Stephen Hawking: Kurze Antworten auf große Fragen

verfasst am 03.03.2020 von | 1 Kommentar
Rubriken: Hawking, Stephen, Naturwissenschaft
LiteraturBlog Bewertung:

Es ist faszinierend zu lesen und mitzuerleben wie ein Mensch von Hawkings Geistesgröße an die Fragen von Existenz, Ursprung und Perspektive heran geht. Was Hawking in diesen Buch fragt und beantwortet, das ist zugleich auch die Einladung, selbst mitzudenken – eine Einladung, man kaum ablehnen kann, man wird sich unweigerlich anschließen und beim Lesen die eigenen Gedanken fliegen lassen.

Wenn man versucht, allem inhaltlich zu folgen, was in diesem Buch steht, dann bedarf schon schon einer ungeheuren Menge an Wissen über die spezifischen Bereiche, über die Hawking dachte und schrieb. Doch auch für jemanden wie mich, ohne dieses Fachwissen (über das auf der Welt sowieso nicht allzu viele Menschen verfügen dürften), ist es möglich, mit Hawking in die Vergangenheit und die Zukunft zu reisen und Einblicke in Bekanntes und Unbekanntes zu gewinnen: wenn auch bei weitem nicht alles davon für Normalsterbliche zu verstehen ist.

Hawking stellt 10 Fragen und gibt sehr umfangreiche Antworten dazu:

  1. Gibt es einen Gott?
  2. Wie fing alles an?
  3. Gibt es andere intelligente Lebewesen im Universum?
  4. Können wir die Zukunft voraussagen?
  5. Was befindet sich im Inneren eines Schwarzen Lochs?
  6. Sind Zeitreisen möglich?
  7. Werden wir auf der Erde überleben?
  8. Sollten wir das All besiedeln?
  9. Wird uns Künstliche Intelligenz den Rang ablaufen?
  10. Was hält die Zukunft bereit?

Doch auch wenn die Erklärungen auf dem derzeitigen Stand der Wissenschaft beruhen, so bleibt doch noch genügend Raum für eigene Überlegungen; und Raum für Überlegungen und Erkenntnisse anderer genialer Menschen, die gerade jetzt oder in der Zukunft zu diesen Themen forschen.

Schon im 1. Kapitel raucht mir das Gehirn bei der Frage, wie unser Universum entstand. Laut Hawking entstand es spontan, aus dem Nichts und das lässt sich auch mit den geltenden naturwissenschatlichen Gesetzen nachvollziehen. Unter der Frage „Gibt es einen Gott“ kommt Hawking zum Schluss, dass es deshalb eines Gottes gar nicht bedurfte, um das Universum zu erschaffen. Ohne nur die Existenz eines Gottes zu behaupten, wehrt sich mein Verstand gegen die Vorstellung, dass es vor dem Urknall nicht gab.

Es gibt das Faktum, dass Teilchen aus dem Nichts auftauchen, das ist Teil unserer Erkenntnisse über unser Universum. Doch das geschieht in einem schon vorhanden Raum (unserem Universum eben); Hawking postuliert nun, dass es vor dem Urknall nichts gegeben hatte: keinen Raum, keine Zeit, keine Energie – es ging einfach los. Wie soll man einen solchen Zustand verstandesmäßig nachvollziehen? Doch auch wenn es vielleicht, anders als Hawking sagt, etwas gab – wo kam das wiederum her (und weiter gedacht: auch wenn es einen Gott gäbe – wo kommt der her?)

Schon zur ersten Frage lässt es sich also lange nachdenken; aber es folgen noch neun weitere, die ähnliches vom Leser/vo der Leserin abverlangen.

Wenn man von den großen Fragen spricht, dann ist im unserem 21. Jahrhundert sicher diese eine dabei: wird der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen zerstören oder gelingt es, das Steuer herum zu reißen. Hawking ist in diesem Punkt (7. Werden wir auf der Erde überleben?) nicht sehr optimistisch, in der Agitation der Klimawandelleugner und korrupten Populisten macht er eine ähnlich große Gefahr aus wie in den noch immer vorhandenen Atomwaffenarsenalen. Trotz eines Wissens, das so groß ist wie nie, bedrohen Dummheit und Ignoranz die Menschheit heute mehr denn je. 

Als Menschen mit mehr oder weniger hoher Intelligenz können wir uns ein breites Spektrum unserer Welt noch recht gut vorstellen und Zusammenhänge verstehen: das des für uns sichtbaren und wahrnehmbaren Bereiches. Doch an den Rändern, beim Großen und beim Kleinen, versagen unsere Sinne und wir sind darauf angewiesen, dass Menschen wie Einstein, Hawking oder andere die Nebel Stück für Stück beiseite wischen und unseren Horizont erweitern.

Ein Buch das zum Denken auffordert und dazu, mehr über Hawkings Fragen und Antworten zu erfahren.




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  • Kommentar von  Rainer Kirmse , Altenburg am 12.12.2020 um 12:00 Uhr Uhr

    STEPHEN HAWKING UND DAS SCHWARZE LOCH –
    DIE GROSSEN RÄTSEL DES UNIVERSUMS

    Gedichte über Raum und Zeit,
    nicht frei von Heiterkeit.

    STEPHEN HAWKING

    Stephen Hawking ist entschwunden,
    Hat sein Schwarzes Loch gefunden.
    Auf der Erde bleibt sein Platz leer,
    Die Wissenschaft vermisst ihn sehr.

    Fehlte ihm auch die Körperkraft,
    Sein Geist ist niemals erschlafft.
    Er gab den Kranken ein Beispiel,
    Nie aufgeben gestecktes Ziel.

    DAS SCHWARZE LOCH

    Ein kosmisches Schwergewicht,
    Zu keiner Diät bereit;
    Sternenstaub das Hauptgericht,
    Verschmäht wird keine Mahlzeit.
    Die Materie superdicht,
    Stark verbogen die Raumzeit;
    Dem Monster entkommt kein Licht,
    Gefängnis für die Ewigkeit.
    Der Ereignishorizont ist Grenze,
    Dahinter ist einfach Sense.

    DUNKLES UNIVERSUM

    Am Anfang war der Urknall,
    Um uns herum der Nachhall.
    Das Weltall in Expansion
    Milliarden Jahre nun schon.

    Es sind dabei die Galaxien
    Einander rasant zu entflie’n.
    Da ist keine Wende in Sicht,
    Irgendwann geht aus das Licht.

    Dunkle Materie ist rätselhaft,
    Dunkle Energie nicht minder.
    Das Wissen ist noch lückenhaft,
    Man kommt nicht recht dahinter.

    Es braucht wohl wieder ein Genie,
    Gar eine neue Theorie.
    Den Kosmos ganz zu versteh’n,
    Wird noch etwas Zeit vergeh’n.

    EINSTEIN RELATIV LYRISCH

    Zeit ist relativ,
    Man hat sie leider nie.
    Einstein forschte intensiv,
    Offenbarte sein Genie:
    Konstant das Tempo von Licht,
    Schneller geht es nunmal nicht.
    Ein weiteres Resultat: E = m c ²
    Er brachte die Raumzeit ins Spiel,
    Eine Feldgleichung war das Ziel.
    Masse krümmt umgebenden Raum –
    Revolutionäres war gedacht,
    Wissenschaft vorangebracht.

    TEILCHENPHYSIK

    Ewig bleibt stehn keine Mauer,
    Nichts im Weltall ist von Dauer.
    So zerfällt nach einem Weilchen
    Auch noch das kleinste Teilchen.

    Nukleonen winzig klein,
    Der größte Galaxienverein;
    Was am Himmel sehen wir,
    Der Mensch und alles Getier –
    So schön auch der Bibelbericht,
    Einen Gott brauchte es dafür nicht.

    WELTALL – ERDE – MENSCH

    Eine Singularität macht Karriere,
    Die Materie in einem Punkt vereint.
    Ein großer Knall beendet die Leere,
    Das Duo Raum und Zeit erscheint.

    Der Materie Vielfalt fächert sich auf,
    Es bilden sich die Elemente.
    Sterne und Planeten entsteh’n zuhauf,
    Alles in Ausdehnung ohne Ende.

    Uns’re Galaxie ist eine von Milliarden,
    Ein Spiralsystem, keine Besonderheit.
    Die Erde hatte die besten Karten,
    Hier fand das Leben Geborgenheit.

    Aus toter Materie ging es hervor,
    Strebte hin zu höchster Komplexität.
    Die Evolution wirkt als ein Motor,
    Der einfach niemals ins Stocken gerät.

    Zahllose Arten entsteh’n und vergeh’n,
    Bevor der Mensch betritt die Szenerie.
    Auch ihn wird man nicht ewig hier seh’n,
    Das ist die kosmische Dramaturgie.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus der Skatstadt


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