder hätte er irgendwo in einem Asyl seine letzten Tage in Bedeutungslosigkeit verbracht. Hitler [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der grandiose Abschluss der grandiosen Buchreihe über Aufstieg und Fall von Benito Mussolini.</p>
<p>Buch 5 beginnt mit Mussolini Sturz. Was für eine Schmach, als er von seinen ehemaligen Gefolgsleuten verhaften wird. Ohne die Hilfe der Deutschen wäre er im Gefängnis verrottet oder hätte er irgendwo in einem Asyl seine letzten Tage in Bedeutungslosigkeit verbracht. Hitler aber braucht ihn für seinen Krieg in Italien, einen Statthalter; so tief ist der Erfinder des Faschismus gefallen.  Die direkte Konsequenz für den &#8222;Duce&#8220; ist, dass er nun auch für alle sichtbar nicht mehr als eine machtlose Marionette von Hitler ist.<span id="more-33520"></span></p>
<p>Der Faschismus ist am Ende, die viele von Mussolinis ehemaligen Getreuen haben die Seite gewechselt oder sind geflohen. Der verbliebene menschliche Abschaum soll, so will es Hitler, mit Mussolini einen neuen faschistischen Staat begründen. Mussolini soll für Ordnung sorgen, während Wehrmacht und SS das Land besetzen.</p>
<p>Der Krieg ist mit dem Jahr 1943 endgültig auf die Apennin Halbinsel zurückgekehrt von wo aus Mussolini ihn in seinem Größenwahn in die Welt hinaus trug. Statt über einem von ihm ausgerufenen wiedererstandenen römischen Imperium zu herrschen, sitzt er jetzt von Hitlers Gnaden weit weg vom Geschehen in einer Villa am Gardasee, während die Alliierten unaufhaltsam nach Norden vorrücken. Jetzt ist er nur mehr kleiner, unbedeutender, kranker Mann, der gänzlich vom Wohlwollen des &#8222;Führers&#8220; abhängig ist. Oder er war es schon lange davor, hatte es nur nicht erkannt.</p>
<p>Obwohl wir von dem, was hier zu lesen ist, wissen, wie es endet, ist es dennoch voller Spannung. Indem Scurati das Geschehen oft aus der direkten Perspektive der Beteiligten schildert, versteht man &#8211; wenigstens zum Teil &#8211; was geschah, wie es geschah und manchmal auch das Warum. Wobei es insgesamt wohl kaum möglich ist, Begründungen für die Taten, die Morde, die Gewalt zu finden, die von Mussolini und seinen Schläger ausging. Was im Geschichtsunterricht fehlt oder vielleicht auch aus Zeitmangel übergangen wird, alle Details über die Hintergründe und die Beweggründe, das macht Scurati zu einem rasenden Trip durch eine Zeit voller Brutalität, Fanatismus und Rache. </p>
<p>Denn Mussolinis Entmachtung ist zugleich auch der Beginn des Terrors der Deutsche, die jetzt ungehindert verschleppen und morden können und der Beginn des Mordens von Italienern an Italienern. Alles noch über das schon während Mussolinis Herrschaftszeit erschreckende Maß hinaus. Wenn es schon keine Chance gibt, die Alliierten bei ihrem Vormarsch nach Norden aufzuhalten, dann töten die Faschisten in wilder Raserei eben bei jeder Gelegenheit die eigenen Landsleute. Ob sie es aus eigene Antrieb tun, oder auf Befehl der Deutschen ist unerheblich, wichtig ist ihnen nur, dass gefoltert und gemordet werden kann.</p>
<p>Mussolini ist nominell zwar der Anführer dieses kaum so zu nennenden Staates, aber er ist nicht der, der entscheidet. Er ergibt sich endlosem Selbstmitleid, während andere wüten und völlig unbeeindruckt von der Realität weiterhin vom faschistischen Staat träumen.</p>
<p>Bei Scurati ist Mussolini immer ein Clown, der es alleine durch seine Fähigkeit, die Massen mit Worten anzutreiben, in eine Position gelangte, ein ganzes Land zu verführen. </p>
<p>Wie Scurati aus den vorhandenen historischen Dokumenten mitreißende und bewegende Szenen entwickelt, beeindruckt. So etwas kann nur gelingen, wenn man sich ganz tief in die Materie hineindenkt und hineinfühlt. Um dann etwas zu Papier zu bringen, das sich so liest, als wäre der Autor dabei gewesen.</p>
<p>Das zeichnet alle fünf Bände der Reihe aus, das Ergebnis von Scuratis Arbeit ist überwältigend, nach meinem Eindruck die wohl beste historische in Romanform gebrachte Dokumentation, der letzten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. </p>
<p>Einerseits ist die Buchreihe ein unvergleichliches Zeugnis der Zeit des faschistischen Italiens, andererseits hat sie natürlich auch einen Bezug zu unserer Gegenwart.</p>
<p><strong>Wie der Faschismus weiterlebt</strong></p>
<p>Die Entwicklung des Faschismus in Italien ist so etwas wie der Prototyp aller autoritären Machtergreifungen. Hitler nahm sich den &#8222;Duce&#8220; zum Vorbild. Heute sind es Leute wie Putin oder Trump die ein Herrschaftssystem dem System der Propaganda und der Wahrheitsverdrehung aufbauen wollen bzw. aufgebaut haben. Lügen, Drohungen, die Staatsmacht gegen Gegner einzusetzen, das hat sein Ursprung im System Mussolini. Andere haben es heute adaptiert und auch dank unserer technischen Möglichkeiten perfektioniert, einige sind untergegangen, andere werden noch untergehen.</p>
<p>Das System Mussolini, das System Faschismus ist gekommen um zu bleiben. Die Methoden, auf denen dieses System aufbaut, sind inzwischen Normalität man könnte beinahe von einem Alltagsfaschismus sprechen, an den sich die Menschen es 21. Jahrhunderts so sehr gewöhnt haben, dass sie ihn gar nicht mehr als solchen wahrnehmen.</p>
<p>Dass Demagogen und Demokratiezerstörer wie Mussolini früher oder später immer ein Blutbad hinterlassen, weil Gewalt und Mord für sie ganz normale Mittel zu Machterhaltung sind, lässt die Menschen den wahren Geist erst erkenne, wenn es (beinahe) schon zu spät ist. </p>
<p>In Ungar hat es 16 Jahre gedauert, einen solchen Demokratiezerstörer loszuwerden, in Deutschland, Österreich werden die geistigen Erben Mussolinis zu einem großen Teil von Leuten gewählt, die sich nichts dabei denken, Gegner der Demokratie in führende Positionen zu hieven. Weil sie glauben, dass ihnen selbst ja nichts geschehen wird, weil die ja nur gegen die anderen vorgehen.</p>
<p>Wie in Scuratis Büchern nachzulesen ist (und natürlich auch in allen anderen Bücher über Faschismus und Nationalsozialismus) kennen die Demokratiezerstörer keine Grenzen &#8211; irgendwann kann jeder und jede zum Feind werden, denn es geht den Demokratiezerstörer nur um Macht und Bereicherung und um sich selbst. </p>
<p><em>PS: Wer die Buchreihe M liest, sollte auch unbedingt Scuratis als Buchausgabe vorliegende Rede aus dem Jahr 2022 &#8222;<a href="https://www.literatur-blog.at/2025/03/antonio-scurati-faschismus-und-populismus/" target="_blank" rel="noopener">Mussolini oggi</a>&#8220; lesen. Darin beschreibt er eindrücklich die Bezüge zur Gegenwart.</em></p>
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