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	<title>Das Literatur Blog</title>
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	<description>Buchbesprechungen von LeserInnen für LeserInnen</description>
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	<item>
		<title>Martina Parker, Manfred Stallmajer: Hotel Rock &#8217;n&#8216; Roll</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 01:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Parker, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Stallmajer]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Schultz & Schirm]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Leben im Hotel &#8211; als Manager, nicht als Gast In diesem Buch erinnert sich Manfred Stallmajer an seine Anfänge als Hotelmanager. Er gibt einen Einblick in sein Leben als Gastgeber, das er völlig unbedarft und ohne jede fundierte Ausbildung begonnen hat. Der Hotelier berichtet über spontane, ziemlich feucht fröhliche Aftershow-Partys seiner Gäste, die manchmal viel [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Leben im Hotel &#8211; als Manager, nicht als Gast</strong></p>
<p>In diesem Buch erinnert sich Manfred Stallmajer an seine Anfänge als Hotelmanager. Er gibt einen Einblick in sein Leben als Gastgeber, das er völlig unbedarft und ohne jede fundierte Ausbildung begonnen hat. </p>
<p>Der Hotelier berichtet über spontane, ziemlich feucht fröhliche Aftershow-Partys seiner Gäste, die manchmal viel weniger exzentrisch sind als ihr Ruf. Wir Leser erhalten einen dezenten Einblick in die illustre Gästeschar, der neben Musikgrößen, Filmstars auch zahlreiche Größen aus Schauspielhäusern sowie solche aus Politik und Wirtschaft angehör(t)en. </p>
<p>Wir tauchen ein in eine leider längst vergangene Welt, in der das stadtbekannte Original Waluliso (Wald-Luft-Licht-Sonne) in der Wiener Innenstadt anzutreffen war. </p>
<p>Ergänzt wird Stallmajers Rückschau, die Krimi-Autorin Martina Parker aufgezeichnet hat, durch zahlreiche private Fotos sowie Auszügen aus den Gästebüchern seiner Hotels sowie mit Interviews von einigen Wegbegleitern. </p>
<p>Zahlreiche Lokale und so mancher Promi, die diese Zeit geprägt haben, weilen nicht mehr unter uns. Das stimmt ein wenig traurig, ist aber der Lauf der Zeit. </p>
<p>Das Buch ist mit viel Herzblut im Verlag Schultz &amp; Schirm erschienen. In seiner gediegenen Aufmachung als Hardcover mit Lesebändchen ist es ein tolles Geschenk an alle jene, die diese Zeit selbst erlebt haben und jene, die gerne einen neugierigen Blick durch das Schlüsselloch von Hotelzimmern linsen, in denen Berühmtheiten abgestiegen sind. Tja, in Zeiten der Schlüsselkarten ist selbst das „Durch-das-Schlüsselloch-schauen“ Nostalgie. </p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Mit diesem Buch habe ich mich in die 1980er und 1990er Jahre zurückversetzt gefühlt. Gerne gebe ich dieser gelungenen Rückschau 5 Sterne.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Maria Grund: Krakenkind</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/04/maria-grund-krakenkind/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 01:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grund, Maria]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Grund]]></category>
		<category><![CDATA[Penguin Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Thiele]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit „Krakenkind“ setzt Maria Grund ihre düstere Skandinavien-Thrillerreihe fort und entführt die Leser erneut in die Abgründe einer scheinbar idyllischen schwedischen Kleinstadt. Auch im vierten Band bleibt sie ihrem Stil mit der Schaffung einer beklemmenden Atmosphäre, dunklen Geheimnissen und komplexen Figuren treu. Es ist August 1996 in Småland. In dem kleinen Ort Kalmar scheint zunächst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mit „Krakenkind“ setzt Maria Grund ihre düstere Skandinavien-Thrillerreihe fort und entführt die Leser erneut in die Abgründe einer scheinbar idyllischen schwedischen Kleinstadt. Auch im vierten Band bleibt sie ihrem Stil mit der Schaffung einer beklemmenden Atmosphäre, dunklen Geheimnissen und komplexen Figuren treu.<span id="more-33144"></span></p>
<p>Es ist August 1996 in Småland. In dem kleinen Ort Kalmar scheint zunächst alles friedlich, doch der Schein trügt. Die Polizistin Sanna Berling steht eigentlich kurz davor, ein neues Leben zu beginnen. Sie möchte der Liebe wegen nach Gotland zurückkehren. Doch als sich ein grausiger Fall von Vergewaltigung ereignet und eine Hundeleiche gefunden wird, ändert sie ihre Pläne.</p>
<blockquote>
<p>„Wie im Flug sind die Jahre vergangen. Vor zehn Jahren hat sie als Polizeianwärterin angefangen, zwar auf einem anderen Revier in Småland, aber trotzdem. Vor zehn Jahre hat sie ihren ersten Fall gelöst und wurde hierher versetzt, nach Kalmar. Doch es kommt ihr schon wie ein ganzes Leben vor, wenn sie an alles denkt, was seither passiert ist.“</p>
</blockquote>
<p>Die Ermittlungen verlaufen schleppend, Hinweise sind rar. Je tiefer Sanna gräbt, desto deutlicher wird, dass viele etwas zu verbergen haben.</p>
<p>Und es bleibt auch nicht bei nur einem Opfer. Ein Netz aus Lügen, Schuld und verdrängter Vergangenheit beginnt sich immer enger zuzuziehen.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong></p>
<p>Auch den vierten Band der „Berling-Pedersen-Reihe” habe ich mit einigem Unbehagen gelesen. Alle Figuren darin scheinen auf die eine oder andere Weise mit dem Leben zu kämpfen. Als Hundebesitzerin machte mir am meisten der tote Hund zu schaffen.</p>
<p>Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und beinhalten flotte Szenenwechsel. Es hat etwas Zeit gebraucht, bis sich bei mir ein guter Lesefluss eingestellt hat.</p>
<p>Meiner Ansicht nach ist es ein düsterer, schwerer und bedrückender Krimi. Jetzt im Frühling war es für mich in Ordnung, ihn zu lesen, aber in einer dunklen Jahreszeit ist er sicher schwerer verdaulich. Obwohl der Erzählstil der Autorin ruhig ist, baut er unterschwellig immer mehr Spannung auf. Das diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmt, begleitet einen durch das gesamte Buch. Im Nachwort sind sogar mehrere Notfall-Telefonnummern für Betroffene von Gewalt und Menschen in Krisensituationen aufgelistet. <br />Zusammengefasst ein Krimi mit eher ruhigem Erzählstil, also nicht geeignet für Leser, die viel Action erwarten.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Alexander Lernet-Holenia: Die Inseln unter dem Winde</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/04/alexander-lernet-holenia-die-inseln-unter-dem-winde/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 01:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lernet-Holenia, Alexander]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Lernet-Holenia]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Who is Who?Nicht im Sinne irgendeiner Klatschgeschichte, sondern im eigentlichen Sinn: Wer ist wer? Das wäre ein passender Untertitel zu diesem Roman aus dem Jahr 1952, dessen Inhalt in Wahrheit von Anfang bis Ende diffus und unübersichtlich bleibt. Womit Inhalt, Stil und Hintergrund in jeder Beziehung passend zusammenfinden. Vielleicht kann man diesen Roman am besten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Who is Who?<br />Nicht im Sinne irgendeiner Klatschgeschichte, sondern im eigentlichen Sinn: Wer ist wer?<span id="more-25667"></span></p>
<p>Das wäre ein passender Untertitel zu diesem Roman aus dem Jahr 1952, dessen Inhalt in Wahrheit von Anfang bis Ende diffus und unübersichtlich bleibt. Womit Inhalt, Stil und Hintergrund in jeder Beziehung passend zusammenfinden.</p>
<p>Vielleicht kann man diesen Roman am besten als &#8222;Suspense-Thriller“ bezeichnen. Ein Begriff, der zwar zur Zeit des Erscheinens nicht erfunden war, heute aber passt. </p>
<p>Es beginnt damit, dass <span class="Formatted">Madeleine Farago</span> ganz entgegen dem Willen ihrer Familie, einen Herrn namens Spangenberg in zweiter Ehe heiratet. Wer ist denn dieser Herr, was weiß man von ihm, welcher Profession geht er nach? Das nicht zu wissen, ist die Basis für diesen Roman.</p>
<p>Das Ehepaar plant, sich in Paris anzusiedeln, ein Haus wird gekauft und renoviert. Die Eheleute reisen aus verschiedenen Richtungen an, um einzuziehen, Madelaine trifft schon vor Spangenberg ein. Auf der Suche nach ihrem Ehemann trifft sie einen anderen Mann, der sich ebenfalls Spangenberg nennt, der sogar vorgibt am selben Tag wie ihr Ehemann geboren zu sein.</p>
<p>Madelaine erfährt von einer gänzlich ungeheuerlichen Begebenheit, die sie unsicher macht, unsicher machen muss, wer den nun der richtige ist. Ob es am Ende überhaupt zu einer Auflösung kommt und falls ja, ob diese dann die wahre ist &#8211; Lernet-Holenia lässt es offen.</p>
<p>Ein nicht allzu langer Roman, der vor allem aus weit ausholenden Erzählungen besteht. Dieses weite Ausholen ist hier jedoch nicht besonders erbaulich, denn ganz anderes als sonst, verliert sich Lernet-Holenia allzu sehr in Nebensätzen und zu vielen Worten.</p>
<p>Dazu trägt leider auch seine geschliffene Sprache bei, die meine Ungeduld noch verstärkt, die sich langsam steigert, weil außer vielen Worten so gar nicht weitergeht. Obwohl ich Lernet-Holenias Roman ansonsten mit Freude und Begeisterung lese, legen ich diesen nach dem letzten Kapitel zur Seite, ohne dass er einen bleibenden Eindruck hinterlässt.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Michael Jensen: Totenwelt</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/04/michael-jensen-totenwelt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 01:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jensen, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Aufbau Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Jensen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Nun will keiner dabei gewesen sein &#8230; Dieser Krimi ist die Fortsetzung von „Totenland“ und folgt in knapper zeitlichen Abfolge. Es sind die Tage rund um den 8. Mai 1945 und die Regierung unter Admiral Dönitz sitzt in Flensburg und glaubt, sich mit den Briten und Amerikanern arrangieren zu können. Es geht so ziemlich alles [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Nun will keiner dabei gewesen sein &#8230;</strong></p>
<p>Dieser Krimi ist die Fortsetzung von „Totenland“ und folgt in knapper zeitlichen Abfolge. Es sind die Tage rund um den 8. Mai 1945 und die Regierung unter Admiral Dönitz sitzt in Flensburg und glaubt, sich mit den Briten und Amerikanern arrangieren zu können. <span id="more-33026"></span></p>
<p>Es geht so ziemlich alles drunter und drüber. Niemand will nun dem verbrecherischen Regime angehört haben. Selbst die dicksten Nazis versuchen ihre Uniformen, Orden (auch wenn es schwerfällt) und sonstige verdächtige Insignien loszuwerden. Es werden einerseits Dokumente und Akten vernichtet und andererseits werden für die alten Nazis neue Pässe und Urkunden ausgestellt. Man rafft, was man an Wertsachen an sich raffen kann und versucht über dunkle Kanäle Deutschland zu verlassen. Denn langsam wird auch den Dümmsten klar, dass die Verbrechen des Regimes nicht unbemerkt geblieben sind und die Alliierten zur Jagd auf die Nazis blasen werden. </p>
<p>Inspektor Jens Druwe, selbst im Besitz einer Liste hochrangiger Nazis und ihrer neuen Existenzen, wird aufgefordert, eine Polizei aus unbelasteten Männern zu bilden. Doch das scheint beinahe ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. </p>
<p>Dennoch bemüht sich der zerrissene Ermittler, der seit jeher mit Regime gehadert hat, was ihm die Versetzung in ein Strafbataillon und den Verlust der rechten Hand eingebracht hat, einige seiner früheren Kollegen ausfindig zu machen.</p>
<p>Doch dann gerät er zwischen die Mahlsteine von konkurrierenden britischen Diensten &#8230;</p>
<p>Damit ist die Brücke zum ersten Band vollends gelungen. Wem kann er noch trauen? Unerwartete Hilfe erhält er durch Regimekritiker, die mit Müh‘ und Not sowie noch mehr Glück, überlebt haben. </p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Michael Jensen ist wieder ein äußerst fesselnder Krimi gelungen. Seine Darstellung dieser Übergangszeit, wo ein paar Tage lang das Recht des Stärkeren geherrscht hat, ist sehr gut beschrieben. Ich kenne das aus anderen Büchern. Da wird nichts geschönt und die Zerrissenheit von Jens Druwe wird hier greifbar. Er muss sich selbst die Frage stellen, welchen Anteil er selbst zu Nazi-Deutschland beigetragen hat. Die Antworten, die anklingen sind nicht immer angenehm.</p>
<p>Der Schreibstil ist wieder präzise, doch hin und wieder verzettelt sich der Autor in seinen Beschreibungen, daher wirkt der Fortgang der Handlung ein wenig gebremst. In mehreren kurzen Rückblenden erfahren auch die Quereinsteiger in diese Reihe, was zuvor passiert ist.</p>
<p>Jedem Kapitel ist eine Strophe aus einem Lied oder Gedicht, die aus den diversen Konzentrationslagern stammen, vorangestellt. Eine sehr eindrucksvolle Beschäftigung mit dem Thema. </p>
<p><strong>Fazit:</strong> </p>
<p>Eine gelungene Fortsetzung, die auf einen dritten Fall hoffen lässt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Roman Sandgruber: Habsburg</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/04/roman-sandgruber-habsburg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 01:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sandgruber, Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Habsburger]]></category>
		<category><![CDATA[Molden]]></category>
		<category><![CDATA[Molden Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Sandgruber]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie würde es bei uns in Österreich wohl aussehen, hätte es die Habsburger nicht gegeben? Abgesehen von Schlössern und Repräsentationsbauten würde uns ein ordentlicher Teil unseres Selbstverständnisses als Nation und natürlich ein scheinbar ewig wirksamer Tourismusmagnet fehlen. Ganz unabhängig davon, was man von der Herrscherfamilie hält, die über sechs Jahrhunderte Österreichs Geschichte bestimmte ist klar, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie würde es bei uns in Österreich wohl aussehen, hätte es die Habsburger nicht gegeben? Abgesehen von Schlössern und Repräsentationsbauten würde uns ein ordentlicher Teil unseres Selbstverständnisses als Nation und natürlich ein scheinbar ewig wirksamer Tourismusmagnet fehlen. <span id="more-32643"></span></p>
<p>Ganz unabhängig davon, was man von der Herrscherfamilie hält, die über sechs Jahrhunderte Österreichs Geschichte bestimmte ist klar, dass wir auch heute noch vom Erbe dieser Vergangenheit zehren.</p>
<p>Roman Sandgruber stellte mit diesem Band eine Übersicht über die Ära Habsbrug zusammen, die zwar keine neuen Erkenntnisse beinhaltet, aber einen sehr kompakten Überblick über die Eckpunkte dieser Ära ermöglicht. Ein &#8222;Best of&#8220; gewissermaßen.</p>
<p>Eine Sammlung auch noch von kurzen Biografien der nur regierenden Mitglieder der Familie Habsburg würde jede Dimension für ein einzelnes Buch sprengen, so vielköpfig war diese Dynastiue über die Jahrhunderte. In der Auswahl in diesem Buch finden sich deshalb nur jene Persönlichkeiten, die entweder durch ihre Leistungen oder durch ihre Absonderlichkeit herausragen. Es ist also keine vollständige Chronik, jedoch werden in der kurzen Form der Beschreibung (nur wenige Bieten pro Biografie) viele Verbindungen und Chronologien deutlich. </p>
<p>Alles begann mit Rudolf I zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als es ihm, dem kleinen Grafen mit ausgeprägtem Willen zur Macht gelang, zum Deutschen König gewählt zu werden. Rudolf schuf damit die Grundlage für die Ausbreitung der Machtbasis seiner Nachkommen, die rund drei Jahrhunderte später ihre Herrschaft über einen großen Teil Europas ausgedehnt hatten. Aus der Zeit von Rudolf bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wählte <em>Roman Sandgruber</em> nur die aus vielerlei Gründen bemerkenswertesten Herrscher (nicht alle waren auch Kaiser) aus der österreichischen und spanischen Linie der Habsburger aus.</p>
<p>Die chronologisch durchgehende Auflistung der Herrscherinnen und Herrscher beginnt dann mit Karl VI, dem Vater von Maria Theresia, zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Das ist zugleich jener Zeitraum von rund zweihundert Jahren, der den augenscheinlichsten und bis heute nachwirkenden Abdruck in unserem Land hinterlassen hat.</p>
<p>Es entstanden heutige Tourismusmagnete wie Schönbrunn, die Wiener Ringstraße, es war die Zeit stetiger politischer und militärischer Rückschläge und Erfolge. Zum Wechsel vom 18. zum 19. Jahrhundert wurde das tausend Jahre alte römische-deutsche Kaiserreich von dem Habsburger Franz II. zu Grabe getragen und zugleich erschuf er als Franz I das neue Habsburger-Kaiserreich. Es folgte die Zeit des Biedermeier, die Revolutionsjahre um 1848 und dann die heute verklärende Sisi-Romantik und die Erzählung vom guten alten Kaiser Franz Joseph. Am Ende dieser zweihundert Jahre stand der verhängnisvolle Erste Weltkrieg und der darauf resultieren Untergang Österreich-Ungarns.</p>
<p>Das letzte Kapitel ist Otto Habsburg-Lothringen gewidmet, dem Sohn von Karl I. Er war der letzte Habsburger, der noch als Thronfolger geboren wurde. Als er später mehrere Jahrzehnte als gewählter Abgeordneter im Europaparlament saß, war er nicht nur der erste auf einer großen politischen Bühne demokratisch legitimierte Habsburger, sondern arbeitete in gewisser Weise auch daran mit, das untergegangenen Projekt seiner Vorfahren neu zu beleben: ein vereinigtes Europa, in dem Nationen unter einem gemeinsamen Dach leben. </p>
<p>Roman Sandgruber sammelte für &#8222;Habsburg&#8220; das Wissen aus einer Vielzahl an Publikation und Dokumenten und brachte es in eine gut lesbare und übersichtliche Form. </p>
<p>Jene, die sich in die Geschichte der Habsburger einlesen wollen, gewinnen mit diesem Buch sehr kompakt einen ersten Überblick.  Wer sich schon länger mit der Geschichte der Habsburger beschäftigt, bekommt einen kompakten Überblick über die Highlights aus sieben Jahrhunderten.</p>
<p><em>PS: Weniger gelungen finde ich hingegen die vom Verlag gewählte Aufmachung: In meiner ausgab aus der zweiten Auflage passen Papier und die Druckqualität von Schrift, Schriftfarbe und Bildmaterial nicht optimal zusammen. Ich hätte mir, auch angesichts des Preises von rd. € 40,-, eine bessere Ausführung gewünscht, denn in meiner Ausgabe wirkt alles düster und wenig kontrastreich.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>John Grisham: Das Vermächtnis</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/04/john-grisham-das-vermaechtnis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 01:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grisham, John]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Bea Reiter]]></category>
		<category><![CDATA[Gerichtsdrama]]></category>
		<category><![CDATA[Imke Walsh-Araya]]></category>
		<category><![CDATA[John Grisham]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Heyne]]></category>
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					<description><![CDATA[Das beschauliche Treiben mittelmäßiger Rechtsanwälte in einer US-amerikanischen Kleinstadt. So kann man die ersten zweihundert Seiten dieses Thrillers beschreiben. Es geschieht nicht viel, man versucht mehr zu scheinen als man ist und kommt mehr schlecht als recht über die Runden. Simon F. Latch ist einer dieser mittelmäßigen Anwälte, der sich mit Standard-Schriftsätzen und entätigen Fällen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das beschauliche Treiben mittelmäßiger Rechtsanwälte in einer US-amerikanischen Kleinstadt. So kann man die ersten zweihundert Seiten dieses Thrillers beschreiben. Es geschieht nicht viel, man versucht mehr zu scheinen als man ist und kommt mehr schlecht als recht über die Runden.<span id="more-33290"></span></p>
<p>Simon F. Latch ist einer dieser mittelmäßigen Anwälte, der sich mit Standard-Schriftsätzen und entätigen Fällen über Wasser hält. Sein Konto ist immer im Minus, was zum einen an seiner Wettleidenschaft (Wettsucht würde er es nie nennen) liegt, zum anderen an dem Umstand, dass seine Ehe vor dem Aus steht und von der Bank kann er auch keine weitere Kredite erwarten.</p>
<p>Da betritt eines Tages eine ältere Dame seine Kanzlei. Eleanor Barnett hat erst kurz zuvor ihr Testament bei einem Konkurrenten gleich vis-a-vis von Latchs Büro aufsetzten lassen, und n aber ein schlechtes Gefühl, was die Rechtschaffenheit dieses Anwaltes betrifft. Ob Simon ihr vielleicht helfen kann? Er kann und denkt zunächst nur an sein Standardhonorar von 250 Dollar.</p>
<p>Als Eleanor aber von ihren Aktiendepots berichtet und von den hunderttausenden Dollars, die sie jedes Jahr aus Gewinnausschüttungen zur Seite legen kann, steigt sein Interesse merklich an. Jetzt gilt es, ein neues Testament zu erstellen, dass ihm einen gehörigen Anteil an dem millionenschweren Vermögen sichern soll. Da ihm Mrs. Barnett aber gelegentlich verwirrt erscheint, versucht er doch noch zu prüfen, ob ihre Angaben tatsächlich stimmen; was umso bedeutsamer wird, als Mrs. Barnett ihn mehr und mehr in Beschlag nimmt und erst recht als sich herausstellt, dass sie zwar Auto und Führerschein besitzt, aber eine ganze Menge an Anzeigen wegen Fehlverhaltens im Straßenverkehr angehäuft hat. Kritisch wird es, als sie einen Unfall verursacht, bei dem sie selbst verletzt wird. Obwohl im Krankenhaus alle überzeugt sich, dass sie sich bald erholen wird, stirbt Eleonor Barnett kurze Zeit später.</p>
<p>Doch wie konnte das geschehen?<br />Es sei eine Lungenentzündung schuld daran, erfährt Simon von den Ärzten.<br />Das von ihm geschickt aufgebaute Konstrukt rund um das Testament kann also zu wirken beginnen und seine finanziellen Sorgen sind für immer vorbei.</p>
<p>Es kommt anders: Eine anonyme Anzeige bei der Polizei bringt Simon unter Verdacht, aus Habgier hinter dem Tod der alten Dame zu stecken. So richtig in Bedrängnis kommt er, als die Obduktion ergibt, dass Eleonor vergiftet wurde.</p>
<p>So beschaulich die Story auf den 200 Seiten zu Beginn ist, so rasant wird sie danach. Es ist ein abrupter Tempowechsel, der einsetzt, als Simon unter Mordverdacht verhaftet wird. Dass es nach dem etwas ereignislosen Beginn später weitaus abwechslungsreicher und interessanter wird, sollte man wissen &#8211; ich habe einige Meinungen zu diesem Buch gelesen, nach denen Leserinnen und Leser zu früh aufgegeben und das Buch nicht zu Ende gelesen haben.</p>
<p>Denn was jetzt folgt, ist sozusagen ein Grisham-Heimspiel: die Vorbereitung des Prozesses, die Spurensuche nach den wahren Hintergründen des Verbrechens, die Aussagen im Gerichtssaal. Heimspiel deshalb, weil Grisham sich bei Gerichtsszenen und Ermittlungen auf dem Terrain bewegt, dass er als Anwalt und routinierter Autor wirklich beherrscht.</p>
<p>Wie in den meisten seiner Bücher liest man wie Anwälte agieren, wie sie die Geschworenen im Auge behalten um deren Reaktionen abschätzen zu können und wie Zeugen befragt werden, um aus ihnen das für den eigenen Mandanten wichtige herauszuholen. Grisham schreibt aber auch darüber, wie fehleranfällig das Geschworenen-System in den USA ist, wie leicht sich die zufällig für die Jury ausgewählten zwölf Personen von Nebensächlichkeiten oder vorgefassten Meinungen von den vorgelegten Fakten ablenken lassen können und unerwartete Urteile fällen.</p>
<p>Auch wenn &#8222;Das Vermächtnis&#8220; vielleicht nicht Grishams bester Roman ist: Die Story bleibt so realistisch, dass es sich auch um einen True-Crime-Roman handeln könnte; und weil sich alles ab Seite 200 zu einem richtigen Pageturner entwickelt, ist der Roman für Fans von Grisham oder Gerichtsdramen im Allgemeinen eine ganz klare Empfehlung!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>José Luis Munuera, H.G. Wells: Der Mann, der Wunder vollbringen konnte</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/jose-luis-munuera-der-mann-der-wunder-vollbringen-konnte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 01:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic & Graphic Novels]]></category>
		<category><![CDATA[Munuera, José Luis]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[H G Wells]]></category>
		<category><![CDATA[José Luis Munuera]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[Es wird wohl kein Zufall sein, dass diese gezeichnete Version von H.G. Wells&#8216; Kurzgeschichte &#8222;The Man Who Could Work Miracles&#8220; aus dem Jahr 1898, gerade jetzt, im Jahr 2026, erscheint. Das Original habe ich nicht gelesen, laut dem einleitenden Text beinhaltet die Story in dieser Ausgabe nur ein Teil des Originals. Das aber reicht schon [&#8230;]]]></description>
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<p>Es wird wohl kein Zufall sein, dass diese gezeichnete Version von H.G. Wells&#8216; Kurzgeschichte &#8222;The Man Who Could Work Miracles&#8220; aus dem Jahr 1898, gerade jetzt, im Jahr 2026, erscheint.<span id="more-33178"></span></p>
<p>Das Original habe ich nicht gelesen, laut dem einleitenden Text beinhaltet die Story in dieser Ausgabe nur ein Teil des Originals. Das aber reicht schon aus, um den zugrunde liegenden Gedanken zu verdeutlichen.</p>
<p>Durch einen Zufall stellt Mr. Fotheringay fest, dass er alleine durch seine Gedanken etwas realisieren kann. Tatsächlich möchte er einigen Leuten beweisen, dass Wunder ein Hirngespinst sind. Dass aber just in diesem Moment zum ersten Mal nach seinem Wunsch etwas geschieht, das muss dann wohl doch ein Wunder sein. Zunächst als Zufall abgetan, auch von Mr. Fotheringay selbst, lässt er es sich doch nicht nehmen, schon wenig später noch einen Versuch zu unternehmen, der ebenso wieder gelingt. Wem aber soll er von seiner neuen Kraft berichten, es glaubt ihm  ja doch niemand.</p>
<p>Bis er endlich bereit ist, dem Pastor Maydig ein Beispiel zu geben. Natürlich ist der Mann der Kirche bald überzeugt, der Glaube an Wunder gehört ja zu seinem Job, und sieht schon genau vor sich, was man alles vollbringen kann mit so einem Mann wie Fotheringay an der Seite. </p>
<p>Dem aber wird seine eigene Kraft bald unheimlich, weil er erkennen muss, dass ein Wunder nicht immer etwas Nützliches sein muss, sondern es mehr und mehr Leute und Gelegenheiten gibt, rein selbstsüchtige Wunder zu fordern. Dafür will sich Fotheringay aber nicht hergeben.</p>
<p>Aus einem einfachen Mann wird in dieser Geschichte einer, der ganz plötzlich allmächtig ist. Wie soll das einen Menschen nicht verführen? Nun, Mr. Fotheringay erkennt die Gefahr diese Allmacht und beendet sie, bevor ein großes Unglück geschehen kann. Sein letzter Wunsch ist, keine Wunder mehr vollbringen zu können.</p>
<p>Damit unterscheidet er sich sehr deutlich von denen, die sich gerade jetzt (damit meine ich die Gegenwart des 21. Jahrhunderts) allmächtig fühlen und völlig skrupellos und ausschließlich zu Befriedigung eigener Bereicherung agieren. Wer das ist? Ein Blick in die täglichen Nachrichten reicht, um die Namen zu finden. Zu hoffen, dass einer dieser Männer solche Einsicht zeigt wie Mr. Fotheringay, ist aber fern jeder Realität.</p>
<p>Im Stil spiegelt diese Graphic Novel ganz wunderbar (!) die Zeit des späten 19. Jahrhunderts wider, wie den Menschen sich kleideten, wie die Straßen aussahen, wie man sich miteinander unterhielt. Immer mit dabei ist ein satirischer Einschlag, voller witziger Szenen in denen der Held der Story alles versucht, um herauszufinden, warum gerade er Wunder vollbringen kann, ob er es wirklich kann oder ob es sich doch um eine Form von Illusion oder gar Wahnvorstellungen handelt.</p>
<p>Es ist eine rundum gelungene Umsetzung von Wells&#8216; Erzählung, die sich dabei als zeitloses Spiegelbild der Menschen erweist.</p>
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		<title>Arno Strobel: Ungelöst – Die erste Zeugin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 02:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Strobel, Arno]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Arno Strobel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[Luisa Menkoff ist zwar erst 22 Jahre alt, doch schon weit gekommen. Ihre fotografisches Gedächtnis hat ihr geholfen die Schule frühzeitig abzuschließen und im Medizinstudium schneller als die meisten anderen voranzukommen. Ein Leben voller Erfolge scheint möglich &#8211;  dass es in ihrer Vergangenheit ein traumatisches Erlebnis gab, spielt in ihrem Alltag kaum noch eine Rolle. [&#8230;]]]></description>
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<p>Luisa Menkoff ist zwar erst 22 Jahre alt, doch schon weit gekommen. Ihre fotografisches Gedächtnis hat ihr geholfen die Schule frühzeitig abzuschließen und im Medizinstudium schneller als die meisten anderen voranzukommen.<span id="more-33149"></span></p>
<p>Ein Leben voller Erfolge scheint möglich &#8211;  dass es in ihrer Vergangenheit ein traumatisches Erlebnis gab, spielt in ihrem Alltag kaum noch eine Rolle. Das ändert sich, als sie meint von einer unbekannten Person  verfolgt zu werden und als Flugblätter rund um die Universität auftauchen, auf denen nach einer Frau gesucht wird, die Luisa von genau jenem Erlebnis her kennt.</p>
<p>Dass sie auf den jungen Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, als sie den Fall bei der Polizei melden möchte ist ein Glücksfall. Jemand anderes hätte ihre Befürchtungen nicht ernst genommen und wahrscheinlich nichts unternommen. Brunner aber spürt, das sich hinter Luisas Geschichte mehr verbringt. Ihre Glaubwürdigkeit wächst einerseits durch ihr perfektes Gedächtnis, das ihr hilft alles genau wiederzugeben; und andererseits auch der Umstand, dass ihr verstorbener Vater ebenfalls Kommissar bei der Polizei war.</p>
<p>Alles dreht sich um einen kaltblütigen Mörder, der vierzehn Jahre zuvor Luisa entführt hatte und den Luisas Vater letztendlich überführte und vor Gericht brachte. Als sich herausstellt, dass der Mann nach einem positiven psychiatrischen Gutachten gerade erst frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden war, bekommt das Flugblatt mit der verschwundenen Frau besondere Brisanz. Ihr Name ist Nicole Klement iudn sie war die Geliebte des Entführers, dann die Geliebte von Luisas Vater und letztendlich auch diejenige, die Luisa aus den Händen des Entführers rettete.</p>
<p>Das alles bringt jetzt neue Ereignisse ins Rollen.</p>
<p>Arno Strobel ist ein erfahrener, routinierter und erfolgreicher Thrillerautor. Das merkt man vom ersten Satz an, mit dem der Spannungsbogen beginnt, der erst zum Schluss endet. Bis dahin türmen sich die mysteriösen Vorgänge und dramatischen Ereignisse zu einem bedrohlichen Szenario auf, das Luise zu verschlingen droht.</p>
<p>Ohne es übermäßig auszuschmücken, schafft es Strobl seinen beiden Hauptdarstellern einen unverwechselbaren Charakter auf den Leib zu schreiben. Zwei Figuren, die sich zwar durch ein paar besondere Eigenheiten aus der Masse hervorstechen, dabei aber durchaus realistisch gezeichnet sind. An die beiden kann man sich gewöhnen, was ja auch ganz im Sinn des Autors ist, der mit diesem Roman eine neue Thriller-Reihe mit Luisa Menkoff &amp; Ramin Brunner startet.</p>
<p>&#8222;Ungelöst &#8211; Die erste Zeugin&#8220; ist der erste Roman von Arno Strobel, den ich lese &#8211; und er überzeugt mich durch seine durchdachte Konstruktion, seine glaubwürdigen Figuren und seine gleichbleibend hohe Spannung.</p>
<p>Das kombiniert mit der klaren, präzisen Sprache und dem hohen Erzähltempo macht in Summe eine Empfehlung für alle, die sich gerne mit einem Thriller aufs Sofa zurückziehen und das Buch dann in einem Zug durchlesen wollen!</p>
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		<title>Ingrid Davis: Aachener Narren</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/ingrid-davis-aachener-narren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Harald]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Davis, Ingrid]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ingrid Davis]]></category>
		<category><![CDATA[KBV Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Veranstaltung kennen viele aus dem Fernsehen: die Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“. Mittendrin, während dieser Veranstaltung, wird der stadtbekannte Neurochirurg Edgar Kathe vergiftet. Der Saal ist voll, und jeder der Besucher ist dementsprechend ein Verdächtiger. Die Privatermittlerin Britta Sander stürzt sich zusammen mit der Polizei in die Arbeit. Im Laufe der Ermittlungen [&#8230;]]]></description>
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<p>Diese Veranstaltung kennen viele aus dem Fernsehen: die Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“. Mittendrin, während dieser Veranstaltung, wird der stadtbekannte Neurochirurg Edgar Kathe vergiftet. Der Saal ist voll, und jeder der Besucher ist dementsprechend ein Verdächtiger.</p>
<p>Die Privatermittlerin Britta Sander stürzt sich zusammen mit der Polizei in die Arbeit. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Ermordete vielen in seiner Umgebung Grund gegeben hat, ihn zu ermorden – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.</p>
<p>Britta Sander taucht tief in die Vergangenheit von Edgar Kathe ein und trifft auf immer mehr Geheimnisse. Eines der zentralen Themen ist dabei: Schein und Wirklichkeit. Edgar Kathe ist es wichtig, den äußeren Schein zu wahren.</p>
<blockquote>
<p>„Aber hatten Täter oder Täterin bewusst den Todesfall auf der Festsitzung inszeniert, oder war die Hoffnung gewesen, Kathe möge nie auf der Veranstaltung eintreffen?“</p>
</blockquote>
<p>Kathe verbarg hinter seiner Fassade zahlreiche Konflikte. Diese sorgten dafür, dass einige Menschen ein Motiv hatten. Im Aufbau der Geschichte werden viele Figuren eingeführt, um unterschiedliche Handlungsstränge darzustellen.</p>
<p>Im Grunde genommen werden zwei Geschichten erzählt: Zum einen der Kriminalfall rund um Britta Sander. Die Figuren der zweiten Geschichte sind eine sozial schwache Familie, die in einem sozialen Brennpunkt wohnt. Die sozialen Schwierigkeiten werden sehr intensiv beschrieben – an manchen Stellen möchte man helfend eingreifen. Erst zum Schluss des Buches, bei der Aufklärung, verweben sich beide Erzählstränge.</p>
<p>Ich empfand diese Geschichte als sehr gut erzählt. Der Leser bekommt einen Einblick hinter die Kulissen des Karnevals. Ich empfehle dieses Buch sehr und freue mich schon auf den 12. Fall von Britta Sander.</p>
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		<title>Arnd Henze: Mit Gott gegen die Demokratie</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/arnd-henze-mit-gott-gegen-die-demokratie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 02:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Henze, Arnd]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Arnd Henze]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gütersloher Verlagshaus]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Es wäre zum Lachen, wäre es nicht so absurd und bedrohlich: Eine mehr und mehr von christlichen Fundamentalisten infiltrierte Supermacht (USA), im Verein mit einem Land (Israel), das stark unter dem Einfluss religiöser Fundamentalisten steht, beginnt einen Krieg gegen einen religiös-fundamentalistischen Staat (Iran) wegen dessen Fundamentalismus. Sieht man sich die MAGA-Sekte und die Evangelikalen Fundamentalisten [&#8230;]]]></description>
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<p>Es wäre zum Lachen, wäre es nicht so absurd und bedrohlich: Eine mehr und mehr von christlichen Fundamentalisten infiltrierte Supermacht (USA), im Verein mit einem Land (Israel), das stark unter dem Einfluss religiöser Fundamentalisten steht, beginnt einen Krieg gegen einen religiös-fundamentalistischen Staat (Iran) wegen dessen Fundamentalismus.<span id="more-33242"></span></p>
<p>Sieht man sich die MAGA-Sekte und die Evangelikalen Fundamentalisten in den USA an, dann wird man, es war zu erwarten, viele Gemeinsamkeiten finden: die tiefgreifende Korruption ihrer Anführer (Trump und sein Familienklan bereichern sich in einer Art und Weise, die man davor nur von Warlords in Failed States kannte und die fanatischen Hetzprediger, die sich auf Kosten ihrer Gemeinden ein Luxusleben ungeheuren Ausmaßes verschaffen). Kaum zu unterscheiden sind auch die Anhänger der beiden Gruppen, die sich nicht stören, dass ihrer Anführer nicht zum Wohl aller, sondern nur für das eigene Bankkonto agieren, genauso wie die Verleugnung jeder Realität, die nicht ins eigene Weltbild passt; was wohl beides mit deren geringer Bildung zu tun hat.</p>
<p>Abseits des politischen Irrsinns, der der Welt aus dem Weißen Haus täglich geliefert wird, gibt es noch den Fundamentalismus, der mit der Wahl Trumps antrat, um das Land für eigene Interessen umzubauen, aus einer zuvor führenden Demokratie einen Gottesstaat zu formen.</p>
<p>Wie das unter der sichtbaren Ebene aussieht und welche Ziele hinter den Aktivitäten stehen, damit setzt sich der Journalist Arnd Henze in diesem Buch auseinander. Arnd Henze ist selbst ein führendes Mitglied der protestantischen Kirche in Deutschland und somit auch inhaltlich berufen, die Irrwege und den Irrsinn einer &#8222;christlichen&#8220; Kirche, als die sich die Evangelikalen wohl noch immer bezeichnen, zu recherchieren, sie auch für Außenstehende verständlich zu beschreiben und deren Aktivitäten zu bewerten. Die überwiegende Zahl der anderen bzw. wirklich christlichen Kirchen, das beschreibt Henze ausführlich, beteiligt sich nicht an dem religiösen Wahn, folgt nicht dem &#8222;Christlichen Nationalismus&#8220;, dem so viele Evangelikale Gemeinden verfallen sind.</p>
<p>Die Details über die Umgestaltung in so komprimierter Form zu lesen, verursacht mir tatsächlich extremes Unwohlsein.</p>
<p>Es ist eine Sache, die täglichen Trump-Exzesse und Lügen aus den Nachrichten zu erfahren. Doch so richtig brutal und beängstigend wird es, hier Hintergründe und Querverweise nachzulesen, für die im Tagesgeschehen zu wenig Zeit bleibt.</p>
<p>Die Beschreibung des Backgrounds der wichtigsten Protagonisten des MAGA-Kults erklärt ihre Vorgangsweise und vor allem ihre Agenda. Setzt sich durch, was diese Männer geplant haben und seit der Amtseinführung Trumps konsequent umsetzen, dann bedeutet es, dass aus den USA eine Fundamentalistische Theokratie unter der Diktatur weißer Männer wurde. (Siehe ganz oben).</p>
<p><strong>Vergleiche Trump-USA mit NS-Diktatur?</strong></p>
<p>Arnd Henze nimmt sich auch der Frage an, ob Vergleiche zwischen dem Nationalsozialismus in den 1930ern und dem sich immer deutlicher abzeichnenden faschistischen System Trumps zulässig oder gerechtfertigt sind. Der Schluss ist, dass es sehr wohl einige Parallelen in Zielsetzung und Vorgangsweise gibt. Trumps USA sind zwar kein NS-Staat, jedoch sind einige Elemente des Planes, der unter seiner Führung umgesetzt wird, ganz deutlich mit Hitlers Umbau Deutschlands in eine Diktatur vergleichbar.</p>
<p>Eine Polizeiorganisation (ICE) wurde zu einem der Gestapo ähnlichen Instrument umgebaut, Gegner werden mit der gleichgeschalteten Justiz verfolgt, die Geschichte des Landes wird umgeschrieben, Wahlrechte werden eingeschränkt, Druck wird auf die Medien ausgeübt, die unerwünschtes berichten,  Kirchen spielen eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung und Fanatisierung der Anhänger, Medien (wie Fox News), die als Sprachrohr des Faschismus dienen &#8230;</p>
<p><strong>Wie es enden wird?</strong></p>
<p>&#8222;<em>Mit Gott gegen die Demokratie</em>&#8220; ist kein Buch über Trump. Es ist ein Buch über religiösen Fanatismus, den es in den USA immer schon gab. Ohne Trump wäre es aber diesen Extremisten (die, wie Henze beschreibt, nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung sind) nicht möglich gewesen, das Projekt Staatsumbau in Angriff zu nehmen (Angriff ist hier das passende Wort). Der derzeitige US-Präsident ist in seiner Hybris, seiner Überheblichkeit, seiner Ignoranz, seiner Beeinflussbarkeit und seiner Bewunderung für Diktatoren der genau passende Schirmherr für das, was gerade geschieht.</p>
<p>Arnd Henze entwirft, quasi als Resümee all dessen, was er zuvor beschrieben hat, zwei Szenarien für die Zukunft der USA (Dass er dabei auch die Entwicklungen in Europa meint, die zwar noch lange nicht so fortgeschritten ist wie in den USA, liegt auf der Hand und zeigt sich auch in einigen Verweisen im Buch).</p>
<ul>
<li>Worst Case-Szenario: Wie die USA zum Gottesstaat werden</li>
<li>Best Case Szenario: Wie die Demokratie gerettet werden kann</li>
</ul>
<p>Der Ausgang bleibt offen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Agatha Christie: Das fehlende Glied in der Kette</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/agatha-christie-das-fehlende-glied-in-der-kette/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 02:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christie, Agatha]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Hastings]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Hercule Poirot]]></category>
		<category><![CDATA[Inspektor Japp]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Schindler]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist der Krimi, der für zwei berühmte Persönlichkeiten den Start in eine Weltkarriere bedeutete: Agatha Christie und Hercule Poirot. Christie schrieb diesen Roman im Jahr 1916, mitten im 1. Weltkrieg, erstmals veröffentlicht wurde er erst fünf Jahre später, im Jahr 1920 in den USA. Das erklärt, warum immer wieder Verweise auf die Lebensumstände in [&#8230;]]]></description>
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<p>Es ist der Krimi, der für zwei berühmte Persönlichkeiten den Start in eine Weltkarriere bedeutete: Agatha Christie und Hercule Poirot.<span id="more-32637"></span></p>
<p>Christie schrieb diesen Roman im Jahr 1916, mitten im 1. Weltkrieg, erstmals veröffentlicht wurde er erst fünf Jahre später, im Jahr 1920 in den USA. Das erklärt, warum immer wieder Verweise auf die Lebensumstände in England zu dieser Zeit nachzulesen sind. Bemerkenswert übrigens, wie deutlich dabei wird, dass der Erste Weltkrieg beim weitem weniger Nachhall im Königreich erzeugt, als wenige Jahrzehnte später der 2. Weltkrieg mit Bomben- und Raketengriffe, die bis weit hinein ins Land Tod und Zerstörung brachten. </p>
<p>Hercule Poirot ist mit belgischen Landsleuten in der Nähe von Gut Styles einquartiert. Die Gruppe fand Asyl in England, nachdem Belgien zum Schlachtfeld geworden war. Was liegt also näher, als den Detektiv um seine Mithilfe zu bitten, als die Herrin des Gutes, Mrs. Emily Inglethorp, ermordet wird. </p>
<p>Die Idee, Poirot zu engagieren, hatte Lieutenant Arthur Hastings, der sich nach einer Verwundung für einige Zeit auf dem Gut aufhält. Auch Hastings wird in späteren Romanen wieder dabei sein. Und auch Inspector Japp von Scotland Yard beteiligt sich an der Ermittlung. </p>
<p>Gleich in diesem ersten Fall für Poirot bringt Agatha Christie das meiste von dem ein, was den Meisterdetektiv ausmacht: seine Liebe für die Details, sein Interesse für vermeintliche Nebensächlichkeiten, seine Geheimniskrämerei bis zum finalen Showdown, die er selbst gegenüber seinen Freunden nicht aufgibt.</p>
<p>Mehrmals ändert sich die Richtung der Ermittlung, jedenfalls für alle, die nicht Poirot heißen. Dabei hätten alle nur genau auf das hören sollen, was er sagt. Dann hätte man sich einige Spekulationen in falsche Richtungen sparen können.</p>
<p>So entwickelt sich alles zu einer Auflösung hin, die nicht nur für Hastings und Japp, sondern wahrscheinlich auch für die meisten Leserinnen und Leser überraschend ist. Überraschend zwar, aber keineswegs unlogisch, sondern im Gegenteil, lässt man alles Revue passieren, völlig eindeutig.</p>
<p>Ein großartiger Beginn einer großartigen Schriftstellerin!</p>
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		<title>Mechtild Borrmann: Lebensbande</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/mechtild-borrmann-lebensbande/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 02:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Borrmann, Mechtild]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas' Favoriten 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Mechtild Borrmann]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Droemer Knaur]]></category>
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					<description><![CDATA[Mechtild Borrmanns Roman „Lebensbande“ ist ein stilles, eindringliches Buch, das sich erst nach und nach entfaltet und seine volle Wirkung oft erst im Nachklang entfaltet. Es ist kein lauter Roman, keiner, der mit dramatischen Wendungen oder spektakulären Ereignissen arbeitet. Stattdessen erzählt er leise, konzentriert und mit großer Klarheit von Schicksalen, die untrennbar miteinander verbunden sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mechtild Borrmanns Roman <em>„Lebensbande“</em> ist ein stilles, eindringliches Buch, das sich erst nach und nach entfaltet und seine volle Wirkung oft erst im Nachklang entfaltet. Es ist kein lauter Roman, keiner, der mit dramatischen Wendungen oder spektakulären Ereignissen arbeitet. <span id="more-32847"></span>Stattdessen erzählt er leise, konzentriert und mit großer Klarheit von Schicksalen, die untrennbar miteinander verbunden sind – über Generationen hinweg und unter dem Einfluss historischer Umstände, die sich dem Zugriff der einzelnen Figuren entziehen.</p>
<p>Es sind die Erinnerungen an sechzig Jahre, in denen sich die Welt und damit die Lebensverhältnisse mehrmals von Grund auf änderten.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Handlung stehen mehrere Figuren, deren Lebenswege zunächst nur lose miteinander verknüpft erscheinen. Nach und nach wird jedoch deutlich, wie eng sie durch Ereignisse miteinander verbunden sind, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.</p>
<p>Es ist die Zeit des Nationalsozialismus und die unmittelbare Nachkriegszeit, die für alle Beteiligten entscheidende Wendungen in ihrem Leben mit sich bringt. Die Autorin zeigt, wie Entscheidungen – oder auch das Ausbleiben von Entscheidungen – aus dieser Zeit bis in die Gegenwart hineinwirken und das Leben der nachfolgenden Generationen prägen.</p>
<p>Ein zentrales Element des Romans ist die Suche nach Herkunft und Identität. Die Erzählerin begibt sich auf die Spur ihrer eigenen Geschichte, oft ausgelöst durch Zufälle in ihrem gegenwärtigen Leben oder durch scheinbar nebensächliche Ereignisse. Sie entdeckt verdrängte Geheimnisse wieder, verdrängte Wahrheiten und Lebensgeschichten, die von Verlust, Schuld und Überleben geprägt sind. Besonders eindrücklich gelingt es Borrmann, die emotionale Spannung dieser Suche darzustellen: das Zögern, das Nicht-Wissen-Wollen, aber auch die Unausweichlichkeit, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen.</p>
<p>Die Figuren sind dabei allesamt keine Heldinnen und Helden im klassischen Sinne. Es sind Menschen, die mit den Umständen leben müssen, in die sie hineingeboren wurden oder in die sie durch äußere Ereignisse geraten sind. Gerade darin liegt eine große Stärke des Romans: Er zeigt, wie sehr Menschen von Geschehnissen geprägt und gesteuert werden, die sie selbst weder gewählt noch beeinflusst haben. Entscheidungen erscheinen oft nicht als freie Wahl, sondern als Reaktionen auf Angst oder äußere Zwänge. Diese Perspektive macht die Figuren sehr menschlich und nachvollziehbar. Man spürt beim Lesen immer wieder, dass es in vielen Situationen kein einfaches „richtig“ oder „falsch“ gibt, sondern nur die Wahl zwischen Möglichkeiten, die sich in diesen Momenten ergeben.</p>
<h3>Gefangen in den Zuständen der Zeit</h3>
<p>Besonders eindrucksvoll ist die Art und Weise, wie der Roman die historische Dimension mit der persönlichen Ebene verknüpft. Die großen Ereignisse der Geschichte – Krieg, Gewalt, Verfolgung, gesellschaftlicher Umbruch – bleiben nicht abstrakt, sondern werden in ihren Auswirkungen auf einzelne Leben sichtbar. Borrmann beschreibt unglaublich wirkungsvoll, wie tiefgreifend diese Ereignisse in Biografien eingreifen, wie sie Beziehungen zerstören, neue Verbindungen schaffen und ganze Lebensläufe in eine Richtung lenken, die niemand vorhersehen konnte oder einschlagen wollte. Dabei vermeidet sie jede Form von Pathos oder Überdramatisierung. Gerade durch die zurückhaltende Darstellung wird die Wucht der Ereignisse umso spürbarer.</p>
<p>Auch die gesellschaftliche Dimension des Romans ist bemerkenswert. <em>„Lebensbande“</em> macht deutlich, wie eng das Handeln Einzelner und gesellschaftliche Rahmenbedingungen miteinander vernetzt sind. Die Figuren agieren nicht im luftleeren Raum, sondern innerhalb von Strukturen, die ihnen Grenzen setzen. Diese Strukturen – politische Systeme, gesellschaftliche Erwartungen, historische Umstände – sind  allgegenwärtig. Der Roman zeigt eindrücklich, wie Menschen sich anpassen, wie sie versuchen zu überleben, und wie sie dabei manchmal Entscheidungen treffen, deren Folgen sie selbst nicht überblicken können.</p>
<h3>Die richtige Sprache</h3>
<p>Die Sprache des Romans ist dabei bewusst schlicht und ruhig gehalten. Borrmann verzichtet auf ausschweifende Beschreibungen oder komplizierte Satzkonstruktionen. Stattdessen schreibt sie klar, präzise und unaufgeregt. Es ist gerade diese Klarheit, die dem Text eine besondere Wirkung verleiht. Borrmann lässt den Ereignissen und den Figuren Raum, für sich selbst zu wirken, Gefühle werden nicht breit ausformuliert, sondern oft nur angedeutet – und dadurch umso eindringlicher. Man liest zwischen den Zeilen, ergänzt das Ungeschriebene und stellt fest, wie langsam eine große Nähe zu den Figuren entsteht.</p>
<p>Diese ruhige Erzählweise passt hervorragend zum Thema des Romans. Sie unterstreicht die Unausweichlichkeit der Ereignisse und die Tragik vieler Lebensläufe. Nichts wirkt konstruiert oder künstlich zugespitzt; vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich alles genau so zugetragen haben könnte.</p>
<p>Dass sich vieles in ähnlicher Form tatsächlich derart zugetragen hat, beschreibt die Autorin im Nachwort. Diese Authentizität trägt wesentlich dazu bei, dass das Gelesene lange nachwirkt.</p>
<p>Am Ende bleibt ein starkes Gefühl von Verbundenheit – nicht nur zwischen den Figuren, sondern auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Titel <em>„Lebensbande“</em> ist dabei als äußerst treffend: Die Bande, die Menschen miteinander verbinden, sind oft unsichtbar, aber sie sind von dauerhafter Kraft. Sie bestehen aus Erinnerungen, aus Schuld, aus Liebe, aus Verlust – und sie lassen sich nicht einfach lösen.</p>
<h3>Mein Resümee</h3>
<p>Mechtild Borrmann gelang ein Roman, der still beginnt, der lange im Gedächtnis bleibt. Besonders beeindruckend ist, wie klar sie zeigt, dass Menschen in vielen Situationen nicht frei handeln können, sondern von äußeren Umständen geprägt und gelenkt werden.</p>
<p>Diese Einsicht ergibt sich ganz selbstverständlich aus den Geschichten der Figuren. Gerade deshalb wirkt sie so nachhaltig. <em>„Lebensbande“</em> ist ein Buch, das nicht nur während der Lektüre berührt, sondern bei mir noch lange danach nachhallt – leise, aber eindringlich.</p>
<p><strong>Nach der letzten Seite lege ich das Buch zur Seite und nehme mir erst einmal eine Pause um durchzuatmen.  </strong><br /><strong>Denn dieser Roman ist wirklich überwältigend.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Michael Jensen: Bluthunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 02:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jensen, Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Aufbau Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die Brüder Sass]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Jensen]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenkriegszeit:]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein raffinierter historischer Krimi aus dem Berlin der Zwischenkriegszeit Mit diesem 5. und letzten Band endet die Reihe rund um die Gebrüder Sass und ihr Syndikat. Man trägt sich schon länger mit dem Gedanken, sich zur Ruhe zu setzen, denn die Polizei, die unter Ernst Gennat einen Modernisierungsschub erlebt hat, ist ihnen auf den Fersen. [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Ein raffinierter historischer Krimi aus dem Berlin der Zwischenkriegszeit</strong></p>
<p>Mit diesem 5. und letzten Band endet die Reihe rund um die Gebrüder Sass und ihr Syndikat. Man trägt sich schon länger mit dem Gedanken, sich zur Ruhe zu setzen, denn die Polizei, die unter Ernst Gennat einen Modernisierungsschub erlebt hat, ist ihnen auf den Fersen. Vor allem der Polizist Max Fabich hat sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, den Brüdern Sass das sprichwörtliche Handwerk zu legen. Da hilft es wenig, dass Paul Konter, Kriminalbeamter und Lebensgefährte von Antonia Sass, den einen oder anderen Tipp gibt, einen Bruch zu unterlassen.</p>
<p>Einen letzten Coup wollen Franz und Max Sass landen: Sie wollen in die Disconto-Bank einbrechen, in der die NSDAP ihr Schwarzgeld in Millionenhöhe in Schließfächern gelagert hat. Doch damit legen sie sich mit einem Gegner an, bei dem sie nur verlieren können: Joseph Goebbels. Der ist zwar Ende der 1920er-Jahre noch nicht auf dem Zenith seiner Macht, doch die Bluthunde der SA terrorisieren neben Juden und Sozialisten auch alle jene, die ihrer Weltanschauung entgegenstehen. Das bekommt auch Georg Sass, der bei einer Roma-Familie lebt, schmerzhaft zu spüren.</p>
<p>Ob der Coup gelingt, müsst ihr schon selbst lesen!</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Michael Jensen ist es wieder sehr gut gelungen Fakten und Fiktion zu verbinden. Historische Personen wie die Brüder Sass, Max Fabich, Ernst Gennat und Joseph Goebbels werden durch fiktive Charaktere in ihren Handlungen unterstützt. Die gelungene Mischung aus historischer und kriminalistischer Spannung macht die Geschichte fesselnd und interessant. Damit lässt der Autor das Berlin der Zwischenkriegszeit lebendig auferstehen. Der Tanz auf dem Vulkan beginnt. In wenigen Jahren wird Adolf Hitler die Macht sich reißen und Deutschland innerhalb weniger Wochen nach seinen Vorstellungen umgestalten.</p>
<p>Ich kenne alle Teile dieser Reihe sowie auch jene Serie, in der Jens Druwe, der hier als Assistent von Paul Konter seine Karriere bei der Berliner Kripo beginnt, die Hauptrolle verkörpert. Ob wir demnächst Kriminalroman lesen werden, die diese beiden Reihen verbinden? Interessant wäre dies schon!</p>
<p>Wie wir es von Michael Jensen gewöhnt sind, ist auch dieser Krimi hier penibel recherchiert und fesselnd erzählt. Die Figuren sind vielschichtig und authentisch in ihren Handlungen.</p>
<p>Die gewählte Perspektive, nämlich jene des Syndicats, gibt einen sehr guten Einblick in die Welt des Verbrechens. Dabei ist die Familie Sass eine ganz normale Familie, Meinungsverschiedenheiten inklusive. Wer hätte gedacht, dass sich auch Panzerknacker bei Kollegen weiterbilden?</p>
<p>Im Anhang berichtet Michael Jensen über das weitere Schicksal der Brüder Sass. Das wirkliche Leben von Franz und Erich Sass wird im März 1940 im KZ Sachsenhausen gewaltsam beendet.</p>
<p>Der Familienname Sass wird in Flüsterwitzen weiterleben. Zwei Beispiele gefällig?<br />„Frage: „Wie buchstabiert man Deutschlands bekannteste Verbrecher?“ Anwort: „S-A-S-S““<br />„Frage:“ Wer hat den Reichstag angezündet?“ Anwort: “Die Gebrüder SASS!“ (= SA und SS)“</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Wer einen fesselnden, historischen Krimi während einer politisch brisanten Zeit lesen will, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich diesem raffiniert konstruierter Krimi über Mut, Gier und Loyalität, der auf wahren Ereignissen beruht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe.</p>
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		<title>Günter Neuwirth: Reigen in Triest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 02:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwirth, Günter]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Neuwirth]]></category>
		<category><![CDATA[Inspector Bruno Zabini]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Triest]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Wort &#8222;Reigen&#8220; im Titel ist ein gar nicht zweideutiger Hinweis auf Arthur Schnitzlers &#8222;Reigen&#8220;. Von Beginn an zeichnet sich ab, dass Buch Nr. 6 mit Inspector Bruno Zabaini ein Roman der etwas unmoralischen Art werden könnte. Die Szenerie erinnert mich zunächst an gleich mehrere Schauplätze aus Büchern, Filmen und TV-Serien. Die herrlich gelegenen Villa [&#8230;]]]></description>
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<p>Das Wort &#8222;Reigen&#8220; im Titel ist ein gar nicht zweideutiger Hinweis auf Arthur Schnitzlers &#8222;Reigen&#8220;. Von Beginn an zeichnet sich ab, dass Buch Nr. 6 mit Inspector Bruno Zabaini ein Roman der etwas unmoralischen Art werden könnte.<span id="more-33139"></span></p>
<p>Die Szenerie erinnert mich zunächst an gleich mehrere Schauplätze aus Büchern, Filmen und TV-Serien. Die herrlich gelegenen Villa der Baronin Luise von Callenberg in der Nähe von Triest, in der sich drei befreundete Paare für ein entspanntes Wochenende einfinden. Die Beschreibung der Protagonisten, der Anreise und der Örtlichkeit würde auch zu bekannten Schiffs- und Hotelromanen und -serien passen, die ganze Atmosphäre hat ein wenig von englischer Romanze auf Cornwall.</p>
<p>Günter Neuwirth lässt es sehr heftig knistern, Liebe, Freundschaft, Romantik und Leidenschaft liegen in der Luft. Lange dachte ich, dass das quasi das Vorspiel zum Krimiteil ist, musste aber lesen, dass es den (Krimiteil) in Wahrheit gar nicht gibt. Im Gegenteil: aus Andeutungen wird Erotik, die sich auch nicht scheut, manchmal ins Pornografische abzudriften. Der Inhalt entfernt sich zunehmend von &#8222;Love Boat&#8220; oder &#8222;Hotel&#8220; zu &#8222;50 Shades of &#8230; &#8222;. Im Gegensatz zu Arthur Schnitzler nimmt sich Günter Neuwirth bei seinen Beschreibungen kein Blatt vor den Mund.</p>
<p>Durchsetzt ist alles mit Erzählungen aus dem Leben der sechs Menschen, die sich in der Villa zusammengefunden haben, womit Günter Neuwirth zugleich auch die geltenden Konventionen und gesellschaftlichen Regeln zur Zeit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert streift. </p>
<p>Während sich drinnen schön langsam so etwas wie eine orgiastische Atmosphäre à la Fellini entwickelt, schleichen rund um die Villa dunkle Gestalten. Das wilde Treiben der drei Paare ist durch die hell erleuchteten Fenster oft sehr deutlich sichtbar und auch der in der Villa vorhandene Reichtum ist der Unterwelt nicht verborgenen geblieben. Das alles lockt unerwünschte Besucher an.</p>
<p>Ein klein wenig Krimianteil ist am Ende also doch noch dabei, im Wesentlichen bleibt Neuwirts <em>Reigen</em> aber eine erotische Geschichte, mehr erregend als aufregend.</p>
<p>Zwar hat Günter Neuwirt seinem Hauptdarsteller Bruno Zabaini schon immer ein recht intensives Liebesleben auf den Leib geschrieben &#8211; diesmal aber ist es mir einfach zu viel davon.</p>
<p>Für Freunde des Erotik-Genres wird dies wohl ein gelungener Roman sein. Da ich aber nach den ersten fünf Romanen der Reihe mit völlig anderen Erwartungen eingestiegen bin und mich auf einen historischen Krimi gefreut habe, ist meine Begeisterung stark eingeschränkt.</p>
<p>Erwartung und Ergebnis haben für mich diesmal einfach nicht zusammengepasst (Zudem lese ich keine Erotikromane &#8211; und werde nach diesem auch nicht damit weitermachen).</p>
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		<title>Appollo &#038; Brüno: Lucky Luke &#8211; Dakota 1880</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/lucky-luke-dakota-1880/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 02:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Appollo]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novels]]></category>
		<category><![CDATA[Brüno]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Comic Collection]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Jöken]]></category>
		<category><![CDATA[Lucky Luke]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war auch an der Zeit: endlich wird der Frage nachgegangen, ob es Lucky Luke wirklich gab. Es gab natürlich eine Zeit, als der &#8222;Lonesome Cowboy&#8220; noch nicht einsam auf dem Rücken von Jolly Jumper durch die Prärien zog. Damals, als er noch dabei war, seinen Ruf als &#8222;Der Mann, der schneller zieht als sein [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Es war auch an der Zeit: endlich wird der Frage nachgegangen, ob es Lucky Luke wirklich gab.</strong><span id="more-33110"></span></p>
<p>Es gab natürlich eine Zeit, als der &#8222;Lonesome Cowboy&#8220; noch nicht einsam auf dem Rücken von Jolly Jumper durch die Prärien zog. Damals, als er noch dabei war, seinen Ruf als &#8222;Der Mann, der schneller zieht als sein Schatten&#8220; zu erlangen, hatte Lucky Luke einen Job Begleiter von Postkutschen. Quasi Kutschen-Security, weil der Wilde Westen war ja bekanntlich überaus wild.</p>
<p>Zu jeder Jahreszeit, an weit entfernte Orte: so kam Luke, das &#8222;Lucky&#8220; kam erst später dazu, im Land herum und sein Name wurde immer bekannter. Natürlich traf er dabei auf viele Menschen, manche rechtschaffen, manche weniger und manche berühmt oder auf dem Weg, berühmt zu werden. </p>
<p>Diese 7. Lucky-Luke-Hommage wurde von Appollo getextet und von Brüno gezeichnet und ist durch einen ganz eigenen Stil charakterisiert. Zum einen wird alles aus der Perspektive eines Begleiters erzählt, der lange Zeit mit dem Helden unterwegs war. Zum anderen sind die Zeichnungen in einem Stil verfasst, der beinahe daran glauben lässt, es wären Momentaufnahmen der damaligen Ereignisse &#8211; Film gab es ja noch nicht. Das passt alles wunderbar zusammen!</p>
<p>Endlich sind sie also nachzulesen, diese 7 Geschichten aus Lucky Lukes frühen Jahren und sie sind alle genauso wahr, wie es hier nachzulesen ist. Ebenso wahr ist, dass er alle diese Menschen traf, die in diesen Geschichten eine Rolle spielen und ebenso wahr ist, dass die Wissenschaft den echten Lucky Luke natürlich auch schon aufgespürt hat.</p>
<p><strong>Aber auch falls das alles nicht doch wahr sein sollte: </strong><br /><strong>Dann ist es gut erfunden und überaus unterhaltsam!</strong></p>
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		<title>Moa Berglöf, Joakim Zander: Die Stockholm-Protokolle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 02:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berglöf, Moa]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Zander, Joakim]]></category>
		<category><![CDATA[Joakim Zander]]></category>
		<category><![CDATA[Moa Berglöf]]></category>
		<category><![CDATA[Politthriller]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Altefrohne]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rowohlt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo endet Loyalität und wo beginnt Verantwortung? Im Zentrum des Geschehens stehen Julia, die Journalistin mit unstillbarer Motivation, die Hintergründe der Politik zu hinterfragen und aufzudecken; und Alfred, Julias Lebensgefährte, der überraschend zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten Schwedens berufen wird. Alfreds Wechsel in die Politik, direkt ins Zentrum der Macht stellt die Beziehung der beiden auf [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Wo endet Loyalität und wo beginnt Verantwortung?</strong></p>
<p>Im Zentrum des Geschehens stehen Julia, die Journalistin mit unstillbarer Motivation, die Hintergründe der Politik zu hinterfragen und aufzudecken; und Alfred, Julias Lebensgefährte, der überraschend zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten Schwedens berufen wird. <span id="more-33133"></span>Alfreds Wechsel in die Politik, direkt ins Zentrum der Macht stellt die Beziehung der beiden auf eine harte Probe.</p>
<p>Während Alfred sich zunächst geehrt fühlt, das Angebot überhaupt bekommen zu haben, vermutet Julia dahinter einen Schachzug der Regierung, um sie ruhig zu stellen. Denn sie hatte wenige Monate zuvor schon einen Fall von unzulässiger privater Verwicklung aufgedeckt, was zu einer Entlassung in der Regierung führte.</p>
<p>Schauplätze der Ereignisse sind Stockholm und Brüssel. In Brüssel hatte die Politkarriere des Ministerpräsidenten begonnen, der nach seiner kurzen Zeit als Europaabgeordneter der liberalkonservativen Partei &#8222;Die Moderaten&#8220; eine steile Karriere in Schweden begann. Noch von ihren früheren Recherchen weiß Julia, dass es Lücken in seinem Tagesablauf gab, über die es keine Aufzeichnungen gab; auch als Ministerpräsident benützt er seine Aufenthalte in Brüssel immer wieder für verlängerte Aufenthalte, für die es keine Begründungen und vor allem keine Zeugen gibt.</p>
<p>Julia vermutet, dass der beliebte Ministerpräsident sein Ansehen in der Öffentlichkeit nützt, um im Hintergrund eine Europa-Allianz seiner Konservativen mit den Rechtspopulisten zu schmieden. Von ihrer Redaktion wurde sie zwar ganz eindeutig von den Recherchen in der Politik abgezogen, doch die Ernennung Alfreds beunruhigt sie dermaßen, dass die heimlich weiter recherchiert.</p>
<p>Auf der anderen Seite stößt Alfred bei seiner Arbeit selbst bald auf mysteriöse Vorgänge, die ihn daran zweifeln lassen, ob er den Job als Pressesprecher wirklich nur wegen seiner Qualitäten als PR-Mann bekommen hatte, oder ob Julia mit ihrer Vermutung nicht doch recht hatte.</p>
<p><strong>Die Hintergründe</strong></p>
<p>Setzt man die Ereignisse in die Realität unserer Gegenwart, dann wird man wahrscheinlich beim Lesen das Gefühl bekommen, dass viel enthalten und beschrieben ist, das so oder so ähnlich tatsächlich ablaufen könnte. Das ist nicht verwunderlich, denn die eine Hälfte des Autorinnen-Teams hat viel Erfahrung in genau diesem Umfeld: Moa Berglöf war viele Jahre lang Redenschreiberin des schwedischen Ministerpräsidenten und hat damit Einblicke aus erster Hand. </p>
<p>Was in der Story als durchaus realistisch erscheint, das ist der &#8211; vorläufig noch verdeckte &#8211; mögliche Aufbau einer Allianz Konservativer mit Rechtspopulisten. In Österreich wissen wir seit der Zeit des Kanzlerdarstellers Sebastian Kurz, wie geschmeidig sich sogenannte Konservative mit den Rechtsaußen-Parteien zusammentun können und wie gerne die Konservativen unseres Landes Koalitionen mit den Populisten eingehen, nur um an der Macht zubleiben (Wobei es natürlich auch Beispiele für ähnliche Vorgänge in anderen Ländern Europas gibt). </p>
<p>So aktuell dieses Thema auch ist und Stoff für einen Thriller hergibt: Die Spuren bei der Recherche Julias führen bald in eine ganz andere, unerwartete Richtung und auch Alfred stößt auf Informationen, die ein neues Licht auf den Ministerpräsidenten und seine Mitarbeiter werfen. Würde eine Allianz mit den Populisten nur für Schlagzeilen sorgen, muss das was Julia und Alfred entdecken, unbedingt vertuscht werden. So sehr, dass dabei Leben einzelner in Gefahr gerät.</p>
<p>In der gemeinsamen Arbeit von Moa Berglöf mit dem Juristen und Autor Joakim Zander, der zum Themenkreis EU schon Thriller veröffentlicht hat, ist mit &#8222;<em>Die Stockholm Protokolle</em>&#8220; ein Roman entstanden, dem man anmerkt, dass dahinter eines Wissen über die Vorgänge in Stockholm und Brüssel steht.</p>
<p>An Rasanz mangelt es nicht. Nach ein paar Kapiteln, in denen man sich mit den handelnden Personen und den Schauplätzen vertraut macht, zieht das Tempo der Handlung zunächst langsam, dann immer mehr an. Im letzten Drittel wird der Thriller dann auch tatsächlich zu dem Pageturner, als den ihn der Rowohlt-Verlag im Klappentext zu Recht bezeichnet.</p>
<p>Und am Ende ergibt sich auch noch ein überaus bedeutsames Resümee, eines, das sich ganz eindeutig herauslesen lässt: Die Presse als vierte Säule unserer Demokratie ist unersetzlich.</p>
<p>Auch wenn die Handlung in diesem Buch fiktiv ist: Was man liest, beschreibt indirekt auch die permanenten Angriffe auf die Pressefreiheit durch Demokratiezerstörer wie Orban, Trump und Konsorten.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong></p>
<p>&#8222;<em>Die Stockholm Protokolle</em>&#8220; ist zu Beginn spannend, dann zunehmend fesselnd &#8211; ein Thriller, der perfekt in unsere Zeit passt!</p>
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		<title>Eva Reichl: Zwei Leichen zum Prosecco</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/eva-reichl-zwei-leichen-zum-prosecco/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Reichl, Eva]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Reichl]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Oberösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Haben sich die vier Freundinnen etwa zu einem Mordkomplott verschworen? Von der Hand zu weisen ist das nicht, denn gerade hat eine von ihnen, Elke Froschberger heißt sie, mitgeteilt, dass sie von ihrem Ehemann andauernd betrogen wird und die anderen drei haben sich mit Lösungsvorschlägen geradezu überboten. (Hier kommt auch gleich der Prosecco aus dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Haben sich die vier Freundinnen etwa zu einem Mordkomplott verschworen? Von der Hand zu weisen ist das nicht, denn gerade hat eine von ihnen, Elke Froschberger heißt sie, mitgeteilt, dass sie von ihrem Ehemann andauernd betrogen wird und die anderen drei haben sich mit Lösungsvorschlägen geradezu überboten.<span id="more-32988"></span></p>
<p>(Hier kommt auch gleich der Prosecco aus dem Buchtitel ins Spiel, denn die vier Freundinnen gönnen sich bei diesem Treffen reichlich davon.)</p>
<p>Wenn besagter Ehemann tags darauf im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCrnberg_(Linz)">Kürnbergwald</a> nahe Linz ermordet aufgefunden wird, dann ist das schon ein seltsamer Zufall, oder? Gemordet wurde zudem mit 22 Messerstichen, was auf außerordentliche Leidenschaft seitens der Mordperson hinweist, typische Beziehungstat. Rasch hat die Polizei festgestellt, dass es sich bei dem Toten um Elkes Ehemann Martin Froschberger handelt, Juwelier mit Geschäften in Linz und Steyr und seines Zeichens stadtbekannter (oder heißt das in die Fall &#8222;städtebekannter&#8220;?) notorischer Fremdgeher.</p>
<p>Ins Rollen kommt alles, als Lotta und Papa Gustav auf einem Spaziergang im Kürnbergwald unterwegs sind und Gustavs Hund Johann Strauss die Leiche entdeckt. </p>
<p>Es ermitteln Chefinspektorin Lotta Meinich und ihr Kollege Daniel Prischko und in spezieller Art und Weise auch Lottas Vater Gustav, seinerseits pensionierter Chefinspektor. Die privaten und beruflichen Verwicklungen der drei stehen einerseits auf einem anderen Blatt (vieles ist darüber nachzulesen), einiges davor erweist sich aber andererseits auch nicht unbedeutend in Bezug auf die spätere Auflösung des Falles.</p>
<p>Zwei Tage später geht es weiter: im selben Wald an andere Stelle wird ein weiterer Toter gefunden, 23 Messerstiche haben seinem Leben ein Ende bereitet. Schon wieder ist offensichtlich Leidenschaft im Spiel und schon wieder gibt es keine Spur und keinen Ermittlungsansatz, weil alle möglichen Verdächtigen ein bombenfestes Alibi haben. Weil eine alte Polizeiweisheit lautet &#8222;es gibt keine Zufälle&#8220; ist klar, dass beide Taten zusammenhängen. Doch wie, das bleibt beinahe unentdeckt &#8230;</p>
<p>Dieser zweite Fall für Lotta Meinich ist von Beginn an unterhaltsam und schwungvoll erzählt. Auch wenn man den ersten Fall nicht gelesen hat, wird man sehr schnell in die sie Story hineinfinden und auch die handelnden Personen nehmen schnell Gestalt an.</p>
<p>Es bleibt bis zum Finale turbulent &#8211; zum Schluss stelle ich fest, dass meine Ahnung über die Auflösung zu 100 % gestimmt hat. Es wäre also in diesem Krimi durchaus möglich beim Lesen schon früh herauszufinden, wie die verschiedenen Spuren und Hinweise zusammenhängen. Dann ergibt sich die Spannung eben aus der Frage, ob man selbst richtig ermittelt hat, oder Eva Reichl noch eine Finte eingebaut hat, die in eine andere Richtung führt.</p>
<p>&#8222;<em>Zwei Leichen zum Prosecco</em>&#8220; überfordert seine Leserschaft nicht, der Krimi ist ein vielmehr bestens geeignet für ein paar sehr entspannte Lesenstunden: keine grausigen Details stören das Vergnügen und &#8211; siehe oben &#8211; mit ein wenig mitraten (Krimi-Vielleser wie ich sind hier klar im Vorteil) klärt man den Fall auch selbst.</p>
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		<title>Martina Parker: Anbandelt</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/03/martina-parker-anbandelt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 02:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Parker, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Dunkle Schatten der Vergangenheit In ihrem 6. Gartenkrimi rund um Hilda und Vera Horwath finden wir uns plötzlich Ereignissen aus den 1970er-Jahren gegenüber, die einen Einblick in das Leben einer Kommune gewährt. Doch der Reihe nach! Zunächst wollen die Mitglieder des Gartenklubs eigentlich nur den spektakulären Wüstengarten des Ehepaares Wurglitsch besichtigen, als sie über den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Dunkle Schatten der Vergangenheit</strong></p>
<p>In ihrem 6. Gartenkrimi rund um Hilda und Vera Horwath finden wir uns plötzlich Ereignissen aus den 1970er-Jahren gegenüber, die einen Einblick in das Leben einer Kommune gewährt. Doch der Reihe nach! <span id="more-33119"></span></p>
<p>Zunächst wollen die Mitglieder des Gartenklubs eigentlich nur den spektakulären Wüstengarten des Ehepaares Wurglitsch besichtigen, als sie über den leblosen Körper von Uwe Rohbeuschel stolpern. Sowohl Betty, die Bestatterin, als auch Marlies, die Polizistin, werden eilends gerufen. Als der vermeintlich tote Rohbeuschel im Leichensack erwacht, und seiner Empörung über den Angriff der Weinberghexen, die ihn attackiert hätten, Luft macht, gibt es weder für Betty noch für Marlies etwas zu tun. Nun ja, mit knapp 5 Promille sieht einer weiße Mäuse und ein anderer eben Weinberghexen. Sofort beginnt der Klub zu recherchieren, was es mit Uwes Gefasel auf sich hat. </p>
<p>Nahezu gleichzeitig zettelt Hilda eine Protestaktion gegen die Schließung des örtlichen Supermarktes an und rammt dabei einen Gegner solcher Aufstände, Ludwig, mit einem Einkaufswagen. Wenig später, Hilda soll sich bei ihm entschuldigen, dankt ihr Ludwig aus vollem Herzen, denn wegen dieses „Attentates“ erhält er sofort eine künstliche Hüfte, statt Monate darauf zu warten. Wie man Hilda kennt, beginnt sie Ludwig auszufratscheln und erfährt einiges über ihn. Ludwig hat nämlich noch andere Sorgen. Seine Schwester wollte ihn hier im Südburgenland treffen und ist bislang nicht aufgetaucht.</p>
<p>Mit Hilfe von Vera und der Kriminalbeamtin Marlies Murlasits gelingt es, (auf nicht immer ganz legalen wegen) eine Spur zu der Vermissten zu finden, deren Mietwagen seit längerem auf dem Parkplatz vor dem Lokal des örtlichen Gin-Produzenten, dem Dunkel Tom, den auch Vera besser kennt, als ihr guttut, geparkt ist. Diese Spur zu Ludwigs Schwester sind zahlreiche SMS, die Drohungen gegen das Ehepaar Wurglitsch ausstoßen und tief in die Vergangenheit zu einer Sekte in die 1970er-Jahre führt. </p>
<p>Marlies ist im Moment über jede Minute, die sie nicht in der Dienststelle verbringen muss, weil sich dort wegen der krankheitsbedingten Abwesenheit ihres Chefs Franz Grandits, ein Wichtigtuer eingenistet hat, froh. </p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Was für ein kolossales Durcheinander! Keine Angst, Schritt für Schritt wird alles penibel aufgelöst. Die Gemeinschaftsarbeit Kriminalpolizei, Journalistin Vera sowie Hilda und die Gartenfreundinnen, die von nun an durch Felix Csar, Tierarzt im benachbarten Buchenschachen, verstärkt werden, führt uns tief in die Vergangenheit einer Kommune, die an jene von Otto Mühl und seinen Friedrichshof angelehnt ist, wie Autorin Martina Parker im Nachwort erzählt. </p>
<p>Auch Oma Hildes Protestaktion zur Rettung des Nahversorgers hat ein reales Vorbild. Als im August 2023 ein Supermarktkonzern ausgerechnet jene Filiale, die in rund 750 Schritt Entfernung zum Oberwarter Pensionistenheim liegt, schließen will, machen die Pensionisten mobil. Unterstützung erhalten die wehrhaften Rentner vom Oberwarter Bürgermeister Georg Rosner, den ich von meiner beruflichen Vergangenheit ganz gut kenne. </p>
<p>Wie immer bevölkern zahlreiche skurrile Charaktere den Krimi. Zu den bereits bekannten Originalen kommt mit Chefinspektor Marvin Pauser, der den, auf Reha weilenden Vorgesetzten von Marlies, Franz Grandits, vertritt, ein besonders fieses Exemplar an Frauenhass und Eigenbrötelei, ans Tageslicht. Das Gute ist, seine Tage sind gezählt, aber bis dahin hat Marlies einiges an blöden Machosprüchen auszuhalten. <br />Wie schon in den fünf Vorgängern gibt es zu Beginn jedes Kapitels eine interessante Information zu Flora oder Fauna. Ebenso dürfen einzelne Einheimische im südburgenländischen Dialekt sprechen, eine Übersetzung wird natürlich angeboten. </p>
<p>Wie es mit Hilda und Ludwig weitergeht, erfahren wir hoffentlich bald in einem 7. Band. </p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Gerne gebe ich diesem Krimi, der beste Krimi-Unterhaltung ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die ganze Reihe.</p>
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		<title>Ernest Nybørg: Anne Munk und der geraubte Wind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 02:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Nybørg, Ernest]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Ernest Nybørg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Edition AV]]></category>
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					<description><![CDATA[Autor Ernest Nybørg entführt uns in diesem Krimi an die Ostsee, wo ein finnischer Energiekonzern im dänischen Teil der Ostsee, einen Off-Shore-Windpark, plant. Die Verträge stehen kurz vor dem Abschluss, obwohl es Widerstand von der Bevölkerung und Naturschützern gibt. Die Journalistin Lisbeth recherchiert in der Fabrik eines Energiekonzerns in Finnland, der sich auf Recycling von [&#8230;]]]></description>
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<p>Autor Ernest Nybørg entführt uns in diesem Krimi an die Ostsee, wo ein finnischer Energiekonzern im dänischen Teil der Ostsee, einen Off-Shore-Windpark, plant. Die Verträge stehen kurz vor dem Abschluss, obwohl es Widerstand von der Bevölkerung und Naturschützern gibt.<span id="more-32971"></span></p>
<p>Die Journalistin Lisbeth recherchiert in der Fabrik eines Energiekonzerns in Finnland, der sich auf Recycling von ausgedienten Windkraftanlagen spezialisiert hat, aber angibt, Forschung zu betreiben. Dann verschwindet sie spurlos. Beinahe gleichzeitig entdeckt man die Leiche eines Politikers, der gegen den Windpark ist.</p>
<p>Anne Munk von der Kripo Aarhus wird mit den Ermittlungen betraut, die sich aus mehreren Gründen schwierig gestalten. Zum einem hat Anne Munk keine Ahnung von Windkraftwerken und zum anderen wird sowohl gelogen was das Zeug hält, als auch bestochen und vertuscht. Ihre (und unsere) Wissenslücken was die Windkraft betrifft, werden von ihrem Freund teilweise geschlossen.</p>
<p>Diese detailreiche Informationen gehen zu Lasten der Spannung. Außerdem finde ich nicht angebracht, Kinder eine Leiche entdecken zu lassen.</p>
<p>Solche Kriminalfälle im Rahmen von Großprojekten gibt es doch zahlreich. Ob es um Straßen, Kraftwerke oder Fabriken geht &#8211; Die Machenschaften sind doch immer dieselben, wenn auch die Betreiber eines solchen Projektes immer wieder andere sind.</p>
<p>Die grundsätzliche Problematik, jede/jeder will immer und überall billigen Strom, die dafür notwendige Infrastruktur, aber bitte nicht vor seiner/ihrer Haustüre, ist nichts wirklich Neues.</p>
<p>Was mir aufgefallen ist: Dieser Krimi ist nach demselben Strickmuster wie „Martensen und das stille Wasser“ verfasst. Lediglich die Schauplätze, die Akteure und das Objekt der Begierde sind verändert. Was ich beim Wasser noch fesselnd erschienen ist, finde ich beim aktuellen Krimi rund um die Windkraft nicht mehr so spannend, sondern stellenweise eher vorhersehbar. Es scheint, als wäre der Reiz eines für mich neuen Autors verflogen.</p>
<p>Dass Ernest Nybørg auch Drehbuchautor ist, kann er hier nicht leugnen. Bei seinen Beschreibungen von Örtlichkeit entstehen recht bald Bilder im Kopf, die wie schon oben erwähnt, der Spannung ein wenig abträglich sind. Diesen Stoff kann ich mir als Film sehr gut vorstellen. Als Buch hat mich dieser Krimi leider nicht überzeugt. Daher gibt es diesmal nur 3 Sterne.</p>
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		<title>Toni Rivera: Die Familie sehen und sterben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 02:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Rivera, Toni]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Tessin]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Galiani Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei Tote an einem Tag, aufgefunden an entgegengesetzten Orten rund um die Stadt Lugano im Tessin. Zwei Fälle, die man bei oberflächliche Betrachtung als Unglücksfälle, die nichts miteinander zu tun haben, schnell zu den Akten legen könnte. Mehr durch Zufall erkennt Capitano Enzo Rossi, dass er es mit zwei Morden zu tun hat, die jemand [&#8230;]]]></description>
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<p>Zwei Tote an einem Tag, aufgefunden an entgegengesetzten Orten rund um die Stadt Lugano im Tessin. Zwei Fälle, die man bei oberflächliche Betrachtung als Unglücksfälle, die nichts miteinander zu tun haben, schnell zu den Akten legen könnte. Mehr durch Zufall erkennt Capitano Enzo Rossi, dass er es mit zwei Morden zu tun hat, die jemand eben als Unfälle tarnen wollte.</p>
<p><span id="more-32911"></span></p>
<p>Zunächst einmal bin ich ein wenig verwirrt und muss mich erst in der Handlung zurechtfinden. Capitano Rossi ist der Ich-Erzähler und dabei blickt man tief in seine Gedankenwelt. Sprunghaft vermischen sich jetzt Rückblicke auf seine Familiengeschichte mit den Fällen, an denen er arbeitet. Schnell erkennt man, mit wem man es bei Capitano Rossi zu tun hat.</p>
<p>Rossi steht wenige Jahre vor seiner Pensionierung und genießt wegen des Einflusses seinen Bruders Fabrizio so etwas wie Narrenfreiheit in der Polizeibehörde. Dennoch hegt er Misstrauen gegen seine Assistentin, der er bei jeder Gelegenheit unterstellt, an seinem Sessel sägen zu wollen. Enzo Rossi weiß selbst, dass er wichtiges immer öfter vergisst und sich allzu leicht durch Nebensächlichkeiten ablenken lässt. Was ihm aber immer noch geblieben ist, das ist sein Instinkt. Wichtiger Teil von Enzos Leben ist sein Bruder Fabrizio, einer der reichsten Einwohnern von Lugano, ein Selfmade-Milliardär, der mit allen einflussreichen Leuten der Stadt und des Kantons enge (zu enge?) Beziehungen pflegt &#8211; und damit sind nicht nur Politik und Behörden, sondern auch die Mafia gemeint. Nicht zu vergessen noch Enzos Schwester Alessia, Inhaberin eines Restaurants in Lugano. </p>
<p>Enzo zur Seite steht die schon erwähnte Assistentin Ispettrice Gemma Crivelli, die er, das passt zu seiner unsteten Gefühlswelt, zugleich als Freundin, wie auch als Konkurrentin um seinen Posten als Capitano betrachtet.</p>
<p>Die ersten Kapitel vermitteln mir noch nicht das Bild, von dem, was kommen wird, selbst die Sprache ändert sich später. Der, nach meinem Geschmack verunglückte, stellenweise leicht saloppe Stil zu Beginn wandelt sich in einen überschaubaren und ernsthaften Erzählstil und das begrüße ich sehr. Damit finde ich immer besser in die Story hinein und lese einen immer rasanter werdenden Roman, der zugleich Krimi, Familiengeschichte und Thriller über die Verwicklungen von Politik und Unterwelt ist. </p>
<p>Es ist absehbar, dass sich alle diese Elemente irgendwann zu einem gemeinsamen Finale vereinigten werden. Bis es so weit ist, entwickelt sich eine dichte, fesselnde Story, in der erkennt, dass ein dramatisches Ereignis aus der Vergangenheit das Geschehen in der Gegenwart bestimmt; hat man zudem  die Protagonisten kennengelernt und weiß um ihre Eigenheiten und Geheimnisse Bescheid, wird aus dem zu Anfang (siehe oben) etwas störrischen Krimi ein richtig gehender Pageturner.</p>
<p>Und wie es sich für einen solchen Pageturner gehört, mündet alles in einen Showdown &#8211; samt Cliffhanger, der praktisch alle Optionen für den zweiten Band der Reihe (erscheint im Frühling 2027) offen lässt.</p>
<p><em>Die Familie sehen und sterben</em> ist, zusammengefasst, ein toller Start für die neue Krimi-/Thriller-Reihe. Ein ungewöhnlicher Krimi, der sich in Stil und Inhalt deutlich von der Masse der Neuerscheinungen deutlich abhebt! </p>
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