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	<title>Das Literatur Blog</title>
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	<description>Buchbesprechungen von LeserInnen für LeserInnen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 13 Oct 2026 04:42:34 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Seishi Yokomizo: Die Teufelsflöte von Tokio</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/seishi-yokomizo-die-teufelsfloete-von-tokio/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 01:02:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Yokomizo, Seishi]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kosuke Kindaichi]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Seishi Yokomizo]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Gräfe]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rütten & Loening]]></category>
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					<description><![CDATA[Was diesen Kriminalfall so brisant macht, ist das, was einige Zeit zuvor geschah: Ein Juwelier wurde überfallen. Der Täter begnügte sich aber nicht damit, die schon wehrlosen Angestellten zu fesseln – er verabreichte ihnen Gift und zehn unschuldige Menschen starben. Ein grausames Verbrechen, bei dem der Täter mit einer nur relativ geringen Beute unerkannt entkam. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was diesen Kriminalfall so brisant macht, ist das, was einige Zeit zuvor geschah: Ein Juwelier wurde überfallen. Der Täter begnügte sich aber nicht damit, die schon wehrlosen Angestellten zu fesseln – er verabreichte ihnen Gift und zehn unschuldige Menschen starben. Ein grausames Verbrechen, bei dem der Täter mit einer nur relativ geringen Beute unerkannt entkam.</p>
<p>Als Kosuke Kindaichi gebeten wird zu klären, ob der kürzlich verstorbene Vicomte Hidesuke Tsubaki nicht doch noch am Leben sei, gibt es für ihn keinen Grund anzunehmen, dass dieses alte Verbrechen, das ganz Japan entsetzt hatte, irgendetwas damit zu tun haben könnte.</p>
<p>Der vermeintlich tote Tsubaki taucht auf – jedenfalls meinen einige Mitglieder seiner Familie, dass nur er der Mann gewesen sein könne, den sie kurz gesehen hatten. Als Kosuke zusagt, den Fall zu übernehmen, weiß er noch nicht, dass Hidesuke Tsubaki in Verdacht geraten war, der skrupellose Täter zu sein. Seine Ähnlichkeit mit dem Juwelierräuber sei verblüffend gewesen.</p>
<p>Dem angeblichen Selbstmord von Hidesuke Tsubaki folgt eine Reihe weiterer Verbrechen, denen Mitglieder der Familie zum Opfer fallen. Die Morde hängen unzweifelhaft zusammen, doch die Frage nach dem Motiv bleibt selbst dem Detektiv verborgen.</p>
<p>Zwar nähert sich Kosuke Kindaichi immer mehr der Auflösung, ich habe aber bis kurz vor Schluss keine Idee, wie diese aussehen wird. Am Ende stellt sich heraus, dass sehr viele Hinweise schon da waren, die genau dorthin führen – wenn man beim Lesen nur wüsste, welche das sind.</p>
<p>Die detailreich beschriebene Szenerie ist typisch Seishi Yokomizo: ein ausgedehntes Anwesen im Besitz einer Familie aus der Oberschicht. Dort leben die Mitglieder mehrerer miteinander verbundener Familien. Die Bösen, die Guten, die Schönen und die Hässlichen. Und natürlich ein Detektiv, dem zunächst niemand zutraut, der beste im Lande zu sein. Kein Wunder, tritt er doch eher wie eine Art Landstreicher auf als wie eine japanische Version von Hercule Poirot.</p>
<p>Wie immer bei Romanen von Seishi Yokomizo findet sich am Beginn ein Personenregister und am Ende ein Glossar. Beides ist überaus hilfreich – wenn nicht unverzichtbar –, um zwischen all diesen japanischen Namen und Begriffen die Orientierung zu behalten. Denn davon gibt es in beinahe jedem Satz das eine oder das andere oder beides zu lesen.</p>
<p>Sein Alter merkt man diesem Roman an. Die oftmals recht umständliche Sprache, die verstaubt wirkende Gesellschaftsstruktur samt dem überaus antiquierten Rollenbild von Frauen und Männern, in dem Frauen anscheinend immer nach „schön“, „weniger schön“ und „hässlich“ eingeordnet werden müssen, fallen mir in diesem sechsten Roman der Reihe um Kosuke Kindaichi besonders auf.</p>
<p>Zugleich ist <em>Die Teufelsflöte von Tokio</em> für Leserinnen und Leser in den westlichen Breiten ein aufschlussreicher Roman über die Umwälzungen in der japanischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Das mag ein wenig vergleichbar sein mit der Zeit nach dem Ende der Monarchie bei uns, als der Adel seine Privilegien verlor.</p>
<p>Alles zusammengenommen habe ich einige Kapitel gebraucht, um wirklich in die Handlung hineinzufinden. Für meinen Geschmack gibt es zu viele Abschweifungen, manches wird viel ausführlicher beschrieben, als es für die Geschichte notwendig wäre. Ein paar Kürzungen hätten der Spannung sicher gutgetan.</p>
<p>Das trifft auch auf das Finale zu. Ist schon die Geschichte selbst äußerst verwinkelt konstruiert, gilt das für die Auflösung mindestens genauso. Allein die Erklärung, wie am Ende alles miteinander zusammenhängt, nimmt rund zwanzig Seiten ein – und trägt beinahe noch mehr zur Verwirrung bei.</p>
<p>Ob dabei tatsächlich jede offene Frage beantwortet wird, vermag ich gar nicht zu sagen. Irgendwann kam der Punkt, an dem mir schlicht die Geduld fehlte, jede Zeile, jeden Namen und jedes Verwandtschaftsverhältnis noch einmal auf Punkt und Beistrich genau nachzuvollziehen. Was bei einem klassischen Rätselkrimi eigentlich der befriedigende Moment sein sollte, in dem alle Teile endlich an ihren Platz fallen, wird hier beinahe zu einem zusätzlichen Rätsel.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Dieser sechste auf Deutsch erschienene Krimi mit Detektiv Kosuke Kindaichi reicht für mich nicht an die bisher erschienenen fünf Romane heran. Zu stark konstruiert, zu viele Namen, zu viele Verbindungen und eine zu umständliche Handlung samt ebenso umständlicher Auflösung.</p>
<p>Interessant bleibt der Roman vor allem als Blick auf das Japan der unmittelbaren Nachkriegszeit und als weiteres Beispiel für Yokomizos ganz eigene Form des klassischen Rätselkrimis. Als Kriminalgeschichte selbst hat er mich diesmal aber weniger überzeugt.</p>
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		<title>Martina Parker: Miss Verständnis</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/martina-parker-miss-verstaendnis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 01:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Parker, Martina]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist der zweite Teil der neuen Serie Miss Brooks ermittelt. Im Mittelpunkt steht Mrs Brooks, eine britische Visagistin, die erst kürzlich geschieden wurde. Sie ist eine wunderbar eigenwillige und gerade deswegen sehr sympathische Figur, der man einfach gern durch die Geschichte folgt. Zu ihren besonderen Eigenheiten gehört, dass sie Sorgenpüppchen herstellt, die sie dann, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dies ist der zweite Teil der neuen Serie Miss Brooks ermittelt.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht Mrs Brooks, eine britische Visagistin, die erst kürzlich geschieden wurde. Sie ist eine wunderbar eigenwillige und gerade deswegen sehr sympathische Figur, der man einfach gern durch die Geschichte folgt. Zu ihren besonderen Eigenheiten gehört, dass sie Sorgenpüppchen herstellt, die sie dann, mit kleinen Sprüchen versehen, großzügig verteilt. Mrs Brooks nennt sie selbst ihre „Worry Worms“ (Sorgenwürmchen aus England).  </p>
<blockquote>
<p>„Miss Brooks fuhr mit den Fingern über den feinen Stoff. Sie hatte oft das Gefühl, überprüfen zu müssen, ob das Leben, das sie seit wenigen Monaten führte, tatsächlich real war. Ein Leben, in dem jeder Tag ein Zickzackkurs voller unerwarteter Wendungen war. Früher in ihrem alten Leben, da war sie immer den geraden Weg gegangen. Ausbildung, Heirat, Kinder, erst ein Sohn, dann eine Tochter. Eine Box nach der anderen hatte sie abgehakt. Done. Und wohin hatte sie das geführt? Dazu, dass ihr Mann seine Sekretärin geschwängert hatte und sie jetzt Single war. Mitte 50. In Wien.“</p>
</blockquote>
<p>Die Mischung aus liebenswerten Schrullen, trockenem Humor und einer gehörigen Portion Lebenserfahrung macht Mrs Brooks für mich zu einer tollen Ermittlerin.</p>
<p>Der Krimi spielt in der Welt des Fernsehens. Mrs Brooks wird als Visagistin für die Show „FFF – Fabelhafte Frauen über Fünfzig“ engagiert. Das Konzept: 50 Frauen über 50 treten in verschiedenen Challenges gegeneinander an und kämpfen um den Sieg.</p>
<p>Für das Finale bleiben fünf Kandidatinnen übrig. Dieses findet auf der MS Franzl, einem Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau, statt. Moderiert wird die Show von Konstanze Körbler, die sehr spezielle Vorstellungen vom Älterwerden hat und vor allem befürchtet mit zunehmendem Alter bedeutungslos zu werden.</p>
<p>Mrs Brooks entdeckt auf dem Schiff eine Leiche. Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus. Doch Mrs Brooks will sich damit nicht zufriedengeben. Irgendetwas scheint für sie hier einfach nicht zusammenzupassen. Und so beginnt sie, auf ihre besondere Weise Fragen zu stellen und den Dingen auf den Grund zu gehen.</p>
<p>Dabei trifft sie auch wieder auf Luka Vukovic, jüngster Bezirksermittler Wiens und Sohn ihres aktuellen Schwarms.</p>
<p>Was folgt, ist eine unterhaltsame Mischung aus Kriminalfall und Skurrilitäten, verbunden mit liebenswerten Figuren und Mrs Brooks ganz eigenen Schlussfolgerungen. Und am Ende gelingt es ihr auch, den wahren Mörder zu finden.</p>
<p><strong>Mein Fazit</strong></p>
<p>Von der ersten Seite an liest sich „Miss Verständnis“ richtig gut. Es gefällt mir, dass die Geschichte Frauen in den Mittelpunkt stellt, die bereits die 50 überschritten haben.</p>
<p>Ich mag den Humor von Martina Parka. Dazu kommt ihr Schreibstil, der sich wunderbar leicht und flüssig liest.</p>
<p>Das Rezept für „Boiled egg with soldiers“, das mir als Gericht zwar ein Begriff war, aber von dem ich nicht wusste, dass es so genannt wird, wird mir in Erinnerung bleiben. Zusätzlich haben mir die vielen Ausdrücke aus dem Wienerischen, die ich nicht alle kannte, sehr gut gefallen.</p>
<p>Die Häkelanleitung für die Sorgenwürmchen am Ende des Buches und das Rezept für eine österreichische Mehlspeise werde ich definitiv ausprobieren.</p>
<p>Für mich ist „Miss Verständnis“ eine angenehme Abwechslung zum Krimi-Mainstream. Der Fall steht natürlich im Mittelpunkt, aber gleichzeitig ist das Buch so viel mehr: Es betrachtet unsere Gesellschaft mit einem liebevollen Augenzwinkern, hinterfragt den Schönheitswahn, der vor allem Frauen betrifft, spielt mit den Vorstellungen vom Älterwerden und zeigt Frauen jenseits der 50 nicht als Randfiguren, sondern als selbstbewusste, interessante und durchaus abenteuerlustige Personen, die alle ihre persönliche Geschichte mitbringen.</p>
<p>Von mir gibt es deshalb die volle Punktzahl und ich freue mich schon jetzt sehr auf die Fortsetzung.</p>
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		<item>
		<title>Michele Botton: Wo ist Agatha Christie?</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/michele-botton-wo-ist-agatha-christie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2026 01:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Botton, Michele]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novels]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Sancono]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Comic & Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Myriam Alfano]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Carlsen]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Agatha Christie habe ich schon einige tausend Seiten gelesen, über sie noch nichts. Es ist Zeit, das nachzuholen; wenn gerade im Carlsen-Verlag eine gezeichnete Biografie erschienen ist, nützte ich die Gelegenheit. Vielleicht wenig bekannt ist, dass Agatha Christie im Jahr 1926 für einige Tage spurlos verschwunden war. Eine Reihe von persönlichen Katastrophen und Rückschlägen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Von Agatha Christie habe ich schon einige tausend Seiten gelesen, über sie noch nichts. Es ist Zeit, das nachzuholen; wenn gerade im Carlsen-Verlag eine gezeichnete Biografie erschienen ist, nützte ich die Gelegenheit.<span id="more-34281"></span></p>
<p>Vielleicht wenig bekannt ist, dass Agatha Christie im Jahr 1926 für einige Tage spurlos verschwunden war. Eine Reihe von persönlichen Katastrophen und Rückschlägen belasteten die zu diesem Zeitpunkt schon berühmte Schriftstellerin dazu, unterzutauchen, einmal alles hinter sich zu lassen.</p>
<p>Diese Episode ihrer Biografie ist der Angelpunkt für diese Graphic Novel: die Jahre als kleines Mädchen, das ist für sie paradiesischen Verhältnissen aufwuchs. Die liebevollen Eltern sorgten dafür, dass es ihr an nichts fehlte und sie zu dem Menschen heranwachsen konnte, der mit Kreativität und Wortgewandtheit Millionen Menschen unterhielt.</p>
<p>Es folgen ihre Jahre während des Ersten Weltkrieges, in denen sie zunächst als Krankenschwester und später in einer Krankenhausapotheke arbeitete. Dort eignete sie sich jenes Wissen über Medikamente und Gifte an, das später in zahlreichen ihrer Kriminalromane eine Rolle spielen sollte</p>
<p>Ihre Jahre als Krankenschwester, ihre Ehe mit dem Luftwaffenoffizier Archibald Christie mit dem sie im Jahr 1922 die ganze Welt bereiste &#8211; alle ihre Erfahrungen und Erinnerungen aus ihrem schon in jungen Jahren ereignisreichen Leben lieferten ihr viele Ideen für ihre Romane. Eine schier unerschöpfliche Quelle, wie die Vielzahl ihrer Veröffentlichungen beweist.</p>
<p>1926 starb ihre Mutter, ihr Ehemann gestand seine Untreue und wollte die Scheidung. Es ist nur allzu verständlich, dass sie alledem einfach entfliehen wollte. Wenn sie danach noch schreibfreudiger zurückkehrte, ist das Glück aller ihrer Fans.</p>
<p>Auf knapp 130 Seiten erzählt der Autor Michele Botton die Stationen von Christies frühen Lebensjahren sehr kompakt aber doch erstaunlich umfangreich. Er pendelt zwischen der Gegenwart des Jahres 1926 und den Rückblicken und damit wird auch deutlich, was zu ihrem Ausbruch aus ihrer gewohnten Welt führte. Die Zeichnungen von Angela Sancono sind zwar schlicht, sie hält sich nicht mit nebensächlichen Dekorationen auf, passen aber genau deshalb wunderbar zu den Texten und zur Story.</p>
<p>&#8222;Wo ist Agatha Christie?&#8220; ist zusammengefasst eine wirklich gut gelungene Alternative zur Lektüre einer umfangreichen Biografie. Im Zusammenspiel von Text und Zeichnungen entsteht ein verständliches Bild der berühmtesten Krimiautorin der Welt in ihren frühen Lebensjahrzehnten. Wer mehr erfahren möchte, kann sich ja immer noch eine umfangreiche Biografie zulegen :-)</p>
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		<item>
		<title>Kurt Kotrschal: Unser Recht auf ein Leben mit Tieren</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/kurt-kotrschal-unser-recht-auf-ein-leben-mit-tieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2026 01:56:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kotrschal, Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hundegeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Kotrschal]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Residenz Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Tierschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurt Kotrschal ordnet das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren in verständlicher Form in einen wissenschaftlich fundierten Rahmen. Dieses Buch ist eine Klarstellung darüber, wie eng wir alle miteinander verwandt sind, wie wenig es stimmt, dass ausgerechnet wir Menschen die Krone der Schöpfung sein sollen, und welche unverzichtbare Rolle die „anderen Tiere“ – weil wir ja [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kurt Kotrschal ordnet das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren in verständlicher Form in einen wissenschaftlich fundierten Rahmen.<span id="more-34223"></span></p>
<p>Dieses Buch ist eine Klarstellung darüber, wie eng wir alle miteinander verwandt sind, wie wenig es stimmt, dass ausgerechnet wir Menschen die Krone der Schöpfung sein sollen, und welche unverzichtbare Rolle die „anderen Tiere“ – weil wir ja auch welche sind – historisch und bis heute für die Entwicklung und die Struktur unserer Gesellschaft und Zivilisation spielen.</p>
<p>Nachzulesen ist einiges über biologische und evolutionäre Gemeinsamkeiten, über vergleichbare emotionale Fähigkeiten und über soziale Bindungen samt ihrer Bedeutung für das Zusammenleben – nicht nur zwischen Menschen und ihren tierischen Mitbewohnern, sondern auch zwischen Menschen ganz allgemein.</p>
<p>Dabei geht es nicht nur um des Menschen liebste Haustiere, die Hunde und Katzen. Kotrschal beschäftigt sich auch mit unserem oft widersprüchlichen Verhältnis zu Nutz- und Wildtieren. Die einen werden zu Familienmitgliedern, andere dienen uns als Nahrung oder Arbeitskräfte, wieder andere schützen oder jagen wir. Daraus ergibt sich letztlich auch die zentrale Frage des Buches: Welchen Stellenwert wollen wir Tieren in unserer Gesellschaft zugestehen, und welches Recht auf ein gutes Zusammenleben haben eigentlich sie?</p>
<p>Hunde und andere Tiere in unserem Lebensraum können eine viel zu oft ignorierte positive Wirkung auf Menschen haben. Kotrschal bringt zahlreiche Beispiele für ihre Bedeutung für Kinder, für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden und für unsere sozialen Fähigkeiten.</p>
<p>Und – das ist jetzt das, was mir meine eigene Erfahrung tagtäglich zeigt – Hunde haben auch eine verbindende Wirkung zwischen Menschen. Natürlich gibt es auch unter Hundebesitzern die Unbelehrbaren, die sich nicht um ihre Umwelt scheren, oder jene, die ihr Selbstwertgefühl über sogenannte „Kampfhunde“ definieren. Aber bei vielen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern fördert das Zusammenleben mit ihrem Vierbeiner Aufmerksamkeit für andere und Empathie. Vielleicht auch ganz einfach deshalb, weil uns beides von unseren Hunden nebenbei beigebracht wird.</p>
<p>Ich verstehe wirklich nicht, warum manche Menschen Hunde regelrecht hassen oder Menschen mit Hund sogar eine soziale Dysfunktion unterstellen. Was auch immer die Gründe für eine aus meiner Sicht derart befremdliche Einstellung sind: Sie entspricht so gar nicht dem, was sich aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit ablesen lässt – und darüber schreibt Kotrschal sehr ausführlich.</p>
<p>Das ist für mich eine der interessantesten Aussagen des Buches: Das Zusammenleben mit Tieren ist kein moderner Luxus und keine sentimentale Marotte. Tiere begleiten unsere Entwicklung seit Jahrtausenden als Gefährten, Helfer, Nahrung, Konkurrenten und Verbindung zur Natur. Ohne diese Beziehung wären wir Menschen möglicherweise nicht das geworden, was wir heute sind.</p>
<p>Ein kleines Buch für Menschen, die in ihrem Alltag mit Tieren zu tun haben, genauso wie für jene, die damit einen guten Einblick in eine uralte Beziehung bekommen, ohne die wir Menschen möglicherweise nie so weit gekommen wären.</p>
<p><em>PS: Historiker ist Kotrschal nicht. Auf Seite 40 macht er Erzherzog Franz Ferdinand zum letzten Kaiser Österreichs und Kaiser Franz Joseph I. zu seinem Vater. Tatsächlich wurde Franz Ferdinand nie Kaiser, Franz Joseph war sein Onkel und der letzte österreichische Kaiser hieß Karl I.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Arthur Langenthal: Zwei Kaiser</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/arthur-langenthal-zwei-kaiser/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 02:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Langenthal, Arthur]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativwelt (Dystopie)]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Langenthal]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Habsburger]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieses Buch ist eine Art Geheimtipp, auf den ich nur durch eine Nachricht gestoßen bin, die mir der Autor geschickt hat. Der Inhalt ist eine für mich erstaunlich plausible alternative historische Chronik über die europäische Machtpolitik von den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis weit hinein in das 20. Jahrhundert. Dafür müssen zunächst einige historische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieses Buch ist eine Art Geheimtipp, auf den ich nur durch eine Nachricht gestoßen bin, die mir der Autor geschickt hat.<span id="more-34204"></span></p>
<p>Der Inhalt ist eine für mich erstaunlich plausible alternative historische Chronik über die europäische Machtpolitik von den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis weit hinein in das 20. Jahrhundert.</p>
<p>Dafür müssen zunächst einige historische Fakten umgeschrieben werden:</p>
<p>Die Chronik beginnt im Jahr 1875 mit der Korrespondenz zweier Thronfolger: Rudolf von Österreich und Napoléon Eugène Louis Bonaparte, der in dieser alternativen Welt später als Napoleon IV. Kaiser der Franzosen wird.</p>
<p>Der entscheidende Bruch mit unserer Geschichte liegt allerdings schon einige Jahre davor. Das Attentat auf den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck im Jahr 1866 ist erfolgreich. Ohne Bismarck nimmt die deutsche Einigung einen völlig anderen Verlauf. Die Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles im Jahr 1871 findet nie statt, das Deutsche Kaiserreich entsteht nicht und die deutschen Staaten bleiben weiterhin getrennt.</p>
<p>Die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Probleme sind allerdings dieselben, wie sie damals tatsächlich existierten: zunehmender Nationalismus, persönliche Interessen der Herrscher und weitgehend rechtlose Arbeiter in einer immer rasanter fortschreitenden Industrialisierung.</p>
<p>Wenn nun eine neue Generation zukünftiger Herrscher heranwächst, die einen anderen Blick auf die Welt hat und sich aus der abgehobenen Gedankenwelt ihrer Vorväter lösen möchte, gibt es dann eine Chance auf eine friedlichere Zukunft in Europa? Denn im Jahr 1875 liegen die apokalyptischen Kriege des 20. Jahrhunderts noch in der Zukunft. Noch könnten das millionenfache Sterben und die völlige Zerstörung ganzer Landstriche verhindert werden.</p>
<p>In der nun folgenden Chronik bis ins Jahr 1931 liest man nicht nur von einer völlig anderen Entwicklung als jener, die wir kennen.</p>
<p>Immer wieder finden sich darin historische Namen und Ereignisse, die keineswegs zufällig an das erinnern, was sich in unserer realen Geschichte tatsächlich ereignete. Womit Arthur Langenthal vielleicht auch zeigen möchte, dass viele Konflikte und gesellschaftliche Entwicklungen nicht allein an einzelnen Personen hingen. Manche Probleme, die aus den politischen und sozialen Verhältnissen des 19. Jahrhunderts entstanden, tauchen auch in dieser alternativen Welt wieder auf – nur zu anderen Zeiten und unter anderen Vorzeichen.</p>
<p>Als <em>fiktive Chronik</em> möchte ich dieses Buch deshalb bezeichnen, weil es sich aus Briefen, Zeitungsartikeln und Tagebucheinträgen, jeweils genau datiert, zusammensetzt. Eine Struktur, die es auch leicht macht, dieser alternativen Zeitlinie zu folgen und immer wieder mit der wirklichen Geschichte zu vergleichen. Wenn es auch die eine oder andere Länge darin gibt, so finde ich das Gesamtkonzept doch überaus gut gelungen.</p>
<p>Ich bin – das beeinflusst natürlich meine Einschätzung – ein Fan gut konstruierter Alternativwelt-Geschichten, und <em>Zwei Kaiser</em> ist genau so eine!</p>
<p>Schon kleine Abweichungen, schon geringe Änderungen im Ablauf historischer Ereignisse können zu einer völlig anderen Zukunft führen. Man stelle sich beispielsweise nur vor, was gewesen wäre, wenn die Kugel von Sarajevo den Thronfolger Franz Ferdinand nicht getötet hätte …</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p><em>Zwei Kaiser</em> ist eine plausibel und realistisch konstruierte Geschichtsschreibung über eine Vergangenheit, die es nie gab, aber die vielleicht so oder ähnlich hätte gewesen sein können.</p>
<p>Gerade das macht für mich den Reiz guter Alternativwelt-Romane aus: Man liest eine erfundene Geschichte und denkt dabei ständig über die wirkliche nach.</p>
<p><strong>Für Liebhaber dieses Genres sehr zu empfehlen!</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Joël Dicker: Der äußerst katastrophale Ausflug in den Zoo</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/joel-dicker-der-aeusserst-katastrophale-ausflug-in-den-zoo/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 02:48:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dicker, Joël]]></category>
		<category><![CDATA[Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Isabelle Toppe]]></category>
		<category><![CDATA[Joël Dicker]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Piper]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Roman, den ich so von Joël Dicker nicht erwartet hätte. Kein Thriller, sondern ein Buch, das die Welt aus der Sicht von Kindern beschreibt. Oje, ein Erwachsener schreibt aus der Sicht eines Kindes – wird das nicht schiefgehen? Nein, wird es nicht, denn Joël Dicker umgeht das geschickt, indem er die erwachsene Joséphine ihre [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Roman, den ich so von Joël Dicker nicht erwartet hätte. Kein Thriller, sondern ein Buch, das die Welt aus der Sicht von Kindern beschreibt.<span id="more-34200"></span></p>
<p>Oje, ein Erwachsener schreibt aus der Sicht eines Kindes – wird das nicht schiefgehen? Nein, wird es nicht, denn Joël Dicker umgeht das geschickt, indem er die erwachsene Joséphine ihre Geschichte von damals erzählen lässt.</p>
<p>Womit ich in ein Buch einsteige, das voller Überraschungen, urkomischer Situationen und Dialoge und einiger Weisheiten ist, wie sie wohl nur von Kindern ausgesprochen werden können.</p>
<p><strong>Die Ausgangslage kurz erklärt:</strong></p>
<p>Joséphine ist das einzige Mädchen in einer Förderschule, die sie gemeinsam mit fünf Buben besucht. Sie alle haben bestimmte Eigenheiten, die sie vom üblichen Verhalten von Kindern ihres Alters unterscheiden. Wobei der Begriff „Förderschule“ nicht weiter erklärt wird. Dicker verteilt auch keine Diagnosen, sondern lässt seine sechs Kinder einfach so sein, wie sie sind – mit ihren Besonderheiten, ihrer Neugier und ihrer sehr eigenen Sicht auf die Welt.</p>
<p>Diese Förderschule wird eines Tages Opfer einer Überschwemmung, für die jemand absichtlich gesorgt hat. Die Abflüsse wurden verstopft und alle Wasserhähne aufgedreht – von solchen „Streichen“ haben wir auch schon in den Nachrichten gehört –, und das auslaufende Wasser hat so gut wie alles zerstört. Joséphine, ihre fünf Freunde und die Lehrerin Mademoiselle Jennings stehen nun quasi vor den Überresten ihres Lebensinhaltes.</p>
<p>Doch zum Glück bietet der Direktor der regulären Schule gleich nebenan einen Raum an, in dem die Förderschule vorerst weiterlaufen kann. Dort treffen die sechs Kinder allerdings auf eine Welt, in der nicht alle mit ihren Eigenheiten so selbstverständlich umgehen wie Mademoiselle Jennings. Auch das sorgt für einige sehr komische, manchmal aber durchaus nachdenklich machende Situationen.</p>
<p>Die erste Katastrophe, die Überschwemmung, ist somit einigermaßen glimpflich ausgegangen, war aber, wie sich herausstellt, nur der Startschuss für ganz viele weitere Katastrophen. Zuerst einmal beschließen die Kinder, auf eigene Faust zu ermitteln, wer ihre schöne Schule zerstören wollte. Und irgendwann steht dann auch noch jener Zoobesuch bevor, den der Titel bereits ankündigt – und der natürlich nicht annähernd so abläuft, wie sich das die Erwachsenen vorgestellt haben.</p>
<p>Was folgt, sind wirklich großartige Szenen, bei denen man sich die Kinder, altklug und neugierig, wie sie sind, bildlich vorstellen kann – und auch, wie sie damit manche Erwachsene an die Grenzen ihrer Geduld bringen. Aber gegenüber Kindern muss man ja immer fröhlich bleiben, und das ist manchmal wirklich anstrengend.</p>
<p>Nebenbei erzählt Dicker ganz unaufdringlich auch über Toleranz, Vorurteile, Inklusion und darüber, dass Erwachsene zwar gerne glauben, die Welt besser zu verstehen als Kinder, dabei aber nicht immer recht haben.</p>
<p><strong>Spoiler: Alles geht gut aus!</strong></p>
<p>Aber bis dahin geht es überaus turbulent zu, manchmal wie in einem Slapstick-Film. Joël Dicker scheint wirklich Spaß beim Schreiben dieses kleinen Romans gehabt zu haben, das liest man in jeder einzelnen Zeile.</p>
<p>Ein Spaß, der sich zur Gänze auf die Leserinnen und Leser überträgt.<br />
<strong>Dieses Buch sollte man nicht verpassen!</strong></p>
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			</item>
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		<title>Christian v. Ditfurth: Sturz in die Hölle</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/10/christian-v-ditfurth-sturz-in-die-hoelle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 01:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[v. Ditfurth, Christian]]></category>
		<category><![CDATA[2.Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Christian v. Ditfurth]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Penguin Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[Kriminalroman ist eine viel zu eng gefasste Bezeichnung für diesen Roman, der das Leben in Nazideutschland und das Inferno der NS-Herrschaft und des Weltkrieges eindringlich beschreibt. Ditfurth fasst mit *Sturz in die Hölle* die Kriegszeit in zwei großen Erzählsträngen zusammen. Es gelingt ihm dabei – stellenweise beinahe zu eindrücklich –, das in Worte zu fassen, [&#8230;]]]></description>
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<p>Kriminalroman ist eine viel zu eng gefasste Bezeichnung für diesen Roman, der das Leben in Nazideutschland und das Inferno der NS-Herrschaft und des Weltkrieges eindringlich beschreibt.<span id="more-34189"></span></p>
<p>Ditfurth fasst mit *Sturz in die Hölle* die Kriegszeit in zwei großen Erzählsträngen zusammen. Es gelingt ihm dabei – stellenweise beinahe zu eindrücklich –, das in Worte zu fassen, wofür uns heute das Verständnis fehlt, weil es außerhalb unserer eigenen Lebenserfahrungen liegt.</p>
<p>Zunächst beginnt alles ganz krimimäßig mit einem Mord: Während eines Luftangriffs wird ein Mann auf einer der verdunkelten Straßen Berlins von einem Lastwagen überfahren. Ein Unfall könnte es sein, doch die Spurensicherung stellt rasch fest, dass der Mann absichtlich mehrfach überrollt wurde.</p>
<p>Der Tote ist Josef Engel, ein für die deutsche Kriegswirtschaft wichtiger Industrieller, dessen Unternehmen Teile für die Luftwaffe herstellt. Karl Raben und Georg Lichtigkeit übernehmen den Fall und stoßen bald auf Hinweise, die weit über einen gewöhnlichen Mord hinausführen. Konstruktionspläne, mögliche Spionage und Verbindungen zum deutschen Widerstand und zur Roten Kapelle lassen vermuten, dass Engel in Dinge verwickelt war, die für das NS-Regime höchst gefährlich werden konnten.</p>
<p>Auch wenn Raben selbst mit Gegnern des Regimes sympathisiert und jede Gelegenheit nützt, der brutalen Diktatur Hitlers zu schaden, muss er in diesem Fall ermitteln. Kollege Lichtigkeit ist wie immer an seiner Seite, auch wenn sein Engagement bei Aktionen gegen die Nazis geringer ist als das von Raben. Lichtigkeit ist vor allem der Warner, der seinen Freund und Kollegen immer wieder zur Vorsicht mahnt, ihn von dessen beinahe selbstmörderischen Handlungen aber kaum abhalten kann.</p>
<p>Während der Mord an Engel nur schwer, wenn überhaupt, aufzuklären ist, eskaliert Hitler den Krieg. Am 22. Juni 1941 beginnt mit der „Operation Barbarossa“ der Überfall auf die Sowjetunion. Damit erreicht nicht nur der Krieg, sondern auch der nationalsozialistische Vernichtungsterror eine neue Dimension.</p>
<p>Unter den Millionen deutschen Soldaten befindet sich auch Wilhelm Vetter, der letzte noch lebende Mörder des kommunistischen Redakteurs Kurt Esser. Der Letzte von denen also, die Karl Raben geschworen hat, zur Strecke zu bringen.</p>
<p>Vetter geht nach Russland und beteiligt sich hinter der Front an der Jagd auf Partisanen. Bald wird daraus weit mehr. Ditfurth beschreibt die Gewalt in den besetzten Gebieten mit einer Direktheit, die manchmal kaum auszuhalten ist: Mord, Vergewaltigung, Folter und schließlich der systematisch organisierte Massenmord an der Zivilbevölkerung. Die Einsatzgruppen und andere Einheiten hinter der Front werden Teil jener Mordmaschinerie, die Millionen Menschen das Leben kostet.</p>
<p>Christian v. Ditfurth schreibt darüber oft so bildhaft, dass man beim Lesen schier geschockt ist. Nicht weil man nicht wüsste, dass diese Verbrechen geschehen sind, sondern weil die nüchternen Zahlen der Geschichtsbücher hier plötzlich Gesichter, Orte und Situationen bekommen. Der Roman zwingt dazu, sich zumindest für einige Seiten vorzustellen, was in dieser rechts- und moralfreien Welt möglich war – und tatsächlich geschah.</p>
<p>Vetter bleibt dabei nicht irgendein kleiner Mitläufer. Er tut sich als gewissenloser Exekutor wehrloser Menschen hervor, wird immer wieder befördert und sammelt Orden. Während Karl Raben versucht, ihn von Berlin aus verhaften zu lassen, wird sein Gegner zunehmend unangreifbar.</p>
<p>Gleichzeitig setzt Raben alles daran, seine eigene Familie dem Zugriff des Regimes zu entziehen. Seine Frau Lena ist Jüdin, und damit hängt über der Familie ständig eine tödliche Bedrohung. Es geht also längst nicht mehr nur um Rabens riskante Aktionen gegen die Nazis, sondern ums nackte Überleben. Mit dem Tod Reinhard Heydrichs nach dem Attentat in Prag verliert Raben zudem einen seiner Schutzherren, der ihn bis dahin immer wieder vor dem Zugriff der Gestapo bewahrt hatte. Gestapochef Heinrich Müller wartet nur darauf, ihn endgültig zu Fall zu bringen.</p>
<p>Ditfurth verbindet erfundene Figuren immer wieder mit realen Personen und Ereignissen. Widerstandskämpfer der Roten Kapelle, Funktionäre des NS-Staates und Ereignisse des Kriegsverlaufs tauchen neben Raben und seinen Mitstreitern auf – damit verschwimmt beim Lesen die Grenze zwischen Roman und historischer Chronik.</p>
<p>Der zeitliche Bogen reicht von der Zeit kurz vor dem Beginn der „Operation Barbarossa“, mit der Hitler die Sowjetunion besiegen wollte und stattdessen ein Inferno mit millionenfachem Mord entfesselte, bis zum Ende Nazideutschlands und zur Zerstörung des Landes und seiner Städte.</p>
<p>Damit endet die Geschichte aber noch nicht ganz. Ditfurth blickt auch in die Nachkriegszeit. Und hier wartet eine weitere bittere Wahrheit: 1945 waren zwar das Regime und der Krieg zu Ende, aber keineswegs alle Täter verschwunden. Manche konnten ihre Karrieren fortsetzen, manche wurden gebraucht, manche geschützt. Ausgerechnet Menschen wie Raben mussten sich dagegen dafür rechtfertigen, innerhalb des NS-Apparates tätig gewesen zu sein.</p>
<p>Wenn sich Karl Raben mit all seinen heimlichen Aktivitäten gegen das Regime so lange immer wieder aus den aussichtslosesten Situationen retten kann, dann wird das kaum dem tatsächlichen Schicksal der überwiegenden Mehrheit der Widerstandskämpfer entsprechen. Aber Ditfurth erzählt mit den Ereignissen rund um Karl Raben auch davon, dass Widerstand möglich war. Nicht immer spektakulär, nicht immer in großen Organisationen, sondern manchmal als stille Opposition, als Hilfe für Verfolgte oder einfach als Entscheidung, bei bestimmten Dingen nicht mitzumachen.</p>
<p>&#8222;Sturz in die Hölle&#8220; ist ein dramatischer, überwältigender – und abschnittsweise erschreckender – Roman und ein überaus würdiges Finale der Karl-Raben-Reihe. Mehr historischer Roman als Kriminalroman, obwohl die kriminalistische Handlung das Gerüst bildet.</p>
<p>Christian v. Ditfurth fasst auf knapp 500 Seiten die Ungeheuerlichkeit der Naziherrschaft, die jede Vorstellung übersteigende Brutalität des Krieges und den Holocaust in einer Erzählung zusammen, deren Sog man sich nur schwer entziehen kann. Und er erinnert daran, dass der 8. Mai 1945 zwar das Ende der Diktatur bedeutete, aber nicht automatisch das Ende ihrer personellen und moralischen Hinterlassenschaften.</p>
<p>PS: Wie immer sind Romane über diese dunkle Zeit zugleich Warnungen vor einer Wiederholung. Diktaturen entstehen nicht aus dem Nichts. Und mit jeder Stärkung von Nationalisten und Rechtsextremisten sollte auch die Erinnerung daran stärker werden, wohin Entmenschlichung, Ausgrenzung und die Abschaffung demokratischer Grenzen führen können.</p>
<p>PPS: Und wer weiß, ob Karl Raben zum Kriegsende nicht nebenbei auch eines der bis heute ungelösten Rätsel um das Schicksal eines führenden NS-Verbrechers gelöst hat?</p>
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		<title>Ulf Schiewe: Der Attentäter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2026 01:05:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historische Romane]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Schiewe]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Lübbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Woche vor dem Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand &#8211; meisterhaft und fesselnd erzählt. Autor Ulf Schiewe (1947-2023) entführt die Leser in die Woche vor dem 28. Juni 1914. Beinahe unbemerkt vom kaiserlichen Geheimdienst steuern die Vorbereitungen zum Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie ihrem Höhenpunkt zu. Und genau diese brodelnde [&#8230;]]]></description>
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<p><strong><em>Die Woche vor dem Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand &#8211; meisterhaft und fesselnd erzählt.</em></strong></p>
<p>Autor Ulf Schiewe (1947-2023) entführt die Leser in die Woche vor dem 28. Juni 1914. Beinahe unbemerkt vom kaiserlichen Geheimdienst steuern die Vorbereitungen zum Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie ihrem Höhenpunkt zu. <span id="more-34067"></span>Und genau diese brodelnde Stimmung, kurz vor der Entladung sowie die Umstände, warum er dazu kommen konnte und warum niemand das Attentat verhindern konnte, sind von Autor Ulf Schiewe in diesem Buch bestens dargestellt.</p>
<p>Obwohl der Ausgang des Buches bekannt ist, liest sich dieser historische Roman wie ein Thriller. Der Leser kann sich manchmal nicht des Gefühls erwehren, ein anderes Ende der Geschichte zu erwarten, zu erhoffen. Doch mit alternativer Geschichtsschreibung hat der Autor nichts am Hut.  </p>
<p>Akribisch sind die ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) recherchiert, sind die Viten der Beteiligten bzw. Betroffenen sowie die Orte nachgelesen und in Szene gesetzt. Nur wenige Figuren wie die des k.und k. Geheimdienstoffiziers Rudolf A. Marković, seines Mitarbeiters Heribert Simon, der Puffmutter Svetlana Marić sowie die der Baronin von Prittwitz, sind erfunden. Alle anderen Personen, von Franz Ferdinand bis Vojislav Tanković, sind historisch belegt. Selbst Vukosava Čabrinović, die Schwester von Nedeljko, einem der Attentäter, spielt ihre Rolle. </p>
<p>Großen Raum nimmt die Arroganz und das Unvermögen des Feldzeugmeisters Oskar Potiorek, dem Militärgouverneur und Landeschef von Bosnien-Herzegowina, ein. Er lässt jegliche Umsicht bzw. Vorsicht bei diesem heiklen Besuch vermissen und zeichnet sich durch offen zur Schau getragenen Antisemitismus aus. </p>
<p>Anders als im wirklichen Leben lässt der Autor den k. und k. Geheimdienst nicht gar so schlecht dastehen. Der engagierte Marković versucht, trotz Widerstand und Ignoranz seitens Potiorek, ohne ausreichende Ressourcen, die Attentäter ausfindig und unschädlich zu machen. Doch wie der Lauf der Geschichte gezeigt hat, vergeblich.   </p>
<blockquote>
<p>„Dafür ist er Feldzeugmeister. Du weißt doch, Rang verpflichtet. Je höher der Dienstgrad, desto dümmer der Mann.“ <br />
<em>(S. 376) </em></p>
</blockquote>
<p>In Wirklichkeit war der Geheimdienst mehr als ahnungslos und hat die eine oder andere halbherzige Warnung über ein mögliches Attentat in den Wind geschlagen. </p>
<p>Obwohl Oskar Potiorek die Verantwortung für die laxen Sicherheitsmaßnahmen hatte und den Thronfolger samt Gemahlin nach dem ersten Anschlag nicht umgehend aus der Stadt bringen ließ, bleibt er im Dienst und wird sogar noch belobigt. Das wirft ein schlechtes Licht auf Kaiser Franz Joseph und seine Ratgeber. Potiorek wird sogar Oberkommandierender der Balkan-Streitkräfte und scheitert auf Grund von weiteren katastrophalen Fehlern bei der Planung. Erst am 01.01.1915 wird er seines Kommandos enthoben und zwangsweise pensioniert. Eigentlich hätte er sich, dem Ehrenkodex eines Offiziers entsprechend, nach dem Attentat selbst erschießen müssen. Hat ihm das niemand nahegelegt? </p>
<p>Interessant ist der Blick auf die Attentäter und ihre Führungsoffizier und Hintermänner: Nedeljko Čabrinović, Gavrilo Princip, Trifun „Trifko“ Grabež, Cvetko Popović sowie Muhamed Mehmedbašić.</p>
<p>Auch die Rolle der serbischen Regierung und der diversen Geheimbünde wird beleuchtet. </p>
<p>Obwohl natürlich das Attentat per se als unmoralisch verurteilt werden muss, stellt Ulf Schiewe die Attentäter durchaus menschlich dar. So wäscht Princip seine Unterwäsche, um gegebenenfalls in sauberer Wäsche zu sterben. Auch seine Verliebtheit in Schulkollegin Jelena, die er kurz vor dem Attentat mehrmals trifft und mit der er seine erste (und letzte) Liebesnacht haben möchte, ist glaubhaft dargestellt. Genauso wie sein Zorn, als sich ihm Jelena verweigert und er sich „hereingelegt“, weil provoziert fühlt. An manchen Stellen hegen sie durchaus Zweifel an ihrem Vorhaben. Denn, zwischen den Gedankenspielen zum „Tyrannenmord“ (wie es ihnen eingetrichtert wird) und der Ausführung eines solchen, liegen  doch Welten. Doch dann kommt der Punkt, an dem sie nicht mehr zurückkönnen und das Unheil nimmt seinen Lauf. </p>
<p>Nach dem Attentat werden Princip, Čabrinović, Grabež und Popović gefasst und aufgrund ihres jugendlichen Alters „nur“ zu bis zu 20 Jahren Festungshaft verurteilt. Lediglich Popović überlebt die Haft. Die anderen sterben an der Tuberkulose, an der sie schon zuvor gelitten haben. Eine Verurteilung zum Tode und die sofortige Exekution wäre humaner gewesen.  </p>
<p>Das tödliche Attentat auf Habsburgs Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie ist der willkommene Anlass der Kriegstreiber in Deutschland und Österreich-Ungarn, einen Krieg vom Zaun zu brechen. Die verheerenden Folgen hat wohl keiner bedacht.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> </p>
<p>Ein akribisch recherchierter historischer Roman, der aufgrund der Ereignisse und deren Folgen zum fesselnden Thriller wird. Deshalb gebe ich 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung. </p>
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		<item>
		<title>Gabriele Hasmann, Andrea Schuh: Die Bastarde der Habsburger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 01:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hasmann, Gabriele]]></category>
		<category><![CDATA[Schuh, Andrea]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Schuh]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriele Hasmann]]></category>
		<category><![CDATA[Habsburger]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Ueberreuter]]></category>
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					<description><![CDATA[Das bekannteste Gspusi aus der Habsburgerzeit ist wohl die Liaison zwischen Franz Joseph I. und Katharina Schratt. Ob auch seine geliebte Sisi eine Affäre hatte, nämlich eine mit Graf Andrássy, das ist nicht ganz so eindeutig belegt. Affären sind das eine, dass sie oft nicht ohne Folgen bleiben, das andere. Wenn es dann noch eine [&#8230;]]]></description>
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<p>Das bekannteste Gspusi aus der Habsburgerzeit ist wohl die Liaison zwischen Franz Joseph I. und Katharina Schratt. Ob auch seine geliebte Sisi eine Affäre hatte, nämlich eine mit Graf Andrássy, das ist nicht ganz so eindeutig belegt.<span id="more-34196"></span></p>
<p>Affären sind das eine, dass sie oft nicht ohne Folgen bleiben, das andere. Wenn es dann noch eine so tief katholische Familie wie die Habsburger betrifft, dann wird das Ganze gleich noch pikanter.</p>
<p>Die Autorinnen Gabriele Hasmann und Andrea Schuh haben sich die Aufgabe geteilt, all die Gspusis, Affären und die daraus hervorgegangenen, manchmal mehr, manchmal weniger geheim gehaltenen Nachkommen aufzulisten. (Wenn das diese „Bastarde“ sind, wie der Buchtitel sie bezeichnet, dann mag das mehr dem Sprachgebrauch vergangener Zeiten entsprechen.)</p>
<p>Der erste Teil des Buches befasst sich quasi mit den „alten“ Habsburgern, mit der Zeit der römisch-deutschen Kaiser, die im Jahr 1806 mit Franz II. als letztem Herrscher endete. Da tummelten sich einige Herrscher, die ihre Begierden nicht unter Kontrolle halten konnten. Unter ihnen auch der legendäre Kaiser Maximilian I. Obwohl er in seiner ersten Ehefrau Maria von Burgund, die in jungen Jahren nach einem Reitunfall ums Leben kam, seine große Liebe gefunden hatte, hinderte ihn das nicht daran, es auf gerüchteweise 70 uneheliche Nachkommen zu bringen. Damit mag er vielleicht der Rekordhalter unter den Habsburgern sein, aber es gab noch sehr viele andere, die sich nicht zurückhalten konnten oder wollten. So wurden die Gene der Habsburger zwar weit verbreitet, aber nur vereinzelt fand es die Geschichte wert, einen dieser Nachkommen zu erwähnen.</p>
<p>Besonders interessant sind dabei auch die spanischen Habsburger. Dort wurden uneheliche Nachkommen keineswegs immer nur versteckt. Manche erhielten finanzielle Unterstützung, kirchliche Ämter, militärische Aufgaben oder Adelstitel und wurden sogar gezielt für die Interessen der Dynastie eingesetzt. Das Schicksal eines solchen Kindes hing also ganz wesentlich davon ab, ob es für das Herrscherhaus als nützlich oder als störend angesehen wurde.</p>
<p>Der zweite Teil des Buches wurde von Andrea Schuh verfasst und widmet sich der Zeit des Kaisertums Österreich, die 1804 mit Franz I. begann und 1918 mit Karl I. endete. In dieser Ära gelang es den Habsburgern sichtlich besser, ihre Liebschaften und deren Folgen zu verbergen, denn die Autorin musste sich sehr oft der Wörter „könnte“, „sollte“, „dürfte“ oder „wahrscheinlich“ bedienen, wenn es um mögliche Affären und Nachkommen ging.</p>
<p>Die Folgen habsburgischer Gspusis wirkten teilweise noch weit über die Kaiserzeit hinaus. Vermeintliche oder tatsächliche Nachkommen diverser Liebschaften versuchten bis ins 20. Jahrhundert hinein, ihre Abstammung nachzuweisen und sich mitunter auch über Gerichte in den Stammbaum der Habsburger hineinzureklamieren. Erfolg hatten sie damit selten, und so blieb vielen nur das Schicksal des Vergessenwerdens.</p>
<p>In Summe ist es eine schier unüberschaubare Zahl an Nachkommen, über die im Buch nachzulesen ist. Manche – es waren nur wenige – wurden anerkannt und konnten sich in einflussreichen Positionen behaupten. Einige fanden ihren Platz im Militär, in der Verwaltung oder in der Kirche. Für viele andere blieb ihre Herkunft unklar oder wurde bewusst verschwiegen. Sie führten ein bürgerliches Leben außerhalb jener offiziellen Familiengeschichte, die in den Stammbäumen der Dynastie festgehalten wurde.</p>
<p>Insgesamt lassen die hier zusammengetragenen Daten und Biografien vor allem einen Schluss zu: Über Jahrhunderte hinweg präsentierten sich die Habsburger nach außen als gottesfürchtige, sittsame Herrscherfamilie, deren Ehen vor allem der Dynastie, der Macht und der Erbfolge dienten. Im Privaten waren die moralischen Maßstäbe offenbar oft wesentlich großzügiger.</p>
<p>Eine sehr detailreiche Chronik und ein Buch für alle, die sich auch für die weniger bekannten Seiten der Habsburger und damit auch für die Geschichte Österreichs interessieren.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Emanuele Missinato: Die Donau ist Staub</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/09/emanuele-missinato-die-donau-ist-staub/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 01:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Missinato, Emanuele]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativwelt (Dystopie)]]></category>
		<category><![CDATA[Emanuele Missinato]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Erzählung ist gewissermaßen die literarische Aufarbeitung des Hitzesommers 2026. Der Sommer, in dem in vielen Flüssen Europas so wenig Wasser floss, dass der Schiffsverkehr eingestellt werden musste. Ja, sagt dann der typische Rechtspopulist, Sommer gab es eh schon immer und der 2026er-Sommer war auch ganz normal.  Aber auch wenn solche Leute ihrer Klientel nur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Erzählung ist gewissermaßen die literarische Aufarbeitung des Hitzesommers 2026. Der Sommer, in dem in vielen Flüssen Europas so wenig Wasser floss, dass der Schiffsverkehr eingestellt werden musste.<span id="more-34124"></span></p>
<p>Ja, sagt dann der typische Rechtspopulist, Sommer gab es eh schon immer und der 2026er-Sommer war auch ganz normal. </p>
<p>Aber auch wenn solche Leute ihrer Klientel nur eine ideologisch erfundene &#8222;Wahrheit&#8220; auftischen wollen: Der Sommer 2026 war eben nicht normal. Womit Emanuele Missinato mitten in seiner dystopischen Realität angekommen ist.</p>
<p>Zwar entspringt die Donau noch ihrer Quelle, aber schon auf den ersten Kilometern zeigt sich, dass  sie unter dem veränderten Klima leidet. Gerade noch mit einem Kanu kann Bert den Strom befahren, als er sich auf seine Reise aufmacht, die ihn am Ende bis zur Mündung der Donau führen soll. Eine Reise ohne alle die Dinge, die unseren Alltag fest im Griff haben &#8211; kein Telefon, kein Internet, nur die Natur, das Wasser, die Landschaften.</p>
<p>Eine Reise, die schon bald zu Ende zu gehen scheint, als er mit dem Kanu nicht mehr weiterkommt, es fließt zu wenig Wasser. Bert trampt weiter bis Wien, wo er eine Seelenverwandte findet und beschließt, gemeinsam mit ihr weiterzufahren. Jetzt ist es ein Zweisitzer-Kanu, das sie bis zum Schwarzen Meer tragen soll.</p>
<p>Dieses Ziel werden die beiden aber nicht erreichen. Die Donau trocknet aus. Alle die Zuflüsse haben nicht vermocht, den ungebremsten Wasserbrauch der Städte und der Felder, die auf dem Weg liegen, auszugleichen. Dort, wo der Fluss war, ist nur noch Staub.</p>
<p>Um es in Richtung von Leuten wie Kickl, Trump oder Weidel zu sagen: <br />
Das Leugnen der Realitäten (aus populistischen Gründen oder warum auch immer) nützt gar nichts, denn jeder, der beim Fenster hinaussieht weiß, dass wir schwierige Zeiten vor uns haben. Und dass es leider gar nicht so abwegig ist, dass in der Donau kein Wasser mehr fließt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Katarina Wennstam: Tote Frauen verzeihen nicht</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/09/katarina-wennstam-tote-frauen-verzeihen-nicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 03:30:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Wennstam, Katarina]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Katarina Wennstam]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Marie-Sophie Kasten]]></category>
		<category><![CDATA[Penguin Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
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					<description><![CDATA[Tote Frauen verzeihen nicht &#8211; Lebende auch nicht Mit diesem atmosphärischen historischen Kriminalroman über Ausbeutung von weiblichen Bediensteten, Mut und die Suche nach Gerechtigkeit entführt uns die schwedische Kriminalreporterin Katarina Wennstam nach Stockholm am Ende des 19. Jahrhunderts. Worum geht’s? Während die Menschen in der klirrenden Kälte den Silvester von 1895/96 feiern, entdeckt die Pförtnerstochter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Tote Frauen verzeihen nicht &#8211; Lebende auch nicht</em></p>
<p>Mit diesem atmosphärischen historischen Kriminalroman über Ausbeutung von weiblichen Bediensteten, Mut und die Suche nach Gerechtigkeit entführt uns die schwedische Kriminalreporterin Katarina Wennstam nach Stockholm am Ende des 19. Jahrhunderts.</p>
<p>Worum geht’s?</p>
<p>Während die Menschen in der klirrenden Kälte den Silvester von 1895/96 feiern, entdeckt die Pförtnerstochter und Näherin Hildur auf dem Weg zum Gemeinschaftsabort im Hinterhof des Mietshauses die Leiche einer blutige Frau und neben ihr einen Fötus. Recht schnell ist klar, dass es sich um Emma, das 16-jährige Dienstmädchen aus dem Haushalt des angesehenen Baumeister Johan Henrik Creutz handelt.</p>
<p>Als die Polizei herausfindet, dass Emma nicht ermordet worden ist, sondern an einer missglückten, späten Abtreibung gestorben ist, gilt die Causa als erledigt. Wie es im Beamtenjargon so zynisch heißt: „Nichts weiter zu veranlassen. Akte einlegen.“.</p>
<p>Nur Hildur kann das schreckliche Bild der unglücklichen Emma nicht vergessen. Gemeinsam mit Frederika, die neu in der Stadt ist, sowie der Polizistenwitwe Olga und deren Dienstmädchen Edit, beginnt Hildur vorsichtig Nachforschungen anzustellen. Als Olga entdeckt, dass auch Edit schwanger ist und zuvor im Haushalt des Baumeisters gearbeitet hat, deutet einiges darauf hin, dass Creutz die weiblichen Bediensteten sexuell missbraucht, die dann, wenn sie schwanger werden, von seiner Ehefrau, den üblichen Gepflogenheit folgend, ohne Dienstzeugnis, entlassen werden.</p>
<p>Olga, die ihr eigenes Geheimnis mit sich herumträgt, versucht durch die Kontakte, die sie auf Grund ihres toten Mannes hat, den Baumeister zur Rede zu stellen. Dabei weiß sie nicht, dass sie in ein Wespennest sticht, das dem Quartett gefährlich werden kann.</p>
<p><strong>Meine Meinung:</strong></p>
<p>Katarina Wennstam entführt uns in das Stockholm des 19. Jahrhunderts. Wobei, das Szenario könnte in jeder Stadt spielen &#8211; denn es ist jene Zeit, in der die verarmte (Land)Bevölkerung ihr Glück in der Stadt sucht. Söhne und Töchter der kinderreichen Familien machen sich auf, um Arbeit zu finden. Für die Mädchen ohne Ausbildung bleibt nur das Leben als Dienstmädchen mit allen Folgen über: Ausbeutung und sexuelle Übergriffe durch die Hausherren und deren Söhne sind an der Tagesordnung, Duldung und Stillschweigen der Ehefrauen inklusive.</p>
<p>Oft scheint man nicht einmal die Namen der minderjährigen Dienstmädchen zu wissen, derer man sich „bedient“ und &#8211; so zynisch und abstoßend das klingt &#8211; sich ihrer „nach Gebrauch“ einfach entledigt. Die meisten Mädchen und Frauen, die schwanger aus dem Dienst entlassen werden, haben kaum eine Wahl. Aus der Gesellschaft ausgeschlossen, bleibt ihnen nur Selbstmord, eine illegale Abtreibung, die Kindstötung, das Weglegen des Kindes und anschließen die Prostitution, denn eine Rückkehr in das Elternhaus ist kaum möglich und Pflegestellen für solche Kinder wollen Geld sehen.</p>
<p>Dieser historische Krimi penibel recherchiert und fesselnd erzählt. Wir tauchen tief in eine patriarchalische Gesellschaft ein, in der Frauenleben nahezu wertlos und schnell zu ersetzen sind. Selbst Ehefrauen sind im Allgemeinen nur solange wertvoll, solange sie erstens ein bedeutenden Vermögen als Mitgift erhalten haben, und zweitens mehrere Söhne zur Welt gebracht haben. Doch wie das Beispiel Olga zeigt, schützt die gesellschaftliche Stellung des Ehemanns auch nicht immer. Immerhin kann sie sich als vermögende Witwe freier bewegen. Doch in Olgas Fall ist der Preis dafür sehr hoch.</p>
<p>Die Charaktere der Frauen sind detailreich angelegt und lassen auf eine Weiterentwicklung schließen. </p>
<p>Ich kenne schon einige historische Krimireihen, die in einer Zeit angesiedelt sind, in der die Rechte von Frauen extrem eingeschränkt waren. Einer Epoche in der Frauen weder wählen noch über den eigenen Körper, die Ausbildung, die Finanzen bestimmen durften. Dieser hier ist auch deswegen interessant, weil es ein winzige Durchlässigkeit zwischen den Ständen gibt. Ich gehe davon aus, dass wir davon in den Fortsetzungen lesen werden.</p>
<p>Journalistin und Autorin Katarina Wennstam gehört zu den meistgelesenen Autorinnen Schwedens. Bislang ist nur dieser Reihenauftakt auf Deutsch erschienen. Auf die Fortsetzung <strong><em>„Tote Frauen vergessen nicht“</em></strong>, sowie <strong><em>„Tote Frauen verglühen nicht“</em></strong>, freue ich mich sehr.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Diesem aufrüttelnden historischen Kriminalroman, der durch gründliche Recherche sowie durch spannende Charaktere besticht, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.</p>
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		<title>Ragnar Jónasson: Stille</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jónasson, Ragnar]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Anika Wolff]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Ragnar Jónasson]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag btb]]></category>
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					<description><![CDATA[Man &#8222;erliest&#8220; sich Stille auf vier Zeitebenen: 1965, 1975-1978, 2005 und 2012. Möchte sich Ragnar Jónasson hier unterschiedliche Geschichten nebeneinander zu erzählen, oder mündet das alles am Ende doch ein einziges Ereignis und führt zu einem gemeinsamen Ende? Zunächst scheint es, dass das eine mit dem anderen wenig zu tun hat. In der Gegenwart des [&#8230;]]]></description>
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<p>Man &#8222;erliest&#8220; sich <em>Stille</em> auf vier Zeitebenen: 1965, 1975-1978, 2005 und 2012. Möchte sich Ragnar Jónasson hier unterschiedliche Geschichten nebeneinander zu erzählen, oder mündet das alles am Ende doch ein einziges Ereignis und führt zu einem gemeinsamen Ende?<span id="more-34152"></span></p>
<p>Zunächst scheint es, dass das eine mit dem anderen wenig zu tun hat. In der Gegenwart des Buches, man schreibt das Jahr 2012, ist die Schriftstellerin Elín S. Jónsdóttir verschwunden. Sie ist eine isländische Ikone der Kriminalliteratur, deren großer Durchbruch Jahrzehnte zuvor mit dem hochgelobten Roman <em>Stille</em> gelang. Inzwischen ist sie siebzig Jahre alt, lebt zurückgezogen und hat schon länger kein neues Buch veröffentlicht.</p>
<p>Kommissar Helgi Reykdal soll herausfinden, was mit ihr geschehen ist. Ist Elín freiwillig verschwunden? Ist ihr etwas zugestoßen? Oder steckt hinter ihrem Verschwinden etwas, das mit ihrer Vergangenheit zu tun hat? Helgi spricht mit Freunden, Bekannten und Menschen aus ihrem beruflichen Umfeld und stößt dabei auf immer mehr Ungereimtheiten. Die berühmte Autorin scheint ihr Leben mindestens ebenso sorgfältig verborgen zu haben, wie sie ihre Kriminalfälle konstruiert hat.</p>
<p>Sieben Jahre zuvor hatte Elín eines ihrer seltenen Interviews gegeben. Damals war es offenbar an der Zeit gewesen, über ihr Leben zu erzählen, das sie all die Jahre wie hinter einem Schleier verborgen gehalten hatte. Stück für Stück erfährt man darin mehr über ihre Vergangenheit und merkt gleichzeitig, dass längst nicht alles so eindeutig ist, wie es zunächst klingt.</p>
<p>Eine weitere Erzählzeit führt zurück in die 1970er-Jahre. Dort begegnet man Hulda Hermannsdóttir wieder, der inzwischen verschwundenen Ermittlerin aus Jónassons früherer Krimireihe. Sie beschäftigt sich mit einem alten Banküberfall, bei dem Jahre zuvor ein Bankangestellter ums Leben gekommen war. Einer der Täter wurde gefasst, doch die entscheidenden Fragen blieben offen. Wer war sein Komplize? Wer gab den tödlichen Schuss? Und warum wurde das nie vollständig aufgeklärt?</p>
<p>Die Vorgeschichte dieses Überfalls wiederum liegt im Jahr 1965. In einzelnen eingeschobenen Kapiteln erfährt man mehr darüber, was damals geschah. Nur weiß man lange nicht, ob und wie dieser längst vergangene Fall mit dem Verschwinden einer berühmten Schriftstellerin fast fünf Jahrzehnte später zusammenhängen kann.</p>
<p>Damit nicht genug, hat sich Helgi vorgenommen, auch das rätselhafte Verschwinden von Hulda aufzuklären. Gleichzeitig entwickelt sich in seinem Privatleben eine immer bedrohlichere Situation. Seine Vergangenheit lässt ihn ebenso wenig in Ruhe wie jene Fälle, mit denen er sich beruflich beschäftigt.</p>
<p>Alles wirkt zunächst ziemlich unübersichtlich. Was davon ist die zentrale Geschichte, was sind (vielleicht nur) Nebenerzählungen? Welche Hinweise sind wichtig und welche vielleicht nur dazu da, falsche Fährten zu legen?</p>
<p>So war dann auch meine Stimmung beim Lesen: zuerst Ratlosigkeit, dann erste Ahnungen, anschließend vermeintliche Gewissheit – und dann doch wieder Fragen, zu denen es keine Antworten gibt.</p>
<p>So viel kann man sagen, ohne irgendetwas zu verraten: Alles hängt mit allem zusammen. Wie allerdings ein Bankraub aus den 1960er-Jahren, Huldas Ermittlungen, das Leben einer berühmten Krimiautorin und Helgis Suche im Jahr 2012 zusammenpassen sollen, bleibt sehr lange Jónassons Geheimnis.</p>
<p>Und um das am Ende logisch und sinnvoll miteinander zu verbinden, braucht es wohl tatsächlich einen Autor wie Ragnar Jónasson. Er hat für diesen Kriminalroman eine raffinierte Handlung entworfen, die sich beim Lesen von „unübersichtlich“ Schritt für Schritt in Richtung „genau passend“ entwickelt. Was zunächst wie eine Ansammlung verschiedener Geschichten wirkt, bekommt zunehmend Struktur. </p>
<p>Dabei ist <em>Stille</em> für mich nicht nur spannend, sondern macht mit jeder Seite und jedem neuen Kapitel richtig neugierig auf das, was noch kommen wird. Jónasson braucht dafür weder spektakuläre Gewalt noch permanente Action. Die Spannung ergibt sich aus offenen Fragen, aus Erinnerungen, aus Dingen, die Menschen verschweigen, und vor allem aus der Ahnung, dass irgendwo zwischen all diesen Zeitebenen eine Wahrheit verborgen liegt.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Islandkrimis haben sich in den vergangenen Jahren beinahe zu einem eigenen Qualitätsmerkmal entwickelt. Autoren wie Ragnar Jónasson schaffen es immer wieder, aus einer überschaubaren Zahl von Figuren, in der besonderen Landschaft und mit scheinbar ruhigen Geschichten erstaunlich viel Spannung herauszuholen.</p>
<p><em>Stille</em> (eigentlich &#8222;Windstille&#8220;, wenn man es aus dem Isländischen übersetzt) beginnt wie ein Puzzle, bei dem man nicht einmal weiß, ob alle Teile zum selben Puzzle gehören. Nach und nach zeigt sich, wie geschickt Ragnar Jónasson seine Geschichte konstruiert hat. Vier Zeitebenen, mehrere scheinbar voneinander unabhängige Ereignisse und Figuren, deren Vergangenheit mehr miteinander verbindet, als man lange ahnt.</p>
<p>Ein überaus gelungener Islandkrimi: ruhig erzählt, clever konstruiert und gerade deshalb ausgesprochen spannend. </p>
<p>Weil am Ende noch Fragen unbeantwortet bleiben bedeutet das, dass der nächste Fall mit Kommissar Helgi Reykdal ganz sicher auf meine Leseliste kommt. </p>
<p><strong>Ich muss schließlich unbedingt wissen, wie das alles weitergeht!</strong></p>
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		<title>Beate Maxian: Die Tote vom Weihnachtsmarkt</title>
		<link>https://www.literatur-blog.at/2026/09/beate-maxian-die-tote-vom-weihnachtsmarkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 01:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Maxian, Beate]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Maxian]]></category>
		<category><![CDATA[Goldmann]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Krimireihe rund um die Journalistin Sarah Pauli vermittelt schon nach wenigen gelesenen Bänden so etwas wie eine familiäre Atmosphäre – Krimi mit Familienanschluss quasi. Dieses Gefühl wird im mittlerweile 17. Roman der Reihe noch stärker, spielt er doch mitten in der Adventzeit. Zimt und Sterne kommen noch dazu, was will man mehr für eine [&#8230;]]]></description>
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<p>Die Krimireihe rund um die Journalistin Sarah Pauli vermittelt schon nach wenigen gelesenen Bänden so etwas wie eine familiäre Atmosphäre – Krimi mit Familienanschluss quasi.<span id="more-34140"></span></p>
<p>Dieses Gefühl wird im mittlerweile 17. Roman der Reihe noch stärker, spielt er doch mitten in der Adventzeit. Zimt und Sterne kommen noch dazu, was will man mehr für eine entspannte Stimmung? Wenn nun alle an eine friedliche Zeit denken, so gibt es allerdings jemanden, der ganz andere Gedanken hegt: solche, in denen Feuer und Mord die Hauptrolle spielen!</p>
<p>Feuer, als vor dem Geschäft der renommierten Glasmanufaktur Herzog in der Kärntner Straße die Weihnachtsdekoration verbrannt wird, und Mord, als eine Angestellte eben jener Firma tot auf den Stufen von Schloss Schönbrunn gefunden wird. Auch dort wurde etwas verbrannt: Weihrauch in einer Feuerschale, die neben der Toten steht. Schnell stellt sich die Frage, ob es sich dabei um eine zufällige Inszenierung handelt oder ob jemand ganz bewusst auf alte Bräuche und Vorstellungen anspielen will.</p>
<p>Grund genug für Kommissar Stein, sich an Sarah Pauli zu wenden. Nachdem sich die Zusammenarbeit der beiden schon in so vielen Fällen als überaus erfolgreich erwiesen hat, bittet er sie diesmal gleich von Anfang an um ihre Mithilfe. Denn die ganze Szenerie – die Art, wie das Mordopfer abgelegt wurde, die Feuerschale und der Weihrauch – lässt ihn an alte Mythen und Rituale denken. Und dafür ist Sarah genau die Richtige. Immerhin schreibt sie in ihrer Zeitung auch eine Kolumne, in der sie sich regelmäßig mit Aberglauben, alten Überlieferungen und ungewöhnlichen Bräuchen beschäftigt.</p>
<p>Sarah beginnt nachzuforschen, und bald führt eine Spur aus dem vorweihnachtlichen Wien hinaus ins Waldviertel. Dort stößt sie auf einen alten Mordfall, der plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheint. Was zunächst wie ein einzelnes Verbrechen wirkt, reicht damit weit in die Vergangenheit zurück. </p>
<p>Während sich also der eine Teil von Sarahs Familie mit großer Vorfreude auf Weihnachten vorbereitet – und natürlich auf die nahende Geburt des Kindes ihres Bruders und ihrer Schwägerin –, wirft sich der andere Teil mit vollem Elan in die Aufklärung des Falles: Sarah und ihr Dauer-Lebensgefährte David.</p>
<p>Wie immer ist auch die ganze Redaktion des <em>Wiener Boten</em> mit an Bord und stellt ebenfalls Nachforschungen an. Über die Verbindungen von Sarahs Kolleginnen und Kollegen lässt sich, das wissen wir aus früheren Fällen, oft mehr erfahren, als selbst die Polizei zustande bringt. Genau dieses Zusammenspiel gehört mittlerweile zum vertrauten Inventar der Reihe und trägt viel zu jener familiären Atmosphäre bei, die diese Krimis auszeichnet.</p>
<p>Zwar beginnt das Buch gleich im ersten Kapitel mit einem Toten, dessen Verbindung zum Mord in Schönbrunn sich erst viel später zeigt. Aber trotz zweier Mordopfer ist ein Krimi rund um Sarah Pauli eine weitgehend unblutige Angelegenheit, verzichtet Beate Maxian doch auf allzu bildhafte Darstellungen der Verbrechen.</p>
<p>Das bedeutet allerdings nicht, dass der Krimi ohne Spannung auskommt. Die Frage nach der Bedeutung der Inszenierung, die Verbindung zur Vergangenheit und die Spur ins Waldviertel sorgen dafür, dass es genügend zu rätseln gibt. Beate Maxian kombiniert das mit dem inzwischen vertrauten Privatleben ihrer Figuren und viel Wiener Atmosphäre.</p>
<p>Ein Wohlfühlkrimi also, bei dem diesmal sogar eine beinahe wohlige Vorweihnachtsstimmung aufkommt. Nun ja, für die Mordopfer zwar nicht, aber ansonsten bietet <em>Die Tote vom Weihnachtsmarkt</em> ein angenehmes Lesevergnügen, das die Nerven nicht übermäßig belastet, dafür aber ein paar Stunden beste Unterhaltung bietet.</p>
<p>Obwohl es sich bereits um den 17. Roman der Reihe handelt, ist das Buch auch für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger bestens geeignet. Wer Sarah Pauli schon kennt, trifft viele vertraute Figuren wieder; wer sie noch nicht kennt, findet sich schnell zurecht.</p>
<p>Eine klare Leseempfehlung für Fans von Cosy Crime – besonders für jene, die ihren Krimi in der Adventzeit gerne mit etwas Wiener Charme, Familienleben und Weihnachtsstimmung serviert bekommen.</p>
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		<title>Alex Beer: Das dritte Grab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2026 01:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beer, Alex]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Beer]]></category>
		<category><![CDATA[August Emmerich]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Blanvalet]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenkriegszeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Fünf Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ist Wien noch immer nicht im Frieden angekommen. Die Monarchie ist Geschichte, die Niederlage wirkt nach, die Kronländer sind verloren, die Spanische Grippe hat ihre Spuren hinterlassen, und zuletzt hat die Hyperinflation vielen Menschen auch noch das genommen, was ihnen vom alten Leben geblieben war. In dieser [&#8230;]]]></description>
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<p>Fünf Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ist Wien noch immer nicht im Frieden angekommen. Die Monarchie ist Geschichte, die Niederlage wirkt nach, die Kronländer sind verloren, die Spanische Grippe hat ihre Spuren hinterlassen, und zuletzt hat die Hyperinflation vielen Menschen auch noch das genommen, was ihnen vom alten Leben geblieben war.<span id="more-34129"></span></p>
<p>In dieser Stadt spielt Alex Beers neuer Fall für August Emmerich und Ferdinand Winter. Wien 1923 ist bei ihr kein hübsch dekorierter historischer Hintergrund, sondern ein Ort, der noch immer wankt. Zwischen Armut, Schwarzmarkt, politischer Unsicherheit und einem ersten vorsichtigen Hoffnungsschimmer versuchen die Menschen irgendwie weiterzumachen. Manche ehrlich, manche weniger ehrlich, manche längst jenseits jeder Grenze.</p>
<p>Der Fall beginnt mit dem Verschwinden von Veit Kolja. Er ist Politiker, aber eben nicht nur das. Früher war Kolja eine Größe der Unterwelt, ein Mann mit Einfluss, Verbindungen und einer Vergangenheit, die nicht einfach verschwindet, nur weil jemand nun in anderen Kreisen verkehrt. Für August Emmerich ist die Sache noch komplizierter, denn Kolja ist nicht irgendein Vermisster. Die beiden verbindet eine persönliche Geschichte, und so wird aus einem Ermittlungsfall sehr schnell eine Suche, bei der für Emmerich weit mehr auf dem Spiel steht als nur die berufliche Pflicht.</p>
<p>Kurz darauf werden zwei ehemalige Schleichhändler ermordet aufgefunden. Damit führen die Spuren in jene Welt, die während des Krieges und in der Notzeit danach gewachsen ist: hinein in das Milieu der Schmuggler, Schieber, Schwarzhändler und Gangsterbanden. Diese Gruppen waren nicht nur kriminell, sie hatten in der zusammenbrechenden Ordnung teilweise auch Funktionen übernommen, die der Staat nicht mehr erfüllen konnte. So unangenehm der Gedanke ist: Ohne Schwarzmarkt wäre die Lage für viele Menschen vermutlich noch dramatischer gewesen.</p>
<p>Alex Beer erzählt nicht einfach nur von Gut und Böse, von Polizei und Verbrechern, von Gesetz und Gesetzlosigkeit. Sie erzählt vom Leben in einer Stadt, in der diese Grenzen, die wir heute kennen, längst unscharf geworden sind. Wer überleben will, muss manchmal handeln, bevor er fragen kann, ob es erlaubt ist.</p>
<p>August Emmerich und sein Assistent Winter geraten dabei selbst in Gefahr. Nicht nur, weil sie einem Mörder näherkommen, sondern weil die Exekutive noch lange nicht in der Lage ist, dem Gesetz überall Wirkung zu verschaffen. Alex Beer vermittelt sehr gut, dass die junge Republik noch nicht gefestigt ist. Sie hat zwar Institutionen, aber noch nicht überall Autorität.</p>
<p>Rund um einige reale historische Ereignisse entwickelt Alex Beer eine Geschichte, die diese Atmosphäre zwischen Depression und Hoffnungsschimmer sehr glaubhaft beschreibt. Man liest also nicht nur einen Kriminalfall, sondern bekommt zugleich eine Ahnung davon, wie es gewesen sein könnte, in dieser Stadt zu leben: mit wertlos gewordenen Ersparnissen, mit Erinnerungen an Krieg und Hunger, mit Misstrauen gegenüber der Zukunft und mit dem Wunsch, endlich wieder an etwas glauben zu können.</p>
<p>Besonders gelungen ist – wie auch in den schon erschienenen Krimis mit August Emmerich – erneut die Atmosphäre. Alex Beer bringt die frühen 1920er-Jahre mit diesem Buch ein kleines Stück näher zu denen, die es lesen. Manchmal meint man fast, schon erste kleine Anleihen an den *Dritten Mann* zu spüren, auch wenn dessen Wien natürlich erst nach dem nächsten großen Krieg kommen wird. Aber diese Mischung aus Ruinenstimmung, Halbwelt, moralischer Unsicherheit und schwarzem Markt schwingt hier leicht mit.</p>
<p>August Emmerich ist kein glatter Ermittler, keiner, der sauber außerhalb der Welt steht, die er untersucht. Im Gegenteil: Er ist ihr manchmal näher, als es für einen Polizisten opportun ist. Gerade deshalb passt er so gut in diese Zeit. Emmerich ist hartnäckig, unbequem und nicht immer zimperlich, aber in einer Stadt wie dieser käme man mit bloßen Vorschriften vermutlich ohnehin nicht weit.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong></p>
<p>Ein atmosphärisch dichter, historisch gut eingebetteter Krimi. Alex Beer erzählt von einem Mordfall, aber, so kann man es auch sehen, viel mehr von einer Stadt, die noch immer mit den Folgen einer untergegangenen Welt ringt. Die Handlung ist spannend, die Zeit genau getroffen, und der Blick auf Wien 1923 wirkt nicht wie auf eine konstruierte Kulisse, sondern auf etwas, das so existierte. Man liest, rätselt und folgt Emmerich in Wiens dunkle Winkel – und bekommt nebenbei eine Ahnung davon, wie schwer es gewesen sein muss, nach 1918 einfach weiterzuleben.</p>
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		<title>Günter Neuwirth: Hoffmanns Erwachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gertie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 01:36:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwirth, Günter]]></category>
		<category><![CDATA[Gmeiner Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Neuwirth]]></category>
		<category><![CDATA[Inspektor Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Der bislang persönlichste der Krimis rund um den Wiener Drogenermittler Wolfgang Hoffmann. Im dritten Band dieser Krimi-Reihe halten Autor und Leben besondere Herausforderungen für den Ermittler des Wiener Drogenreferates bereit. Auf der einen Seite bescheren verunreinigte Drogen der Polizei jede Menge Arbeit, da es mehrere Tote gibt. Auf der anderen Seite wird bei dem passionierten [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Der bislang persönlichste der Krimis rund um den Wiener Drogenermittler Wolfgang Hoffmann.</strong></p>
<p>Im dritten Band dieser Krimi-Reihe halten Autor und Leben besondere Herausforderungen für den Ermittler des Wiener Drogenreferates bereit. <span id="more-33928"></span></p>
<p>Auf der einen Seite bescheren verunreinigte Drogen der Polizei jede Menge Arbeit, da es mehrere Tote gibt. Auf der anderen Seite wird bei dem passionierten Raucher Wolfgang Hoffmann, kurz bevor er nach längerer Zeit wieder eine Beziehung mit einer Frau eingehen kann, Lungenkrebs diagnostiziert.  </p>
<p>Doch der Reihe nach: Helmut Seifried, ein Eventveranstalter im Haupt- und Drogengroßhändler im Nebenberuf (oder ist es doch umgekehrt?) überschüttet, ohne es zu wissen, die Szene mit einem Waschmittel gestreckten Drogen.</p>
<p>Um weitere Tote zu verhindern, bedient sich Wolfgang Hoffmann eines alten Gegners, um die Wiener Drogenszene vor der verschmutzten Ware zu warnen.</p>
<p>Wird es Hoffmann gelingen, die Machenschaften von Seifried und seinen Kumpanen aufzudecken? Denn, Seifried ist nicht nur in Drogengeschäfte verwickelt, sondern unterhält Klubs, in denen Neonazis ihren abscheulichen Neigungen auf Kosten von jungen, meist afrikanischen Prostituierten frönen. </p>
<p><strong>Meine Meinung: </strong></p>
<p>Mir gefällt diese Reihe vor allem deshalb, weil sie das Wien fernab von Manner-Schnitten, Stephansdom und Sisi-Kitsch zeigt. Kaum eine Szene spielt in der Innenstadt, sondern in den ehemaligen Arbeiterbezirken. Das Kommissariat ist in Ottakring angesiedelt und Hoffmann wohnt in der Brigittenau, dem 20. Wiener Gemeindebezirk, gleich neben dem Augarten, jener barocken Gartenanlage, die neben der berühmten Porzellanmanufaktur auch Heimat der Wiener Sängerknaben ist. Das war’s aber schon mit herrschaftlichen Ansprüchen. Die meisten Bewohner dieser Gegend sind alte Menschen und/oder Zuwanderer, die in den 1970er Jahre nach Wien gekommen sind. </p>
<p>Dieser Band ist der bislang persönlichste mit Wolfgang Hoffmann. Er zeigt den verletzlichen Mann, der es mit der Krankheit aufnimmt. Als Mann von klaren Worten, dem das Herumeiern auf die Nerven geht, verlangt Hoffmann auch von seinen Ärzten, Klartext zu reden. Da der Ausgang von Chemo und Operation nicht klar sind, bricht er das zart aufkeimende Pflänzchen einer Beziehung zu Kollegin Sigrid Körner gleich einmal wieder ab. Immer wieder reflektiert er seine gescheiterte Ehe und stellt fest, dass Ermittler und Ehefrau nicht gut zusammenpassen. Doch im Stillen sehnt er sich nach einer Gefährtin und der Gedanke an Kinder spukt immer wieder in seinem Kopf herum. Vor allem, wenn er Kollegen wie Assmann oder Windisch neben sich sieht, die über ein Familienleben verfügen. </p>
<p>Günter Neuwirths Schreibstil ist locker und flüssig. Die Querelen in der Dienststelle sind nicht so überzeichnet wie in manch anderen Krimis. Klar, will der Staatsanwalt hieb- und stichfeste Beweise, bevor er einen Durchsuchungsbefehl bzw. Haftbefehl ausstellt. Das ist sein Job und er ist den Gesetzen verpflichtet. Und dass man nicht jeden Kollegen gleich gut mögen muss, ist zutiefst menschlich. Hoffmann selbst ist über sein Team hinaus, geachtet und auch beliebt.  </p>
<p><strong>Fazit: </strong></p>
<p>Der bislang persönlichste der Krimis rund um den Wiener Drogenermittler Wolfgang Hoffmann. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Beate Maly: Aurelia und die Jagd nach dem Glück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[John]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 01:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Maly, Beate]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas' Favoriten 2025]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Maly]]></category>
		<category><![CDATA[Donaumonarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Dumont]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[Wien, Ballsaison, Lotteriefieber – und mittendrin ein Mordfall, der sehr schnell zeigt, dass Glück und Unglück manchmal erschreckend nahe beieinanderliegen. Mit diesem dritten Roman führt Beate Maly ihre historische Krimireihe um Aurelia von Kolowitz und Oberinspektor Janek Pokorny fort und verbindet dabei erneut einen spannenden Fall mit einem lebendigen Blick auf die Gesellschaft der Donaumonarchie. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wien, Ballsaison, Lotteriefieber – und mittendrin ein Mordfall, der sehr schnell zeigt, dass Glück und Unglück manchmal erschreckend nahe beieinanderliegen. Mit diesem dritten Roman führt Beate Maly ihre historische Krimireihe um Aurelia von Kolowitz und Oberinspektor Janek Pokorny fort und verbindet dabei erneut einen spannenden Fall mit einem lebendigen Blick auf die Gesellschaft der Donaumonarchie.<span id="more-34105"></span></p>
<p>Der Tote ist Freiherr von Sothen, ein Mann, um den vermutlich nur wenige ehrlich trauern. Mit Lotterielosen und zweifelhaften Gewinnversprechen hat er zahlreichen Menschen das Geld aus der Tasche gezogen. Während viele seiner Opfer in Armut zurückblieben, lebte er selbst in Glanz und Bequemlichkeit. Dass er schließlich erschossen im Hof seines Schlösschens am Cobenzl gefunden wird, macht die Sache für Janek Pokorny nicht einfacher. Denn wer so viele Menschen betrogen hat, hinterlässt entsprechend viele Feinde.</p>
<p>Sehr bald stellt sich heraus, dass dieser Fall mehr ist als die Suche nach einer einzelnen verdächtigen Person. Pokorny muss sich durch ein Labyrinth aus Enttäuschung, Habgier, Rachegedanken und gesellschaftlichen Verwicklungen arbeiten. Die Witwe des Toten trägt ebenfalls nicht unbedingt dazu bei, das Bild menschlicher Güte zu verbessern. Und während in Wien getanzt und vom großen Glück geträumt wird, zeigt der Mordfall eine sehr viel dunklere Seite dieser Gesellschaft.</p>
<p>Aurelia von Kolowitz ist natürlich ebenfalls nicht weit. Als junge Gräfin bewegt sie sich in jenen Kreisen, in denen Pokorny nur ermitteln kann, aber nie wirklich dazugehören wird. Genau diese Verbindung macht den besonderen Reiz der Reihe aus. Aurelia kennt die Regeln, Zwänge und Fassaden der besseren Gesellschaft aus eigener Erfahrung. Gleichzeitig ist sie klug, eigensinnig und viel zu neugierig, um einen Mordfall einfach den Männern zu überlassen. Dass ihr Vater sie lieber standesgemäß verheiratet sehen würde, macht die Sache für sie nicht einfacher, aber für die Leserschaft umso interessanter.</p>
<p>Neben dem Mordfall erzählt der Roman auch von der vorsichtigen, man möchte beinahe sagen <em>verbotenen</em> Annäherung zwischen Aurelia und Janek. Die beiden mögen einander, das ist nicht zu übersehen. Doch zwischen einer adeligen jungen Frau und einem Polizeibeamten liegen im Wien des 19. Jahrhunderts nicht nur ein paar kleine Stolpersteine, sondern fast unüberwindbare Standesgrenzen. Gerade deshalb sind die kleinen Momente zwischen ihnen so reizvoll. Vieles bleibt unausgesprochen, manches wird nur angedeutet, und doch trägt diese leise Spannung viel zur Atmosphäre des Romans bei.</p>
<p>Besonders gelungen ist, dass Beate Maly aus all dem nicht bloß einen historischen Krimi macht. Der Mord an Freiherr von Sothen steht im Mittelpunkt, aber rundherum entsteht ein (be)greifbares Bild der Zeit. Man liest von starren Rollenbildern, Armut, gesellschaftlicher Ungleichheit und der sehr eingeschränkten Stellung der Frauen. Die vielbeschworene „gute alte Zeit“ wirkt hier nur für jene gut, die Geld, Rang und Einfluss besitzen. Für viele andere bedeutet sie Abhängigkeit, Rechtlosigkeit und ständige Unsicherheit.</p>
<p>Auch der historische Hintergrund rund um Johann Carl von Sothen ist nahtlos eingebunden. Die Story gewinnt dadurch, weil sie nicht völlig frei erfunden wirkt, sondern an reale Verhältnisse anschließt. Eine sehr gelungene Verbindung zwischen Krimihandlung und Zeitgeschichte. Man rätselt mit, wer für den Mord verantwortlich ist, bekommt aber zugleich ein Gefühl dafür, warum dieser Tote so viele mögliche Täter hinterlassen konnte.</p>
<p>Dazu kommen weitere Verbrechen und Nebenhandlungen, die den Roman nicht überladen, sondern das Bild dieser Welt erweitern. Pokorny bekommt es nicht nur mit dem Mord am Cobenzl zu tun, sondern auch mit anderen Fällen, die zeigen, wie rasch sich in einer wachsenden Stadt wie Wien neue Formen von Kriminalität und sozialem Elend entwickeln. Gleichzeitig bleibt Aurelias privates Leben immer präsent: ihre Karikaturen, ihre Unabhängigkeit, ihre Abwehr gegen väterliche Heiratspläne und ihr Wunsch, mehr zu sein als nur eine passende Partie auf dem Heiratsmarkt.</p>
<p>Für mich ist *Aurelia und die Jagd nach dem Glück* der bisher beste Band der Reihe. Der Fall ist spannend, die Figuren sind jetzt schon vertraut und lebendig, und das historische Wien wird nicht nur als hübsche Kulisse verwendet, sondern als soziale Wirklichkeit mit Licht und Schatten &#8211; zusammen eine Mischung, die ausgezeichnet funktioniert.</p>
<p>Beate Maly erzählt flüssig, atmosphärisch und mit viel Gespür für ihre Figuren. Man folgt Janek Pokorny gerne bei seinen Ermittlungen und Aurelia ebenso gerne bei ihren Versuchen, sich den engen Erwartungen ihrer Umgebung nicht einfach zu beugen. Dass der Roman dabei unterhält, ohne die Härten seiner Zeit zu beschönigen, ist ein weiterer Bonus.</p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong></p>
<p>Ein historischer Wien-Krimi, der Krimispannung, Gesellschaftsbild und zarte Liebesgeschichte sehr gelungen verbindet. Für mich ein ausgesprochen überzeugender dritter Fall für Aurelia von Kolowitz – und ein Buch, das zeigt, wie gut historische Unterhaltung funktionieren kann, wenn sie nicht nur Kostüme und Kulissen liefert, sondern auch den Blick auf die Menschen dahinter richtet.</p>
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		<title>Peter Grainger: Ein unglücklicher Tod</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Harald]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2026 01:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grainger, Peter]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Regul]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Grainger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der erste Eindruck kann täuschen. Anders gesagt: Genaues Hinsehen kann helfen. So könnte man das Credo von DC Smith bezeichnen. Dies ist der erste Fall einer neuen Krimireihe des Diogenes Verlags. DC Smith hat einiges hinter sich. Ein polizeiinternes Ermittlungsverfahren hat er für sich positiv überstanden. Seine eigensinnige und für Vorgesetzte unbequeme Art ist ihnen [&#8230;]]]></description>
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<p>Der erste Eindruck kann täuschen. Anders gesagt: Genaues Hinsehen kann helfen. So könnte man das Credo von DC Smith bezeichnen. Dies ist der erste Fall einer neuen Krimireihe des Diogenes Verlags.<span id="more-34118"></span></p>
<p>DC Smith hat einiges hinter sich. Ein polizeiinternes Ermittlungsverfahren hat er für sich positiv überstanden. Seine eigensinnige und für Vorgesetzte unbequeme Art ist ihnen neben seinem Alter eigentlich Grund genug, ihm nahezulegen, sich in den Ruhestand zu verabschieden. Für Smith ist das keine Option. Er möchte die Polizeiarbeit noch nicht aufgeben.</p>
<p>Sein erster Fall scheint ein einfacher Routinefall zu sein. Ein Jugendlicher ist ertrunken. Auf den ersten Blick ein tragischer Unfall. Nichts Besonderes, einfach Routinearbeit. Smith stellt fest, dass dieser Fall Teil von viel größeren Zusammenhängen ist. Und auch von gefährlichen Zusammenhängen.</p>
<p>Zur Seite gestellt wird ihm ein junger Kollege, der versiert in den modernen Ermittlungsarten arbeitet. Smith dagegen geht mit typisch britischem Humor auf traditionelle Art und Weise vor. Im Laufe der Zeit ergänzen sich beide immer mehr.</p>
<blockquote>
<p><em>„</em>Smith sagte: Gute Arbeit. Schlaue Frage, ob noch etwas im Kanu war. Die beiden verschweigen uns nichts, die haben nichts mit der Sache zu tun. Aber mit unserem mysteriösen Kaufahrer würde ich gerne mal reden. Wirklich gern.“</p>
</blockquote>
<p>Smith hat einen anderen Ermittlungsansatz. Er möchte nicht nur den Mörder finden, sondern verstehen, was wirklich geschah und natürlich auch, warum es geschah. Er möchte keine schnelle Lösung. Sondern er möchte verstehen, nachvollziehen und dadurch zum Ziel kommen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Peter Grainger erzählt unaufgeregt und führt den Leser durch akribische Ermittlungsarbeit. Mir hat besonders seine ruhige Erzählweise gefallen. Neben oft reißerischen Krimis ist dieser einfach wohltuend.</p>
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		<title>Bernhard Aichner: Totenfrau – Die Rückkehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 01:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aichner, Bernhard]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Bernhard Aichner]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Totenfrau-Reihe]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Rowohlt]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag Wunderlich]]></category>
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					<description><![CDATA[Es sind zehn Jahre vergangen, seit Blum mit Reza in Kroatien ein neues Leben begonnen hat. Jetzt ist es, als würde die Vergangenheit erwachen – und zwar mit enormer Wucht. Unter neuen Namen haben sich die beiden eine Existenz aufgebaut, in der Blums früheres Leben keine Rolle mehr spielt. Die Serienmörderin Blum wird zwar noch [&#8230;]]]></description>
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<p>Es sind zehn Jahre vergangen, seit Blum mit Reza in Kroatien ein neues Leben begonnen hat. Jetzt ist es, als würde die Vergangenheit erwachen – und zwar mit enormer Wucht.<span id="more-34083"></span></p>
<p>Unter neuen Namen haben sich die beiden eine Existenz aufgebaut, in der Blums früheres Leben keine Rolle mehr spielt. Die Serienmörderin Blum wird zwar noch immer gesucht, aber als die Frau, die sich jetzt Marie nennt, kann sie gemeinsam mit Reza, der nun Halim heißt, im selbstgewählten Paradies leben. Eine Segeljacht, zahlende Gäste, die sie entlang der Küste schippern, Sonne, Meer und das Gefühl, dem alten Leben endgültig entkommen zu sein. Sie genießen jeden einzelnen Tag.</p>
<p>Doch natürlich wäre Blum nicht Blum, wenn dieses Glück von Dauer wäre.</p>
<p>Dann treffen Walter und Ruth ein. Sie haben einen Törn gebucht, wirken wie ein glückliches Paar, und dieses Glück wird nur noch einen Tag anhalten. Denn am nächsten Morgen wacht Walter nicht mehr auf, friedlich im Schlaf gestorben. Wie aber soll Blum einen Toten an Bord melden? Die Polizei würde kommen, es gäbe Fragen, Überprüfungen, Namen, Papiere – und vielleicht entdeckt jemand durch Zufall, dass Marie in Wahrheit Blum ist. Die Totenfrau.</p>
<p>Es findet sich zwar eine Lösung für dieses Problem, doch wenig später liegt erneut ein Toter im Boot. Damit beginnt eine Kette von Ereignissen, die Blum und Reza immer stärker in die Vergangenheit zurückzieht. Was zuerst ein einzelner Todesfall ist, wird zu einer Bedrohung, die nicht nur ihr neues Leben gefährdet, sondern auch jene Menschen, die Blum um jeden Preis schützen will. Kroatien, das Meer, die Jacht, das alles ist plötzlich nicht mehr Zuflucht, sondern Falle.</p>
<p>Wie immer ist Bernhard Aichner unbarmherzig. Er hat kein Mitleid mit Blum und auch nicht mit seinen Leserinnen und Lesern. Kaum hat man sich auf die neuen Verhältnisse nach einem der vielen dramatischen Ereignisse eingestellt, ändert sich im nächsten Kapitel alles. Es gibt nur eine Regel: Nichts und niemand ist sicher, alles kann geschehen, nichts ist undenkbar.</p>
<p>Vor neun Jahren erschien der dritte und bisher letzte Teil der Thrillerreihe mit der Totengräberin Blum. Es war also Zeit für ein Sequel, das den passenden Titel &#8222;Die Rückkehr&#8220; trägt. Man muss übrigens nicht befürchten, zu wenig über die Vorgeschichte zu wissen. Sie wird im benötigten Umfang portionsweise serviert – die Besprechungen zu den anderen sind → <a href="https://www.literatur-blog.at/tag/totenfrau-reihe/" target="_blank" rel="noopener">hier.</a></p>
<p><strong>Zusammengefasst</strong></p>
<p>Das Vorhaben, an die starken und erfolgreichen früheren Blum-Thriller anzuschließen, ist verständlich. So ganz gelingt es für mich aber nicht. Es haben sich ein paar für Aichner-Romane eher untypische Längen eingeschlichen. &#8222;Die Rückkehr&#8220; ist zwar wieder ein Pageturner voller schockartiger Wendungen, wie auch die drei bisherigen Thriller. Aber die letzte prickelnde Spannung fehlt mir diesmal ein wenig.</p>
<p>Das mag auch daran liegen, dass ich Aichners stakkatoartige Texte liebe, die hier allerdings etwas zu kurz kommen. Dabei ist es doch gerade dieser unverwechselbare Aichner-Stil, der seinen Thrillern den finalen Touch gibt: kurze Sätze, harte Schnitte, Dialoge wie Schläge, keine langen Umwege. In &#8222;Die Rückkehr&#8220; ist davon einiges vorhanden, aber für mein Gefühl eben nicht ganz so konzentriert wie früher.</p>
<p>Das lässt sich freilich auch anders sehen:<br />
Wer mit diesem Thriller erstmals ein Buch von Bernhard Aichner liest, wird ganz sicher ein Fan werden. Denn meine leicht kritischen Bemerkungen ändern nichts daran, dass *Totenfrau – Die Rückkehr* ein Thriller ist, der aus der Masse der Neuerscheinungen sehr deutlich hervorsticht.</p>
<p><strong>Gute und spannende Unterhaltung!</strong></p>
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		<title>Richard Osman: Wir jagen Schatten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 01:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriminalromane]]></category>
		<category><![CDATA[Osman, Richard]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas' Favoriten 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Elke Link]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Osman]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Ullstein Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[So gut amüsiert habe ich mich bei einem Krimi schon lange nicht mehr. Hier ein Hinterhalt, da eine Verschwörung, dort ein paar Morde – quasi ein Buch zum Totlachen. Wobei man das natürlich nur sagen darf, weil Richard Osman seinen Krimi mit so viel trockenem britischem Humor erzählt, der selbst in den bedrohlichsten Situationen immer [&#8230;]]]></description>
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<p>So gut amüsiert habe ich mich bei einem Krimi schon lange nicht mehr. Hier ein Hinterhalt, da eine Verschwörung, dort ein paar Morde – quasi ein Buch zum Totlachen. <span id="more-34053"></span>Wobei man das natürlich nur sagen darf, weil Richard Osman seinen Krimi mit so viel trockenem britischem Humor erzählt, der selbst in den bedrohlichsten Situationen immer noch einen kleinen Seitenblick ins Komische erlaubt.</p>
<p><em>Wir jagen Schatten</em> ist der zweite Fall für die Agentur „Wir finden Mörder“, und dieser Fall kommt gerade zur rechten Zeit. Denn es scheint so, als ob niemand die Dienste von Rosie, Amy und Steve in Anspruch nehmen möchte. Das ist für eine Detektei natürlich unpraktisch, für Menschen mit etwas zu viel Tatendrang aber beinahe gefährlich. In der sich ausbreitenden Langeweile könnte es also durchaus geschehen, dass sich die eine oder der andere neue Aufgaben sucht. Und wer möchte schon, dass Rosie, Amy oder Steve aus reiner Unterbeschäftigung auf dumme Gedanken kommen?</p>
<p>Zum Glück meldet sich rechtzeitig ein Mann namens Vern Blackwood. Laut Eigendefinition ist er ein eher „guter“ Krimineller. Das muss man ihm nicht unbedingt glauben, aber man kann zumindest anerkennen, dass er sein Geschäftsmodell sauber von den wirklich unangenehmen Bereichen der internationalen Kriminalität abgrenzt. Vern versorgt seine Kundschaft mit angeblich wirksamen Vitaminmitteln, die für oder gegen alles helfen sollen, was einen Menschen im Lauf des Tages so belastet. Dass diese Mittel gefälscht sind und überhaupt keine Wirkung haben, ist für ihn kein moralisches Problem, sondern vor allem ein äußerst einträgliches Geschäft.</p>
<p>Harte Drogen? Nein, ganz sicher nicht. Das überlässt Vern lieber seinen über den Globus verstreut agierenden Kollegen. Diese haben sich, wer es genau wissen möchte, zu sechst die Welt aufgeteilt, damit man einander nicht zu sehr in die Quere kommt. Ein vernünftiges Arrangement also, zumindest nach den Maßstäben von Menschen, die mit Verbrechen ihr Geld verdienen. Dass inzwischen mehrere dieser Herren nicht mehr am Leben sind, war angesichts der Vereinbarung zwar nicht unbedingt zu erwarten, aber was soll man machen? In manchen Branchen ist die Lebenserwartung eben überschaubar.</p>
<p>Bisher sieht Vern das alles noch einigermaßen gelassen. Das ändert sich allerdings schlagartig, als einer seiner Leibwächter tot vor seiner Villa in der Toskana liegt und beim Toten auch noch eine Nachricht für Vern hinterlassen wurde:</p>
<blockquote>
<p>Das ist eine Warnung.<br />
Ich komme wieder und dann bist du dran.<br />
Jakob Eriksson</p>
</blockquote>
<p>Eriksson? Aber der ist doch Verns Freund? Oder zumindest jemand, den Vern dafür gehalten hat. Und damit ist klar: Es ist Zeit, die Agentur „Wir finden Mörder“ zu engagieren.</p>
<p>Von diesem Moment an ist Schluss mit der Langeweile. Amy Wheeler, Bodyguard mit ausgeprägtem Sinn für Gefahr, Steve Wheeler, pensionierter Polizist und Meister der eher ruhigen Beobachtung, und Rosie D’Antonio, weltberühmte Thrillerautorin mit Lebensfreude, Geld und einer beneidenswerten Bereitschaft, sich in Schwierigkeiten zu stürzen, geraten in einen Fall, der deutlich größer ist, als er anfangs wirkt. Was mit einer Warnung in der Toskana beginnt, führt bald über mehrere Schauplätze, von Italien nach Barcelona, zurück in Steves kleines englisches Dorf und weiter bis nach Palm Springs.</p>
<p>Osman bleibt seiner besonderen Mischung treu, die schon seine früheren Krimis ausgezeichnet hat. Einerseits ist <em>Wir jagen Schatten</em> unglaublich witzig, die Dialoge sitzen und die Figuren haben sehr eigene Vorstellungen davon, wie man sich in gefährlichen Situationen verhalten sollte. Andererseits ist die Krimihandlung wirklich raffiniert aufgebaut. Der Fall entwickelt sich nicht einfach geradlinig von Hinweis zu Hinweis, sondern öffnet immer wieder neue Perspektiven. Wer steckt hinter den Morden? Was hat Jakob Eriksson tatsächlich damit zu tun? Warum sterben ausgerechnet Männer, die eigentlich gelernt haben sollten, Gefahren rechtzeitig zu erkennen? Und welche Rolle spielt Vern Blackwood wirklich in diesem ganzen Durcheinander?</p>
<p>Das alles macht den Roman unglaublich unterhaltsam. Man lacht (ja, wirklich), rätselt, verdächtigt, verwirft Verdächtigungen wieder und merkt erst spät, wie geschickt Osman die einzelnen Fäden ausgelegt hat. Die Geschichte erinnert mit ihrem Raum zum Selber-Mitermitteln durchaus an klassische Krimis, hat aber zugleich ein modernes, schnelles, leicht weltumspannendes Tempo.</p>
<p>Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der drei Hauptfiguren. Amy bringt Tempo und professionelle Härte in die Handlung, Rosie Glamour, Witz und eine gewisse erfreuliche Unberechenbarkeit, Steve dagegen jene Ruhe, die man leicht unterschätzen könnte.</p>
<p>Für mich war dieser Krimi durchgehend ein reines Lesevergnügen. Ich hätte ohne Weiteres noch viel mehr Seiten weiterlesen können, nicht nur wegen des Falls, sondern vor allem wegen dieser Figuren und ihrer Gespräche. <em>Wir jagen Schatten</em> ist trocken britisch, sehr komisch, zugleich aber auch spannend und clever konstruiert &#8211; lauter Eigenschaften, die ich bei einem Krimi sehr schätze.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong></p>
<p>Ein überaus amüsanter, raffinierter und flott erzählter Krimi mit einem lange nicht absehbaren Finale. Wer klassische Rätselkrimis mag, britischen Humor schätzt und Figuren liebt, denen man am liebsten einfach weiter beim Reden und Ermitteln zuhören möchte, ist hier genau richtig.</p>
<p>Ganz sicher einer meiner Favoriten des Jahres 2026!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Barbara Chase-Riboud: Die unbekannte Sally Hemings</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Harald]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 04:08:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biographien]]></category>
		<category><![CDATA[Chase-Riboud, Barbara]]></category>
		<category><![CDATA[#BlackLivesMatter]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Chase-Riboud]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Peterich]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich habe ich mich nie besonders für die US-amerikanische Geschichte interessiert. Um ganz ehrlich zu sein, auch nicht für die Versklavung der schwarzen Bevölkerung. Barbara Chase-Riboud erzählt die Lebensgeschichte von Sally Hemings, einer versklavten Frau. Sie lebt auf einer Plantage in Virginia, der Plantage Monticello. Sie &#8222;gehört&#8220; Thomas Jefferson, einem der Gründerväter der Vereinigten Staaten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eigentlich habe ich mich nie besonders für die US-amerikanische Geschichte interessiert. Um ganz ehrlich zu sein, auch nicht für die Versklavung der schwarzen Bevölkerung.<span id="more-34086"></span></p>
<p>Barbara Chase-Riboud erzählt die Lebensgeschichte von Sally Hemings, einer versklavten Frau. Sie lebt auf einer Plantage in Virginia, der Plantage Monticello. Sie &#8222;<em>gehört&#8220;</em> Thomas Jefferson, einem der Gründerväter der Vereinigten Staaten und dem dritten Präsidenten der USA. Sally ist nicht nur seine Sklavin, sondern auch die Tochter seines Schwiegervaters, also die Halbschwester seiner verstorbenen Frau Martha Jefferson.</p>
<p>Sally muss sich als Jugendliche mit der Tochter Jeffersons auf den Weg nach Paris machen, weil ihr Vater dort Botschafter der gerade gegründeten USA wird. Dort entspinnt sich eine Beziehung mit Jefferson, die bis zum Tod von Thomas Jefferson dauert.</p>
<blockquote>
<p>„Sie schienen voneinander angezogen, Herr und Sklavin, durch geheimnisvolle Kräfte, die Sally Hemings nicht recht begriff.“</p>
</blockquote>
<p>Sally ist eine Frau, die sich nicht zurückzieht. Soweit dies ihr als Sklavin möglich ist, ist sie nicht passiv, sondern selbstbewusst und intelligent. Jeffersons politische Vorstellung von Freiheit und dagegen sein Umgang mit Sklaven schmerzen sie immer wieder sehr. Ihre Eigenständigkeit, ihre innere Unabhängigkeit und ihre Liebe zu Thomas Jefferson stehen ihrem Sklavensein diametral entgegen. Selbst in dem Moment, als Jeffersons Tochter ihr nach seinem Tod die Freiheit, einem Wunsch Jeffersons entsprechend, geben will.</p>
<blockquote>
<p>„Der weiße Umschlag, in dem stand, dass ich frei war, von dem ich aber gleichwohl wusste, dass er mich nie wirklich befreien würde, blieb in ihrer Hand. Ich brauchte nichts mehr. Ich brauchte Martha nicht. Ich war nicht mehr auf Martha angewiesen. Martha war darauf angewiesen, mich freizulassen …“</p>
</blockquote>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Der Roman besticht durch die Darstellung der damaligen Verhältnisse der Sklaverei in den Anfangsjahren der USA, aber vor allem durch die Beschreibung von Sally Hemings, ihrer inneren Zweifel an Thomas Jefferson und seinen Beweggründen. Was mich besonders fasziniert hat, war die Beschreibung von Freiheit und Unfreiheit. Sallys innere Kämpfe werden intensiv beschrieben.</p>
<p>Jefferson war der Hauptverfasser bzw. maßgebliche Verfasser des Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung der USA. Diese wurde später beraten, verändert und am 4. Juli 1776 angenommen. Dort ist ein zentraler Punkt die Freiheit und Unabhängigkeit des einzelnen Menschen. Dagegen steht sein Besitztum von Sklaven. Ein Widerspruch, der auch in diesem Roman nicht aufgelöst wird.</p>
<p>Gut finde ich die Auflistung der historischen Dokumente und anschließend die Beschreibung ihrer Auswirkungen auf Sally und die anderen Protagonisten. Störend empfand ich die schnellen Szenenwechsel. Ich brauchte immer einen Moment, bis mir klar war, wer jetzt der Erzähler beziehungsweise wo der Anknüpfungspunkt im bereits Erzählten liegt.</p>
<p>Zwei Szenen sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Einmal, als ein Sklave auf der Plantage Monticello in Anwesenheit aller Sklaven körperlich bestraft wurde. Und zweitens, als nach dem Tod von Thomas Jefferson die ihm gehörenden Sklaven zum größten Teil verkauft wurden. Es war beklemmend, die Liste mit den Namen und deren Preisen zu lesen. Hier wurde mir die Unmenschlichkeit der Sklaverei deutlich.</p>
<p>Ich kann diesen Roman allen, die an widersprüchlichen Persönlichkeiten interessiert sind, sehr empfehlen. Er führt uns eine faszinierende Frau auf eindringliche Weise vor Augen. Aber auch die Person Thomas Jefferson: ein widersprüchlicher Mensch und ein wichtiger Politiker der Anfangsjahre der USA. Ein eindringlicher historischer Roman, der sehr lesenswert ist.</p>
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